Mittwoch, 26. Mai 2010
Mittwoch, 19. Mai 2010
Glückspilz
“Diese Nummer können sie anrufen, wenn es mal ein Problem gibt” sagt die Chefin des Hauses, als sie mir die Schlüssel übergibt. Sie diktiert mir die Nummer in die Feder und ich schriebe sie in mein kleines Notizheft. Mit der Übergabe von zwei Schlüsseln darf ich auch als letzte das Haus verlassen und nach mir das Gebäude scharf schließen. Ich bekomme mit den Schlüsseln ein Stückchen Freiraum und kann mit den Frauen der Yoga-Gruppe etwas über die Zeit arbeiten. Seid dem schließ ich am Dienstag Abend das Gebäude scharf und damit haben die Einbrecher ein schweres Los.
Aber heut lies sich das Gebäude nicht wie gewohnt scharf schließen. So musste ich nach Monaten die Notfall-Nummer nutzen. Mit den Handy ist es heut ja eine schnelle Sache und die Hilfe schnell vor Ort. “Bin in 5 Minuten da” antwortet eine nette Stimme auf meinen Hilferuf am Telefon.
Nach 5 Minuten kommt der Helfer in der Not in Hauslatschen. Die Schlüsselbänder in seiner Hand schwingen mit seinen Schritten. So grau meliert wie seine Haare sieht auch seine Hausgarderobe aus, irgendwie zu scharf gewaschen. Mit einen freundlichen Lächeln kommt er auf mich zu. “Da haben sie aber Glück gehabt, dass sie mich noch erreicht haben. In 5 Minuten wäre ich im Bett gewesen. Ich bin heut ja soo kaputt” Da war ich aber froh, dass ich heut im Unglück doch noch Glück hatte. Er prüft meine Aussage, dass sich das Gebäude nicht scharf schließen lässt. Gespannt warte ich auf das Ergebnis seiner Untersuchung. Vielleicht hab ich mich heut ja auch dumm angestellt. Erleichtert nehme ich zur Kenntnis. dass etwas nicht stimmt.
“Na, da kommen sie mal mit”. Er zeigt mir die Nebenräume der Nebenräume und die Schaltstelle der Anlage. “Wenn ihnen das noch mal passiert, dass machen sie so …und dann so…und dann so …und dann so. Und wenn das hier blinkt, dann wissen sie, was nicht ganz rund läuft” Ich höre zu und sehe nur Blink hier und Blink da und Blink da. Doch wer und was und wo es zu erst und dann danach blinken soll, hab ich schon vergessen, bevor er seine Vorführung beendet hat. Mit dem Blink Blink hat er den Fehler gefunden und geregelt und die Anlange ist wieder in Takt, dass Haus kann ordnungsgemäß verschlossen werden kann.
Redseelig geht er den selben Weg wie ich nach Haus. “Ich hab vier Kinder und bin alleinerziehend, Was denken sie, was da los ist” klagt er sein Leid. Dann sprudelt wer weiter und weiter.
“Die Mädels zicken ganz schön rum. Sie sind 13 und 10 und 8. Jahre. Gestern war Muttertag, da war es ein bisschen ruhig” Kinder Kinder, was hat der Mann viele Kinder. Und dann noch allein.
“Vier Kinder leben ja noch bei mir, die anderen 3 sind schon außer Haus.” erzählt er so beiläufig. Ich rechne mal kurz durch – 4 + 3 = 7 ..also hat er sieben Kinder. Wo sind die Mütter oder die Mutter? Die werden in seinem Redefluss nur als Muttertag erwähnt. “Können sie sich vorstellen, wie anstrengend es ist, mit den Kindern einkaufen zu gehen?” Sein Gesichtsausdruck spiegelt das Leid eines Mannes wieder, der von der Familie durch die Kaufhäuser geschleppt wird. Ich würde ihm ja eine Antwort geben, doch dazu komme ich nicht.
