Freitag, 21. Januar 2011

gesellschaftliche Busensucht ?

So eine junge Frau. Mit ihrem Tod  ist sie über die Erotikszene hinaus gekannt geworden. Dort verdiente sie ihre Brötchen. Aber sicher hätte sie auf diese mediale Aufmerksamkeit gern verzichtet, wenn sie geahnt hätte, welchen hohen Preis sie dafür zahlen muss.

Damit mein Glaube an die hohe Kunst der Mediziner nicht verloren geht,  glaube ich in ihrem Fall eine an unsägliche Verkettung von ungünstigen Umständen – ich glaube an Schicksal.

Aber war der tödliche Ausgang einer Brust-OP wirklich ein Schicksal, dass sie nicht abwenden konnte? Die Untersuchung der Staatsanwaltschat wird es hoffentlich rausfinden, auch wenn es ihr und ihrer Familie nicht mehr viel bringen wird. Sie hat ihr Leben verloren, die Familie einen lieben Angehörigen und ihrer Fans das Objekt ihrer Begierde.

Aber war sie – Sexy Cora – das Objekt der Begierde, oder war es ganz schlicht nur ihr riesiger Busen, der an so einem kleinen Körper, wie ihrer es war, mächtig gewaltig ausgesehen haben musste.

Wenn ich all die Bilder der vergrößerten Busen, die im Laufe der Zeit per Bild, TV und Internet an meinen Augen vorbeizogen. auf mich wirken lasse, wird die  Frauenwelt täglich mehr mit künstlichen Busen angereichert, die zu einer unnatürlichen Größe aufgebläht wurden. Dabei stell ich mir die Frage, ob es den Mann wirklich so sehr anmacht, auch wenn er weiß, dass unter den strammen Nippeln ein 500 – 600 gr. schweres Plantat liegt ?

Sie wollte den gierigen Blicken geben, wonach sie gierten – Riesentitten. Doch mit der letzten OP ist ihr Traum von einem künstlichen Busenwunder zerplatz.

Ich finde es unendlich traurig, dass eine junge schöne Frau ihr Leben lassen musste und ihre Angehörigen haben mein vollen Mitgefühlt. Für die Eltern muss es sehr schlimm sein, ihre schöne Tochter zu verlieren.

LaWe

Mittwoch, 19. Januar 2011

nix für schwache Nerven

LaWe

Freitag, 14. Januar 2011

The fog

..das klingt viel gruseliger, als die schlichten deutschen Worte: “der Nebel”.  Aber egal – ob deutsch oder englisch – Nebel feuert die Fantasie an und liefert genügend Stoff für Horrorgeschichten. Den gleichnamigen Film sah ich in der ersten Fassung von 1980 – die spätere Fassung ist mir wohl durch die Lappen gegangen.

Böse Geister verstorbener Seelen kommen mit dem Seenebel in einen Ort und machen alle nieder, die ihnen vor 100 Jahren unrecht taten.

Der Seenebel, der sich heut von der Ostsee her über Rostock zog, erinnerte mich an den Film “The Fog – Nebel der Grauens”.  Erst sah ich ihn als ein Nebelschwanden von der StaBa-Haltestelle aus

Kaum Zeit für Bummelei wollte ich mich durch nichts ablenken lassen und schnell wieder zurück fahren. Auch die satten Preisnachlässen der Geschäfte konnten mich nicht ablenken. Doch was den “Sale sale sale” Rufen der Geschäfte nicht gelang, der Nebelschwanden auf dem Wasser zog mich dann doch magisch an und ich verließ meinen Standort und ging zum Stadthafen.

 

Blick auf Gehlsdorfer Ufer vom Stadthafen aus

 

Hinter dem Nebel fristet die teuerste Müllhalde ihr Dasein. Sie ist bereits verschlossen. Darunter lagert nur DDR-Müll und kann vielleicht schon etwas eher als die nachfolgenden geöffnet werden. 

Zwischen der versiegelten Müllhalte und der Zwangsvollzugsanstalt – hier ein Bild vom Frühjahr

Versteckt hinter Bäumen und hohen Mauern werden Triebtäter festgehalten, die Kraft gesetzt in psychiatrische Behandlung müssen. 

