Samstag, 15. Oktober 2011

ausgeraubt

Wie ein Schlüssel die Verriegelung einer Tür zum Öffnen bringt, kann ein Schlüsselsatz eine Tür zu neuen Wegen öffnen.

Nachdem der Staat seid der Finanzkrise vergeblich versucht, die Macht der Banken einzudämmen, übernehmen jetzt diese Aufgabe die Bürger. Heut wird nach amerikanischen Vorbild auch in vielen Städten Deutschlands gegen die Macht den Finanzmarktes demonstriert.

“In Frankfurt am Main erwartet die Polizei rund 1000 Demonstranten vor dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB). In Berlin wollen Protestierende zum Kanzleramt ziehen. Größere Demonstrationen werden auch in Köln, München, Hamburg, Hannover, Leipzig und Stuttgart erwartet.” Zitat “Zeit online

In den Nachrichten wurde heut auch Schwerin genannt. Auch der Norden ist dabei. Wie schön.

Aber nun zu dem Schlüsselsatz einer Teilnehmerin, die zu den ersten Demonstranten in Amerika gehörte und vor der Wall Street ihren Protest kund tat “Wir fühlen uns ausgeraubt”

Ich denke, damit hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Ausgeraubt – aber wie kann das gehen, wenn die Bank nicht unmittelbar ihre Hand in unsere Taschen stecken kann?

Obwohl mein Verständnis im Finanzwesen über meine Haushaltskasse nicht hinaus geht ist auch für mich unschwer zu erkennen, dass die Banken die Gewinne einstecken aber die Verluste muss der Steuerzahler ausgleichen. Ohne Banken funktioniert der Kapitalismus nichts, als muss der Staat den Banken unter die Arme greifen und Geld locker machen, was der kleine Mann täglich erwirtschaften muss, wenn er denn Arbeit hat. Zeitgleich werden die Sozialmaßnahmen gekürzt und ganz gestrichen. Da nenne ich Raubbau, wie er im Buche steht.

Ich hoffe, dass die Signale, die aus New York kommen, sich weltweit durchsetzen. Es ist an der Zeit, dass das Geld in der Welt gerecht aufgeteilt wird.

Die Natur hat genug, um uns alle zu
ernähren, aber nicht genug, um die Gier
weniger zu stillen.“
Mahatma Gandhi

LaWe

Freitag, 7. Oktober 2011

keinen Appetit mehr

“Was süßes braucht der Mensch”…das beruhigt und bringt gute Laune und der Schokolade sagt man nach, dass sie sogar glücklich macht. Ein paar Glückshormone im grauen Alltag, wer möchte das nicht und wenn diese dann aus der Schokolade kommen, kann man sie sich sogar für wenig Geld aus dem Supermarkt holen.

Doch nach dem Dokumentation von Arte “Schmutzige Schokolade” ist für mich auf unbestimmte Zeit der Appetit auf Schokolade vergangen und selbst das schlägt mir bitter auf den Magen. Denn wenn ich mich als Verbraucher verweigere, kann das Folgen haben, im positiven wie im negativen Sinne. Wäre es im positiven Sinne, dann könnte das Leid vielleicht ein Ende haben. Darauf hofft jedenfalls der Journalist, der sein Leben auf´s Spiel gesetzt hat, um uns dieses Leid vor Augen zu führen.

Meine Nerven waren während der Dokumentation zeitweise viel zu schwach, um mir die ganze Wahrheit mit den offenen Augen anzuschauen. Zeitweise musste ich mein Mitgefühl aus meine Seele koppeln, das mich das gesehene ertragen kann. Ich war nicht nur erschüttert – nein ich war geschockt.

Damit die Kakao-Plantagen möglichst preiswert bewirtschaftet werden können, müssen Kinder die körperlich schwere Arbeit machen. Sklavenhändler durchreisen das Land in und um der Elfenbeinküste, locken oder fangen Kinder aus den abgelegenen Orten ab 8 Jahre und verschleppen sie mehr als 1000 Km an die Elfenbeinküste. Wie Sklaven werden sie weiter gehalten. Ernährt werden sie nur notdürftig, sie erhalten keinen Lohn und werden mit Schlagen zu bis zu 12 Stunden Arbeit am Tag gezwungen. Für 230 € sind die Sklavenhändler bereit, Kinder für diese schwere Arbeit  zu beschaffen. Das ist die einzige Investition, die ein Plantagen-Bauer einsetzen muss – naja….und dann das Kind soweit am Leben zu erhalten, dass es 10 Stunden am Tag wie ein Tier arbeiten kann.

