Freitag, 4. November 2011

Klangmantel

Im Rahmen meiner Ausbildung zum WellnessTrainer wurde uns auch viel über Klangschalen Therapie erzählt und damit mir uns ein Bild davon machen konnten, durfte sich jeder Teilnehmer von einem Klangmantel einhüllen lassen.

Dafür legte man sich ganz einfach auf den Boden und um einen herum wurden die mehrere Klangschalen aufgereiht. Für jeder Körperregion gab es bestimmt Klänge - von gant tiefen dumpfen bis zu ganz hohen Klängen. Mit einem Klöppel in der Hand saßen die anderen Teilnehmer der Gruppe um einen herum. Am Kopfende wurde die erst Schale beidseitig angeschlagen, dann folge die nächste und die nächste und die nächste und die nächste und immer beiseitig zur selben Zeit. Es brauchte nur ein Runden, dann fühlte man sich als Liegende wie in einem Mantel aus Klang eingehüllt. Obwohl dieses Experiment für jeden Teilnehmer nur ein paar Minuten dauerte, war der Eindruck doch so strak für mich, dass ich mich noch heut gern daran erinnere.

Winnie Rode - Klangschalenkonzert Baden-Baden from Rainbow Spirit on Vimeo.

LaWe

Mittwoch, 2. November 2011

mir wird schlecht…

..beim dem Gedanken, dass wieder ein Sexskandal die mediale Welt beherrschen wird,

Nach Kachelmann und Strauss-Kahn hab ich erst mal genug. In beiden Fällen war der mediale Krach extrem groß und das Vorgehen den Gerichts beispiellos hart und am Ende kam da nix raus.

Jetzt wartet die nächste Schlammschlacht auf uns. Sexskandale sind scheinbar ein geeignetes Mittel, um Menschen unschädlich zu machen. Zumindest vermute ich es bei Assange, der sich mit der Veröffentlichung genug  Feinde gemacht hat.

Ich werde – wenn der Rummel los geht – auf mediale Distanz gehen und hole mal wieder meine alten Märchenbücher raus.

LaWe

Dienstag, 1. November 2011

Masse Mensch

Vor ein paar Tagen sah ich einen Bericht im NTV über die Masse Mensch auf unserer Erde. Sie taten einfach mal s, als hätte die Anzahl der Menschen just im diesem Moment verdoppelt. Es dauertet dann auch nicht mehr lange, das ging  gar nicht mehr. Es gab nicht, was nicht knapp wurde. Zu wenig zu Essen, nicht ausreichend Wasser, zu wenig Wohnraum. kaum Strom und Armut, wohin das Auge schaut. Fast alles, was der Mensch zum leben braucht, wurde rationiert. Von Überfluss konnte man nur noch in Geschichtsbücher lesen.

Gestern ging die Nachricht durch die Medien, der 7 Milliardste Mensch kam auf die Welt. Ein kleines Mädchen auf den Philippinen bekam die symbolische Zahl vom 7 Milliarden. Und die Bevölkerung wächst weiter und wird älter und alle wollen Essen, trinken und leben…lange leben…ich auch.

Das Szenario des Beitrages von NTV kann Realität werden.

Wohin wächst die Welt ?

Oder wird die Welt auf chinesische Erfahrungen zurück greifen?

LaWe

Mittwoch, 26. Oktober 2011

bunt ist das leben

Die Ferien in MeckPom sind vorbei. Die Kinder versammeln sich wieder vor der Sporthalle, die Lust darauf haben, Sport zumachen. Einige von ihnen sind noch zu klein, um allein vom Hort zur Sporthalle zu gehen. Deshalb holen wir Trainer sie ab. So kommt es, dass ich an den Trainingstagen mit einem Pulk Kinder durch die Stadt.

Vielleicht ist deshalb die Bindung zu den Kindern etwas inniger, als zu anderen Kindern. Geh ich durch Groß Klein ruft es von jeder Ecke “Hallo Frau H….” und Kinderhände winken mir zu.  Ein bisschen geschmeichelt winke ich den Kleinen zurück oder wechsel ein paar Worte mit ihnen, wenn ich nah genug dran bin.

