Mittwoch, 26. April 2006

Fossilen vergessener Projekte

Ich hab zufällig frei und ich ringe mich statt zum Gammeln zum Handeln durch.

"Der Frühling naht und der Balkon lädt zu einem kurzen Sonnenbad ein. Halsbrecherisch kann ich mir den Weg zum Liegestuhl bahnen, obwohl es nur 2 Meter von der Balkontür entfernt steht. Und so ganz gemütlich sieht das Umfeld auch nicht aus.

Ich schlage meine Augen, die schon zum Gammlerblick verkommen sind, auf und sage beherzt "Na dann Tschüß und ade Gammelei. Man sieht sich, wenn der Balkon wieder einen einladenden Platz hat"

"Oh mein Gott, was hat der Winter nur aus meiner Mini-Naherholungs-Wiese nur gemacht". Ich mache mich gleich an Werk. Der Frühling muß ja nicht an meinem Balkon vorbeirauschen.

Ich steige dem Unrat aufs Dach, den mir das Winterwetter auf meinen Balkon geweht hat. Aber gehört das zahlreiche Leergut auch dazu? Wohl kaum. Naja, und weiter geht’s, die nächste Ecke ist dran. Nur das alte Laub noch, aber das Altpapier gehört wohl nicht zum Laub. Das sind Blätter von einer anderen Art.

Von einer anderen Art ist so manch Fundstück, was ich noch so auf dem Balkon aufgestöberte.

Nach genauerem Hinsehen erkannte ich sie wieder - die alten Fossilen meiner längst vergessenen Projekte. Damals liefen sie alle unter demselben Arbeitstitel "Mach ich morgen".

LaWe

Montag, 24. April 2006

Verletzungen, die nie heilen

Der Mondkalender rät, heut solltest du deiner Lieben gedenken, die nicht mehr unter uns weilen. Nimm dir wieder Zeit für die Tauer, das macht Platz für andere Lebenfreuden, die noch auf dich warten. Nur so kannst du deinen Frieden auch ohne deine verblichenen Lieben finden.

Eine Frau und Mutter kann ihren Frieden nicht finden, kann deshalb weder leben noch sterben.

Ist das die Trauer um ihren Sohn, der vor 5 Jahren in ihren Armen starb. Ein plötzlicher Tod?

Was hat sich in der Nacht zugetragen, dass ein Mann - ein Kerl wie ein Baum - den nächsten Tag nicht mehr erlebt?

Er kam nach Haus, so gegen Abend und es überfällt ihn ein Schmerz in der Brustgegend, der ihn fast den Atem nimmt. Mutter versucht mit Hausmitteln zu helfen, doch die seine Atemnot nimmt zu. Fast 90 Minuten schon steht er unter dem atemlosen Schmerz und Mutter ruft den Notdienst 110.

"Das ist nichts für uns, rufen die den Nachtdienst" erhält sie von der Notrufzenrale als Antwort" und Mutter wird aus der Leitung gelegt.

Mutter ruft weiter um Hilfe, einen Arzt, der zu ihrem Sohn kommt. Seine Schmerzen werden uneträglich und sie ruft und ruft "Wo bleibt der Arzt, meinem Sohn geht es schlechter. "Er ist unterwegs" erhält sie als Antwort und die Zeit verrinnt.

Schon in Angst und Panik läuft Mutter zwischen Sohn und Telefon. "Wo bleibt der Arzt ?" "Er ist unterwegs" erhält sie als zur Antwort, dann läuft sie schon wieder zu ihren Sohn und feuert ihn an "Du mußt atmen, du mußt atmen" doch er quält sich unendlich. Das Atmen, es geschieht doch von allein. Aber bei ihm will es nicht mehr klappen, Jeder Atmenzug kosten mehr Kraft als der vorhergegende. Wer nicht atmen kann, verliert seine Kraft und die ist bald aufgebraucht, wenn der Arzt nicht schnell kommt. Seit dem plötzlich eintretenden Schmerz sind schon fast 4 Stunden vergangen.

Es klingelt. Endlich Hilfe. Die Arzt steht in der Tür. "Jetzt wird dir geholfen" sagt die Mutter zum Sohn.

Routieniert betritt der Arzt das Krankenzimmer und geht ans Krankenbett, horcht ein bißchen ab und verpaßt dem Atemlosen eine beruhigende Spritze. "Danach wird er gut schlafen können" sagt der Arzt und schon ist er weider draußen.

Nur kurze Zeit später - die Atemlosigkeit setzt verstärkt ein. Es reißt ihm seinen Körper hoch, er bäumt sich auf. Ein Mann wie ein Baum, erhebt sich mit seiner letzten, allerletzten Kraft.

