Sonntag, 14. Oktober 2012

plötzlich gegangen

Können gute Wünsche im Himmel wahr werden ?  Ich hoffe es….

Es gehört zu jedem Aufenthalt in meinem Heimatdorf dazu – ein kurzer Besuch bei einem Teil meiner Familie, der schon seid ein paar Jahren in Frieden ruht.

Es ist ein schöner unverbaubarer Platz, der Friedhof des Ortes.  Er liegt auf einer kleinen Anhöhe. Man kann sogar einen Zipfel vom großen Jasmunder Bodden sehen, eine kleine Bucht, als Kinder badeten wir darin.

Damals war die Schule noch im Wohnort . Wir Kinder hatten die Schule quasi vor der Haustür.

Noch heute sind die Überreste unserer Grundschule von damals sehen. Ohje…wie lange ist das her…kaum zu glauben, doch damals hechelte ich dem 18. Geburtstag entgegen – wollte endlichauch erwachsen sein. Warum drängelt es die Jungend in diesen Lebensabschnitt ? Heut wünschte ich mir, die Jungend hätte länger gedauert. Mit dem Wissen von heute würde ich jeden Tag doppel genießen. Mit Ausnahme der Klassenarbeiten hatten wir damals keinen Druck und Zukunftsängste waren uns fremd.  Zu gern erinnere ich mich an die Zeit und die Erinnerung verstärkt sich, begegnet man jemanden, mit dem man in einer Klasse war.

Als ich im Juni wieder mal auf dem Friedhof war..dachte ich mir: “Mach doch einen kleinen Handy-Videoclip, dann kannst du deine Lieben per Clip immer mal wieder aufsuchen”. Gesagt – getan. Mein Schwesterherz geht vor und ich folge ihr mit der laufenden Kamera. Ein älterer Herr kommt uns entgegen, ist aber nur kurz im Bild.

Nach einem kurzen Schwenk ist er auch schon wieder aus dem Bild. Mein Blick ist auf den Bildschirm der Kamera fixiert und die auf mein Schwesterherz. Wir stehen stumm an der Grabstelle und denken an die Zeit. als die Familie noch komplett war. Da spricht uns der  ältere Herr an und erkundigt sich nach einer Frau und nennt dabei meinem Mädchennamen.

Ich schaue ihn an und erkenne Günter – ein Mitschüler. 10 Jahre haben wir die Schulbank gedrückt und fast 20 Jahre ist es her, als wir uns zuletzt sahen, das einzige Klassentreffen.  Die Wiedersehensfreude war groß und die alten Zeiten lebten noch einmal auf.

Günter war kein großer Mann. Vielleicht war er deshalb schüchtern und zurück haltend. Aber von seiner kindliche Warmherzigkeit hat er nichts eingebüßt. Eine Frau für´s Leben fand er nie. Bis seine Mutter starb, lebte er bei ihr. Das heißt, er verlies sein Elternhaus nie. Jede Frau, die er mit nach Hause brachte, musste erst die Güte-Kontrolle der Mutter überstehen und sie fand, keine Frau war gut genug für Günter. Und doch brachte es eine Frau etwas weiter und ein Kind von Günter auf die Welt. Und damit war das Glück für Günter schon wieder aufgebraucht. Ich weiß nicht, ob Günter es so gesehen hat…aber im Dorf erzählte man sich, das die Mutter ihren Sohn nicht gehen lassen will.

Er war erst frei, als seine Mutter starb und ihre Grabstelle besuchte er an dem Tag, als wir uns trafen.

Als ich ihn flüchtig sah, war er ein älterer Mann für mich, als ich ihn als meinen Mitschüler erkannte, war er wieder der Junge von damals…eben nur etwas dicklicher und runzliger. Ähnlich wird es ihm mit mir auch ergangen sein.

Günter hatte wieder eine Lebenspartnerin gefunden. Sie pflegte ein Grab und er wollte nur Wasser von der Zapfstelle holen, als wir uns zufällig trafen. Mich freute es, das Günter doch noch eine Frau gefunden hatte und auf seine alten Tage nicht mit der Angst vor dem Alleinsein verbringen musste, wie seine Mutter. Wenig später stand seine Partnerin neben uns und Günter stellte mich als seine Mitschülerin von damals vor. Wir wurden barsch von ihr unterbrochen. Sie forderte Günter mit harten Ton auf, ihr zu folgen :”Wir haben keine Zeit” Einen Blick für mich und mein Schwesterherz, die auch bei uns stand, hatte sie nicht. Mit einem flüchtigen “Tschüss” zu mir folgte Günter seiner Frau. Über meinem Rücken lief ein kalter Schauer “Armer Günter” dachte ich,als ich ins Auto stiegt, mit dem Schwesterherz und ich Richtung Heimat fuhren.

