Traumzeit

Sonntag, 7. September 2014

aus der Traum

Wie tief muss ich im Schlaf gewesen sein, dass ich heut früh beim Aufwachen überlegte, welchen Tag wir heute hätten. Es brauchte ein paar Sekunden, dann kam ich drauf, das heute Sonntag ist. Dazwischen drängt sich ein Traum, der mich auf eine Kurzreise brachte.

Ein Ausflug mit Freunden oder Sportfreunden…ich weiß es nicht mehr. Obwohl wir eine Gruppe waren, ich konnte die Freunde nicht sehen, sie waren wie ich aber da, das spürte ich sicher. Wir waren Richtung Wasser unterwegs, wollten die letzten Sommertage noch am Strand genießen.  Doch wider Erwarten war das Wetter trüb, kalt und neblig.  Die Strandmenschen hatten sich Sandburgen gebaut, kauerten sich wegen des Seenebels tief  in ihnen nieder.  Der Himmel war grau, die Strand sah graublau aus. Von Sommerfrische keine Spur.

Die Strandbesucher hofften wie wir sicher auch auf einen warmen Sommertag im September, doch sie strecken nur ihre blanken nackten Ärsche aus den Burgen raus, mehr nicht. Ihre Ärsche überragten die Schutzwälle. Das ganze sah aus, als würden Arschgesichter über den Wall gucken. Doch die schwarzen Arschritzen teilten ihre Arschgesichter in 2 Hälften. Ich sah wie erstarrt auf die trübe Kulisse mit den nackten Ärschen, die in die Luft ragten “Denen muss ja arschkalt sein” dankte ich mir. Dann wird es mit den sonnigen Tagen am Strand für unsere Gruppe auch trübe aussehen und Arschgesichter wollte ich in meiner Nähe auch nicht haben

Aber wir waren ja noch nicht an unser Reiseziel angekommen.  Eine längerer Fußmarsch lag noch vor uns. Der einzige Weg, um zu unseren Hotel, das man nur noch zu Fuß erreichen konnte,  führte entlang am Strand. Als wir als die Nacktärsche hinter uns gelassen hatten, gingen wir im Entenmarsch den schmalen Strandpfad entlang, der uns zum Hotel bringen sollte.

Wir von Zauberhand gelenkt verschwand die Düsternis der Arschgesichter, die am letzten Strandabschnitt vorherrschte, und wich dem erfrischendes Sommerwetter, das nun vor uns lag. Der Himmel blau, die Welt wieder bunt, so bunt,  wie die kleine  Halbinsel, der wir uns näherten.  Auf den kargen Sand gab es nur wenig grün zu sehen, dafür waren die Zelte so bunt, wie die Bewohner, die sich auf der Insel aufhielten. es waren Indianer. Wie kommt denn das? So ausgedehnt war unser Fußmarsch nun auch wieder nicht, dass wir sogar den Kontinent wechselten und in Amerika landeten. Die Halbinsel ragte weit ins Wasser, betreten konnten wir sich nicht. Eine Glasscheibe trennte uns vom Indianerleben, wir konnten bestenfalls unsrer Nasen an der Scheibe platt drücken. Zahlreiche Pferde bewegten sich frei auf der Insel. Als sie uns sahen stobten sie neugierig auf uns zu und stoppten direkt vor der Scheibe. Wie die Indianer kannten die Pferde die Grenzen ihres Lebensraumes genau.

Ich erinnerte mich, dieses Bild schon mal gesehen zu haben. Achja.. ich sah es auf dem Flyer vom Hotel und klärte meine Freunde gleich auf  “Das Indianerreversat ist eine neue Attraktion des Hotels. Damit wollen sie ihre Gäste auf Abendteuer einstimmen”  Ich war stolz, das ist die erstaunte Gruppe aufklären konnte und damit aus ihren herausragte.

Nach wenigen Minuten standen wir dann auch schon in der Hotelhalle. Das Personal war für uns da, doch ich sah es nicht, so wie ich den Rest der Gruppe immer noch nicht sah. Weil wir mit unseren sandigen Füßen die Hotelzimmer nicht betreten durften, mussten alle Neuankömmlinge durch eine Duschzone geschleust werden. Nach dem langen Fußmarsch war das sicher eine Wohltat für Haut und Haar. Die milde Wärme des Wassers war eben so angenehm wie der milder Wasserstrahl der Dusche, der meine Haut mit einem Feuchtigkeitsfilm überzog.

Für ein paar Minuten genoss ich den wohltemperierten Raum der Duschkabine, dann bezog ich mein Hotelzimmer.  Meine Mitbewohnerin eben so. Obwohl sie neben mir ging, ich sah sie nicht. Sie war da und doch nicht da..oder war sie doch da und ich sah sie nicht, weil sie sich in einem toten Winkel aufhielt. Aber egal. Im Hotelzimmer richteten wir uns ein, jeder bezog seinen Schrank und sein Bett wie eine neue Wohnung, eine Sitzprobe auf dem Bett inbegriffen. Sie nahm das weiche Bett, ich bevorzugte das harte. Wir setzen uns, ich war zufrieden, sie auch. Ich sah aber nur die Delle auf der Matratze, die sie beim sitzen erzeugte, sie aber sah ich nicht.

Ich fand es mysteriös, aber im Traum machte ich mir weiter keine Gedanken mehr darüber. Wie oft hat man mit Menschen im Leben zu tun, die man gar nicht sah. Vielleicht lag es an der eigenen Oberflächlichkeit, vielleicht lag es an der Durchsichtigkeit der Person, die sich extrem zurück nahm, weil sie sich im wahrsten Sinne des Wortes verdünnisiert hat. Als ich das Zimmer verlies, war die Delle auf ihrem Bett immer noch da. Das war die letzte Spur, die ich von ihr sah. Was danach geschah, erzählte mir mein Traum nicht mehr.

Erst als ich wieder zu Haus war, setzte die Erzählung meines Traumes wieder ein und lies das Telefon klingeln. Auf der anderen Seite war meine Mitbewohnerin, die immer noch im Hotelzimmer fest hing. Sie kampiert seid meine Abreise immer noch im selben Zimmer und niemand nahm sie wahr. Und das, obwohl die Gäste in den Hotelzimmer schon mehrmals wechselten. Sie blieb in dem Zimmer kleben, konnte es aber nicht mehr verlassen. Sie entscheid sich vor Jahren wegen zu vieler Arschgesichter in ihrem Umfeld für ihre eigene Unsichtbarkeit und hing nun  auch in ihrem Leben fest, hatte nicht mal mehr ein zu Hause, so wie ich.