“Die Große hat ja auch schon ein Kind und ich bin ein richtiger echter Opa” Seine große Familie wächst schon in Seitensprossen weiter.
“Fast alles nur Mädchen, nur 2 Jungs sind dabei. Da können sie sich vorstellen, was das für ein Gezicke ist” “Die Mädchen lernen dabei wirklich was für Leben” Mit dem Satz nimmt er eine bildliche Vorstellung vorweg, die sich grad vor meinem geistigen Auge aufbaute. Ich sah eine Schar Welpen, die sich über einen Hof balgen um sich im Sozialverhalten fürs Leben zu üben.
“Ich stehe um 5 Uhr auf und koche für die Kinder Mittag vor. Dann gehe ich zur Arbeit und wenn ich abends nach Haus komme, hab ich manchmal keine Kraft mehr.” Das kann ich gut nachvollziehen, denn ich war auch alleinerziehend und fühlte mich nach einem 8 Stundentag ausberannt.
“Aber bald ist wieder Muttertag und die Kinder sind außer Haus. Dann lege ich aber meine Beine hoch und schau mir ein Fußballspiel an. Und wenn ich 60 Bin, dann sind sie groß und außer Haus. So, hier wohne ich.”
Er bleibt vor eine Haustür stehen und verabschiedet sich. “Einen schönen Abend noch” wir verabschieden uns
LaWe
Mittwoch, 12. Mai 2010
einer nach dem anderen
Sein lautes Getöse ist im ganzen Treppenhaus zu hören. Mit metallischem Klappern und lautem Stöhnen erklimmt er die 8 Stufen, die zu seiner Wohnung führen. Wir begegnen uns auf dieser kurzen Strecke. Doch ich muss warten, bis er die 8 Stufen überwunden hat. Sein Rollator nimmt die ganze Treppenbreite ein.
Er, dass ich mein Nachbar, der in seinen jungen Jahren seiner Statur nach ein Kerl wie ein Baum war. Groß und stattlich muss er gewesen sein und voller Kraft.
Besorgt sehe ich seinem mühevollen Aufstieg zu. Seiner körperlichen Anstrengung nach macht es den Eindruck, als bewege er sich schon in der Todeszone auf dem Mount Everest. “Kann ich ihnen helfen ?” frag ich. Vielleicht kann ich ihm den Rollator abnehmen, den er mühevoll von Stufe zu Stufe noch oben vor sich her hebt. “Nein, das geht schon so. Ich hab mich damit schon eingespielt” “Ist in Ordnung” antworte ich und bleibt an meiner Wohnungstür stehen. Es sind ja nur noch 3 Stufen, die er erklimmen muss. Dann hat er den beschwerlichen Aufstieg von 8 Stufen hinter sich.
“Wir sind ja nicht mehr lange hier” erzählt er mir unter schnaufen weiter. “Wollen sie wegziehen ?” frag ich nach. Dabei fällt mir ein, dass ich ihn und seine Frau in den letzten Wochen eher selten sah. “Wie gehen ins Pflegeheim. Die Frau ist schon da und ich ziehe im Juli nach” Ein bisschen traurig nehme ich seine neue Botschaft auf. Seit vielen Jahren leben wir Tür an Tür. Er nahm meine Päckchen an und ich nahm seine Päckchen an. Für einen “Guten Tag” und “Guten Weg” hatten wir immer nette Worte übrig. Wenn es was zu meckern gab – laute Musik von Sohnemann z.B - dann teilte er mir es in einem höflichen Ton mit, auch wenn er in seinem privaten Raum eher aufbrausend war.
“Wo wollen sie denn hinziehen?” frage ich nach, um das Gespräch nicht einfach zu beenden. “Wir bleiben hier im Wohngebiet” antwortete er. “Das Altenheim gegenüber” “Das ja super, dann ist es ja noch wie zu Hause” Das Alten- und Pflegeheim ist gleich um die Ecke und fast auf Sichtweite zur jetzigen Wohnung. “Na, dann grüßen sie ihre Frau von mir” bitte ich ihm. Als wir uns nach dem kurzen Wortwechsel verabschieden, verschwindet er in seiner Noch- Wohnung.