Seid dem sind 4 Monte ins Land gegangen und heute erfuhr ich, das Gunter jetzt auch auf dem Friedhof ruht, wahrscheinlich neben seiner Mutter. Mein Bruder fand die Todesanzeige von Günter in der Tagespresse. Er ist plötzlich verstorben.

Mann oh Mann – Günter, was machst du für Sachen. Du warst im Juni doch noch bestens drauf und heut gibt es dich nicht mehr.

Ich wünsche dir von Herzen, dann dich im Himmel liebevolle Engel begleiten werden und du so doch noch eine warmherzige Begleiterin an deine Seite bekommst.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

einmal nach Palma und zurück

Diese Gelegenheit wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, auch wenn nur 3 Stunden Schlaf hinter mir lagen. 2 Mädels unserer Weibertruppe hatte beschlossen, sich die Innenstadt vom Palma anzusehen. Unser Lotterleben sollte mit einen grandiosen Qualitätssprung aufgewertet werden.

Um 6 Uhr morgens lag ich nach einer langen Nacht endlich in meinen Federn und brauchte gefühlte 2 Stunden zu einschlafen um den Nachtrummel im Kopf ausklingen zu lassen, mit anderen Worten, ich konnte nicht so schnell wieder runter kommen, wie ich es gern gehabt hätte. Ach..könnte man den Schlaf wie einen Lichtschalter an und ausschalten.

“Willst du auch mit ?” fragte mich meine Bekannte, wir teilten uns das Zimmer. Sie war schon Ausgehfertig – ich lag noch wie ein hohler Schwamm im Bett auf der viel zu weichen Matratze mit den losen glatten Bettlagen, das ich morgens immer zusammengerollt in der Mitte meines Bettes fand. Immer, wenn ich mich von einer Seite zur anderen Seite drehen wollte, musste ich kraft meiner Wassersuppe meinen Allerwertesten kräftig anheben, denn die Matratze schien mir regelrecht am Hintern zu kleben. Man hätte schwerelos sein müssen, wollte man sich sich so leicht wie eine Feder drehen.

Klar wollte ich mit, aber nach knapp einer Stunde realen Schlaf? Aber auf der extrem weichen Matratze mich weiter zu wälzen, das waren auch keine besseren Aussichten. Wenn ich mich jetzt nicht sofort von der Matratze wälze, werden die Mädels und der Bus ohne mich nach Palma fahren.Abgeschleppt wurde keiner. Ich musste nur eng genug am Rand der Matratze liegen, da gab die Außenkante schon nach und so  rollte mein Köper schon wie von allein aus dem Bett. In Windeseile machte ich mich frisch und stürmte meiner Bekannten hinterher. Sie saß mit der anderen schon In Essenraum mit Kaffee und Frühstücksei. Zum Glück…zum Kaffee reichte für mich die Zeit auch noch..außerdem fuhr der Bus nach  Palma alle 30 Minuten.

Verschlafen und komplett übermüdet wartete ich mit den anderen auf den Bus und der lies nicht lange auf sich warten. 20 Minuten später standen wir in Palma, eine Stadt, die baulich gesehen kein Vergleich zum  el Arenal war, denn dort standen lediglich Hotel an Hotel, doch hier in Palma lebten die Spanier und das sah ganz anders als im Touristenviertel, aus dem wie kamen.

Die warmen Farbanstriche der Gebäude strahlten eine wohlige Atmosphäre aus. Die Fensterläden der Wohnungen waren fast alle geschlossen. 

 

 

In den engen Straßen war es kühl und zugig, für meinen müden Kopf eine wohlige Erfrischung. Aber es hatte auch etwas Beklemmendes für mich. (Links unten im Bild einer meiner Begleiterin. Sie hatte an dem Tag ihre Fittiche über mein müdes Haupt an dem Tag gespannt)

 

Voll besetzte Cafés an jeder Ecke und jeden freien Platz. Die großen massiven Bauten ließen die Menschen unter den großen Sonnenschirmen klein und zierlich aussehen.

