Montag, 11. September 2006

Der Kaffee ist fertig...


Kaffeekränzchen
es wat einmal ein Stück Kuchen
Der Kuchen ist leider schon alle
LaWe

allergischer Trotz

Das Kind hab ich wieder auf den Weg gebracht. Von 5 Tagen meiner Abwesenheit ging er 3 Tage nicht zur Schule. An einem Tag Kopfschmerzen, am nächsten Tag ein schlechtes Gewissen und am dritten Tag Angst vor der Blamage.
So wartete er auf mich, seine Mutter, die alles wieder richtig und ihn dabei hilft, das Gesicht, das er vielleicht sogar vor sich selbst fast verlor, zu wahren.

Das war die erste Woche in seine Leben, die er auf sich gestellt war. Das heißt , nicht ganz, denn Oma ist immer dabei. Leider brach sie wieder in die Übungsphase seiner ersten Selbstständigkeit ein und das brachte ihn komplett aus dem Gleichgewicht.

Also innerlich lag in seinem Kopf kein Stein mehr übereinander, obwohl er fest an seinen Ausreden festhielt. Sie weichen wirklich erst nach einer offenen Einkreisung ihre widersinnigen Schlußhandlungen auf. Zu beschämend ist das Gefühl, der graue Alltag hat überfordert.

Überfordert haben sie meinen Sohn bei weitem nicht. Denn geistig und körperlich ist er in der Lage alles zu meistern, was für ihn auf dem Papier steht. Allein, es fehlt der Wille, die eigene Bequemlichkeit zu überwinden. Dahinter steckt nicht nur allein die niederdrückende Faulheit, die sich so schlecht hin auf alles Nichtgetane anwenden läßt, sondern dahinter versteckt sich ein hohes Potential an Trotz.

Der Trotz ist ein Reaktion auf Überdruck, sich einem Verhaltensmuster und Erfordernis anzupassen, was in Form und Schnitt noch nicht zu einem paßt. Der Trotz entwickelt sich dann als eigenständiges Muster und lehnt jede Verantwortung für die eigene Entscheidung ab. Der andere ist Schuld - das Leben kann so einfach sein. Ich leite mein Handel vom Überdruck in Trotz ab - ein perfektes Ausweich-Programm.

Eine Reaktion auf eine Reaktion zieht eine Reaktion nach sich. Wer das Muster nicht durchschaut oder durchschauen will, bleibt ein Lebenlang im ersten Satz hängen. Deshlab fomuliere ich vorsichtig.

Je schärfer der Auftrag formuliert wird, je stärker ist die Gegenwehr, diesen auszufüllen. Das käme einer Aufgabe der eigenen Sicht auf die Pflichten gleicht. So wird daraus so etwas Impulse zuläßt, jedoch alle Aktivität genau in die falsche Richtung gelenkt wird.

Der Grund?

Vielleicht weil der Sohn kein Muttersöhnchen werden will.

Oder vielleicht weil die Mütter noch viel zu lange ihren Söhnen der Allerwersten wischen und das, obwohl sie schon lange über ihr Windelalter hinaus sind.

So bleiben sie noch lange Kinder, obwohl körperlich schon bald erwachsen, denn ganz so ohne Streicheneinheiten kommen die coolen Jungs noch nicht aus und die Mütter hoffen heimlich auf die Saat der Strenge aus der Armeezeit...
LaWe

Terror

Die täglichen Nachrichten werfen einen Blick auf die Apokalyspe zurück. Die Berichte über die Vergangenheit nehmen allabendlich zu. Sie erinnern mich an die stärkste Erschütterung in der Welt. Wohl kaum bliebt jemand davon unberührt.

Die Terroranschläge vor 5 Jahren. Zwei gigantische Türme, die die Weltmacht im Welthandel symolisierten, stürzten wie eine Filmkulisse in sich zusammen und mit ihnen alle, die das RiesenGebäude nicht mehr verlassen konnten.

Das Beben, das der Anschlag vor Ort - von mir aus gesehen auf der anderen Seite der Erde - auslösten, brachte auch den sicheren Boden unter meinen Füßen ins wanken. Das erste mal in meinem Leben konnte ich den Gedanken an einen Kriegsausbruch in meiner Nähe nicht mehr aus meinem Kopf verbannen.

Alles nur Film - alles nur Berichte aus einer Welt die ich nicht kenne. Ich sehe sie nur über meinen Blidschirm flimmern und den kann ich ausmachen, wenn es mir zu viel wird. Doch das hilft mir nicht weiter. Die Bilder der Zerstörung bringen eine grausame Realität in mein Bewußtsein. Die Welt ist noch lange nicht so sicher, wie sie scheint.