Flüchten die Kleinen, werden sie mit einem großen Aufgebot gejagt und wieder eingefangen. So was wie Menschenrechte gibt es für sie nicht.

Im Ministerim des Landes kennt man das Problem, doch “sie können damit umgehen” – so sinngemäß der Minister. Der Vertreib an der Elfenbeinküste behauptet, das wären nur Einzelfälle und die Schokoladenindustrie in Europa und Deutschland will davon schon gar nichts wissen. Das Bildmaterial der Journalisten – er hatte sein Leben bei seinen Recherchen auf´s Spiel gesetzt – wollten sie sich schon gar nicht ansehen und Stellung dazu nehmen auch nicht und das, obwohl alle maßgeblichen Schokoladenfabrikanten international gemeinsam ein Abkommen unterschrieben, aus dem hervor ging, dass von den Plantagen, in der Kinderarbeit maßgeblich an Anbau und Ernte beteiligt sind, keine Ware mehr abnehmen.

Und dies wollte ein Journalist überprüfen und fand sich auf Plantagen wieder, auf denen Kinder mit einer riesen Machete Kakaofrucht von den Bäumen schlugen und anschließend schwere Lasten transportieren mussten.

Bei dem Anblick zerreißt es einem das Herz und die Schokolade schmeckt mir schon gar nicht mehr. Die Schokolade ist nicht nur bitter, sie ist schmutzig, wie der Titel der Dokumentation schon sagt.

LaWe

Mittwoch, 28. September 2011

Wieder daheim

6 Tage Palma de Mallorca

am Strand vom Mittelmeer mit viel Sonne und Partynächten bis in die Puppen mit viel Spaß

Heut aber nur eine Abendstimmung – eingefangen vor 2 Tagen am Strand von Palma de Mallorca.

Das war ein Urlaub, in dem ich – aus Zeitgründen – wenig vom spanischen Land sah, um so mehr sah ich die Menschen und lernte sie auf den unterschiedlichsten Weise kenne. Eine Bereicherung auf jeden Fall – für mich. Aber darüber später mehr.

LaWe

Dienstag, 20. September 2011

Entspannung

Mantra – heilender Klang

LaWe

Sonntag, 11. September 2011

der Tag X

“In das World Trader Center ist ein Flugzeug geflogen” sagt mein Chef mit einer aufgeregten und sensationell Klang in seiner Stimme. Er sagt mir das, was ich schon seid Minuten in Radio höre. Der kleinen Kasten auf meinen Arbeitsplatz für Unterhaltung am Arbeitsplatz hat mich auch schon auf dem Laufenden gebracht. Es passiert so viel in der Welt, doch dieses Ereignis muss eine andere Dimension haben, sonst hätte mein Chef mich von unterwegs und aus dem Auto nicht angerufen.

Mit dem “World Trade Center “ konnte ich nichts anfangen. Große Gebäude, die Türme gleichen, mehr wusste ich nicht. Aber in New York gibt es viele Wolkenkratzer, ich kannte weder ihre Bedeutung, noch hatte ich eine Vorstellung von ihrer räumlichen Größe. Ein Flugzeug ins Gebäude, dass entspricht auch nicht in meine Vorstellung von Flugzeugabsturz.

Zu Hause angekommen, sah ich in den Nachrichten das Ausmaß der Katastrophe, das wieder an meiner Vorstellung realer Wirklichkeit scheitert.

Die Aufnahmen vom Attentat werden in Minutentakt und von allen Sendern wieder und wieder gezeigt. Eine hysterische mediale Aufregung auf allen Kanälen. Die medialen Stimmen überschlagen sich, die Moderatoren sprechen frei und und betonen wiederholt, wie sprachlos sie bei den Bildern wären.

Mir gelingt es immer noch nicht, dies als Realität in meinen Hirn abzuspeichern. Und auch nicht die Bilder von flüchtenden Menschenmassen in den engen Straßen und von Wolkenkratzern umgebenden. Das passt nur in einem Endzeitfilm, aber nicht in die Wirklichkeit.

Die aus den obersten Etagen springenden Menschenkörper sehen wie Ameisen aus, die vor einer Feuersbrunst flüchten. Das kann keine Realität sein. Was muss in den Menschen vor dem Sprung vorgegangen sein, die es vorzogen, sich lieber selbst zu töten, als sich von der Feuersbrust auffressen zu lassen. Egal, wofür sie sich entscheiden, an jedem Ausgange wartete der sichere Tod auf sie.