Und dieser knorrige Baum war für mich ein Wunderwerk der Natur. Er spendete mit seiner Baumkrone vielen Menschen Schatten, der in den Straßen nur spärlich vorhanden war. Nur die wirklich engen Straßen verhinderten, dass die Sonne auf den Boden kam.

In herrlicher Kulisse spielten die Straßenmusiker für Fußgänger. Nur schade, dass auch hier an diesen historischen Gebäuden die dicken Leuchtreklamen an den Fassaden hängen.

Um einen besseren Überblick über die Stadt zu bekommen, nahmen wir einen Touristenbus, der im Innenbereich von Palma seine Runden drehte. Er hielt immer an für die Besucher der Stadt interessante Plätzen oderGebäuden an. Dort konnten die Fahrgäste ein- bzw. aussteigen und sich die Gegend genauer anzusehen. Der nächste Bus würde 15 Minuten später an der selben Stelle halten und man konnte wieder einsteigen und sich zur nächsten Attraktion fahren lassen.

Für mich war die Busfahrt die perfekte Nebenbehandlung für meinen müden Kopf. Der erfrischende Fahrtwind holte mich aus dem Sekundenschlaf, der meine Lider nach unten zog.

Der Touristenbus startet für uns seine Tour durch den malerischen Boulevard von Palma. Die dünn belaubten Bäume spendeten einen spärlichen aber auch kühlenden Schatten. Auf der anderen Seite lies das Laub genügend Sonnenlicht durch, das gab der Straße eine gesprenkelte Maserung und hatte etwas von einer Gardine vor Omas Fenster.

Die Kathedrale von Palma ist wohl eins der beliebtesten Ausflugziele von Mallorca. Groß und mächtig steht sie mit der Hauptfassade zum Mittelmeer gerichtet. Wer direkt vor ihr stand, kam sich klein und bedeutungslos vor.  Besichtigen konnten wir sie nicht, unsere Zeit reichte nur für eine Fernansicht aus dem Bus, aber dieser optische Eindruck war für mich auch schon überwältigend.

Unser Bus fuhr uns von einer Attraktion zur anderen und die Fotoapparate liefen bei fast allen Fahrgästen heiß.

Wir fuhren an zahlreichen historischen Gebäuden vorbei. Ihre Fassaden waren alle samt mit blühendem Grün bedeckt und ließen sie wie Kulissen für leidenschaftliche Liebesromanzen aussehen.

Von den meisten der Burgen und Schlösser konnte ich per Kamera nur den Zipfel einiger Türme erhaschen. Ich wüsste gern, wie oft an einem Tag so ein Gebäude fotografiert wird. Da kommen bestimmt  4 oder sogar 5 stellige Zahlen zusammen.

Jeder Fahrgast bekam vor Reiseantritt ein paar Kopfhörer. Das war die klassische Fremdenführung  und zu jedem wichtigen Gebäude erhielt der  Tourist die wichtigsten Informationen darüber in seiner Landessprache. Mein Geist war an dem Tag viel zu müde, um Informationen aufzunehmen.

Statt dessen lies ich die wunderschöne Landschaft auf mich wirken. Hier in Blick von einem Berg auf die Bucht im Mittelmeer, die die Deutschen zu ihrem beliebtesten Urlaubsort gemacht haben.

Unten am Strand wieder angekommen, wurde den Touristen der Stadt noch Jachthafen gezeigt. So viele Segelboote und Jachten, da fragte ich mich, wie viele Millionäre legen hier täglich an? 

Für die kleinen Motorboote gab es eine Extraabteilung, diese lag zwischen Schnellstraße und der dichten Bebauung gegenüberliegend von Meer.

Aber auch  karge Bauten lagen auf unserer Strecke und an diesen fand man dann auch die typischen Bemalungen der Jungend, wie sie auch in Deutschland an glatten Mauern oder ähnlichem Grund findet.

Nach der Busfahrt schlenderten wir noch einmal durch den Boulevard. Es war bereits schon später Nachmittag, doch die Sonne brannte heiß. Für meinen müden Kopf eine echte Tortur. Aber der Anblick der malerischen Kulisse söhnte mich wieder aus.

So blieb noch etwas Zeit für einen netten Schnappschuss. Die Straßenkünstler – verkleidet  als Spiderman und Batman – zauberten die  übergroß schillernden Seifenblase und diese wieder verzauberten einen Junge, der sie fangen wollten. Kaum hatte er sie berührt, waren sie aus deinem Händen auch schon wieder wie von Zauberhand verschwunden. Nach kurzen Stutzen sah er schon die nächste Seifenblase auf sich zukommen und vergessen war die zerplatze, das Spiel begann für ihn erneut.