Die Weltherrschermentalität ist noch lange nicht untergegangen und die Menschenleben wären im Ausbruch eines Konflikts nicht mehr als hilflose Ameisen, deren sicherer Haufen von Wilden zertreten und damit aus dem System getreten wird.

Der Mensch wird Opfer von Menschen, die in ihren Weltherrschaftswahn die Welt mit Füßen treten.

All die Filme, die ich bisher sah - wie Intedendsday - sie wurden mit einem Schlag realer als die Realität.

Was werde ich tun, wenn es ernst wird?

Werde ich weglaufen und wenn, wohin sollte ich laufen?

Werde ich mich lieber eigenhändig selber begraben?

Oder sollte ich darauf warten, das die tödliche Katastrophe sich über meinen Kopf wälzt und alles von mir auslöscht?

Diese und viele ähnliche Gedanken rasten in den Tagen nach den 11. Sept. unentwegt durch meinen Kopf. Sie lösten sogar ein unbehagliches Kribbeln in der Magengendend aus.

Mit schlimmen Nachrichten, die über den Bildschirm in die Wohnung flimmern, damit kann man ja leben, aber mit einer realen Bedrohung?

Dafür bin ich nicht geschaffen.......
LaWe

Samstag, 9. September 2006

Die Zeit rinnt ins Nichts

Die Zeit verrinnt wie im Fluge, liegt auf dem Tagesablauf gleichmäßiger Rhythmus. Der Rhythmus erspart die Frage "Mach ich dies - oder mach ich das".

Der Rhythmus gibt vor, was als nächstes geschehen wird. Auf diese Weise fliesen die Tage zusammen und werden zu einem Guß, der sich am Ende wie ein ewig lang währender Tag anfühlt.

Eine Woche YogaSchule - mit allen Übungen, die die Yogaphilosophie vertiefen und damit auch der Einblick in die eigene Betrachtungsweise.

Wenn ich vor Jahren noch annahm, das Leben ist endllich, so läßt die Thematik der letzten Woche den Gedanken "Das Leben ist unendlich" zu.

Damit lebt es sich leichter, als mit der gruseligen Vorstellung eines Tages mal mit Leib und Seele in Staub und Asche zu zerfallen.

Wenn sich der Gedanke an eine Wiedergeburt als Glaube verhaftet, dann habe ich doch noch alle Zeit der Welt und was ich in diesem Leben nicht schaffe, werde ich als Aufgabe mit ins nächste Leben nehmen.
LaWe

Donnerstag, 31. August 2006

Ausbruch mit Enbrüche (5)

Doch diese Art Trennung von der Oma wollte ich meinem Sohn und mir ersparen. Eine, die sich aus einem plötzlichen Tod ergab und in Selbstvorwürfen mündet. Die Oma ist fast 70 und krank. Der Entzug vom Enkelsohn setzt ihr mental zu. Das kann aufŽs Herz gehen und dem Leben ein plötzliches Ende setzen. Ich sinne nach einer Möglichkeit, den Graben zwischen Oma und Enkelkind mit einer tragfähigen Brücke begehbar zu machen..........""

....Funkstille ist ein geeignetes Mittel, sich über einen Konflikt einen Überblick zu verschaffen. Und die Funkstille läßt Zeit für einen kurzen Rückblick..

Was gab es für Momente, an denen etwas im Kopf eine kleine Alarmglocke anschlug? Wann und warum machte es Ping Ping in Kopf. Überbewerte ich vielleicht, was im Grunde ganz harmlos ist? Das zu differenzieren ist eine Fähigkeit, die vor Irrtümern und mich vor falschen Schlüssen hütet. Kleine AlarmŽmomnet lösenbei mir nicht gleich Handlunsgbedarf aus, jedoch hinterlassen sie in meinem Gedächnis eine unüberschreibbare Spur.

Und wenn das laute Ping Pong meiner Alarmglocke im Kopf nicht zu überhören ist, dann lasse ich den Eindruck auf mich wirken und warte ab, was sich für Schlüsse daraus ergeben.

Der Konflikt bahnte sich Wochen vor der Trennung schon an. Er schmorte wie der Draht eines Netzwerkes unter einem noch festen Boden. Das Knistern war jedoch nicht mehr zu überhören. Da lud Oma Enkelkind und Mutter zu einem gemeinsamen Essen ein. Das Asthma peinigte sie auf ihrem Weg schwer. Doch ein gutes Restaurant mit guten Essen und guten Preisen sollte es sein. Wir durften bestellen, was unser Herz begehrt. Die anschließende Rechnung, sie war nicht von Pappe und hätte meinen Rahmen für Wochen gesprengt. Doch Oma legte noch eins drauf. Der Kellner bekam auch noch ein Scheinchen in die Hand gedrückt, den er mit großen Augen entgegennahm. Schnell verschwand er aus unserem Blickfeld, falls Oma sich geirrt hätte. Doch Oma hatte sich nicht geirrt. "Gutes Geld für gutes Essen und gute Bediehnung" sagte Oma, die sonst zwar nicht mit dem Geld knausert, es aber auch nicht zum Fenster raus schmeißt.