Erst im nachhinein lief unsere Nachbarschaft mir noch einmal an meinem geistigen Auge vorbei. Als sie hier einzogen, waren beide noch gut zu Fuß, wenn auch wegen der Körperfülle eher etwas schwerfällig. Vor zwei Jahren stand spät am Abend der Krankenwagen vor der Tür und nahm die Frau mit. Sie stöhnte vor Schmerzen, als man sie in den Krankenwagen schob. Mir tat das in der Seele weh. Später erzählte mir der Mann, seine Frau bekommt ein neues Hüftgelenk, sie hätte es sich neulig Abend gebrochen. Und schon bald war sie wieder zu Haus. Sie ging am Stock, doch schaffte sie den Weg zum Auto gut und ohne die Stütze ihres Mannes.
Seid dem letzten Jahr sehe ich ihn mit einem Rollator vor sich er schiebend das erst mal. Er brauchte nun auch eine Gehhilfe. Seine dickliche Körperstatur schein auch zu schrumpfen.
Vor wenigen Wochen kamen sie mir beide zu Fuß entgehen. Das war ungewöhnlich, denn sonst gingen sie nur zu ihrem Auto und den Rest ihre Bewegung erledigte der Wagen. Für einen Moment nahm ich ihre Hilflosigkeit wahr. Früher ging er immer vorweg und sie lief ihm nach. Diesmal sah ihr Erscheinungsbild anders aus. Sie gingen eng aneinander geschmiegt. Sie stütze ich sich auf ihre Gehstöcke und er auf seinen Rollator. So eng hatte ich die beiden noch nie beieinander gesehen. Sie kamen aus der Richtung, in der das Altenheim liegt. Es liegt ja nur um die Ecke auf der anderen Straßenseite.
Nun ist ihre Wohnung kaum noch belebt. Nur ab und zu sehe ich eine Fremde aus der Wohnung kommen. Mal hat sie ein Kissen unter dem Arm und ein anderes mal ein Decke. Wahrscheinlich holt sie ein paar persönliche Gegenstände für das alte Ehepaar, dass über die Jahre so eng zusammengewachsen war.
LaWe
Freitag, 7. Mai 2010
der Himmel brennt
Die Aufnahmen machte ich am letzten Freitag. Der Abendhimmel schien unnatürlich rot, als ich mit Sohnemann vom Einkaufen zurück kam.
So muß die Welt aussehen, kurz bevor sie untergeht.
Bilder erfassen zum Glück nur den Sonnenuntergang, der wegen der Aschewolke eine besondere Färbung annahm.
LaWE
abgebrochene Begegnung im Gewölbe
Gestern früh kurz vor dem Aufstehen versank ich noch einmal in einen kurzen und intensiven Traum. Er war wieder von der bekannten und intensiven Deutlichkeit, dass ich ihn für mich als Botschaft nutzen konnte.
Während mein Bewusstsein sich tagsüber mit einem Problem auseinander setzt, reagiert mein Unterbewusstsein im Hintergrund auf seine Weise und bietet mir über einen intensiven Traum Lösungen an und zeigt mir innere Zustände auf.
- In diesem Traum hatte ich nach langer Zeit wieder eine Begegnung mit meiner verstorbenen Mutter und meiner verstorbenen Schwester. Sie leben ihr Leben im Jenseits in den Gewölben auf einem Bahnhofsgelände. Wir saßen wie in alten Zeit zusammen und plauderten über alles, was uns in den Sinn kam. Schließlich haben wir uns lange nicht gesehen und es gab vieles, über dass wir uns austauschen wollten. Ich nahm genüsslich die wohlige Wärme und Behaglichkeit der familiären Atmosphäre als Schutzblase wahr.