Die Oma – rechts in der Mitte des Bildes zu sehen – rückte ihren Stuhl noch näher an ihrer Balkonbrüstung und so war sie auch indirekt mitten im wimmelnden Treiben auf de Straße.

Nach einem kurzen Besuch in einem Eiscafé zog es uns wieder heim. Die Mädels gingen schon voraus und ich folgte ihnen wie ein Paparazzi um noch ein letztes Abschlusstoto von Palma zu machen.

Trotz meiner Müdigkeit war das ein herrlicher Ausflug und schöne Ausflugsziele dieser Arte gibt es viele auf Mallorca.

Nach dem Tagesausflug lag ich Schach matt wieder auf meiner wichen Matratze und lies für diesen Abend das Nachtleben das Nachtleben sausen. Mein Körper verlangte sein Recht und schrie förmlich nach Schlaf und Erholung und beides bekam er. Ich schlief und schlief und schlief und am nächste Tag sah die Welt wieder ganz anders aus.

Wie es so schön heißt, dabei sein ist alles und so stürzte ich mich am nächsten Abend wieder ins Nachtleben von Mallorca.

LaWe

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Strandleben

Unmengen von Bildern machen die Wahl zur Qual.

So an die 900 Bilder brachte ich von meinem Urlaub auf Mallorca mit. Ich werde nun den Versuch starten, einige von ihnen hier im Blog zu verarbeiten. Bisher zeigt ich in meinen Beiträgen nur das Nachtleben und daraus könnte der Leser den Schluss ziehen, dass wir 5 Weiber das Leben am Tag haben zu kurz kommen lassen.

Ok…wenn die Nacht zuvor mehr als lang war, dann kam ich doch eher schwerer aus den Federn und die Hitze des Tages machte es mir als verschlafene Tanzmaus der Nacht das Leben auch nicht leichter. An solchen Tagen hat die Sonne  etwas von einem gleißenden Licht und sticht in die müden Augen wie ein Stecknadelbündel. Und außerdem waren die Matratzen im Hotel so was von weich, dass ich darauf nicht lange liegen konnte. Da war mir der harte Boden des Strandes lieber. So weit ich weiß, wurde der Stand  künstlich angelegt und für den Sand wurden die Steine feingerieben. Für die Sandburgenbauer gibt es am Strand keine Entfaltungsmöglichkeit. Für zart besaitete Popochen ist der Strand zu hart, weil er unter dem Körper nicht so nachgibt, wie der klassische Strandsand von Warnemünde.

Tja..da lieg ich nun in der Sonne – die Nacht war zuvor lang, aber der fische Wind um meine Ohren tut meinen müden Kopf mehr als gut. Vor hier aus kann ich das bunte Treiben am Stand beobachten und ein paar Schnappschüsse vom Strandleben machen. Ich liebe es, zwischen zwischen einem Haufen von Menschen nur einfach da zu sein. Wer diese Enge nicht mag, für den ist das wahrlich nicht der rechte Ort.

Der Stand ist mehrere Kilometer lang und auch noch Ende September drängen die Sonnenhungrigen am Tag.

Am berühmt berüchtigten Ballermann 6 geht es jetzt ganz gesittet zu. Nachdem das Saufen aus Eimern nicht mehr erlaubt ist, verschwanden auch die Schnapsleichen.

Doch so ganz verschwunden sind die Eimer nicht. Diese kann sich der Urlauber für 1 € Pfand an den Strand holen und mit Eis füllen und die Kühlung für das Bier ist perfekt. Die Urlauber lassen abends die Eimer einfach am Strand stehen und so ähnlich wie man in Deutschland die Flaschensammler sieht, findet man hier abends die Eimersammler um das Pfandgeld wieder auszulösen.

Unsere Weibertruppe erbte an diesem Tag so einen Eimer und die Luftmatratze gleich mit.

Die Urlauber, die abends wieder heimeisen, reichen ihrer Standutensilien an die nächsten weiter. Auch wir ließen den Eimer stehen, doch die Luftmatratze war perfekt zu Land und zu Wasser.