Sie tat mir leid, aber helfen konnte ich ihr nicht. Statt dessen erwachte ich aus meinem Traum und überlegte, welcher Tag heute ist. Achja..heute ist Sonntag

La We

 

Sonntag, 17. August 2014

Verfolgunsgjagt

Bevor ich heut früh die Augen vollständig öffnen konnte, mein Geist komplett erwachte, war ich in einem Traum, der mich arg in die Zange nahm. Das war diese Art von Traum. in dem ich nicht nur in die Handlung eingebunden war, sondern auch die Emotionen in vollem Intensität präsent werden lies.

Ich war wieder mal unterwegs. Wie Hänsel und Gretel im Märchen im Wald und das in der Dunkelheit. Ich wollte in die Dunkelheit der Nacht eintauchen und den Wald als zusätzlichen Sichtschutz nutzen. Doch wovor ich mich  verstecken wollte, dass ich sogar meine Angst vor der Dunkelheit im Wald überwand, weiß ich nicht.

Ich war auf der Flucht und deshalb stetig in Bewegung.

Ich war auf der Flucht vor den Augen, die mich verfolgten. Augen, die zu einem gnadenlosen unbekannten ETWAS gehörten. Um keinen Preis wollte ich mich ihm  seinen Blick aussetzen, ich eilte durch den dunklen Wald Kraft meiner Wassersuppe. Das war eine Hetze ohne Ende, denn das Ungetüm lies sich nicht abschütteln. Seine Augen schienen sich aus seinem Körper gelöst zu haben und verfolgten mich eigenständig Es gab weder einen Moment der Erholung und noch einen Moment der Hoffnung. Die Augen ließen  sich nicht abschütteln. Sie blieben in meiner gefühlten Sichtnähe und damit bliebt ich in ihrer Sichtnähe. Augen können schneller folgen, als der Körper es möglich macht. Augen können bedrohlicher wirken, als ein massiver Körper.

Das Unterholz der  hohen Bäume sollten mir mehr Sichtschutz bieten. Das wollte ich nutzen, denn ich fühle mich nicht nur klein sondern ich fühlte mich schon zu einem winzigen Mäuschen geschrumpft. Für einen Moment erreiche ich den ersehnten Sichtschutz zum Verschnaufen und mich wieder in Sicherheit zu fühlen. Aber statt mich gut aufhoben zu fühlen, geht es mir schlechter. Der Herzschlag nimmt zu und ich höre nur noch meinen Herzschlag  und das Rauschen meines Blutes in den Adern in meinen Ohren, weiter nichts.

Wegen meiner lauten Angst kann ich nicht hören, ob das unbekannte ETWAS  mich ausfindig und wieder genähert hat. Ich halte den Atem an, damit sich der Herzschlag etwas beruhigt.  Dann kann ich besser  hören und mich vielleicht etwas beruhigen. In mir ist Stille und um mich herum auch. Mit weit geöffneten Augen will ich sehen, was ich nicht hören kann. Ich komme mir vor, wie ein Hase, der sich tief ins  Gras geduckt hat, weil der Feind näher gerückt.. Ich  verharre zwanghaft in Ruhe und Starre. Nur nicht bewegen, nur keine Geräusche machen. Vielleicht kann ich damit das Untier in die Irre führen, es geht am Unterholz vorbei und sucht mich an einem Ort, an dem ich nicht bin.

Mein Herz schlägt weiter wie verrückt - bum bum bum – ich möchte, aber  kann es nicht zum Stillstand bringen. In der Dunkelheit wirken  auch die leisesten Töne lauter als der Hall. Doch ohne meinen Herzschlag kann ich auch nicht weiter leben und ohne zu atmen auch nicht., Denn nur, wenn ich meinen Atem auf Dauer aussetzen könnte, würde mein Herzschlag verstummen, der nun wie eine Trommel in meinen Ohren dröhnt.

Meine Starre hält mich im Unterholz gefangen und mein Herzschlag isoliert mich von den Geräuschen im Wald. Ist das Ungetüm vorbei gezogen oder hält es sich wie ich in der Starre und wartet auf einen Fehler von mir ? Mein Herzschlag steigert sich nicht nur in der Lautstärke, sondern in der Frequenz. Die Intensität steigert sich in beiden Pegeln und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Spitzenwerte überschritten sind und mich kollabieren lässt. Weiter in der Starre erhoffe ich eine Erlösung aus der Zwickmühle, in der ich mich befinde. Warum bin ich in die Nacht gelaufen um das Ungetüm abzuschütteln? Warum hab ich es überhaupt so nah an mich ran kommen lassen, dass es mich derart bedrängen kann?

Die Warum-Fragen klinken sich in dem schon überhöhten Pegel von Herzschlag-Frequenz und – Lautstärke  ein, als ich ein Atemgeräusch direkt am meinem Ohr wahrnehme. Ich kann nicht mehr differenzieren, ob ich meinen eigenen Atem oder den des Ungetüms neben mir habe. Stehe ich vor Angst schon neben mir und höre meinen eigenen Atem? Ich weiß es nicht, kann mich von der Angst nicht mehr trennen und sie steigert sich zur Panik ins unermesslich.

Wie ein Geschoß springe ich aus meinem Versteck. Genau, wie es die Hasen tun, wenn sie ihren Feind aus dem Konzept bringen wollen und in ihrer erhöhten Angst ihren Feind mitten ins Gesicht springen. Sie setzten auf Verblüffen und Irretieren.

Am Gipfel meiner Panik angelangt suche kampfhaft nach einen Ausweg aus meiner bedrohten Lebenslage, in die mich das unbekannte ETWAS  getrieben hat. Die Augenlider lassen sich nicht öffnen, damit ich endlich einen Blick auf das Ungetüm werfen kann, dass ich so bedrohlich in meinen Nähe geschlichen hatte. Auf meinen Augenlider lagern Gewichte von Tonnen und wollen sie nicht öffnen lassen. Ich winde mich in meinen Ängsten und der Panik wie einen Schlage, die um ihr Leben kämpft und werfe mich von ein Seite auf die andere. Doch die Bedrohung vom Ungetüm bleibt in meiner Nähe und lässt sich trotz meiner wilden Bewegungen weder abschütteln noch sehen.

Meinen Ängste setzten neue ungeahnte  Kräfte frei und es gelingt mir, die Augen zu öffnen, Noch immer ist Dunkelheit um mich und ich sehe nichts - nur das Geräusch und ich in der Dunkelheit und die abklingenden Ängste, die sich wie Schar kleiner Unwesen aus meinem Inneren ziehen. Sie lassen nur ein nachschwingen der Ängste zurück, die sich im Moment der Befreiung von ihnen noch einmal ins Gedächtnis bringen.