- Doch es gab noch etwas Unaufschiebbares was ich zu erledigen hatte. Deshalb verlies ich den familiären Kreis wieder und das Bahnhofsgebäude, um anschließend wieder zurück zu kehren. Schon lange hatte ich die alte und vertraute familiäre Wärme vermisst und wollte so viel wie möglich noch einmal in mir aufsaugen.
- Auf dem Bahnhofsgelände hielten sich keine weiteren Menschen auf. Gähnenden Leere überall, wohin ich auch sah. Zu meinem Erstaunen wunderte es mich nicht. Ein Bahnhof ohne Menschen gibt es nicht, es sei denn, der Bahnhof ist im Bau oder Umbau.
- Ich lief durch die leeren Gewölbe und nach oben zum Außenbereich des Bahnhofs. Dort erledigte, was so dringend anstand. Doch was es so wichtiges gab, dass ich deshalb meinen geliebten verstorbenen Angehörigen verlassen musste, sah ich im Traum nicht.
- Nachdem ich alles erledigt hatte, wollte ich schnell wieder zu ihnen zurück kehren. Doch ich fand den Eingang zum Bahnhof nicht mehr. Immer wenn ich vor einem Eingang stand, war von ihm nur noch Schutthaufen geblieben. Ich lief von einem Eingang zum anderen. Aber was ich fand, waren nur noch zerstörte Eingänge, die ich wegen der Absperrzäume und den Schutthaufen nicht mehr passieren konnte. Aufgeregt irrte ich wieder und wieder um das Bahnhofsgebäude. Die Sehnsucht nach meinen Angehörigen ließ meine Suche nach einen funktionierenden Eingang nicht aufgeben.
- Zeitweise war ich mir gar nicht mehr sicher, ob ich das Bahnhofsgelände nicht schon verlassen hatte und mich in der anliegenden Stadt vielleicht verirrt hatte. Die abgerissenen Eingänge zum Bahnhof veränderten das Gesamtbild der Stadt. Hab ich mich vielleicht tief in der Stadt wie in einem Dschungel verirrt ?
- Aber zum Glück fand ich endlich einen funktionierenden Eingang in den Bahnhof. Es war der Rest von einer Treppe. Sie führte nach unten in die Gewölbe. Ich konnte die Gewölbe von oben sehen und steig die Treppe ab, die wie eine Wendeltreppe an die Wand geklebt war. Ohne dass ich es im Vorfeld mit dem bloßen Auge erkennen konnte endete die Treppe einfach so. Es gab keine Stufen mehr, die an der Wand befestigt waren. Erst mehrere Etagen tiefer war die Treppe wieder funktionstüchtig.
- Ich hätte mich in die Tiefe stürzen müssen, wenn ich wieder zu meinen geliebten und leider schon verstorbenen Angehörigen kommen wollte. Meine Sehnsucht nach ihnen war groß, sehr groß und das Verlangen nach der wohligen familiären Wärme von damals ebenfalls, dass ich den Sturz in die Tiefe gedanklich in Erwägung zog. Mit den Gedanken im Hintergrund, sah ich statt der Gewölbe im Schacht nur tiefe schwarze Leere.
- Meine Angehörigen waren aber so guter Dinge und frei von allen irdischen Zwängen. Ich wäre noch gern in ihrer Nähe geblieben, vielleicht sogar für immer. Mit dem Sprung in die Tiefe hätte ich mich mit einem Schlag von all den irdischen Sorgen befreit und ein unbelastetes Leben mit meinen Angehörigen für ewig geführt.
- Aber vielleicht wollten sie, dass ich mich weiter meinen irdischen Problemen stelle und sie mir den Sturz in die Tiefe nur mit einem endlos tiefen und dunklen Schacht vor Augen führten. Und wer weiß, vielleicht ist das auch nicht der richtige Eingang zum Bahnhofsgewölbe, in dem sich meine verstorbenen und geliebten Angehörigen zurück gezogen haben.