Das lies dann ohne bösen Hintergedanken meine Alarmglocke läuten - Ping Pong - scheppert es in meinem Kopf. "Was war das?" hinterfragt meine Gehirn in stillen Kämmerlein das Gesehene. Dann kommt eine Antwort ganz leise aus dem Dunkeln, wie Treibholz an ein Ufer, in meinen Kopf angeschwemmt "Das war eine Demonstration. Oma demonstriert Mutter und Sohn die Finanzkraft. Du weißt, dein Kind hat viele Wünsche und viele davon gehen über deine Verhältnisse"

Wir verlassen die Lokalität. Im Dunklen ist der holprige Weg unwegsam und schmal. Es zieht Oma an die Seite ihres Enkelkindes, ich trete zurück und gehe beiden in ihren Schatten nach. Der Enkel - Oma schon zweimal über den Kopf gewachsen - muß sich seitlich ganz tief neigen, damit Oma ihren Arm in seinen Arm hängen kann. Rührend das Bild - Oma im hilfreichen Arm ihres Enkels . Für jeden ein Augen Schmaus einer friedlichen Eintracht, länge nicht schon der Schatten eines tiefen Konflktes über uns drei.

Da meldet sich schon wieder meine Alarmglocke im Kopf. "Was will sie denn schon wieder? Kann sie heut keine Ruhe geben ?" ermahne ich mich. "Schau genau hin" sagt mein Gehirn. "Schau dir das Bild von den beiden genau an. Ich weiß, es ist wie ein Suchbild, das du oft in Rätselzeitungen findest. Doch erst wenn du es von allen Seiten betrachtest, siehst du was sich im Bild versteckt hält.

Und schaue mir das Bild mit seiner Körpersprache mit anderen Augen an und sehe statt der friedlichen Eintracht das Verborgene im Bild. Omas Arm ist der Hacken im Schlepptau meines Sohnes. Schwer zieht es im Schrittmass seiner Oma hinterher. Oma hat sich an ihr Enkelkind gehängt und läuft bei bevorstehenden Loslösung Gefahr auf der Stelle umzufallen, wenn sich in ihrer Nähe kein weiterer Halt findet.

"Das wird noch ein harter Tobak" erahnt mein Gefühl und bereitet mich schon mal auf eine schwierige Operation vor, die fast einer Trennung von siamesichen Zwillingen gleichen kann.

Und tatsächlich. Als das Enkelkind seine Oma nicht mehr besuchte, machte Oma den Eindruck auf mich, als würde sie wanken. Fast atemlos sah sie mich an und warte auf die Erlösung aus dem Entzug. In den Augen gleichzeitig schwere Vorwürfe und Bettelei im Hilfe.

Ein Psychologe half uns über viele Gespräche hinweg und brachte Klarheit in die Beziehung.

Mit der Grundaussage in Gegenwart von Oma und Enkelkind bringt er alles auf den Punkt und den damit den Freispruch für das Enkelkind aus OmaŽs emotionalem Gefängnis:

"Das Enkelkind ist nicht dafür zuständig, das es der Oma gut geht".

Endlich - ein Freispruch von höherer Stelle bringt Aufatmen und die Freiheit.

Schön für den, der aus dem emotionalen Gefängnis unbelastet in die Freiheit fliegen kann. Er breitet erst einmal seine Schwingen aus und steigt ohne Rückblick in die Wolken auf.

Schlimm für den, der das Nachsehen hat.

Doch während Oma zusieht, wie die Stäbe ihres Gefängnisgitters aus Sätzen wie " Ich will ja nur dein bestens" oder "Du weißt, ich tue alles für dich" dahin schmelzen, sinnt Oma nach einer Möglichkeit, den entflohenden Vogel wieder einzufangen und läßt die unsichtbaren Ketten im Hintergrund, wie die Luft Wurzel einer Schlinglinane, in die Nähe des Objektes ihre Begierde wachsen.........

LaWe

Mittwoch, 30. August 2006

Ausbruch mit Einbrüche (4)

Der Weg für meinen Sohn ins Leben soll frei sein - frei von dem schlechten Gewissen, dass er hat seine Oma sitzen lassen.

Doch Oma leidet sehr unter dem Entzug von ihrem Enkelkind, doch diesen zu bewältigen liegt nur in ihrer Macht..........