Die Nebelschleier hatten sich dicht über das Wasser und den Anlegestellen gelegt und zog weiter Richtung Stadthafen und verteilte sich. Dort lagen nicht nur die Schiffe, wie der Eisbrecher “Stephan Jantzen”

sondern auch die letzten Flaschen der Silvesterparty auf den dicken brüchigen Eisschollen.

Tja…wenn da kein Stoff für eine Gruselgeschichte drin ist, dann weiß ich auch nicht. Vielleicht kommt die zündende Idee bei mir ja noch im Schlaf

LaWe

Dienstag, 11. Januar 2011

noch auf die Schnelle…

…will ich meinen Eintrag absetzen. Und dabei gibt es heut nicht wirklich was bedeutendes aus meiner Seite zu berichten. Das denkwürde Datum von heut sollte noch neben meinen Beitrag erscheinen.

11.1.11

zu erwarten ist noch

11.11.11

und ganz besonders gut gelungen das Datum

20.11.2011

An dem Tag werden die Standesämter bestimmt gefüllt sein

LaWe

Freitag, 7. Januar 2011

wird`s jetzt gruselig ?

Mit bitterem Nachgeschmack verlies ich das Kino, als ich den Film das erste mal sah. Beeindruckt hatte mich nur die schöne Tochter des Leadsängers von Aerosmith, die eine Hauptrolle im Film hatte. Ansonsten fand ich, dass der Film am Ende durch besten Hollywood-Kitsch verdorben wurde. Mit einer amerikanischen Flagge im Hintergrund opfert sich ein einsamer Held um die Welt zu retten. Er sprengt sich mit dem Asteroid in die “Luft”, der mit größter Zerstörungwucht auf die Erde zuraste. 

Alles nur Visionen, der als Stoff für Kino taugt.

Als ich zwischen den Festtagen eine schlaflose Nacht vor dem TV verbrachte, lies ich mich von ZDF mit der Dokumentation “Armageddon-Der Einschlag” berieseln und das alles in HD – Großfilmformat. Aber nicht nur mein Bildschirm war großformatig, meine Augen wurden es auch. In bester Computersimulation wurde dem Zuschauer vorgeführt, was vom und für´s Menschenleben noch übrig bleibt, wenn tatsächlich so ein Steinklumpen von ca. 10 km Durchmesser auf unsere Erde niederprasselt. Da bleibt wirklich kein Stein auf dem anderen. Was nicht von der ersten Druckwelle zerstört wird, würde von der anschließenden Feuersbrunst in Rauch und Asche aufgelöst. Wer an einem sicheren Ort die ersten Schockwellen überlebt, muss sich der anschließenden Dunkelheit mit flächendeckenden wuchernden Pilzgeflechten stellen. Und nach der Dunkelheit käme die Kälte.

Es ist ein Wunder, dass ich die anschließende Nacht ohne Alptraum hinter mich brachte. Was kann mir in meinem wohligen Bett schon passieren.

Niemals wird es geschehen, dass solch eine Katastrophe meine Zuflucht, das Bett, gefährdet.

Alles nur Visionen und gut für eine spektakuläre Filmdokumentation, oder doch eine reale Gefahr?

Zwar fallen keine Riesige Steinklumpen Von Himmel,, doch die vom Himmel fallenden toten Vögel sind keine Visionen. Und nachdem ich die 3 Meldung von dem mysteriösen Massensterben der Vögel las bzw. hörte, wurde es mir doch ein wenig gruselig. Ich hoffe, das die Fachleute uns medial auch über Ursachen genau so gut aufklären, wie die Nachrichten über die Vorfälle unter die Leute gebracht wurden. 

Das sind keine Visionen, sondern mysteriös und könnte Stoff aus einen Hitshkock-Film “Die Vögel” sein.

Aber so richtig gruselig wird es mir, wenn ich an all die Eier und Hühnerkeulen denke, die ich mir in den letzten Monaten einverleibt habe. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, dass ich ohne es zu wissen Gifte aufgenommen habe. Die Staatsanwaltschaft geht nicht mehr von einem Versehen aus, sondern erkennt kriminelle Energie. Wie skrupellose sind die Menschen, die veranlassen, dass Industriefette in das Futter für Tiere gemischt werden, die den Menschen als Nahrung dienen?

Konnten und können sie nachts überhaupt noch schlafen?