Mutter hält Sohn im Arm und ruft ihm zu "Du mußt atmen - du mußt atmen" und ruft dann noch einmal den Notdienst an. "Warten sie noch 20 Minuten, dann wirkt die Spritze"

Mutter läuft zu ihrem Sohn, der fast nicht mehr atmen kann. Jetzt ruft sie noch einmal den Notdienst 110 an und diesmal kommt er tatsächlich.

Das Blaulicht läßt nicht lange auf sich warten, ein neues Team betritt das Krankenzimmer. Der Altemlose liegt jetzt ruhig und saft in seinem Bett. Sollte die Spritze tatsächlich gewirkt haben?

Die Mutter wird aus dem Zimmer geschickt und bibbert wartet sie vor der Tür. Nach einer Weile kommen sie alle wieder raus ""Wie haben unsere Wiederbelebungsmaßnahmen eingesetzt. Wir konnten nichts mehr für ihren Sohn tun" Sie verlassen die Wohnung.

Mutter ist allein.

Es ist 23 Uhr und eine Totestille in der Wohnung. Hektik und Angst sind verflogen, geblieben sind der leblose Körper und nur noch Schock und Taubheit sind anwesend.

Nur noch ein Telefonat, dafür reicht Mutters die Kraft noch.

Sie informiert den Arzt, der so salopp mit Spritzen arbeitet . "Ich wollte ihnen nur sagen, dass mein Sohn jetzt schläft" "Das ist schön" antworte der Arzt. "Aber er wird nie wieder aufwachen" Ein langes Schweigen auf der anderen Seite. Seine Paxis ist für Wochen geschlossen.

Seitdem klagt Mutter wegen fahrlässiger Tötung durch eine helfenden Arzt - "Abgelehnt"

Sie sucht Rat in fachkompetenten Germien "Sind da noch Erben?" "Nein" antwortet sie. "Dann muß auch nicht geklagt werden" und wird damit abgefrühstückt.

Niemand will ihr bestätigen, dass der helfende Arzt in der Nacht fahrlässig handelte. In der Checkliste der Untersuchungsroutine für Notfallhausbesuche fehlt das EKG. Im fortgeschrittenen Stadium eines Herzinfrakts ist eine Beruhigungsspritze tötlich.

Der Arzt sagt - ich hab ein EKG gemacht und hat als Beweis die Aussage seines Helfers.

Der Arzt will zu seiner Verantwortung nicht stehen.

Die Mutter ist tief verletzt.

Sie findet keinen Frieden, kann weder leben noch sterben.

Sie findet erst ihren Frieden, wenn sie Gehör findet.

Erst dann kann sie sterben um ihren Sohn wieder in die Arme zunehmen.
LaWe

Freitag, 21. April 2006

Bestimmendes

Wie ein roter Fade zieht es sich durch mein Leben - unsichtbar aber wirkungsvoll.

Es legt mich zu Bett, wenn ich mich ausruhen soll.
Es reißt mich wieder hoch, wenn es an der Zeit ist.

Oder es sagt bestimmend zu mir: "Hier bist du auf dem Holzweg" legt mich nach kurzer Zeit lahm. Dabei macht es mich träge, als müsse ich mich statt durch Luft, durch eine zähflüssige Masse winden.

"Aber der Weg sah einfach aus" widerspeche ich und will umstimmen, was nicht zu ändern ist. Als Antwort erhalte ich eine Schwermut aufgenackt, die zu einer Plage werden kann, wenn ich den richtigen Weg nicht suche.

"Die wird erst wieder von dir abfallen, wenn du auf deinen Weg zurückkehrst" und es zwingt mich zur Umkehr, soll die Schwermut mich nicht erdrücken.

Ein anderer Weg zieht mich an. Ich nehme ihn in Augenschein. Er ist ein unwegsames Gelände. Bevor ich ihn betrete, schau ich noch einmal zurück. Ich sehe den unsichtbren zustimmenden Blick - der rote Faden ist wieder sichtbar - und mit klopfenden Herzen setze ich den ersten Fuß auf den Weg, der mein sein soll.

"Oh mein Gott, was für ein Untergrund" als ich mit dem ersten Schritt fast bis zu den Knien in einem undefinierbren Unrat versinke. Ratlos schau ich auf und sehe, wie mein roter Faden mir auf dem Weg schon vorausgeeilt. Er hat sich drübergelegt und angeschmiegt, als wäre es der Schoß seiner beschützenden Mutter.