Wo viele Menschen zusammen kommen, können und wollen viele Geldverdienen, egal ob am Nachtleben oder am Strandgetümmel. Fast jeder der auf Mallorca oder an ähnlichen Orten war, kennt die zahlreichen Angebote der Thai-Frauen: “Massage?” Und wer sich all zu sehr davon belästigt fühlte. der ergriff Maßnahmen, wie diese Männertruppe. Ihre Abgrenzung zu den Thai-Frauen war schon von weitem zu sehen. Die Aufschrift:”No Massage” zeigte Wirkung, sie wurden nicht belästigt. Auf der Innenseite ihres handgemachten Hinweisschildes  stand auf gelben Untergrund “Please Massage”

Aber viele leisteten sich eine Thaimassage. Schwer zu ertragen ist der Gedanke dabei, dass sie dabei kaum die hygienischen Vorschriften einhalten können. In der Hosentasche haben sie ihr Massageöl und etwas Tigersalbe. Weil sie dort illegal arbeiten, schauen sie sich während de Massage permanent nach allen Seiten um. Ab und zu legen sie die Hüte ab oder legen sich flach auf den Boden, um nicht entdeckt werden. Die Qualität ihrer Arbeit leidet darunter nicht. Die reizenden Schwestern gönnten sich auch so eine Massage und waren hell auf begeistert davon.

Das Lieblingsgetränk der meisten Strandbesucher – Bier. Dem kann ich leider nichts abgewinnen und ich bleibe bei meinem Wasser. Nach einem Bier würde ich bei der Hitze des Tages bald berauscht und platt am Stand liegen.

 

Andere hingegen können einen Stiefel mehr vertragen und stapeln das Leergut liebevoll auf. Am Ende des Tages wurde daraus ein beachtlicher Turm.

Ich vertrieb mir die Zeit mit fotografieren und wenn sich kein Motiv fand, erfand ich welche  

 

Während die Mädels sich unterhielten, mutierte ich zu ihrer Schattenfrau. Ich wollte schon immer mal groß rauskommen.

Und es dauerte nicht lange, das griff die Schattenhand nach meiner Schwester. Aber sie blieb davon unbeeindruckt.

Wenn der Tag zu Ende ging, dann kamen die Abräumer. Die weißen Tauben lagen auch vorher auf der Lauer und als der Strand sich leerte, suchten sie nach Fressbarem.

Aber auch andere Abräumer sah man in den Abendstunden. Sie suchten den Strand systematisch nach verlorenen Schmuck ab. Ihrer technischen Ausstattung nach sahen sie auch, als wollten sie verborgene Radioaktivität aufspüren.

Dann brach langsam der Abend an. Die Sonnenuntergänge sind mit denen hier an der Ostseeküste nicht vergleichbar. An wolkenlosen Tagen legte sich kurz vor Sonnenuntergang über das Mittelmeer ein orangefarbener Film.

Das zauberhafte Panorama bot seinem Urlaubern fast jeden haben diesen herrlich romantischen Blick auf die untergehende Sonne am Horizont.

In sehr kurzen Zeitabständen sah man die Flieger über die Bucht von El Arenal in den Abendhimmel fliegen und mit Wehmut dachte ich daran, dass wir in wenigen Tagen ebenfalls in einem dieser Flieger sitzen werden.

LaWe

Dienstag, 9. Oktober 2012

Ying Yang Mahlzeit

Wie der Zufall es so will.

Heut haue ich mir ein paar Eier zu Mittag in die Pfanne und das kommt dabei raus

Na..wenn das kein ausgewogenes Essen war – der restlich Tag wird es zeigen, ob es sich entsprechend auswirkt

 Hier noch mal zum Vergleich.

Das bekannte  Symbol hab ich mir  bei Wikipedia geliehen.

Zum Glück erkannte ich im  letzten Moment die außergewöhnliche Gestalt meiner Brateier und konnte diese für die Nachwelt festhalten ;-) Jetzt ruhen sie sanft in meinem Magen …und mögen mir die Kraft geben, die 14 Kinder aus dem Kindergarten ohne Stress in die Sporthalle zu bringen. Dort warten weitere 14 Kinder und werden mich auseinander nehmen, wenn ich nicht zu wehren weiß.

LaWe

Samstag, 6. Oktober 2012

Frage an´s Leben

“Kann der eigene Tod das Leben schöner machen?”

Mein Leben sagt: “Ja, wenn die Angst vor dem Sterben nicht wär”

“Und wenn ich die Angst vor dem Sterben besiegen würde?”