Mit einem kleinen Mädchen hab ich einen besonders langen Weg zur Sporthalle. Das ist eine gute Zeit zum erzählen. Die Kleine ist nicht viel größer als ihre Schultasche und doch voller Leben. Als zwei Jungs an uns vorbei radelten, warf sie einem von den beiden einen liebevollen Blick zu. “Kennst du den"? “ frag ich sie. “Jaa….und ich mag ihn. Manchmal will ich ihn auch drücken, doch dann läuft er weg” beklagt sie sich. “Mag er das denn nicht?” frag ich sie. “Ich glaub schon. Aber er schämt sich” schätzt die Kleine ein. Dann macht sie einen Schwenk und erzählt mir was von Russen, die sich nicht mag. “Aber warum magst du sie nicht” fragt ich und hoffe auf einen Einblick in ihre Einschätzung. “Sie sprechen deutsch aber sind nicht in echt deutsch. das mag ich nicht” “Was sind denn überhaupt Russen?” frag ich sie. “Na die kommen aus England vom Eifelturm in Paris” Aha…alles klar.“Stell dir mal vor, du lebst in England und sprichst deutsch. was würdest du sagen wenn die anderen dich deshalb nicht mögen?” Das fand die Kleine nicht gut und sie wäre traurig, sagte sie mir. “Ja..so traurig werden sicher auch die Russen sein” versuche ich ihr einen Zusammenhang herzustellen.

Die Trainingsstunde beginnt und die Kleinen laufen durch die Halle wie der Wind. Die Ferienwoche hat sich schon bemerkbar gemacht – sie schnaufen nach kurzer Zeit doch genau so schnell haben sie sich erholt.

Ich entscheide mich fürs Lauftraining. Grade auslaufen ist immer ein gutes Mittel, wenn die kleinen im Kopf etwas quirlig sind.

“DU bist mein Hilfstrainer” lege ich fest. Sie ist 8 Jahre und schon 4 Jahre in der Gruppe,d.h. sie ist am längsten dabei. Weil mein Co-Trainer nicht da ist, ich ein Hilfstrainer aus der Gruppe sinnvoll. Sie freut sich, dass sie diese Aufgabe bekommt. Die Kleine war in den letzten Wochen traurig und wütend zu gleich. So nebenbei erfuhr ich, dass ihre Eltern sich trennten und der Vater die Wohnung verlassen hat. Die Kleine kam wegen jeder kleinen Beule zu mir und wollte behandelt werden. Für keins der anderen Kinder hab ich so viele Trostpflaster verbraucht. Ich glaube, die meisten Pflaster, die sie von mir bekam, war für ihre kleine Seele.

Die Kleine unterstützt mich zuverlässig und so kann ich störungsfrei mein Trainingsprogramm abarbeiten. Deshalb ist noch Zeit, für freie Spielzeit. Diese lieben die Kinder über alles. Grüppchenweise verziehen sie sich in alle Ecken der Halle und spielen mit allem, was die Sporthalle zu bieten hat. Die Kinder spielen und ich räume die schweren Hocker beiseite, als plötzlich ein Vater in der Hale steht. Er fragte mich, ob er den Beitrag für seine Tochter in bar oder per Überweisung zahlen sollte. Er wäre der Vater von S. – meiner Hilfstrainerin - . Als die Kleine ihren Papa sieht, tönte ihr Freudenschrei durch die Halle. “Paaaaaaapppaaaaaaa” lief sie ihm entgegen. Die herzliche Begrüßung zog sich über ein paar Minuten hin. Die Kleine holte ein Buch und setze sich mit ihrem Vater in die Ecke und las ihn daraus vor, während sie anderen Kinder weiter mit ihrem Spiel beschäftig waren.

“10 9 8 7 6....mein Count-down zum Abschluss der Stunde töne ich laut durch die Halle. Diese Zeit nutzen die Kinder, um die Halle wieder aufzuräumen und sich zur Verabschiedung zu versammeln.

“Gucken sie mal, Frau H..” Meine kleine Hilfstrainerin lässt sich von ihrem Vater durch die Luft wirbeln. Ich kenne den Vater schon vor der Trennung, doch seine Verletzlichkeit sah ich erst jetzt.

Ich verabschiede die Kinder und schicke alle aus der Halle – die Handballern stehen schon in der Tür.

Damit die Kinder in der Umkleide im erzählen nicht stecken bleiben, treiben wir Trainer sie immer ein wenig an, d.h. wir schauen alle paar Minuten in die Umkleide. Die Kleine hat ihren Vater noch mit in die Umkleide genommen und verlies überglücklich mit ihrem Papa die Halle.

An diesem Tag brauchte sie kein Trostpflaster von mir und die neu gekaufte Packung blieb für diesem Tag ungeöffnet.

 

Fasching in der Sporthalle

LaWe

Montag, 24. Oktober 2011

Buschmensch

In meinem früheren Leben muss ich ein Buschmensch gewesen sein, denn immer wenn ich solche Rhythmen höre, wippt mein Körper automatisch mit.

Und wenn ich solche Musik höre, bin ich außer Stande, das Radio aus zumachen. Ich MUSS es hören.

LaWe

Samstag, 22. Oktober 2011

wofür schlägt mein Herz ?