Endlich kann ich das Geräusch neben mir enträtseln. Es ist der Wecker, er klingelt schon zum x-ten-mal. Ich muss heut früher aufstehen als sonst und die Angst vor dem Verschlafen hat sich ein kleiner Alptraum eingestellt.

La We

Sonntag, 3. August 2014

dicke Luft ?

Gewitterwolken gab es in diesem Sommer ja schon genug. Doch damit nicht genug. Heute Nacht folgten sie mir bis in den Traum, der sich wieder mal wie eine Reise anfühlte.

Wie schon so oft im Traum, ich war auf Reise. Von Nirgendwo nach Irgendwo. Hauptsache unterwegs und nicht auf der Stelle treten. Im Bus – er ist  wie ein Caprio oben offen - gibt es  auch ein Platz mit guter Aussicht für mich. Ach, wie ist es schön im offenen Bus durch die sommerliche Natur zu reisen. Die Sommersonne lässt die Farben der Natur auffallend schön erstrahlen, ich gerate ins schwelgen.

Aber schon nach kurzer Fahrzeit senken sie sich ab, dicke schwere Gewitterwolke. Ihre Ränder flimmern im Restlicht der Sonne. Mein Platz, der mir eine gute Aussicht bescherte, ist nun gar nicht mehr so gut,, wie er schien. Ich werde dem herannahenden Unwetter schutzlos ausgesetzt sein. Der Busfahrer hält den Bus direkt auf das herannahe Unwetter zu. Er sitzt geschützt in seinem Fahrerhaus und will seine Fahrgäste möglichst schnell durch die Unwetter bringen, ohne vom Ziel nach Irgendwo abzukommen.

Dann passiert es. Ich weiß nicht mehr genau, ob der Bus sich erhoben hat oder ob die Wolken sich abgesenkt haben. Die schweren Gewitterwolken wälzen sich über mich wie ein Flutwelle. Das sind aber keine nassen Schwaden, wie ich erwartet hatte, sondern Zuckerwatte die nicht klebt. Nur mit Mühe halte ich den Kopf hoch, halte ihn mit einen Schwanenhals über den Wolken, wehre mich so gegen das Ersticken durch Druck der Wolkenmassen.

Der Busfahrer hält an sein Ziel um nach Irgendwo zu kommen fest, oder ist er doch schon vom Ziel abgekommen? Es bleibt mir kaum Zeit, darüber nachzudenken, ich kämpfe gegen der Druck der dicken schweren Wolken, die mich fast unter sich begraben. Mit Arm- und Beinkraft wehre ich mich gegen den Untergang, schnappe nach Luft, wie ein Karpfen, den man aus seinem Medium gezerrt hat. So wie der Bus sich rüttelt und schüttelt werde ich von  ihn hin und her geworfen und zeitweise von den schweren Wolken auf de Boden gedrückt.

Wie in einem Hurrikan tritt urplötzlich eine gespenstische Ruhe ein. Der Himmel  ist blau, die Sonne strahlt hell, die Luft ist klar, die Natur ist malerisch. Von Zerstörung keine Spur. Die Gewitterfront war bedrohlich, aber nicht zerstörerisch. Ich kann durchatmen. Die Riese geht weiter, wohin? Nach Irgendwo oder bin ich in Himmel angekommen?

Eine freundliche Stimme sagt zu: “Es ist 7. 30 Uhr. Aufstehen” Eine smarte Musik trägt mich noch ein paar Minuten durch den Schlaf, dann erwache ich. Mein Smartphone hat mich geweckt. Ich bin nicht im Himmel, sondern liege ich meinen Bett. Leicht verschwitzt und doch erleichtert, dass das das bedrohliche Gewitter nur ein Traum war.

La We

Dienstag, 15. Oktober 2013

Schatzi

Sie bewegen sich wie dunkel Gestalten zwischen den Urlaubern am Strandabschnitt. Sie scheinen überall zu sein. Am Strand und in den Straßen. Sie wollen den Besuchern permanent etwas verkaufen. Egal ob tagsüber am Strand oder Abends z.B. in der sogenannten Bierstraße oder Nachts auf der Promenade. Mit viel Ausdauer soll sinnloser unbrauchbarer Schnickschnack an den Mann gebracht werden. Uhren oder Sonnenbrillen, die nach kurzem Gebrauch zerfallen oder Ketten und Armbänder, die, wenn sie getragen werden, sich schon am selben Tag in ihre Einzelteile auflösen .  Die Waren tragen sie an ihren Händen, die schrillen Perücken auf dem Kopf, damit sie weit zu sehen sind. Wer Mitleid hat, kauft mehr als andere. Deshalb vermied ich jeden Blickkontakt, damit sie sich von mir nicht angesprochen fühlten.

Manchmal sah ich sie zu Hauft an einer Stelle, ihre Gesichter gelangweilt und ausdruckslos, irgendwie traurige Gestalten. Das war vielleicht ihr Sammelpunkt. Hinter einer Tür war vielleicht die Zentrale, die sie mit Waren ausstatte und wo sie die Einnahmen abliefern mussten  Ich wollte ein Foto, als sie so traurig auf den Treppenstufen da saßen,  von ihnen gemachen, doch dann unterließ  ich es. Wahrscheinlich war es mein Respekt vor dem Leben der anderen, das ich mit ihnen nicht teilen wollte, das aus meine Sicht nur ein trauriges Leben sein konnte .  Wer dem gegenüber etwas gelassener war, konnte auch lockerer damit umgehen, als ich.

Wir saßen am ersten Abend zusammen im Starßencafe, um uns auf Die Nacht einzustimmen. Die Freundin der Freundin war schon Tage zu vor angereist und erwartet uns dort. Wiedersehen im fremden Land. Für mich war sie eine Unbekannte,  doch das war schnell überwunden. Eine blonde Frau mittleren Alters, der man die Lebensfreude auch ansah. Sie sprühte vor Energie und ihre Warmherzigkeit zog auch mich in ihren Bann.

“Sie arbeitet im Hospiz” sagte meine Schwester mir nebenbei. Oh je..Hospiz. Ein berufliches Leben verbunden mit der Endstation der Menschen, deren Leben unwiderruflich zu Ende geht. Als Krankenschwestern können sie den Menschen den Weg des Sterbens erleichtern, damit haben sich ihre Möglichkeiten schon erschöpft. Um so mehr bewunderte ich ihren Humor und die Warmherzigkeit. mit der sie Menschen begegnete.  Sie erzählte uns von ihren heißen Tagen und Nächten am El Arenal, soweit ein Gespräch bei donnernder Musik möglich war. Mitten ins Gespräch platzte einer von den zahlreichen dunkeln Gestalten mit den unbrauchbaren Waren an der linken Hand auf. Ich schaltete auf Abschalten und Dumpfbacke, damit kein Mitleid bei mir aufkommen kann.