Mein Leben sagt: “Dann hat das Wissen um sicheren Tod die Kraft das Leben zu verschönern”

LaWe

Freitag, 5. Oktober 2012

verschlungene Wege

Wir wollten etwas gemeinsames unternehmen. Wir..das sind die Eltern unserer Kinder, die in einer Klasse waren. Die Kinder waren schon angekommen, wir Eltern sollten nachreisen. Ich traf mich also mit einem Elternpaar. Sie wollten mich mitnehmen. Deshalb ging ich zu ihnen und die Frau holte mich schon von der Haustür ab. Sie leben in einem monströs großen Hochhaus. Ich lief ihr bis zur Wohnungstür nach.

Die Raumaufteilung ging von einem ellenlang großen Flur aus. Zahlreiche Türen konnte man öffnen, um in die Wohnräume zu gelangen. Geschäftiges Treiben auf dem großen Flur…die Familie teilte sich die Räume mit anderen Familien. Der größte Teil der Räume befand sich hinter Türen, andere, besonders große Räume, teilen die Familien sich. Eine Unsichtbare Wand schien mitten durch diese Räume zu gehen. Jeder abgeteilte Raum war anders eingereichte. Als ganzes sah die Gemeinschaftsräume zusammengewürfelt aus. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass so viele Menschen nicht nur unter einem Dach, sondern auch in einem Raum leben können, ohne sich auf die Neven zu gehen.Vielleicht lag es daran, das niemand die unsichtbare Grenze, die die unsichtbare Mauer darstellte, überschritt.

Das Elternpaar hatte noch einiges wichtiges zu erledigen. Sie liefen geschäftig umher und hatten kaum Zeit, sich um mich zu kümmern. Jeder von ihnen wechselte ein paar Worte im Vorbeigehen mit mir. Sie waren höfliche Menschen. Wenn er zu mir sprach, dann hüllten seine warmen Worte mich wie in eine kuschlige Wolldecke ein. Und überhaupt, er hatte eine Ausstrahlung, die mich an meine kindliche Natur erinnerte. Eine Natur, die noch nichts böses gesehen und deren Seele noch keine Wunden hat. Er war kein junger Mann mehr, er war kein schöner Mann, er hatte etwas, das mich an meine kindliche Natur erinnerte. Damals sah ich die Welt in seiner vollen Schönheit, die dunkeln Ecken entdeckte ich erst später.

Ich wollte mich nützlich machen und fand auch schnell eine Möglichkeit. Ein prall gefüllter Müllsack stand in der Nähe der Wohnungstür. Die sollte bestimmt entsorgt werden. Ich trage in in den Hinterhof. Die Treppe nach unten ging direkt in den Hinterhof. Was mich jedoch wunderte, denn ich verlies die Wohnung durch die Tür, durch die ich die Wohnung betrat. Aber ich kam ja nicht über den Hinterhof in die Wohnung. Merkwürdig.

Im Innenhof standen die Mülltonnen und ich entsorgte den prallen Müllsack. So richtig sicher war ich mir nicht, ob das Elternpaar mitbekommen hat, wohin ich entschwunden war. Aber sie werden es sich denken können, denn den Müllsack kann ja nur ich entsorgt haben. Meine Abwesenheit sollte auch nur kurz sein.  Mit großen Sprüngen will ich die Treppe wieder nach oben steigen, das sieht schon aber wieder ganz anders aus. Wo waren meine Augen, als ich der Frau folgte, wo waren meine Augen, als ich im Treppenhaus nach untern ging? Hab ich dieses Wirrwarr an Treffen vorher nicht gesehen?

Die ersten Stufen, die ich nehmen kann, haben etwas von einer Schlosstreppe. Wie ein Flussdelta breitet sie sich vor mir aus. Sie hat etwas von einem erhabenen Sog. Ich sehe mir den Verlauf der Treppe an. Sie wird nach oben hin immer enger, sie verjüngt sich bis zur kompletten Zuspitzung. Die seitlichen Geländer stoßen zusammen. Die räumliche Weite der Treppe ist eine optische Täuschung und entpuppt sich schon beim genauen Hinsehen als eine Sackgasse und wer sich sogar bis zum Schluss hineinzwängt, wird in ihr hängen bleiben. Komisches Treppenhaus. Dabei sah das Haus von außen ganz normal aus.