- Mit der Sehnsucht im Herzen verzichtete ich auf meinen Sturz in die Tiefe und ging wieder in die Stadt zurück, die wegen der Umbauten mir fremd vorkam und mir auch das heimische Gefühl nahm.
Das letzte dumpfe Gefühl brachte mich aus dem Schlaf und dem Traum und ich fand mich in meinem warmen Bett wieder. Mit unter er Bettdecke fand sich das wohlige Gefühl wieder, dass ich, wenn auch nur kurz, noch einmal traumhafte Begegnung mit meinen geliebten Angehörigen hatte.
Vielleicht gibt mir diese Begegnung genügend Wärme für den Tag, der mir bevor stand und die Wärme wird auch noch für viele andere Tage reichen. Vielleicht wollten sie mir aus dem Jenseits eine Botschaft zukommen lassen und mich auf diese Weise zum Durchhalten ermuntern.
LaWe
Dienstag, 4. Mai 2010
der Spatz von Rostock
und ich komm kaum hinterher. Irgendwie ist es immer viel zu spät geworden. Aber ich wußte es ja...im Sommer steht sie mir immer im Nacken, denn die gefühlte Zeit ist eben doch eine Stunde später.
Doch heut reichte sie noch um auf einen Kommentar zu antworten, diesen kleinen Eintrag als Lebenszeichen zu hinterlassen und dem Spatz von Rostock einen würdigen Platz in meinem Layout anzubieten.
Dieser hier duldete meine Kamera und machte sich nur zu Fuß aus dem Staub. Sicher, weil er den kleinen Wurm in seinem Schnabel durch eine hektische Flucht nicht aus dem Schnabel verlieren wollte.
Ich mag die possierlichen Vögel. Kess und Frech erobern sie sich einen Platz neben den Menschen und lesen alles freßbare auf, was wir Menschen auf dem Tisch zurück lassen oder unter den Tisch fallen lassen.
Wenn die kleinen Spatzen sich in Scharen über die Tische der Straßenkaffees hermachen, dann erhalten sie fast immer einen freudlichen Blick von mir und einen Knips mit meiner alten Kamera
LaWe
Mittwoch, 28. April 2010
Mondnacht
Was meine Kamera so her gibt, wollte ich gestern Nacht mal wieder wissen. Denn als ich mich gestern zu Bett legen wollte, schien der fast volle Mond mir mitten ins Gesicht. Er hing genau über meinen Fenster und lies etwas Mondscheinromantik bei mir aufkommen.
Also rollte ich mich noch mal aus den Federn und testete die Nachtbildoption meiner Kamera.
Mit einen Klick bekam ich dieses Bild.
Die Spitze einer Baumkrone ist noch zu erkennen.
Für mein nächstes Bild lag sie Kamera nicht so ruhig in meiner Hand.
Der Wackler lässt den Vollmond wie eine von Himmel fallendes Ufo erscheinen.
Wider erwarten hab ich die Nacht trotz Vollmondlicht in meinem Zimmer gut geschlafen und sie mit Tiefschlaf und Träumen verbracht.
LaWe
Montag, 26. April 2010
der Tag danach
Noch einmal von der Neugier angetrieben, schlich ich heut Vormittag um den gelöschten Brandherd.
Das war mal der “Eurostar” . Damit kann ein Autohalter bestimmt etwas anfangen. Das große Tor liegt extrem überdehnt und zerrissen auf dem Boden.
Jetzt begebe ich mich mal auf den glitschigen Boden der Spekulation und nehme mal an, dass das dumpfe Explosionsgeräusch das Tor war, was wegen der Feuers auseinander geflogen war.
Das wird noch ein Rätselraten für die Mitarbeiter des Unternehmens – Sabotage oder Fahrlässigkeit oder einfach nur ein blankes Kabel, was diesen Schaden verursachte.