“Hallo Schatzi” begrüßt die Freundin der Freundin ihn. Lachend wendet er sich ihr zu und setz sich in unsere Nähe. “Hast du es dir überlegt und verkaufst du sie mir ?” fragt sie ihn lachend. Er lacht zurück und verneint ihre Frage. “Ich verkaufe nicht” antwortet er mit eine breiten Lachen. Dabei strahlen seine weißen Zähne wie perfekt eng aufgereihte Lämpchen. Dann erklärt sie uns, wie die spaßige Frage gemeint war. “Ich will ihm seine Zähne für 5 000 € abkaufen, aber er will nicht” sie schmunzelt. Nach einem kurzen Geplänkel geht er wieder seine Wege, taucht in den Massen unter und versucht für den Rest der Nacht noch seine Geschäfte zu machen.

Die Freundin der Freundin erzählte uns dann etwas aus seinem Leben. “Schatzi  ist Anfang 30 und kommt aus Senegal. Dort lebt seine Familie mit 3 Kindern. Die Arbeit hier ernährt seine Familie, 2 mal im Jahre besucht er seine Familie in der Heimat” jetzt bekommen die dunklen Gestalten für mich Konturen. Sie haben in Spanien ein hartes Leben, aber wahrscheinlich ist es im Vergleich zu ihrem Leben in der Heimat doch weniger hart. Ihre Unterkünfte sollen angeblich unter aller Sau sein. Aber genaues weiß man nicht.

“Ich habe ihn gefragt, ob er regelmäßig zum Zahnarzt geht” erzählt sie uns weiter. Seine Zähne haben es ihr wohl angetan, muss ich schmunzelnd denken. “Er geht nie zum Zahnarzt und hat auch noch keinen schlechten Zahn” Sie bewundert immer noch sein tadelloses Gebiss. Schatzi sahen wir diese Nacht und auch die darauf folgenden Nächte nicht mehr. Wenig später trennten wir Frauen uns ebenfalls. Die Freundin der Freundin zog mit ihren Mädels  und ich mit meinen Mädels in die Nacht, die an diesem Tag gegen 6 Uhr morgens zu Ende ging.

Im Oberbayer trat der Sänger von “scheiß drauf” auf. Den wollte meine Schwester unbedingt live erleben. Die ganze Insel grölte diese Lied. Egal welche Tageszeit, aus irgend einer Ecke stimmt einer den Gassenhauer an. Gegen 2 Uhr zog der Sänger seinen Rollkoffer durch das dunkle Labyrinth der Lokalität, das im Keller liegt. Er strahlte Freude aus. Wer auf Malle sich einen Namen als Stimmungssänger macht, hat auch in Deutschland gute Karten und einen guten Absatz seiner CDs.

Die Sänger, die dort vor den angetrunkenen Massen auftreten, singen sich die Kehle aus dem Hals. “Wenn du die Massen mit deinem Gesang nicht unterhalten kannst, dann entsorgen sie dich eiskalt” sagte  Jürgen Drews in einer Dokumentation zum Nachtleben auf Mallorca “sie singen dann einfach was anderes und du kannst dann von der Bühne abtreten”

Ohne Jürgen Drews ist Mallorca genau so unvorstellbar wie Superstar und Supertalent ohne Dieter Bohlen. Ohne Zugpferde geht in der Unterhaltungsindustrie nichts und wer in dieser Branche keine Biss hat, kann die Bühne schneller verlassen, als er sie betreten  hat. Die Menschen  haben haben im Urlaub auch Heißhunger auf Unterhaltung, der gestillt werden will.

Aber auch besinnliche Momente kann der Urlauber genießen. Der Sonnenuntergang ist immer ein Foto wert, weil er jeden Tag anders aussieht

LaWe

Sonntag, 13. Oktober 2013

5 reizende Schwestern

Wenn es Nacht wird am El Arenal, dann nehmen die Aktivitäten der meisten Touristen  noch einmal zu.

Mit etwas mehr Schminke, der Sommernacht entsprechend gekleidet und  tragbaren Schuhen kann es in die Nacht gehen. Spanische Nächte sind warm und heiß wie die Stimmung der Besucher der Strandstraße. Überall donnert Musik, fast immer die selben Lieder mit einfachen Texten. Das Mantra der Feiergemeinde der spanischen Nacht  in diesem Jahr “Aber scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr” dröhnte fast aus jeder Ecke und reproduziert  sich im Hirn auch noch Stunden nach der Party wie von selbst im eigenen Kopf.

Mit ein paar Promille im Blut ist der Spaß an solchen einfachen Stimmungs- und Saufliedern möglich. Bevor wir in die Nacht zogen,  ließen wir uns immer erst mal in den zahlreichen Cafes an der Strandstraße nieder. Die Mädels tranken Bier, Sangria und ich mein Lieblingsgetränk während dieser Zeit Wodka Wasser (WW). Nach dem ersten verdünnten Wodka kam ich schon in Stimmung, die sich mit jedem Schluck auf Feiern umstellte. Man spürte förmlich, wie auch bei den anderen Besuchern der Stimmungspegel nach oben schnellte.

Nach reichlich Bier- und WW-Genuß, war die Blase abgefüllt.  Vor der Toilette drängten sich die Menschen, in der Frauentoilette muss man mit Wartezeit rechnen. Stehen und warten mit voller Blase auf engstem Raum und nur 2 Toiletten. “Auf der Toilette ist kein Papier” die leicht beschwipste Frau zeigt auf eine Toilettentür. Sie spricht zu mir mit Akzent in deutsch.  Deutsch als Nationalsprache am El Arenal. Daran halten sich auch Besucher, die nicht aus Deutschland kommen. Von den 2 Toiletten wird nur eine ausgiebig genutzt, die andere bleibt verschlossen. “Wir kommen aus Holland” teilt die fremde Frau mir mit. Der Akzent, mit dem sie deutsch spricht, macht sie besonders symphytisch.