.....der Kontakt zwischen Enkelkind und Oma bricht ab, der Kontakt zwischen Mutter und Oma ruht. Die überbrückbare Distanz hat sich zu einem tiefen Graben entwickelt, der mit einem saloppen Schritt nicht mehr zu überwinden ist. Alles wurde gesagt, weitere Gespräche rasten in eine Wiederholungsschleife ein und es droht die Abnutzung der Worte, bevor sie Früchte tragen. Von nun an ist das Schweigen im Wald" in unserer Kommunikation vorherrschend.

Doch meine Gedanken bleiben bei der Oma. Wird sie es schaffen? Wird sie sich ab-Nabeln können? Kann sie den Schritt nachvollziehen, den ihr Enkelkind schon lange vor ihr machte?

Das Enkelkind zieht von nun an seine Bahnen, als hätte man ihn aus einem viel zu engen Käfig befreit. Jetzt kann er über die "Strenge" schlagen, ohne dass das schlechte Gewissen sein ständiger Begleiter ist. Er kann mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen, ohne das Oma seine Freunde auf ihrem Handy alamiert: "Wo bleibt der Jung?"

Von nun an keine Auseinandersetzungen mehr? Oh doch, nun stehe ich als Mutter mit fragenden Augen da. "Wo warst du so lange?" Und er tischt mir eine abenteuerliche Geschichte auf. "Oh mein Gott" antworte ich darauf und glaube jedes Wort d.h. so sieht es für meinen Sohn aus. Nach kurzer Zeit folgt die neue Geschichte - überarbeitet und gestrichen der abenteuerliche Teil für das Zuspätkommen. Ich glaube auch die zweite Variante und spüre die Blicke meines Sohnes im Rücken. Er beobachtet mich, wartet auf eine Reaktion von mir. Als nichts geschieht rückt er mit der Wahrheit raus, erzählt mir erleichtert die Wahrheit.

Ich registriere - 3 Anläufe bevor ich die Wahrheit erfahre. Ich erkenne, die Wahrheit muß ich mir erst verdienen, doch erleichtert und entlastet ihn.

Mein Sohn registriert - Mutter kann die Wahrheit auch ohne Ausraster vertragen und erkennt, er muß keine Lügengebäude mehr bauen.

Die Kumpels stehen nun im Mittelpunkt des Lebens. Sofort nach der Schule geht es los und ab durch die Mitte. Mit dem Skateboard unter dem Arm ziehen sie lum die Häuder und lassen auch die Schulwelt hinter sich. Das geht nicht gut, die Rechnung am Schuljahresende ist sicher und in die Wiederholungsschleife aufgelegt.

So ziehen die Tage und Wochen dahin. Oma ist weiter durch den tiefen Graben von ihrem Enkelkind getrennt, die Funkstille hält weiter an. Ich sinne nach einer Lösung, suche den Weg zu einer Brücke, die die Verbindung wieder herstellt und verlasse mich auf mein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt.

Eine absolute Trennung liegt nicht in meinem Sinn, sie kann die Lösung nicht sein.

Fast täglich kommt der erschütternde Moment in meine Erinnerung, damals, als die Nachricht bei mir eintraf. Ich war auf Arbeit, als das Telefon klingelte. Auf der anderen Seite die gefaßte Stimme der Oma "Wir haben eine schwere Nacht gehabt" und ich nahm an, ein schwerer Asthma-Anfall hätte sie erschüttert. Doch dann setzte sie weiter fort :"O. ist gestorben". "Neeeeeeeeeeiiiiiiiinnnnnn" höre ich mich schreien. Er war doch grad erst 40ig geworden. Ich dem Alter stirbt doch kein Mensch und schon gar nicht ein Kerl wie ein Baum. Ich gerate aus der Fassung, unser Sohn. mein Sohn eine Halbwaise, wieder ein Kind, das ohne Vater aufwachsen muß.

Noch lange nach seinem Tod quält mich eine schreckliche Pein.

Der Alkoholismus seines Vater´s war mörderisch für alle, die mit ihm lebten. Wenige Jahre vorher mußte ich mich entscheiden. Entweder ich gehe als Partner eines Alkoholkranken in seiner Sucht mit unter oder ich kümmere mich nur um unseren Sohn. Eine trockene Alkoholikerin riet mir, mich nur um das Kind zu kümmern. Ich folgte ihrem Rat und zog mich zurück. Der Schnitt mußte konsequent sein und das schloß auch alle Gespräche miteinander ein. Irgendwann hätte ich wieder Mitleid mit dem Vater meines Sohnes gehabt und er hätte auf der Suche nach seinen Weg aus dem Alkoholismaus abgebrochen. Ich sprach mit ihm kein Wort mehr, blieb hart und konsequent bis zum Schluß. Seine tief traurigen Blicke verfolgen mich nach lange, doch ich wollte mich nicht mehr erweichen lassen. Meine Abkehr sollte ihn wach machen und den Weg zum trockenen Alkoholiker bereiten.