Heut hab ich es mal mit dem Nacktyoga versucht. Der Sonnengruß steht schon seid Tagen auf meinem Programm, sozusagen als Workout für den Start in den Tag. Und es fühlte sich besser an, als ich dacht. Keine störenden Klamotten mehr und nur die eigene Haut, die man in den unterschiedlichen Haltungen berührt. Ein wohliges Gefühl sogar, sich selber während der Yogahaltungen nah zu sein.

Nacktyoga wird ja praktiziert, um das Herz zu öffnen und das kann in der Tat ein Weg sein, sein eigenes Herz wieder zu spüren. Nicht nur, dass es schlägt und wie es schlägt, sondern auch für wen oder was es schlägt. Und darin verlor ich mich in der Vergangenheit mehr als einmal.

Um das nötige Geld ins Hau zu bringen, machte ich Jobs, die mir innerlich gegen den Strich gingen. Um diesen Widerstand zu überwinden, redete ich mir ein, dass mein Herz voll und ganz für das Geld aufgeht, was ich dann mit nach Hause brächte. Das war wirklich ein Kraftakt, diesen inneren Widerstand gegen den Job mit einer Programmüberschreibung meine wahre Natur zu täuschen. Dafür wendete ich schon allein mehr als 50 % meiner Energie auf. Der Rest meiner Energie reichte nicht, den Job zu meiner Zufriedenheit auszuführen. Was der Arbeitgeber darüber dachte, konnte ich nur erahnen.

Ich musste mit den Jahren feststellen, dass mein Herz nicht für´s Geld schlägt und ich auch schon in der Vergangenheit eine “sichere Bank” ausschlug, wenn der Job mit etwas abverlangt, was gegen meine Natur ist. Ich bin eben sozial veranlagt und dafür schlägt mein Herz.

Mal sehen, welchen Gedankengänge das Nacktyoga in mir noch frei setzt. Eine Betrachtung, wie ich sie eben beschrieben habe, hatte ich zwar schon in meinem Hinterkopf, aber noch nie sortiert niedergeschrieben.

LaWe

 

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Überfall

Ohne emotionale Erregung schossen mir gestern einfach so die Tränen in die Auge. Ich war allein und mit dem Haushalt beschäftigt. Da können alle Gedanken sich ausbreiten und manchmal halte ich mich bei dem einen oder anderen etwas länger auf. Ein Gedanke davon war das Geburtsgasdatum – sechzehnter Oktober – meiner Schwester. “Heute hätte Schwesterherz Geburtstag gehabt”, ging es mir an dem Tag durch den Kopf. Dieser Gedanke kam mir mehrmals am Tag in den Kopf. “Heute hätte Schwesterherz Geburtstag gehabt”

Ich weiß nicht, viele Jahre zuvor ich mitte Oktober meine Koffer packte, um wieder in meine alte Heimat, der Insel Rügen, zu fahren. Dort bin ich aufgewachsen und der Rest meiner Familie verbrachte ihr ganzes Leben dort, wie auch meine ältere Schwester. Am 16. Oktober hatte sie Geburtstag und das war immer ein Anlass für mich , wieder mal die alte Heimat aufzusuchen. Ich erinnere mich an schöne Geburtstagsfeiern in ihrem Haus. Ihr Geburtstagstisch  war mit Liebe gebackenem Kuchen und ihren Sammeltassen eingedeckt. Die Geburtstagsrunde war groß – Verwandte, Kinder und Enkelkinder, Bekannte und Freunde. Rundherum ein Tag zum Wohlfühlen. Bei meiner Schwester fühlte ich mich immer geborgen, auch wenn ihr Mann mitunter knurrig war und nur mit einen angemessenen Alkoholpegel im Blut ausgelassen sein konnte.

Das warmherzige Wesen meiner Schwester war ein Schutzschild für ihre ganze Familie.

Doch dann kam der Donnerschlag, in ihr Leben, in das Leben ihrer Familie, in unsere Leben. Die Diagnose Plasmozytom sagte mir erst mal gar nichts. Nach dem nächtliche Telefonat mit meiner jüngeren Schwester  - sie ist Krankenschwester – blieb kein Zweifel offen, eine tödliche Krankheit hat meine Schwester heimgesucht. Gemeinsam kämpften wir 3 Jahre mit aller Kraft um ihr Leben.