Vor dem zerfallenden Gebäude, stehen noch ihre Autos, die sie am Morgen vor Arbeitsbeginn dort abstellten. Die Fahrzeuge wirkten jedes für sich wie ein Sarkophag ohne Inhalt. Ihre Toten lagen unter den Trümmern. Wer von ihnen ahnte, dass sie das Haus an diesem Tag nicht mehr verlassen werden. Wer an diese Tag nicht zur Arbeit ging oder schlafen hatte, wird sicher heut noch Gott danken.

Alles was auch heut über den 11.9. 2011 berichtet wird, es geht auch nach 10 Jahren über meine Vorstellung hinaus. Bin Laden bekannte sich. Er wird als besonders blutgierig bezeichnet. Das hat er mit dem Attentat beweisen. Was für ein kranker Kopf. Wenigstens erlebt er diesen “Triumph” am 10. Jahrestag nicht. Wenig Trost für die Opfer, aber doch ein Gefühl, von ausgleichender Welt.

Nachdem die Nachrichtenwellen mich am 11.9.2001 hundertfach überrollt hatten, wankte der Boden unter mir. Das Gefühl, in einer sicheren Welt zu leben, verschwand wie die Autos vor dem WTC unter dem grauen Staub. Mein Sicherheitsgefühl wurde ebenfalls begraben in dem Sarkophag meiner Erschütterung.

Wie eine Bodenwelle, die nach einem fernen Beben auch mich erreicht, stand die Angst vor Krieg und Zerstörung auch vor meiner Tür und als mögliche Realität in meinem Bewusstsein.

Was wird passieren, wenn Busch zurückschlägt ? Mit dieser bohrenden Frage ging ich vielen Abende zu Bett. Er zeigte sich im Armee-Uniform. Wird das ein Auftakt für einen Krieg, der mehr als “nur” ein Flächenbrand  wird?

LaWe

Freitag, 9. September 2011

Gabi Köster

Meine Freundin hatte mir von ihrem letzten Auftritt Gabi Köster erzählt. Ich hörte nur in den Nachrichten darüber und fand diesen Clip im Netz.

Das es Gabi Köster so schwer getroffen hatte, wusste ich gar nicht. Zum Glück hat sie sich wieder so weit erholt, dass sie sich ihren Fans wieder zeigen kann. Ich gebe zu, ich war auch erleichtert, als ich ihre vertraute Stimme mit ihrem Wortwitz wieder hören konnte.
Ich kann Gabi Köster auf ihren Weg zur Genesung weiterhin alles gute wünschen.

LaWe

sind so zarte Seelen

Die Trainingszeit war schon fast zu Ende. 15 Minuten vor Trainingsende gönnen wir den Kleinen eine kurze Spielzeit Sie können machen was sie wollen. Die Kinder der Gruppe sind zwischen 7 und 10 Jahre alt und stecken wieder mitten Schulleben. 

Eine kleine Blonde hat den Weg auch zu uns gefunden. Sie ist eine echte Blonde, mit ihren langen blonden Haare und die passende zarte Haut, sieht sie wie eine Prinzessin aus. Vielleicht wirkt sie deshalb so zerbrechlich auf mich.

“Ich hab wieder Nasenbluten gehabt” erzählt die Kleine mir in der Spielzeit. “Hast du dir die Nase gestoßen?” frag ich zurück. “Nein, in der Nacht. Einfach so” dabei zeigt sie mit ihrem Finger von der Stirn bis zum Nasenflügel. “Das läuft einfach von da oben raus. Einmal war mein Bett ganz rot” dabei zeigt sie mir mit ihren kleinen Armen die Größe der verbluteten Fläche an. Ich will ihr einen Rat geben, aber sie erzählt schon weiter. “Ich hab Angst, dass ich in Deutsch wieder eine 6 schreibe” Sie verbindet unbewusst das Nasenbluten mit ihren Ängsten. “Ich bin nicht mehr in der Fördergruppe” sagt sie “und jetzt habe ich Angst, ich kriege wieder eine 6. Ich hab schon mal eine 6 bekommen und nun  hab ich Angst das ich wieder eine bekomme”

Obwohl die Kleine mir alles so nebenher erzählt, zeigt sie mir ihre Ängste auf, die sie sogar noch in der Nacht plagen. Wie kann  man einem kleinen Mädchen diese Ängste nehmen? Dafür gibt es kein Patentrezept und doch will ich die kleine mit ihrem Ängsten nicht so einfach stehen lassen. “Du brauchst keine Angst vor einer 6 haben. Jeder hat schon mal eine sehr schlechte Zensur gehabt. Auch ich und die andere Trainerin auch” Ich versuche auf diese Weise ihre Versagensängste zu relativieren und hoffe darauf, das auch ihre Eltern die Ängste ihre kleinen Tochter erkennen und sie dämpfen. Es sind ja noch so zarte Seelen.