"Das soll er sein? Mein Weg?" frage ich mich. "Warum ist auf meinem Weg kein roter Teppich ausgerollt ?" und erhalte nur eine wortlose Antwort. "Oder wenigstens ein paar Pflastersteine?". Statt eine Antwort nur Stille.........

"Oh, so ein Shit" und ich wate weiter, Schritt für Schritt..

LaWe

Donnerstag, 20. April 2006

"Es ist einfach da....

...so einfach ist das " und damit wr die musikalischen Stimmen gemeint, aber der Satz reicht über die Stimmbegabung des einzelnen hinaus.

"Wie im Himmel" ein Flim, der mich mehr als nur berührte. Ich fand viele meiner klaren Emotionen wieder - Freude -Verzweifung - Lachen - Weinen - Hoffen - Trauer - Spaß - Liebe - Lebensgefühle.

Sie ist einfach nur da...die ungeschminkte Schönheit des Lebens - so einfach ist das. Ich muß nur die Augen aufmachen, sie mit allen Sinnen wahrnehmen , sie fühlen oder empfinden , sie sehen oder einfach nur anschauen.

Die natürliche Schönheit des Lebens - mit einen liebevollen Blick auf sie, erstrahlt auch das Graue in einen anderen Licht......

LaWe

Dienstag, 18. April 2006

wunschlos glücklich

http://www.heinzhanka.com
Erfüllten sich heut all meine Wünsche ? ? ? ?

Ich könnte mein Glück kaum fassen.

Ich säße vielleicht zwischen all den Dingen, die ich heut gar nicht gebrauchen kann.


LaWe

Montag, 17. April 2006

mutierte Gewohnheit

Der alte TretEimer funktionierte schon Jahre nicht mehr. Und doch bliebt er an seinem Platz. An seinen Defekt bin ich gewöhnt. Statt den Deckel mit der Tretautomatik zu öffen, entsorge ich in gebückter Stellung den Abfall. Ich hab mich daran gewöhnt, den Deckel mit der Hand zu heben. Den Trethebel vermisse ich nur, wenn mir das Kreuz weh tut.

Ein mitfühlsamer Mensch macht mir einen funktionierenden TretEimer zum Geschenk und läßt mich unter Aufsicht den alten Eimer entsorgen

Der neue TretEimer funktioniert wie der alte einmal vor vielen Jahren. Ein leichter Tritt auf das kleinen Hebel und der Deckel schwingt auf.

Ein leichter Tritt?

Oh nein, in gewonhter Weise bücke ich mich weiter, öffnen den Deckel mit der Hand und entsorge, was Abfall ist.

Obwohl die Umstände sich schon längst geändert haben, das gewohnte Bücken läßt sich nicht einfach abschütteln, es ist zu einer unbewußten Gewohnheit mutiert.

Ähnlich geht es meinem Sohn. Seine Oma hat ihr Verhalten zu ihrem Enkelsohn geändert, doch an diesem Wochenende er lief noch in der alten Bahn.

Nun ist der Enkelsohn am Zuge und muß sich auf seine neue Oma einstellen...dann klappt es auch wieder mit einer verständlichen Kommunikation zwischen beiden und ich kann weiter meinem Leben nachgehen, dass mich morgen wieder um 6 Uhr aus dem Bett werden wird...

LaWe

Sonntag, 16. April 2006

Klammergriff...

Immer das Selbe..Oma liebt ihren Enkel über alles und so innig, dass dem Enkel schon nach wenigen Stunden von einem Erstickungsgefühl geplagt, die Wohnung seiner Oma verläßt.

Wie sag ich es seiner Oma - dein Enkel ist ein Jugendlicher. Er braucht seine Freiheit um erwachsen zu werden und keine Gängel-Leine von Oma.

Tausend Variationen der Aussage benutze ich als Mutter und Vermittelerin zwischen EnkelKind und Oma, aber Oma versteht nicht(s) mehr.

Oder Oma will nicht verstehen, dass ihr Enkelsohn den Pfad der Mutter und Oma verlassen hat.

Oma will nicht wahrhaben, dass ihr Enkelsohn seinen eigenen Weg geht, denn sonst müßte sie ihn auch ohne schlechtes Gewissen ziehen lassen.

Gestern hat er seine Oma verlassen, der Klammergriff zwingt ihn, damit die Beziehung nicht in eine Atemnot endet.

Warum wollen Menschen nicht einsehen, dass ihr Klammergriff den Menschen, den sie lieben, für immer vertreiben...
LaWe

In den Wind geschrieben

hat Tränen aus dem Haus getrieben

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wie makaber ;-) Bei uns wurde es ähnlich, aber anders...
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abendGLUECK - 25. Apr, 11:03

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