Als dann die Nachricht von seinem Tod eintraf kam nach meinem Schrei des Entsetzens der Selbstvorwurf "Und ich hab nicht mehr mit ihm gesprochen. Er ist mit dem Wissen gestorben, dass ich allezeit mit ihm böse bin" Doch es gab keine Möglichkeit mehr ihm zu sagen, warum ich damals nicht mehr mit im sprach, warum ich den unüberbrückbaren Graben zwischen uns offen hielt. Es war der Schutz seines Sohnes vor den Anblick eines Dellirium seines Vaters. Der Sohn sollte seinen Vater niemals als Kreatur erleben.

Doch diese Art Trennung von der Oma wollte ich meinem Sohn und mir ersparen. Eine, die sich aus einem plötzlichen Tod ergab und in Selbstvorwürfen mündet. Die Oma ist fast 70 und krank. Der Entzug vom Enkelsohn setzt ihr mental zu. Das kann aufŽs Herz gehen und dem Leben ein plötzliches Ende setzen. Ich sinne nach einer Möglichkeit, den Graben zwischen Oma und Enkelkind mit einer tragfähigen Brücke begehbar zu machen..........

LaWe

Dienstag, 29. August 2006

Ausbruch mit Einbrüche (3)

Mir bleibt fast der Mund offen stehen, als ich von der zugespitzten Situation erfahre und sehe das erste mal eine erste Gefahr für ernsthafte Eskalation, der mein Sohn nicht gewachsen ist.

Doch wie sage ich es der Oma, die auf Wahrheiten und dem Blick auf die eigenen Ängste mit einem Asthma-Anfall reagiert.......

....und doch muß ich das Gespräch führen. Das Enkelkind ist mit der Situation überfordert und sucht nach Distanz. "Noch nie hab ich solch eine Wut gespürt" sagt er mir aufgeregt. "Sogar meine Kumpels hab ich angeranzt und ihnen am liebsten bei jeden Wort eins auf die Nase gegeben".

Ich sah, mein Sohn wure von einer Tonne Wut überrollt, die ihn selbst überraschte und nicht mehr zu kontrollieren war, würde er an den Ort des Konflikts zurück kehren.

Der Oma war ihre eigene Wut über die Veränderung ihres Enkelkindes nicht bewußt "Das war doch nur ein leichtes Streicheln seiner Wange" antwortete sie mir auf meine Frage, was geschehen war. Das Gespräch, wie so viele andere Gespräche zuvor, verlief im selben Schema. Mit großen Aufwand schildere ich bildhaft die Entwicklungsstufe eines 16 jährigen und Oma hört zu. Bestätigt hier und da mal einen Satz und dann wieder Schweigen. Ich bin voller Hoffnung - jetzt hat Oma verstanden, verstanden, dass ihr Enkelkind sich auf den Weg ins Erwachsensein machen muß und wir Frauen - Mutter und Oma - im Wege stehen. Er muß zu seinen Kumpels und sich anschauen, wie sie sich so durch das Leben schlagen. Und wenn uns die Kumpel nicht gefallen, dann ist es unsere Sache. Wir mischen uns da nicht ein, ohne Kommentrund ohne Wertung. Er braucht Erfahrungen, damit sich seine Unterscheidungsfähigkeit für Freund und Feind schärfen kann. Jetzt noch ist die Zeit seines Lernens und wenn er scheitert, sind wir mit auffangen an der Reihe. Auffangen ohne den Vorwurf "Hättest du nur auf mich gehört..."

Oma hört schweigend zu und sagt nichts. Dann sagt sie doch etwas und beschließt unser klärenden Gespräch mit den Worten "Ja, aber laß den Jungen nicht fallen". Der Satz war gering in der Lautstärke, denn ihr Asthma ist immer dabei, doch bei mir kam er wie ein Donnerschlag an. Wieder einmal hab ich in den Wind geredet und die Situation nicht entschärfen können. Oma erkennt nur ihre Maßstäbe, kann mit anderen nicht messen um sich von Stand der Dinge ein Bild zu machen. In Mutters Händen verkommt ihr Enkelkind und mahnende Sätze wie "Es geht doch um das Kind" sollen mich zu Umkehr zwingen.

Der kaukasische Kreidekreis bleibt weiter zwischen Mutter um Oma unsichtbar bestehen und das Enkelkind in der Mitte. Ich erinnere mich an einen Satz seines Vater "Laß dir von meiner Mutter nicht alles aus der Hand nehmen" Doch erkannte damals den Sinn der Aussage nicht. Ich sah, daß Enkelkind ging gern zu Oma. Da gab es immer was zu naschen und der Lieblingskuchen stand immer auf dem Kaffeetisch.

Jetzt, Jahre später klang der Satz in meinen Ohren wie ein lautstarkes Echo. Oder sprach der Vater zu uns aus dem Jenseits? Die Spannung steigt weiter an. Das Enkelkind will nicht mehr zu Oma und ich kann es nicht mehr verantworten.