Etwas zurück gesetzt erkannte ich die echte Treppe und wollte schnell hinauf stürmen. Als ich vor der Treppe stand, sah ich eine zweite Treppe, die ich nehmen könnte. Was sie voneinander unterschied, war ihr Anstrich. Eine war grün, die andere war gelb gestrichen. Jetzt wird es bunt und ich erinnere mich trotz größter Bemühung nicht daran, welche Farbe die Treppe hatte, auf der ich in den Innenhof gekommen war. Das hab ich nun davon. Wieder zeigt sich, das man Bekanntes nur noch oberflächlich ansieht. Aber ich möchte das Elternpaar nicht auf mich warten lassen. Vielleicht haben sie noch gar nicht bemerkt, dass ich mich davon gemacht habe.

Ich entscheide mich für die grüne Treppe nach einer ganz banalen Regel “Grün ist die Hoffnung” – das kann nicht der falsche Weg sein. Beim genaueren Hinsehen erkenne ich, dass die gelbe und die grüne Treppe sich ab und zu kreuzen. ich könnte also wechseln, ohne ins Treppenhaus zu fallen. Ich halte mich an den grünen Weg und nutze die Kreuzungen nicht. Einmal entschieden und so soll es dann auch bleiben und steige Etage um Etage nach oben, aber Türen finde ich keine. Statt dessen stehe ich vor Mauern. Komisches Treppenhaus. Die Möglichkeit von grün auf gelb zu wechseln habe ich nicht mehr. Die gelbe Treppe hat sich entfernt, Kreuzungen mit der grünen sind nicht mehr zu erwarten, bin ja schon fast ganz oben.

Ich habe mich für grün entschieden und steige weiter nach oben und endlich, endlich  treffe ich auf eine Tür. Sie ist so grün wie die Farbe der Hoffnung. Als ich klingeln will, muss ich erkennen, ich stehe vor einer Blind Tür. Sie ist täuschend echt aufgemalt, auch der Klingelknopf. Alles nur eine Attrappe, eine  optische Täuschung. So finde ich das Elternpaar nicht mehr. Das Treppenhaus entpuppt sich für mich zum Irrenhaus oder habe ich mich geirrt?

Also klingel ich noch mal und noch mal…und glaube ein Klingeln zu hören…also doch die Tür ist echt, das klingen ist echt und werde wach. Es ist 7.30 Uhr und mein Wecker arbeitet schon seid 6.30 Uhr daran, mich aus dem Traum zu holen….nach 60 Minuten hat er es geschafft. Ich bin wach und verlasse mit einem Augenaufschlag das Irrenhaus mit seinen verwirrenden Treppen, was bleibt ist das gute Gefühl an meine kindliche Natur, die sich hinter einer der zahlreichen Türen in einem irren Treppenhaus versteckt hält..

LaWe

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Nachteulen

Auf Mallorca muss man sich entscheiden, ob man den Tag Tag sein lässt ober ob man die Nacht zum Tag macht. Die lauen Sommerabende laden auf jeden Fall dazu ein, die Nacht auch zum Tag zu machen. Und mit dieser Absicht ist man als Urlauber dort nicht allein.

Schon an der nächsten Straßenecke trifft man auf buntes Treiben, soweit das Auge reicht

. 

Alle sind in Feierlaune. Dicht gedrängt an den Stehtischen stehen die Menschen und versuchen gegen den Lärm der Musik mit einander zu sprechen. Jeden Abend  lockt Happy hour bis 24 Uhr  die Menschen an, uns auch.

In unsere Ohren dröhnt immer wieder die selbe Musik. Sie ist der Motor, der die Feierlaune antreibt und der Alkohol der Sprit, der sie am laufen hält. Das Konzept funktioniert jeden Abend aufs neue…vom Mai bis Oktober.

 

Die alkoholisierte emotionale Hochstimmung bekommt jeden Abend von den Betreibern noch ein kostenloses Sahnehäubchen drauf gesetzt. Gegen 23.30 findet jeder Gast Wunderkerze an seinem Platz, die alle zur selben Zeit zum sprühen gebracht werden.Jeden Abend das selbe, jeden Abend der selbe Spaß, jeden Abend für die Gäste das selbe Vergnügen.

Wer seinen Platz am Rand eingenommen hat, muss sich auf die fliegenden Händler einstellen. Sie dürfen nur am Rand ihren Handel treiben.