Die mit Dioxin belasteten Lebensmittel sind keine Visionen eines Filmemachers, obwohl dies guter Stoff für ein Thriller wäre.

Der Futtermittelskandal ist Realität unseres aktuellen Lebens.

Ich glaube, bevor ein riesiger Asteroid die menschliche Ordnung auslöscht, erledigt der Mensch dies selbst, oder ?

LaWe

Samstag, 1. Januar 2011

Alle Jahre wieder …

…kommt der Moment, an dem das Jahr zu Ende geht und das neue Jahr beginnt. Vor Jahren stieg ich über diese Schwelle mit Rausch und Böllerei, heut lass ich andere Böllern und der Rausch reduziert sich auf ein Glas Sekt, dass ich allein auf das neue Jahr richte.

2011 – was für eine Zahl.

Das neue Jahrtausend hat schon wieder ein Jahrzehnt hinter sich gelassen und knabbert am nächsten nächsten Jahrzehnt.

Wie jedes Jahr hab ich mir nichts besonderes vorgenommen. Warum auch. Ich kenne meine Wünsche und Erwartungen an mich selbst. Je älter ich werde, je mehr besinne ich mich auf alle die Wünsche und Träume, die am Anfang meines Lebens standen.  Sie wollen  – wenn sie bisher unerfüllt blieben  - von mir von ein Jahr ins andere mitgenommen werden,  um  sie mit der Kraft der Jungend wieder und wieder zu erneuern. 

Also werd ich mich auch in diesem Jahr den Wünschen an mein Leben widmen, die bisher auf der Strecke blieben. Sie bleiben weiter mein Leuchtturm, der mir die Richtung zeigt.

Ich wünsche allen Bloggern

und Lesern dieses Blog

ein schönes neues Jahr 2011.

LaWe

Mittwoch, 29. Dezember 2010

vom Winter und von Viren

Als ich endlich wieder  daheim war, lies ich mich entkräftet auf meine Matratze fallen. Und nicht nur ich, auch Sohnemann lag da, flach wie eine Flunder in seinem Bett. So hatten wir uns die Weihnachtstage nicht vorgestellt.

Am 24. 12. morgens um 10 Uhr gingen wir auf Reisen, obwohl de Nachrichten für Reise hätten besser sein können. Einige Nebenstrecken waren wegen Schneewehen gesperrt. Auch mein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass es besser wäre, zu Haus zu bleiben. Aber das wollte ich meiner Familie in Kiel nicht antun.

Eine Fahrgemeinschaft von 5 Mitreisenden  hatte ich über die Mitfahrgelegenheit gebildet. Auf diese Weise wollte jeder von uns kostengünstig unter den Tannenbaum in Richtung Kiel kommen. Mit 7 € von Rostock nach Kiel ist mehr als ein guter Preis. Auf dem Bahnhof angekommen, bekam ich eine SMS von der Hauptakteurin der Fahrgemeinschaft. “Meine S-Bahn ist nicht gefahren. Bin mit der Straßenbahn unterwegs und treffe gegen 11 Uhr ein”. Das wird knapp, denn 11.07 Uhr soll die Bahn laut Plan fahren. Ich löse auf die Schnelle die Fahrkarte für uns und warte auf die Dinge, die da kommen sollen. Und die lassen nicht lange auf sich warten. Eine Zugverspätung jagt die andere. Als wir auf dem Bahnsteig eintrafen, sah ich in die verdutzen Gesichter einiger Fahrgäste, die grad in den IC nach München einsteigen wollten. “Der IC sounso nach München fällt ersatzlos aus”. Nicht nur den Einsteigern entglitten die Gesichtszüge, auch denen, die es sich im IC schon gemütlich gemacht hatten. Widerwillig stiegen sie aus- Sie mussten sich den kalten Wind wie wir um die Nase wehen lassen.

Unsere Fahrgemeinschaft fand trotz der widrigen Umstände schnell zusammen, die Handys machen es möglich. Vielleicht waren es die besonderen Umstände, unter denen wir reisen wollten, vielleicht war es aber auch gesellige Menschen. Wir kamen schnell ins Gespräch und das verkürzte uns die Wartezeit auf den verspäteten Reisezug. In unseren Gepäck sind nicht nur die Weihnachtsgeschenke für die Lieben uns Kiel sind, sondern die Bahn hat auch das Reiseabenteuer mit verstaut. Wir sind darauf eingestellt, dass ein pünktliches Eintreffen am Zielort eine Wunschvorstellung bleibt. Und so beginnt die Fahrt mit 60 Minuten Verspätung.