Meine Schwester rückt ebenfalls nach und stellt sich mit in die Reihe der wartenden Frauen. “Ich bin mit meinen Schwestern hier” teilt die fremde Frau mir weiter mit. “Ich bin auch mit meiner Schwester hier” antworte ich ihr und wir Schwestern stellen uns Wange an Wange ihr gegenüber. Die nächste Frau, die sich zu uns gesellt, sieht genau so aus, wie die mitteilsame Fremde. “Das ist meine Schwester” sagt sie. Wäre der kleine Altersunterschied nicht zu sehen, hätten sie Zwillinge sein können- Sie haben beide einen duftig luftigen blonden Lockenkopf. 

“Das ist meine jüngste Schwester. Sie ist 16 Jahre jünger als ich” Ich werde jetzt auch mitteilsam. Eine weitere blonde Frau betritt den Vorraum der Toilette. “Und das ist unsere jüngste Schwester” Mit Stolz drücken sie ihre jüngste Schwester an sich. “Wir sind 5 Schwestern und unsere Mutter hat uns diese Reise geschenkt. Wir wollen unserer jüngsten Schwester hier einen Mann suchen”  Sie strahlten alle pure Lebensfreude aus.  Als wir die Lokalität verließen, winkten wir den 5 Schwestern, sie saßen am Straßenrand gemeinsam am Tisch, noch einmal zu und zogen dann weiter in die nächste Lokalität.

Die 5 Mädels hatten nächtelang die selben Ziele, was die Lokalitäten betraf. Fast jeden Abend sahen wir sie unter den Massen und jeden Abend in heftigen Flirts mit Männern, die begeistert mit ihnen durch die Massen schoben und tanzten, was das Zeug hält.  Ob sie einen passenden Mann für ihre jüngste Schwester fanden, das werden wir sicher nie erfahren, Wir aber bekamen einen klitze kleinen Einblick in das Leben von 5 reizenden Schwestern aus Holland.

Nach 24 Uhr verstummt die Musik in den Bierzelten und die feierwilligen Massen drängen sich in den Innenräumen, wie hier im Bierkönig.  Wer Platzangst hat, ist hier fehl am Platz. für den Rest wird das ein stimmungsvoller Abend.

LaWe

Samstag, 12. Oktober 2013

wenn einer eine Reise tut

Die Ankunft auf den Kieler Busbahnhof konnte mir keine Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub in Spanien bereiten. Der späte Nachmittag, die dicken Regenwolken und die zugige Luft machte die Wartezeit auf meinen Abholer noch ungemütlicher. Dabei war die Reise mit dem Fernbus, die seid einigen Monaten den Betreib deutschlandweit aufnehmen durften, von Hamburg nach Kiel gemütlich und entgegen meiner Erwartung besser, als die Zugreise.  Reiseticket online buchen und auf das Handy laden. Den Barcode zeigen und einsteigen. Die Koffer werden vom Personal verstaut, keine Hektik, kein Stress.

 

Aber die Busbahnhöfe haben es nicht so mit der Gemütlichkeit. Zugig  und nasskalt und man hat nur eins im Sinn…schnell weg hier. Doch ich musste warten. Meine Schwester holte mich per Auto ab. Sie war noch unterwegs, denn sie wohnt außerhalb von Kiel. Am nächsten Morgen wollten wir am selben Platz stehen, um in den Shuttle zum Hamburger Flughafen zu steigen.

Die Wartezeit kürzte ich mir ab, in dem ich versuchte eine auf den Boden geschriebene Widmung von Engelchen an  Bärchen so auf den Chip meiner Digitalen zu speichern,  so das man diese auch lesen kann.

Achja…frisch verliebt und schwelgen im Liebesglück, was kann schöner sein. Das  möchte man auch der ganzen Welt mitteilen. Ich hoffe für die beiden, dass aus dem Engelchen kein Teufelchen und aus Bärchen kein Brummbär werden, denn so ein Hochgefühl hält sich nicht ewig.  Aber für die Nachwelt habe ich, falls sie es nicht auch schon selber  getan haben,  diese Verliebtheit der beiden per Foto festgehalten und in ihrem Sinne der Bloggerwelt weiter mitgeteilt.

Am nächsten Tag stiegen drei Frauen an der selben Stelle in den Bus zum Hamburger Flughafen.

Die beiden Mädels setzen sich hinter mir und zogen auf ihr Handy den Barcode vom Flugticket. Damit kann man ganz schnell einchecken, erklärten sie mir. Na wunderbar. Der Barcode ist auf den Vormarsch und hält in allen Lebensbereichen Einzug.

In ein paar Stunden wollten wir schon in der spanischen Sonne am Strand vom El Arenal liegen.

LaWe

Sonntag, 6. Oktober 2013

wohin soll´s gehen ?

Kaum hatte ich einen Blogeintrag über die Albträume einer Bloggerin gelesen, stellten diese sich heute Nacht oder genauer gesagt, in den frühen Morgenstunden,  auch bei mir ein. Die extreme Schwere in den Beinen während meines Traumes habe ich noch im Gefühl. Dabei war ich im Traum sogar an einem bekannten und geliebten Ort, meinem Heimatdorf auf der Insel Rügen

 

Der abgebildete Weg verbindet das Dorf mit einem Teil des Dorfes, der etwas abgelegen liegt. Dort stand mein Elternhaus. Heute sind Straßen und Fußwege befestigst. Für mich verlor das Dorf damit seinen ländlichen Charakter. Verschwunden sind die Kopfsteinpflaster, Sandwege und Trampelpfade. Auch ein Dorf trägt heute städtischen Charakter.

Na..egal..dieser, auf dem Bild gezeigte Weg ist mir heute noch so vertraut, weil ich ihn schon millionenfach nutze. Dieser Weg kann sehr viele Geschichten über mich erzählen, denn ich wurde schon im Kinderwagen von meine Mutter über ihn gefahren, später nahm meine Mutter mich an die Hand, noch später ging ich den Weg allein und noch etwas später mit den kleinen und großen Liebschaften, den romantischen Dorflieben, an die ich mich heute noch erinnern kann. Bis eines Tages ein großer starker Mann aus Rostock kam und mich aus das kleine Dorf  in eine große fremde Stadt brachte. Damals litt ich lange Zeit unter einem Kulturschock.

Auf diesem Weg befand ich mich im Traum. Ich wollte oder sollte etwas dringendes erledigen. Für mich oder für die Familie? Ich glaube, es war ein Auftrag der Familie, die auf mich setzte. Ich machte mich auf den alten sandigen Weg, den ich wie gesagt schon Millionen mal gegangen bin. Doch immer, wenn ich ein Bein vor das andere setzen wollte, fühlten meine Beine sich an, als hätte man einen schweren unsichtbaren Klotz an ihnen fixiert Ich wunderte mich, weil ich Tags zuvor den Weg noch mit Leichtigkeit nehmen konnte. Ich wusste im Traum auch nicht, welche Ziel ich hatte. Sollte ich zu den Verwandten oder etwas aus der naheliegenden Stadt besorgen oder etwas aus dem kleinen Dorfladen holen? Der zu erledigende Auftrag  war aber sehr wichtig für die Familie. Um so verzweifelter war ich, dass ich nicht von der Stelle kam.