Sie alle sind junge Männer aus Senegal und verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit, dass sie die Urlauber Tag und Nacht mit ihrem Schnickschnack umschwirren, um ihn für 1 €  oder mehr an den Mann zu bringen. Wenn ich tagtäglich die Jungs laufen sah, war ich froh, am anderen Ende der Welt geboren zu sein. Ich sitze am fetten Ende de Wurst, muss meine Heimat nicht verlassen um leben zu können. Die Jungs sind unermüdlich und das sicher nicht ohne Druck aus einer für den Urlauber unsichtbaren Ecke.

An dem Abend hatten wir viel Spaß, auch mit den Jungs. Dieser Abend fing wie jeder Abend an.

Ankommen an der Bierstraße, um sich mit reißen zu lassen. Wie tauchen unter im dichten Gedränge, um noch einen Tisch für die 5 lustigen Weiber zu ergattern. 

Fast alle Plätze sind besetzt, doch am Rand war noch ausreichend Platz für 5 Frauen. Und damit sind wir auch gleich im Visier der zahlreichen fliegenden Händlern, die im 3 Minuten Takt versuchen, um all ihren Schnickschnack zu verkaufen. Mit “Blink Blick” oder  “Guter Preis” und “Heute Happy hour” wollen sie uns ihr nutzloses Zeug schmackhaft machen. Meine Schwester wird dann doch irgend wann weich und kauft den Jungs was ab.

Der Alkoholpegel im Blut steigert die Kauflust und wenn die Jungs erst mal mitgekriegt haben, das jemand etwas kauft, wird um von ihnen umschwirrt, wie die Motten das Licht. Sie kommen nun von links und von rechts, um uns ihre Ware anzubieten. Wir waren jetzt Kunden geworden, wir hören uns an, was der fliegende Händler uns noch verkaufen kann

Auf die dekorative Perücke haben wir alle verzichtet, doch er hatte es besseres nach unserem Geschmack. Die perfekte Maskerade. Eine Brille mit blinkender Nase und heraus hängender Zug. Als meine Schwester sich das Ding probeweise auf die Nase setzt, krieg ich mich nicht mehr ein und komme aus dem lachen nicht mehr raus und gönne nun auch den anderen den Spaß an meinem Anblick.

Nach 15 Minuten Lachflash kann ich wieder ohne Lachanfall reden und stelle fest, ich bin angekommen. Angekommen im Land der Bekloppten. Jetzt ist es nicht mehr weit, bis ich meinen Affen auf dem Käfig lasse.

Wir wollen mehr von den Spaßbrillen und werden zu Großabnehmern. Darauf sind die fliegenden Händler nicht vorbereitet und laufen wie die Bienen umher, um uns die weiteren Brillen zu beschaffen. Doch die Brillen, die sie uns vorlegen, haben eine Erdbeere als Zunge, wir wollen eine Zunge. Und wieder Birsen die fliegenden Händler durch die Gegend und um die passenden Brillen aufzutreiben.

Doch dann..oh Schreck, an einer Brille fehlt eine Augenbraue. Die Maskerade sieht zwar blöd aus, doch nur mit einer Augenbaue ist das bekloppt. Und wieder laufen die Jungs los und versuchen eine Brille aufzutreiben, wo beide Augenbrauen noch dran sind. Und das dauert und dauert. “Passt mal auf” sagt mein Schwesterherz “wenn die jetzt wiederkommen, dann haben sie an der anderen Brille manipuliert die Augenbraue abgerissen und sie werden uns erklären, dass das so sein soll”.

Kaum hat sie es ausgesprochen, als 2 fliegende Händler an unseren Tisch kommen. Einer von ihnen legt uns die Brille vor, ohne Augenbrauen. Wie erwartet haben sie die andere entfernt und wollten uns nun erzählen, das das bei dieser Brille eben so ist. 

Sie beraten und beraten, was sie nun machen sollen. Auf keinen Fall wollen sie sich das Geschäft nicht durch die Lappen gehen lassen. Ihre Gesichter sind ernst, wie die eines Immobilienmaklers, der ein Haus mit Mängeln schön redet um es an den Mann zu bringen.Sie haben für ihre Bemühungen unseren vollen Respekt und wir nehmen ihnen die Brille ohne Augenbraue ab. Wären diese Jungs richtig ausgebildet, dann könnte der Händler l sich über gutes Verkaufspersonal freuen. Die Jungs sind echt fleißig, laufen wie die Bienen und wir nehmen ihnen die Ausrede ab. Die fehlenden Augenbrauen malen wir später selber nach, beschließen wir.

LaWe

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