LaWe

Mittwoch, 7. September 2011

den dicken Daumen

zeigen, das wär für mich jetzt kein Problem, denn der Verband lässt meinen Daumen noch dicker erscheinen.

Der Verband sieht zwar mächtig gewaltig aus, soll aber nur das Daumengelenk am Handballen still legen.

Ich glaube, es ist schon mehr als 4 Wochen her, als mein Daumen sich leise mit “Aua” meldete. Naja…wer wird denn gleich so zimperlich sein. Dann meldete er sich mehrmals täglich mit” Au Au Au Au” aber das war nicht laut genug um von mir ernst genommen zu werden. Also legte er einen Zahn zu und meldete sich auch Nachts mit “Aua”. Zum Glück hab ich einen guten Schlaf und komm über eine kurze Wachphase schnell wieder in den Schlaf. Das nahm er mir übel und reagierte mit schmerzvolle Hitze und Druckempfindlichkeit im Daumengelenk: “AAAUUUU” Das erste mal man ich den Daumen mit besorgtem Blick wahr. Und als das Gelenk bei einfachen Bewegungen zu springen begann, machte ich mir echte Sorgen um meinen Daumen und zog den Zehner aus der Geldbörse, um den Daumen meinem Hausarzt vorzustellen.

“Ab zum röntgen” empfahl er mir. Ich bin soweit, ich gehorche und lasse den Daumen vom Chirurgen röntgen. Nach kurzer Zeit lag das Ergebnis auf den Tisch und der Chirurg wertete aus. Mit Händen in den Hosentaschen kam er ins Behandlungszimmer, in dem ich schon seit gefühlten 2 Stunden auf ihn wartete. Ich sah wie eine  Kleinwüchsige auf dem Stuhl aus und der Arzt, noch immer mit den Händen in den Hosentaschen – fast über mir,  in seinem Rücken über seine linke Schulter blickend, die praktizierende Ärztin.

“Sie haben Sehnenscheidenentzündung” klärt er mich auf. “Ohh” staun ich als Antwort zurück. “Was kann man da machen?” frage ich und hoffe auf eine Tablettenkur, die die Entzündung wieder abklingen lässt. “Operieren” antwortet der Chirurg kurz und schmerzlos. “Oh mein Gott” reagiere ich erschrocken? “Kann man das nicht einfacher machen?” Ich hoffe auf Gnade. “Naja..ich kann ihnen eine Spritze geben und dann später noch mal eine, aber dann muss ich operieren” Also keine Gnade. “Überlegen sie sich, wie sie vor gehen wollen” “OK” “Gehen sie erst wieder zu ihrem Hausarzt, damit er ihnen erst mal Tabletten gegen die Entzündung verschreibt” “Ok” ich verabschiede mich und lasse den Chirurg mit dem Händen in den Hosentaschen hinter mir. Ob er nur die Hände zum operieren aus den Hosentaschen nimmt, werde ich wohl nicht erfahren.

Ich verabschiede mich und schlage gleich wieder bei meinem Hausarzt auf, kläre ihm über das Ergebnis der Röntgenuntersuchung und den Behandlungsvorstellungen des Chirurgen auf. Er lächelt undurchsichtig aber besänftigend. Ich fühle mich gleich etwas besser. Seine Augen sind mir zugewandt und er untersucht über tasten noch mal das schmerzvolle Gelenk und lässt sich die Beweglichkeit zeigen. Der entzündete Daumen kann sich noch bis zum kleinen Finger lehnen, ab und zu springt das Gelenk, aber die Beweglichkeit sich fast uneingeschränkt. “Wir behandeln erst mal mit Ruhigstellung und Kühlung” Er verschreibt mir ein Kühl Gel und lässt ein Verband anlegen, so das das Gelenk fixiert ist.

Erst mal kann ich dem Chirurgen den dicken Daumen zeigen und gehe erleichtert mit einen dicken Verband an Daumen und Handgelenk nach Haus.

LaWe

In den Wind geschrieben

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Lange-Weile - 16. Aug, 14:56
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