Verzweifelt sprang ich auf die Wiese, die mit einem kleine elektrischen Zaum vom Weg abgegrenzt war. Auf der Wiese weideten die Kühe der Bauern. Sie ließen sich durch meinen Seitensprung nicht stören, beäugten mich aber neugierig. Eine von ihnen kam ganze nah an mich heran, sie war neugieriger als die anderen. Ich war unentschlossen, sollte ich mich fürchten oder das neugierige Schnaufen der Kuh gelassen über mich ergehen lassen?

Ich blieb locker, erhob mich anschließend und lief leichtfüßig auf der Wiese weiter. Woher plötzlich diese Leichtigkeit? Das weiche feuchte Gras der  Wiese gab mir meine leichten Beine zurück. Ich kam bis zur großen weit ausladenden Kastanie, die auf halben Weg stand und wechselte wieder auf den Weg zurück. Sofort hängten sich wieder unsichtbare Klötze an meine Beine und ich kam wie schon vorher nur noch schwer von der Stelle. Ich trat mehr auf der Stelle, als das ich mich bewegte. Bevor ich erwachte, schaffte ich den Seitensprung zurück auf die Wiese jedoch nicht mehr. Die gefühlte Schwere in meinen Beinen nahm ich heute mit in den Tag, das beklemmende Gefühl der Verzweiflung, einen wichtigen Familienauftrag nicht erfüllt zu haben, ebenfalls. 

Für den Sonntag Morgen hätte ich mir einen besseren Traum gewünscht, doch wie das Schicksal kann man sich seine Träume auch nicht aussuchen. Ich muss alles so nehmen, wie es kommt. Ich kann es nur positiv bewerten. Das gute im Traum war, ich war mental wieder im Heimatdorf, nahm noch einmal das Lebensgefühl von damals in mir war.

Hier noch ein Ausblick aus der Haustür meines Elternhauses. Was für ein Ausblick, ein großer und weiter Sternenhimmel stand jeden Abend, soweit keine Bewölkung war, über unseren Köpfen. Dieser wunderschöne und freie Blick auf Abendhimmel wurde mir erst bewusst, als ich ihn  nicht mehr hatte. In der Stadt sah ich nur einen Ausschnitt davon. 

“So ist das Leben” sagten meine Eltern immer, wenn das Leben mich erschütterte. Damals hatte ich zwar noch keinen so großen geistigen Horizont wie heute, jedoch hatte ich ich täglich einen grandiosen weiten Ausblick auf den abendlichen Horizont.

Nachtrag: Habe Traumdeutung gegoogelt. Kühe im Traum bringen Glück. So auch das Symbol der Wiese, die gefühlsmäßige Ausgeglichenheit bedeuten soll.

LaWe

Samstag, 28. September 2013

Ab in den Süden…

..und der Sonne hinterher..der Sonne hinterher… Für ein paar Tage den Sommer in Spanien verlängern.

Der Koffer ist gepackt. Der Rostocker Bahnhof zeigt sich im Glanz der Herbstsonne. Vor mir liegt vor der Reise noch eine Stippvisite in bei meinem 4. Enkel, der erst 2 Tage zuvor geboren war Vor mir liegt der Flug nach Spanien und dann für 7 Tage nur noch Sonne und Spaß. Mit mir werden noch weitere 5 Frauen dabei sein, 3 davon reisen später an. Allesamt Krankenschwestern…ich bin in guten Händen.

Wenn ich kurz vor dem Abflug daran denke, dass ich wenigen Minuten für 2 Stunden 10 km über den Wolken schweben werde….naja..besser ich denke nicht daran. Die Mädels haben sich mit Prosecco schon in Stimmung gebracht, sie sind lustig drauf. Ich verzichte, trinke lieber Wasser und konzentriere mich darauf, nicht an Flugangst zu denken. Statt dessen nehme ich einen Schnappschuss vom Flieger mit, in dem wir in wenigen Minuten für 2 Stunden sitzen werden.

Fotografieren ist für mich die beste Ablenkung auch während des Fluges. Die Mädels sind von Prosecco müde geworden, machen ein Nickerchen. Mein Platz nahe des Fensters gibt mir die Möglichkeit die Welt von oben anzusehen. “Nur fliegen ist schöner” dieser vielzitierte Satz bestätigt sich für mich bei dem grandiosen Ausblick tausendfach.

Ich verrenke mir fast den Hals und die Augen um ein paar Aufnahmen zu machen, die Aber-und Abermillionen Menschen schon vor mir gemacht haben. Aber was man mit eigenen Augen gesehen und im eigenen Kasten hat, ist auch immer was besonderes. Ein Pilot trägt eine große Verantwortung für seine Passagiere, doch dafür wird er mit solchen Bildern belohnt, wie ich sie aus dem kleinen Fenster schießen konnte.

Wir saßen direkt über den Tragflächen. Auf den Bilden gut zu sehen, die unterschiedliche Bewölkung unter uns. Kurz vor Mallorca senkte sich der Flug relativ schnell. den Druck in meinen Ohren löste ich mit permanentem kauen von Kaugummi. Kurz vor der Landung musste der Flieger durch die dichten Wolken, diese brachten die Maschine kräftig zum rütteln. Das war der Moment, als meine tief im Kopf verpackte und mit Gurten mehrfach festgezurrte Flugangst erschreckt ihr Gesicht zeigte. Mit großen Augen registrierte ich die Reaktionen der Mädels, die rechts und links neben mir saßen und die der anderen Fluggäste. Die Mädels schliefen  noch und die anderen Fluggäste hoben nicht mal den Blick von ihren Zeitungen. Wenn sie ruhig sind, dann kann ich es auch blieben. Wenige Minuten später waren wir mit Mutter Erde wieder auf Augenhöhe. Der Flieger hätte etwas sanfter aufsetzen können, doch das rubbeln der Räder auf der Piste machte die Mädels wach. Wir sind in Spanien, mit Sonne satt.

Doch über Mallorca hingen dicke Regenwolken und die Temperaturen waren auch nicht das, was sie vor einem Jahr zur selben Zeit waren. Sollte das ein schlechtes Omen sein?