Zum Glück sind an diesem Tag nur noch wenige Reisende unterwegs. So bleibt uns wenigstens das Gedränge erspart.

Endlich im Zug, widmet sich jeder seinen Interessen. Sohnemann liest seine Skatebord-Zeitschrift. Die junge Frau unserer Reisegemeinschaft hat ihren dicken Roman vor der Nase, der 3. im Bunde liest die Bildzeitung, der Vierte widmet sich seinen Träumen und ich hab mein Yogabuch vor der Nase. So streift der Zug mit 80 Km/h gemütlich durch die Winterlandschaft. Damit schlagen sicher noch ein paar mehr Minus-Minuten zu Buche und jeder von uns streicht den Anschlusszug von Hamburg nach Kiel schon mal in seinem Kopf. Am diesem Schnee verwehten Wintertag  ist nichts so wie es ist. Welche Auswirkungen solch besondere Witterungsverhältnisse doch auf eine Reise haben können und welch sonderbaren Durchsagen für die Reisenden gemacht werden. “Der Zug hält auf offener Strecke, weil der Lokfahrer etwas aufschreiben muss” hör ich aus dem Lautsprecher. Vielleicht, weil er genau Tagebuch führen muss ? Wir werden es sicher nie erfahren.

“Alle Reisenden bitte austeigen. Der Zug endet hier und fährt sofort wieder zurück nach Rostock” Diese Ansage erhalten wir in Schwerin und Schwerin ist auf halber Strecke nach Hamburg. Wie von selbst kommen die Gedanken: “Ach, wärst du doch zu Hause geblieben”. Aber nun ist es zu spät. Ich bin auf halber Strecke und muss weiter nach vorn schauen. Nun schauen wir genau so verdutzt aus der Wäsche, wie Reisenden, die aus dem Münchner IC geworfen wurden.

Mit dem Vertrauen, dass die Bahn uns trotzdem nach Kiel schaffen wird, halten wir uns wartend im Schweriner Bahnhof auf. Gierig starren wir auf die Anzeigetafeln und warten auf die Erlösung. Erst mal nach Hamburg, dann werden wir weiter sehen. Ich rufe währenddessen meine Familie in Kiel an und bereite sie auf extreme Verspätungen vor. “Wir hängen in Schwerin fest” erzähl ich meiner Schwester. “Ist nicht so schlimm, wir warten” Dann erzählt sie mir, dass mein Schweigersohn von einem Magen-Darm-Infekt befallen ist und kaum noch aus dem Bett  kommt. Na..das geht ja gut weiter.

Mir, als einzige EX-Raucherin vertrauen mir alle ihr Fahrgepäck an. Während sie sich vor der Tür des Schweriner Bahnhofs den Nikotin in die Lugen saugen, halte ich Wache für alle Gepäckstücke der Fahrgemeinschaft.

Auf den Schweriner Bahnhof ist reger Ein- und Aussteigebetreib. Wir können also hoffen, dass jeder von uns doch noch an sein Reiseziel kommt, auch wenn mit großen Verspätungen. Der Bahn ist es egal, welchen Zug der Reisende nimmt. Ob Regional oder IC – es spielt keine Rolle, ob der Fahrschein passt. Die Schaffner lassen sich in keinem Zug sehen. Die vielen Fragen hätten sie nicht beantworten können, die die Fahrgäste ihnen gestellt hätten.

Wir haben Glück und sind nach 60 Minuten Wartezeit wieder in einem fahrenden Zug. Ein IC in Richtung Hamburg – in ihm ist es warm und gemütlich und vollgestopft mit Reisende und Gepäck. Der Zug schnurrt wieder gewöhnt über die Gleise weg, so als wäre nie Schnee gefallen. In Hamburg ankommen, wartet wieder eine Stunde Wartezeit auf uns. Mit dem 2 € Wertbon der Bahn für Essen gönnen wir uns im Hamburger Bahnhof was warmes. Der nächste Zug nach Kiel wird unser sein, egal ob RegionalExpress oder IC.