Das erste mal in meinem Leben musste ich hilflos mit ansehen, wie grausam das Leben sein kann. Getragen von der Hoffnung auf Heilung hielt ich jeden Tag mit meine Schwester durch, doch im Hinterkopf sah ich keine Gnade für meine Schwester. Die Krankheit schlug mit all ihrer Grausamkeit zu. Ich fühlte mich wie in einer Starre, die mir dem letzten Halt gab, um nicht vor den Augen meiner Schwester in Tränen auszubrechen. Während ich meinen inneren Aufschrei mit aller Kraft unterdrückte, lächelte mich aus ihren geschundenen Körper immer noch ihre Warmherzigkeit an. Damals hatte sie kaum noch die Kraft, sich allein in Bett zu legen. Ich legte sie wie ein Kind zu Bett. Kaum hatte ich die Tür hinter mir geschlossen, brach ich ihn Tränen aus.

All die erschütternden Erlebnisse während ihre Krankheit stapelten sich als grausiges Szenario in meinen Kopf, er drohte zu zerplatzen. Unter diesem Druck träumte ich vom Zerfall des Körpers einer Frau.

War das eine Vorahnung?

Es war eine Vorahnung, über die ich mit niemanden sprechend konnte, nicht mal mit mir selbst. Ich wollte das herannahende Unheil nicht akzeptieren, doch mein Traum sagte mir etwas anderes. Kurze Zeit später traf meiner Schwester der Schlag und sie nahm “Dank” dieses Ereignisses ihr wahres Dasein nicht mehr als Gefahr wahr. 4 Wochen später bekam sie während der Dialyse einen Krampfanfall und konnte nicht mehr an die Dialyse angeschlossen werden. Ihr Körper hatte entschieden und weigerte sich gegen jede weiter Behandlung. Er wollte nicht mehr und sie konnte Kraft ihres Geistes auch nicht mehr. Die letzten Tage waren gezählt.

Es ist schon komisch, während wir – ihre Angehörigen – verzweifelt um sie kämpften, nach diesem Ereignis entstand eine Ruhe, die schon unheimlich war. Alle wie wir waren, wir haben uns dem Schicksal gefügt. Es gab nichts mehr, was wir hätten tun können – eine unheimliche Ruhe nach einem starken Sturm.

Nach ihrem Tod schlugen alle die grausigen Eindrücke, die ich während ihrer Pflege hatten mit aller Macht zu. Egal wo ich war, in Räumen, auf der Straße oder im Bett – als Zufluchtsstätte – all die verdrängten Bilder liefen vor meinem inneren Auge wie ein böser Film ab. Ich war gezwungen, die über Jahre verdrängten Bilder unverblümt ansehen und kaum noch in der Lage, Menschen von außen wahrzunehmen. Ich ging an ihnen vorbei, als wäre niemand da.

Gestern überfiel mich die Trauer um meine Schwester noch einmal mit aller Macht. Nach 5 Jahren – so glaubte ich – hätte ich die Trauerarbeit abgeschlossen. Doch dem war nicht so. Noch einmal schlagen alles grausigen Ereignisse während ihren Krankheitsverlauf zu und die Verzweiflung von damals treibt mir Tränen in die Augen, die wie ein kleiner Wasserfall an den Wangen abfließen.

Mit ihrem Tod hat sich im Leben ihrer Familie sehr viel geändert.

Ihr Mann ertrug das allein sein und den Druck seiner und der Trauer seiner Kinder nicht und nahm sich nach einen guten Jahr eine Neue, die an die Stelle seiner verstorbenen Frau treten sollte. Die jedoch wollte den neuen Mann mit Eigenheim für sich allein haben und auch nicht mit den 2 Kindern teilen. So nahm er als erste Amtshandlung seinen Kindern den Schlüssel zum Elternhaus weg, versperrte seinem Sohn und seiner Familie, der im Kellergeschoss sich eine Wohnung ausbaute, mit einer Kette den sonst offenen Durchgang zwischen Erd- und Kellergeschoss. Der Sohn baute sich aus Verzweiflung ein eigenes Haus. Eine für ihn Fremde zerlegte die Erinnerung an seine Mutter zu Kleinholz. Ja…er fand sogar seine Kinderbilder in der Mülltonne.

Mit dem Tod ihrer Mutter verloren die Kinder auch ihren Vater, denn er konnte den Spagat zwischen neuer Frau und seiner alten Familie nicht bewältigen.

Meine begrüßende Hand lehnte mein Schwager bei unserer letzten Begegnung ab. Ich stand mit offener Hand vor ihn und er zog seine nicht aus der Tasche. Da ich ihn schon aus der Schulzeit kenne, sah ich den hilflosen Jungen vor mir, der bei jeder Erschütterung im Leben einen Zug aus der Flasche nahm. Sein schlechtes Gewissen mir gegen über – der Schwester seiner Frau -  hat auch ihn erstarren lassen.

LaWe

In den Wind geschrieben

hat Tränen aus dem Haus getrieben

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Lange-Weile - 16. Aug, 14:56
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