Das Taxi brachte uns zum Hotel Vista Odin, ein gutes Hotel, was für wenig Geld, vergleichbar mit den Preisen für Reisende in Deutschland, einen guten Service, gute Unterkunft und gutes Essen bietet.

Beim einchecken kamen wir mit dem Portier ins Gespräch. Seine Frau kommt aus Deutschland, er sprach perfekt deutsch. “Wir haben alle Zimmer für sie auf einer Etage” übermittelt er uns freudig. Super..diesmal sind wir nicht über das ganz Haus verteilt, wie es die Jahre zuvor war. Weil der Portier uns sprachlich gut verstehen konnte, baten wir ihn, auch die nachreisenden Mädels auf der selben Etage unter zu bringen. Wir nennen ihm die Namen der Mädels und er schaut für uns die nachfolgenden Buchungen durch. Dabei wandelt sich sein Gesicht von freundlicher Ausstrahlung in einen ersten Gesichtszug. “Ich habe eine schlechte Nachricht für eine ihrer Freundin” Dann erklärt er uns, dass ein Reiseunternehmen, bei dem eine der Mädels gebucht hatte,  Pleite gegangen ist, die Buchung wurde storniert, das vorausbezahlte Geld ist weg. Jetzt hängen nicht nur dicke Regenwolken über dem Himmel von Mallorca, sondern auch über unsere Stimmung. Der Portier versprach uns, dass sie alles unternehmen werden, dass die Freundin noch ein Zimmer bekommen kann, jedoch müsste sie es vor Ort noch einmal bezahlen. Das Geld ist weg, der gemeinsame Urlaub aber gerettet.

Wir genießen erst mal unser Zimmer mit Ausblick. Es ist schon spät geworden, die Dunkelheit bricht in Spanien schnell herein. nach kurzer Abenddämmerung ist es auch schon dunkel.

Nach dem Abendbrot ziehen wir in die erste Nacht von Mallorca, am El Arenal. Die Menschen hier fühlen sich während ihres Aufenthalt an diesem Strandabschnitt, in dessen Nähe zahlreiche Bierzelte und Diskotheken zu finden sind, wie eine Gemeinschaft. Für 7 Tage werden wir ein Teil dieser Gemeinschaft sein und ebenso ausgelassen sein, wie tausende vor uns in diesem Sommer.

Kaum haben wir im Cafe Platz genommen, erhalten wir schon die ersten Flyer für das Nachtprogramm in den Diskotheken und Lokalitäten, wie z.B. Oberbayer und Bierkönig. Wer auf Malle auf Nachtpirsch geht, darf keine Angst vor Gedränge haben, denn Massen von Menschen stehen dicht gedrängt den den Biertischen, als gäbe es kein Morgen mehr. Wer sich in das Vergnügen jedoch werfen will, sollte es am  besten leicht alkoholisiert tun, doch dann kann man sich der ausgelassenen Stimmung nicht mehr entziehen.

LaWe

Freitag, 16. August 2013

2 Flugminuten

 

Herrlicher Planet – wunderschöne Erde

LaWe

Dienstag, 8. Januar 2013

kein Zurück

Es gibt Wege, die man gegangen ist, die führen nie wieder zurück..egal über welche Kreuzung man die Umkehrung versucht. Der neu eingeschlagene Weg hält sich nicht an  die Kompassnadel, die in eine bestimmt Richtung zeigt. Es sollte der Weg in die sonnige Wärme sein . Ich nehme den Weg nach Süden, gehe in Richtung Süden, wie meine Kompass die Richtung anzeigt. Doch der eingeschlagene  Weg führt in den kalten Norden, die sonnige Wärme ist hinter meinem Rücken. Auch entgegen gesetzt spielt mir der Weg übel mit..egal, in welche Richtung ich gehe..die sonnige Wärme ist immer hinter meinem Rücken.

Es ist Zeit. Die Festtage liegen schon lange hinter mir. Ich will wieder nach Haus. Die Tage bei dem Verwandten waren wunderschön. ich möchte keine Stunde missen. Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, sollte es auch schnell gehen. Ein Blick auf den Fahrplan per Internet. Wenn ich mich beeile. kriege ich den Zug kurz nach 17 Uhr. Wenig später stehe ich schon am Bahngelände. Mit mir auf Reisen will Oma gehen. Naja..Oma..sie ist nicht meine Oma, aber weil sie die Oma von Sohnemann ist, nenne ich sie auch einfach mal Oma. Aber eigentlich kann das gar nicht sein. Sie lebt nicht mehr. Nachdem ich meine Augen noch mal auf scharf gestellt habe, ändert sich daran nix.Neben mir ist Oma. Sie hat sogar ihren Strandkorb mitgebracht. Weiß auch nicht, wie sie den Koloss bis zum Bahnhof geschafft hat. Das erfrischende Lindgrün der Verkleidung stimmt mich fröhlich und Oma lässt dich erst mal in ihrem Strandkorb nieder. Der Strandkorb steht direkt am Straßenrand mit tosendem Straßenverkehr. Sie macht es sich gemütlich, holt ihre Zeitung raus und ein dampfender Kaffee steht auch schon für sie bereit.Ich wundere mich über gar nichts mehr. Früher hätte Oma wegen ihres Asthmas nicht mal in die Näher einer Straße kommen können, ohne in Atemnot zu geraten. “Schau mal nach, wann genau und von welchen Bahnsteig unser Zug fährt” bittet sie mich. Klar..sie muss ja vorher wissen, wohin sie den Koloss von Strandkorb transportieren muss. Der lindgrüne Strandkorb wirkt im tristen Stadtleben wie es sich auf der Straße zeigt, wie eine Oase in der Wüste.

Ich kann dummerweise die Haupthalle vom Bahnhof nicht mehr finden, obwohl ich mitten im Gelände bin. Vor mir jede Menge Gleise, wartende Reisende auf den Bahnsteigen, Züge die kommen und wieder anfahren. Ich müsste über die zahlreichen Gleise springen, um auf meinen Bahnsteig zu kommen. Sogar die Anzeige für die Abfahrt meines Zuges kann ich sehen. Es bleiben mir – uns – nur noch wenige Minuten Zeit. Aber ich finde den Eingang einfach nicht. Mit Oma und Strandkorb ist eine verbotene Überquerung der Gleise gar nicht möglich. Ich bin verzweifelt. In wenigen Minuten fährt mein Zug in die Heimat..ich will wieder nach Haus. Ich muss zusehen, wie mein Zug einläuft und ohne mich abfährt. Oma sitzt in ihrem lindgrünen Strandkorb am Straßenrand und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen Mein Herz sendet ein dumpfes Gefühl aus. Damit quittiert es meine Ohnmacht. Ich muss den Rest meines Lebens auf dem Bahnhofgelände verbringen..bin gefangen in meiner Ratlosigkeit, kann die Gesetze der Bahn nicht brechen und auch Oma kann ich nicht einfach zurück lassen. Ohnmacht..dumpfe Ohnmacht….