Die IC´s warten mit großen Verspätungen auf und so bleibt unsere Abfahrt ungewiss. Meiner Familie in Kiel teile ich per Telefon die nächst mögliche Ankunftszeit mit. “Jetzt geht es deiner Tochter Magenmäßig auch schon schlecht” hält meine Schwester mich von ihre Seite auf den laufenden.Na..das hört sich gar nicht gut an. Meine Tochter reiste mit Mann und Kinder schon am 23.12. in Kiel an und einen Tag später sind sie krank. Was sollen das denn für Weihnachtstage werden?

Aber weil wir noch auf der Strecke sind, halt ich mit den beunruhigenden Gedanken nicht lange auf. Wir als Fahrgemeinschaft fühlen uns zusammengehörig. Die schwierigen Umstände unserer Reise haben uns wohl näher gebracht. Wir erzählen und unterhalten uns wie alte Bekannte. Erst wurde über Freunde der Freunde erzählt, später über Freunde und während der Fahrt von Hamburg nach Kiel sogar über Angehörige und hier und da auch schon über sich selbst. Anhand der Gesprächsthemen lies sich erkennen, wie Menschen sich auf einer Reise näher kommen. Der Verband löste sich schnell wieder auf, als wir im Kieler Bahnhof alles ausstiegen und jeder zu seinen Angehörigen bzw. Bekannten ging. Wir verabschiedeten uns flüchtig mit “Ein frohes Fest und guten Rutsch” und dann trennten sich unsere Wege.

Wir waren endlich angekommen, den Rest der Strecke wurden Sohnemann und ich per Auto gebracht. Mein Schwager wurde als Kraftfahrer für uns abgestellt. Er berichtet uns über den Stand der Ding im Haus meiner Schwester. Meine Tochter und ihren Mann hatte der Magen-Darm-Virus im Griff. “Man rechnet jetzt voll mit dir” sagte mein Schwager zu mir während der Fahrt. “Hauptsache, wir stecken uns nicht auch noch an”. “Richtig Hände waschen, dann geht das schon” Mein Schwager muss das ja wissen Er ist Arzt, er ist Chirurg, er ist Herzchirurg. Ich hab volles Vertrauen darauf und bin mir sicher, dass ich die Weihnachtstage mit gründlich Händewaschen ohne Viren über die Runden bringe.

Endlich treffen wir in der Wohnung meiner Schwestern ein. Der Tannenbaum ist schon geschmückt – Weihnachten kann beginnen.

Die kranken Hühner berappeln sich und kommen angeschlagen aus ihrem Krankenlager. Nebenbei erfahre ich, dass der Kleinste – 10 Monate – die Brechtour eingeleitet und schon hinter sich hat. Die 2 kleinen Mädchen warten auf den Weihnachtsmann und der lässt zum Glück nicht mehr lange auf sich warten. Die Bescherung beginnt vor dem großen Essen.

 

7 Personen beschenken sich gegenseitig – da kommt was zusammen. Die Magen- und Darmkranken schlagen sich wacker, sie haben das schlimmste schon hinter sich. Statt Bier wird Tee getrunken, dass hätte meine Mutter gefreut. Vor 10 Jahren war sie Gastgeber für die Familie zu Weihnachten und am Heilig Abend saßen wir mit über 20 Personen in ihrem Wohnzimmer.

Vom Heiligabend-Essen bleibt wegen der Magenkranken noch einiges übrig. Zum Glück ist morgen auch noch ein Tag und die Kranken können wieder zuschlagen. Während der Nacht schlägt aber wieder der Virus zu und schnappt sich meine Enkeltochter und sie leidet wie ihre Eltern tags zuvor. Sie kommt am 1. Weihnachtags gar nicht aus dem Bett und ernährt sich tagsüber mit Tee. Mein Schwager wurde in der früh in die Klinik gerufen und meldete sich auf der Rückreise per Telefon von unterwegs. “Mir geht es nicht so gut” Als er zu Haus ankommt, sehe ich ein blasses Gesicht durch die Tür kommen. Seine Augen lächeln müde in die Runde und dann ist er auch schon verschwunden und bezieht sein Krankenlager. So als hätte jemand auf einen Knopf gedrückt, erblasst auch meine Schwester und verschwindet wie ihr Mann im Krankenlager.