Hamburg-011Er ist zu jung um in die Lücke für den verstorbenen Vater zu springen, auch wenn er seinem Vater wie aus den Gesicht geschnitten ähnlich sieht und in seiner Körpersprache wie sein Vater ist.

Er ist zu jung und unerfahren, um sich mit Oma´s Ängsten vor den Verlassenwerden und Alleinsein auseinander zu setzten.

Sein Leben ist jetzt seinen Freunden und seinem Spaß gewidmet. Das ist die freie Welt eines 16 jährigen, dort gehört hin.

Er soll frei von den Ängsten der Erwachsenen - sie zu bewältigen steht nur in ihrer Macht.

Seine eigenen Ängste werden ihn eines Tages auch anspringen und sie zu bewältigen steht nur in seiner Macht.

Der Weg für meinen Sohn ins Leben soll frei sein - frei von dem schlechten Gewissen, dass er hat seine Oma sitzen lassen.

Doch Oma leidet sehr unter dem Entzug von ihrem Enkelkind, doch diesen zu bewältigen liegt nur in ihrer Macht..........

LaWe

Montag, 28. August 2006

Ausbruch mit Einbrüche (2)

........."Du mußt ja wissen, was du machst. Du bist die Mutter" endete fast jedes Gespräch, von dem ich glaubte :"Jetzt hat sie verstanden. Verstanden, daß ihr Enkelkind grade auf dem Weg ist, sich seine Erfahrungen zu holen, die er für das Leben braucht und dass er dabei nicht gestört werden darf. Wir sind Frauen und können in die Welt eines pubertären Jungen nicht einsehen, weil unsere Welt eine andere ist.............."

Die Grenze zwischen Oma und Enkelkind ist gezogen. Doch nicht von einem schlechten Gewissen unbelastet, einen wichtigen Angehörigen auf Distanz gebracht zu haben.

Von jetzt steckt mein Sohn wie berauscht seine Nase in den Wind, ist kaum noch zu bremsen. Seine Ohren sind von "Sturmgetöse" vollgedröhnt, er hört mich nicht mehr. Die Freiheit, die Kumpels, das Leben als Jugendlicher fordert ihn ganz. Die Nächte werden länger, die Kumpels werden mehr. Bald nisten sich alle in meine Wohnung ein. Sie spüren, die Mutter hat für die jugendliche Sturm und Drang Zeit Verständnis. Das läßt sie fast hemmungslos werden.

Mein Sohn schwimmt "Die Geister, die ich rief" nun sind sie alle da, sitzen in der Wohnung und breiten sich ausŽ. Er wird kaum Herr der Lage. "So geht es aber nicht" will ich einschränken und stoße auf eine Einsicht, die mein Sohn schon längst erreicht hat. Aber wie wird er die Geister wieder los?

Jetzt beginnt der Lernprozeß im Leben. Das ist ein Stoff, den keine Schule als Unterrichts-Fach bekommt. Ich setze Grenzen und schaue zu, wie er das Problem mit der Kumpel-schwemme in unserer Wohnung löst.
- Er verschweigt seinen Kumpels, wann die Bude wieder Sturm-frei ist.
- Er fertigt seine Kumpels vor der Tür ab
- Er stellt die Hausklingel ab
- Er läßt nur noch handverlesene Kumpels rein
- Er bespricht mit mir, wer kommen möchten und ob es mir genehm ist.
Der Lernprozeß ist abgeschlossen.
- Er hat erkannt, unsere Wohnung ist keine Wildbahn für einen unüberschaubaren Kumpel-Clan.
- Er ht verstanden, das unsere gemeinsame Wohnung ein Rückzugsort aus dem Alltagsstress für uns beide ist
Mein Sohn hat es geschafft, sich gegen die Kumeplschwemme durchzusetzen. Von nun an findet das Kumpelleben nur noch vor der Tür statt. Nur ab und an darf jemand bei uns übernachten und das nur mit meiner Genehmigung. So haben wir beide Frieden miteinander. Das ist für ihn eine bessere Basis, wenn es an die Verhandlung über Taschengeld Erhöhung ist.

Die Oma erlebt diesen Prozeß nur aus der Distanz und kann kaum noch ihren Senf dazu geben. Aber wenn ihr Enkelkind vorbei schaut, dann versucht sie ihrem Enkel-Sohn in der Kürze der Zeit mit auf den Weg zu geben, was er so für das Leben so braucht. Die Ohren ihres Enkelkindes sind überfordert und er hält gedanklich sich die Ohren zu. Doch es dringt durch, was er nicht hören will. Dann passierte es.