Die Zeiten haben sich geändert. Ich hab mich wieder auf den Weg gemacht. Diesmal nicht mit Oma, die plötzlich an meiner Seite auftaucht. Nein, ich bin mit 2 weiteren Mädels zum Trainerlehrgang gefahren. Wir haben Glück und bekommen ein gemeines Zimmer. Den Zimmerschlüssel müssen wir uns teilen. “Ich nehme ihn an mich” sagt meine Freundin. Doch als wir abreisen wollen, ist sie mit samt dem Schlüssel wie vom Erdboden verschluckt. Wir finden sie nicht und alle Teilnehmer sind schon abgereist. Wir laufen zur Rezeption. Die Mitarbeiter sind beschäftigt, sie packen alles zusammen, beenden ihren Arbeitseinsatz. “Uns fehlt ein Schlüssel” informieren wir. Sie geben uns einen, der noch nicht im Einsatz war. Am dicken Anhänger glotzt mich eine 13 an. Shit, das war nicht unser Zimmer. Trotzdem versuchen wir es und wie erwartet, ist das Zimmer leer. Die Gäste sind schon auf Heimreise. Jetzt ist guter Rat teuer. Was tun, wenn man nicht weiter weiß? Ich wollte meine persönlichen Dinge nicht einfach zurück lassen, doch die Abreise lässt sich nicht mehr länger verschieben. Die Rezeption ist leer, niemand mehr da, der uns eine Schlüssel geben könnte.

“Ich weiß wo eure Freundin mit dem Schlüssel ist” Ein rettender Hinweis in letzter Sekunde. Eine Fremde, sie kennt unsere verschwundene Freundin auch.Nur ich laufe mit ihr mit. Sie sagt, sie hätte unsere Freundin 2 Querstraßen weiter gesehen. Wir laufen 2 mal um die Kurve und finden niemand. “Sie war aber hier” sagt die Fremde und zeigt in eine Richtung. Ich versuche kraft meiner Sehschärfe meine Freundin zu finden. Doch da ist nichts..nur eine endlos lange Straße. Nun ist auch die Fremde plötzlich vom Erdboden verschluckt. “Wo ist sie?” Fragezeichen in meinem Kopf geben sich die Klinke in die Hand. Und überhaupt, wie bin ich hier her gekommen. Die Gegend ist mir so fremd, als wäre ich im Ausland auf der anderen Seite der Erde. Ich habe keine Ahnung, in welche Richtung ich laufen soll, um zurück zu kehren. Ich habe alles verloren. meine Freundinnen, meine persönlichen Dinge, mein zu Hause, meine Orientierung und die endlose Straße führt ins Nirgendwo.

Diese Irrungen und Wirrungen sind meine gegenwärtigen Begleiter. Sie schleichen tagsüber lautlos neben mir her und herrschen Nachts über mein Unterbewusstsein. Egal, wie die Träume sich aufbauen, am Ende stehe ich da…verlassen und ohne Orientierung….

LaWe

In den Wind geschrieben

hat Tränen aus dem Haus getrieben

alles muss raus

schließe ich mich...
schließe ich mich an
anna (Gast) - 12. Jun, 08:29
ohne aufdringlich sein...
ohne aufdringlich sein zu wollen: wird langsam wieder...
bonanzaMARGOT - 16. Mai, 07:10
Mir gefällt das...
Mir gefällt das sehr gut, was d da gezeichnet,...
rosenherz - 18. Apr, 16:23
Diese wunderbar entspannende...
Diese wunderbar entspannende Art von "Kritzelei" habe...
Lo - 25. Mrz, 13:33
Es wird Zeit
das ich mal wieder ein Lebenzeichen von mir gebe....
Lange-Weile - 25. Mrz, 11:55

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bonanzaMARGOT - 24. Jun, 18:14
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bonanzaMARGOT - 24. Jun, 11:47
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Schlagermusik ist für mich ein No-Go. Meist mag...
bonanzaMARGOT - 23. Jun, 05:43
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Ich hatte doch heute am Tag der Zeugnisausgabe tatsächlich...
Shhhhh - 21. Jun, 19:44
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bonanzaMARGOT - 21. Jun, 00:03
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bonanzaMARGOT - 17. Jun, 06:36
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bonanzaMARGOT - 14. Jun, 06:22
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"Der wilde Planet", 21 Uhr 55, Arte
bonanzaMARGOT - 12. Jun, 10:57
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bonanzaMARGOT - 12. Jun, 06:04
Große Zahlen
Siebeneinhalbmilliarden und ein paar Zerquetschte...
bonanzaMARGOT - 11. Jun, 12:28
Schönes Wochenende
Seit Hubble wissen wir, dass sich das Weltall ausdehnt....
bonanzaMARGOT - 10. Jun, 09:02
TV-Tipp
"Tiger & Dragon", 22 Uhr 25, 3sat
bonanzaMARGOT - 8. Jun, 12:44
Mittwochs-Zitat
Die Medien überschwemmen uns täglich mit...
bonanzaMARGOT - 7. Jun, 05:50
Mit blauem Auge davongekommen
Der erste Schock hat sich gelegt. Man muss davon ausgehen,...
bonanzaMARGOT - 5. Jun, 10:34
Übung
Sitze seit einer Minute auf der Bank auf der Limmer...
Shhhhh - 31. Mai, 20:55
Passepartout und Wassermelonen
„Du wohnst hier?“ „Ja.“ „Und...
Shhhhh - 1. Mai, 23:45
Reimzwang
Sagt der eine zum andern: „Ich habe Reimzwang...
Shhhhh - 22. Apr, 00:58
Freitagstextergewinnerehru ng
Sehr geeehrte Damen und Herren, schreiten wir zur...
Shhhhh - 19. Apr, 08:38

Hallo ;-)

meine Randbemerkungen

Wer schreit ist im Unrecht
gestern las ich in einem Artikel einen interessanten...
widder49 - 13. Mrz, 13:13
auf dicke Hose machen
Hallo Rosenherz, ich denke, das Erdocan einen Wahlkampf...
rosenherz - 11. Mrz, 12:29
federnder Gang
Hallo Bo., du wirst jetzt für deine Mühe...
abendGLUECK - 11. Mrz, 12:00

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