“Die nächsten sind dran” Diese kleinen Mistviecher von Viren. Mit scharfen Schwertern metzeln sie nun die Gastgeber nieder. von 10 Personen sind 3 wieder genesen, 3 liegen im Krankenlager und 4 sind noch fit. Mein Neffe, mein Sohn, meine kleine Enkeltochter – das Frühchen – und ich. Bevor ich mich an den Herd stelle um die zwei Enten in den Herd zu schieben, lass ich mich draußen noch von der Sonne bescheinen. Der 1. Weihnachtstag zeigt sich mit herrlichen Sonnenschein und wunderschönen bizarren Schneegebilde.

Während ich in der Küche das Weihnachtsessen bereite, hält die Familie in dem mit Küche verbundenen Wohnzimmer auf. Ihre Unterhaltung wird je unterbrochen, als die merkwürdigen Geräusche vom Dachgeschoss nach unter dringen. Der Virus hat grad wieder zugeschlagen und meinen Schwager aus dem Krankenlager getrieben. Er schafft es grad noch bis ins Bad und was von ihm bleibt, sind die lauten Würgegeräusche aus dem Bad. Alle halten inne, so als wollten sie den Arzt bei seiner brecherischen Übelkeit nicht stören. Oh je…wenn jetzt der Arzt auch noch flach liegt, was soll das nur werden?  Nach ein paar Minuten hat er das schlimmste hinter sind. Er zieht sich entkräftet zurück in sein Krankenlager. Aber das Bad bleibt nicht lange frei. Meine Schwester nistet sich gleich ganz im Bad ein und verlegt ihr Krankenlager nach dort. Sie will sich die Lauferei Ober- und Mittelgeschoss sparen.

Während dessen brutzeln die 2 Enten im Herd. Der Rotkohl ist fertig und die Kartoffeln lassen auch nicht mehr lange auf sich warten. Von den 10 Personen sitzen 6 am Tisch. Eine Ente und reichlich Kartoffeln bleiben für die Magenkranken übrig.

Ich hoffe noch auf ein Wunder und darauf, dass die Viren mich schlicht übersehen haben, als mein Sohn mit würgenden Geräusch in der Toilette verschwindet. Vor 24 Stunden trafen wir ein und stehen wohl jetzt auf den Speiseplan der Viren. Nicht daran denken – nicht daran denken  -  ich fühle mich, als länge mein Kopf schon unter einem Fallbeil, doch wann dieses fällt, weiß ich nicht. Doch der Abend verläuft für mich ohne Zwischenfall. Die letzten erkrankten berappeln sich wieder und lassen sich für ein paar Augenblicke sehen.

“Ich glaube, wir haben noch Desinfektionsmittel irgendwo stehen” erinnert sich mein Schwager. “Kaum zu glaube, dass solch keine unsichtbaren Tierchen eine ganze Familie für Stunden lahm legen kann” bemerkt er noch, als er sich wieder in sein Krankenbett zurück zieht.

Es ist fast Mitternacht vorbei und ich beschwöre immer noch die höheren Mächte, dass die Viren einen großen Bogen mich machen, nachdem mein Sohn schon beginnt, sich die Seele aus dem Leib zu kotzen. Der schöne Entenbraten, er kommt auf den alten Weg wieder raus. Mein Neffe muss um Mitternacht noch weg. Er hat eine dienstliche Verabredung vergessen und muss nun den Schaden begrenzen. Ihn, mich und das Frühchen – uns haben die Viren wohl verschont. Mit dem Gedanken gehe ich schlafen, als mich eine bedrückende Übelkeit aus dem Schlaf reißt. Von nun an wechseln Sohnemann und ich uns im Bad ab.

Als ich das Schlimmste hinter mir habe, sind zwei Stunden vergangen. Ich rechne nach. 30 Stunden sind seid unserem Eintreffen vergangen Am Morgen danach meldet mein Neffe sich aus seiner Wohnung. Er hätte Brechdurchfall und käme grad nicht aus dem Bett. Mit ihm haben sich die Viren die 9. Person der 10 köpfigen Familie geholt. Nur das kleine 4jährige Mädchen – das Frühchen – hat er bis heut verschont. Bekam sie ein Gnadenbrot als Weihnachtsgeschenk?

LaWe

In den Wind geschrieben

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