"Geh nur zu Mittag zu deiner Oma" sage ich ihm. "Sie hat keine Aufgabe mehr. Sie will nur für dich kochen. Du ißt und dann kannst du wieder gehen". Und er läßt sich von Mutter beschwatzen und sagt mürrisch zu. "Ich halte Oma kaum aus. Sie redet so viel, ich weiß nicht, was sie von mir will". Ich kann verstehe. Oma ist allein und wenn das Enkelkind kommt, überfordert sie ihn. Die Gesprächs-Inhalte sind immer die selbe n "Jung, du mußt dies, du mußt das. Was soll sonst aus dir werden? Und überhaupt, wie siehst du wieder aus. Total herunter gekommen. Zieh die Hose auch, ich will sie waschen und stopfen" "Aber die Hose soll so aussehen. Die Löcher sind modern" Doch Oma versteht nicht, was daran modern ist. Löcher müssen gestopft werden und basta.

Abends frage ich meinen Sohn immer "Wie war es bei Oma?" An diesem Abend höre ich mir eine erschreckende Geschichte an. Oma wollte die moderne Hose - die mit den Schlitzen und Löchern - wieder waschen und stopfen. Das Enkelkind sagt "Nein". Das kann Oma nicht akzeptieren. Die Löcher sind ihr ein Dorn im Auge. Doch der Einfluß auf ihren Emkel ist gesunken und das macht sie wütend und sie zerrt an seine Hose.

Der Enkel -16 Jahre - verteidigt zum ersten mal seine Männlichkeit gegen Oma Angriff und zieht sich zur Wohnungstür zurück, will die Wohnung fluchtartig verlassen. Das macht Oma noch wütender. "Zieh die Hose aus. Ich will sie waschen und stopfen". "Nein" widerspricht das Enkelkind und schon hat er zwei Watschen im Gesicht.


Das treibt seine Wut auf den Höhepunkt und ein Verlangen nach Revanche keimt in ihm hoch. Er kann kaum unterdrücken, was in seiner Hand juckt. Oma eine Ohrfeige geben, damit sie die Hände endlich von seiner Hose läßt. Doch das Enkelkind läßt sich nicht erweichen. Läßt sich weder die Hose ausziehen, noch zu einer Revanche hinreißen und verläßt fluchtartig die Wohnung mit klopfendem Herzen und den noch ungebändigten Verlangen, jemanden eins auf die Nase zu geben. Es dauert ein paar Stunden, bis sich das Aggressionspotential in ihm auf den Nullpegel gesunken ist .

Mir bleibt fast der Mund offen stehen, als ich von der zugespitzten Situation erfahre und sehe das erste mal eine erste Gefahr für ernsthafte Eskalation, der mein Sohn nicht gewachsen ist.

Doch wie sage ich es der Oma, die auf Wahrheiten und dem Blick auf die eigenen Ängste mit einem Asthma-Anfall reagiert.......

LaWe

Sonntag, 27. August 2006

Ausbrüche mit Einbrüche (1)

Sein Ausbruch aus den Fängen einer liebenden Oma war phänomenal.

Sie liebt ihn über alles und sie will das Beste für ihn. Gutes Essen, beste Kleidung, ausreichend Schlaf und handverlesene Freunde.

Er liebt seine Oma und versucht als Jüngling die haftende Liebe seiner Oma zu umschiffen, die immer irgendwo als schlechtes Gewissen dabei ist, wenn seine Züge um die Häuser weiter wurden. So zog er Lügenstrippen für Freiräum, nur damit Oma sich nicht aufregt und das Asthma ihr die Luft nicht nahm.

Oma signalisierte mir mit Sätzen wie z.B "Du versorgst das Kind nicht richtig!" hilferufend "Laß das Kind noch bei mir. Ich fühle mich so allein" und ich gebe nach und laß den Enkelsohn bei ihr.

Tauchte ich plötzlich bei Oma auf, sah ich in ihren Augen die Angst. "Nimm mir nicht das Kind" und sie führte mich als Mutter mit Vorwürfen "Der Junge hat bei dir an Gewicht verloren" ihrem Enkelsohn vor. Der Jüngling - Sohn und Enkelsohn - gerät in einen Konflikt zwischen zwei Frauen, zwischen Mutter und Oma.

Mir kommt der kaukasische Kreisekreis in den Sinn. "Nicht am Arm zerren. Das zerreißt das Kind" und ziehe mich nachdenklich zurück, lass das Kind wie versprochen ein paar Tage bei der Oma.

Doch unterwegs kreist der "Hilferufe" meines Sohnes, den er mit seinem Blicken bei mir zurück lies "Hol mich hier raus". Er wollte Oma nicht verletzten, ihr nicht sagen, dass ihre Liebe ihn erstickt und er nach einem Weg aus der Sackgasse sucht.