LaWe
Feuer in der Nacht
“Vielleicht hab ich auch zu viele Filme gesehen” dachte ich mir, als es gestern Abend kurz vor Mitternacht gleich mehrmals krachte. Aber irgend wie hörte es sich nicht wie ein herunter gefallenes großes Blech an, was in der Nacht besonders laut scheppert, sondern es hörte sich wie eine Detonation an mit einer starken Verpuffung an. Und diesen feinen Unterschied konnte ich machen, obwohl mein Fenster geschlossen war und Straßenlärm so gut wie gar nicht durch lässt. Irgendwie beschlich mich das unbehagliche Gefühl, dass bei der nächsten Detonation meine Wohnung gleich mit verpufft, so nah schien der Vorfall gewesen zu sein
Nach der darauf folgenden Stille hörte ich die ersten Sirenen heulen – eine nach der anderen. Jetzt konnte ich meine Neugier nicht mehr im Zaume halten und musste mir Klarheit verschaffen, was fast vor meiner Tür geschehen war. Erst mal fragte ich Sohnemann, der schon mit einem Freund darüber per Telefon darüber gesprochen hatte. Er lag schon im Bett und in seinem Zimmer stank es nach verbrannten Reifen.
“Was hast du denn heut schon wieder geraucht?” da kam die Erzieherin bei mir durch. Klar, dass Sohnemann keine Reifen raucht, doch eingefahrene Mechanismen wirken manchmal über die Neugier hinaus. “Der Gestank kommt von draußen” klar, das muss Qualm sein, der in seinem Zimmer stand. Dann ist es doch fast vor unserer Tür passiert. “Mi… meint, da ist vor der Tanke was explodiert” oh…shit, fliegen wir nun doch noch in die Luft?
Ich lehne mich aus dem Fenster und sehe schon das Feuer. Es liegt am Boden und züngelt sich ein paar Meter in die Luft.
Und um das Feuer und darüber hinaus überall Blink Blink von Polizei- und Feuerwehrautos.
Es schien sich um mehrere Feuerstellen zu handeln, denn die großen Bodenflammen konnte ich schon vom Fenster aussehen und dort ist das Gebäude vom Ortsamt. Doch auch auf der großen Kreuzung zur Autobahn war viel Blink Blink zu sehen.
Nun konnte mich nicht mehr in der Wohnung halten und schleppte Sohnemann mit, um die scheinbar unsichere Gegend um uns herum zu erkunden. Mit Knurren zog er mit, aber allein wollte ich mich auch nicht auf Straße um Mitternacht wagen.
Der erste Feuerstelle schein ein brennender Reifen oder eine brennende Mülltonne zu sein, denn sie lag tief am Boden und war 50 Meter vom Hauptbrand entfernt.
Mit der Nachtaufnahme Funktion ergab das “kleine Feuer” mit den 3 Feuerwehrmännern dies bizarre Bild.
Während Sohnemann und ich rätselten, was das wohl sein könnte, ging ein Feuerwehrmann an uns vorbei. “Das ist noch gar nichts. Dahinten brennen Autos” sagte er im Vorbeigehen zu uns. Wir erkundeten weiter die Gegend und gingen nur ein paar Meter hinter das Ortsamt zur Straße. Gleich dahinter, nur auf der anderen Straßenseite zwischen Supermarkt, Zockerbude und Autohäusern ging es erst richtig zur Sache. Feuerlöschzüge so weit ich sehen konnte, jedoch kein Feuer mehr. Es war schon unter Kontrolle gebracht.
Gebrannt hat ein Reifenhaus und so lies sich auch der Gestank, der in der Luft lag, erklären. Auf der anderen Seite des brennenden Reifenhauses, denn es schleißt daran auch eine Straße an, liegt eine Tankstelle und wenn die Feuer gefangen hätte, wer weiß, vielleicht wäre dann doch noch meine Wohnung um die Ohren geflogen ?
Rätselhaft für mich bleibt, warum der winzig kleine Scheiterhaufen – denn mehr war er nach dem Löschen nicht – ca. 50 Meter vom Brandherd lichterloh brannte.