20 Minuten später - ich bin wieder zu Haus und grabe noch immer nach passenden Worten in meinem Kopf.

"Merkst du nicht, dein Enkelkind erstickt in deinen Armen" schreit es in mir, doch Sätze dieser Art versteht die Oma nicht. Die Sprache der Klarheit wich sie in der Vergangenheit mir Sätzen wie "Du mußt ja wissen, was du machst. Du bist ja die Mutter" aus.

Ich suche nach Sätzen, die die Ausweichmanöver der Oma umschiffen, denn ich will sie in ihrer aufopfernden Liebe für ihr Enkelkind nicht verletzen, da klingelt das Telefon. "J. geht es nicht gut. Er hat eine Herzattake. Was soll ich machen" ruft Oma verzweifelt ins Telefon". "Ruf den Arzt. Ich komme" antworte ich und jeder von uns macht sich auf den Weg, den er jetzt gehen muß.

Wieder in der Wohnung bei Oma, die Sanitäter sind schon da und mein Sohn liegt noch weiß und zitternd bei Oma auf der Chouch. Seine Augen signalisieren mir Angst und aufeinmal sieht er wieder klein, zart und zerbrechlich aus. Weil er Epileptiker ist wird er zur Sicherheit in die Klinik gebracht. Ich fahre mit und lege ihn in der Klinik zu Bett, aus der er an nächsten Tag wieder entlassen wird.

Wieder zu Oma? Das wird nichts mehr. Da kann ich ihn auch mit einer Order nicht mehr hinbewegen. Auch als Oma tobt und mich als Diebin, die ihr das Enkelkind nimmt, bezeichnet. Er läßt sich auf auch emotional auf Oma nicht mehr ein.

Mit einer Herzattake aus Oma´s Armen geflüchtet, leidet er für ein paar Wochen noch unter einer leichten Angststörung. Doch dann fühlt er sich von der Angst befreit und schaut sich von nun an ohne schlechtes Gewissen das Leben auf seine Weise an. Mit seinen Kumpels zieht er um die Häuser so oft und so lange er kann.

Die Schule? Auf einer Backe absitzen, bringt nachsitzen und sitzen bleiben. Die zweite Backe muß auch noch ran.

Mein Verständnis kann ich nicht verbergen. Ich zog ähnlich in das Leben, war lebenshungrig, immer mit der Angst im Nacken, ich könnte etwas verpassen. Mein Verständnis findet bei Oma wenig Anklang. Von nun an setze ich mich mit Oma auseinander, wie ihr Enkelkind es sonst tat. Erst da erkannte ich, welch Disskusionen mein Sohn am Hals hatte, wollte er sich eine neues Stück Freiheit erobern.

"Du mußt ja wissen, was du machst. Du bist die Mutter" endete fast jedes Gespräch, von dem ich glaubte :"Jetzt hat sie verstanden. Verstanden, dass ihr Enkelkind grade auf dem Weg ist, sich seine Erfahrungen zu holen, die er für das Leben braucht und dass er dabei nicht gestört werden darf. Wir sind Frauen und können in die Welt eines pupertären Jungen nicht einsehen, weil unsere Welt eine andere ist.............."
LaWe

In den Wind geschrieben

hat Tränen aus dem Haus getrieben

alles muss raus

Test
Test und das war es auch schon
Lange-Weile - 16. Aug, 14:56
vermüllt bis zum...
Als braver Bürger trenne ich den Müll sorgsam, so wie...
Lange-Weile - 20. Aug, 13:27
Nostalgische Erinnerung
Als ich Federhalter, Feder sowie das kleine Tintenfass...
Lange-Weile - 14. Aug, 14:25
Für alle Sushi Friends
Beeindruckender Film, auf jeden Fall sehenswert. Hat...
sushi-friends - 11. Apr, 14:40
Hallo Lo.
..ja ich denke, er hätte sich gefreut, auch wenn mein...
Lange-Weile - 20. Aug, 08:50

Das Neuste von

Hallo ;-)

meine Randbemerkungen

Achja...
das wusste ich gar nicht. Diese Art feinsinnigen Humor...
abendGLUECK - 5. Mai, 09:48
wie makaber ;-) Bei...
wie makaber ;-) Bei uns wurde es ähnlich, aber anders...
abendGLUECK - 4. Mai, 08:13
Gegenmittel
Hallo Bo., gestern las ich über eine amerikanische...
abendGLUECK - 25. Apr, 11:03

Abendstimmung

Suche

 

Wer bist du?

Online seit 7454 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 16. Aug, 14:56

Albtraum
Alter Schwede
Betrachtung
Experiment
Fragen
Glücksliste
Kurzmitteilung
Musik
Nachklang
Rätsel
Spaß Ecke
Stadtbilder
Stöckchen
Tage im Fluss
Traumzeit
Witzecke
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren