Samstag, 7. Februar 2009

Das hat die Welt noch nicht gesehen


Hirsch verprügelt Jäger - MyVideo

LaWe

Freitag, 6. Februar 2009

Abgefahren oder trauriges Nachspiel

Es liegt schon mehr als eine Woche zurück - das Konzert mit Reamonn, und noch immer schwelge ich in den höchsten Tönen davon. Doch auch das danach verschweige ich nicht und deshalb erlaube ich meinen Lesern einen Einblick auch in diese Zeit.

Ich war ja mit meiner Schwester zum Konzert und übernachtete anschließend auch bei ihr. Unsere Stimmung war auch nach dem Konzert im höheren Level angesiedelt und deshalb genehmigten wir uns ein Gläschen Rumtopf, den sich noch in ihrer Küche fand. Es war nur noch der Satz mit reichlich Früchte und ein wenige Flüssigkeit. Die Gläschen waren nicht größer als ein Sto-Gramm-Glas. Ein Sto-Gramm-Glas ist ein Begriff aus Ostzeiten und es war damit ein Glas für 100 - russisch STO - mml Flüssigkeit gemeint. Darin bekam man mehr als einen Doppelten serviert. Für den Rumtopf waren diese Gläschen aus meiner Sicht nicht besonders groß

Die Früchte waren schmackhaft und die fruchtige Flüssigkeit auch. Mein letzter alkoholischer Schluck liegt so um die Weihnachtszeit und der davor fast 1 Jahre zurück. Doch ich merkte kaum etwas vom Rumtopf in meinem Kopf und schließlich bescherte er mir einen seeligen Schlaf und den brauchte ich auch, denn ich wollte am nächsten Tag um 10 Uhr schon im Zug sitzen.

Als ich am morgen meine Heimreise antreten wollte, drehte sich mein Bett um seine eigene Achse und um meinen Kopf. Ich bekam weder ein Fuß aus dem Bett, noch meinen Hintern hoch und der Kopf lag noch im Nebel fernab jeder realen Wahrnehmung. Es drehte sich nicht nur mein Bett, sondern auch mein nicht vorhandenen Mageninhalt wie eine Zentrifuge und damit erhöhte sich das Rotationsgefühl meiner Umwelt um ein vielfaches - die Zentrifugalkräfte wirkten erbarmungslos und nagelten mich an der Bettkante fest. Jeder Versuch, mich von dem elenden Gefühl abzuwenden, scheiterte kläglich mit einer Übelkeit, die ich nur von einem Kater aus alten Zeiten kannte. Augen schließen und langsam atmen brachten weder im Kopf noch im Magen Ruhe.

Es war schon längst 8 Uhr vorbei und ich sollte schon am Frühstückstisch sitzen, Statt dessen kämpfte ich mit einem rotierenden Bett und einen rebellierenden Magen. Eine Entscheidung war nötig, denn trotz des Nebels im Kopf war mir klar, dass ich meinen Termin nicht schaffen konnte - denn 3 Stunden Zufahrt ab 10 Uhr standen mir bevor, wollte ich pünktlich erscheinen. Eine Entschuldigungs - SMS war meine Rettung - "Ich hänge fest und komme hier nicht weg." "Alles klar und kein Problem" war die Antwort. Erleichtert lies ich mein Handy auf dem Nachttisch gleiten um den schmerzvollen Kater, den ich mir an Land gezogen hatte, einfach wegzuschlafen. Für den nächsten Termin in Rostock musste ich ja erst um 14 Uhr im Zug sein.

Doch bevor ich meine Übelkeit weg schlafen konnte, musste ich meinen Mageninhalt blitzartig um die Ecke tragen, bevor auch der Magen endlich Ruhe gab. Mit kreisendem Bett schlief ich dann doch noch einmal ein, bis die ersten Lebensgeister mich so gegen Mittag weckten.

Es war so um 12.30 Uhr und ich wagte meine ersten Schritte in die Küche um meine körperliche Schwäche mit trocken Brot und Pfefferminztee wieder aufzupeppeln. Der mitleidige Blick meiner Schwester war mir gewiss, doch half mir das wenig. So nach und nach erhoben sich meine geschwächten Lebensgeister und ich fühlte mich in der Lage. mich reisefertig zu machen. Auf dem Weg zur Dusche wurde ich von meinem Selbstmitleid begleitet. Das ich DAS noch erleben und so einen ausgewachsenen Kater am Hals haben muss. Doch hat er einen erst angesprungen, dann lässt er sich nicht so einfach abschütteln.

Punkt 14 Uhr stand ich unter der Dusche und ein kalter Wasserstrahl sollte den Restalkohol aus meinen Körper vertreiben und das tat er auch und der Weg zum klaren denken war wieder frei.

"Ich bin wieder frei, frei aus dem Krallen eines ausgewachsenen Katers, der es mir noch einmal so richtig zeigen wollte"

Und mit der Freiheit kamen wieder die klaren Gedanken und mit den klaren Gedanken kam das böse Erwachen.

"Um 15 Uhr muss ich im Zug sitzen, 3 Stunden Zugfahrt will ich pünktlich um 17 Uhr in Rostock eintreffen. Um 17.30 warten die Yogafrauen auf mich und ihr 90 Minuten Programm. Das passt ........ oder doch nicht?" Mit dem Gefühl, das irgend etwas an meinen Zeitrechnung nicht stimmt, zähle ich noch mal nach und nehme sogar meine Finger zu Hilfe, so als könnte ich nicht bis drei zählen.
15 - 16 - 17 Uhr ...alles klar - das macht 3 Stunden Fahrt. Beruhig dusche ich weiter, doch wühlt aus meinem Hinterkopf ein Widerspruch in den Vordergrund.

"An deiner Rechnung stimmt was nicht!!!!"

Also noch einmal die Finger - 15 Uhr - 16 Uhr - 17 Uhr - alles klar, das macht 3 Stunden Fahrt, ich bin pünktlich um 17 Uhr in Rostock.

"NNNNEEEEEEEIIINNNNN" schreit es aus meinem Hinterkopf. "Das sind nur ZZZWEEEIII Stunden Fahrt !!!! "

Jetzt bin ich endgültig wach und zähle ein letztes mal die Fahrzeit und das böse Erwachen schlägt wie der eiskalte Wasserstrahl aus der Dusche zu.

"Oh mein Goott, mein Zug ist ja schon abgefahren" und damit fällt mir der Duschkopf aus der Hand und ich laufe - meinen Körper lasse ich Luft trocknen - zum Laptop meiner Schwester, rufe den Fahrplan der Bahn auf.

Aus meinen Kopf lasse ich Stielaugen fahren, doch die reale Erkenntnis ist unbarmherzig mit mir - alle Züge sind abgefahren und ich hab keine Chance mehr, pünktlich in Rostock einzutreffen.

Oh mein Goott - oh mein Goott - zeternd lauf ich durch das Haus meiner Schwester, das sogar ihr schon bange wird. Als ich ihr erkläre welch Fehler mir unterlaufen ist, bietet sie mir eine Lösung an und ich schaffe es noch pünktlich zur Yogastunde in Rostock.

Den Frauen hab ich dann von meinen Missgeschick erzählt, damit sie sich über mein bleiches Gesicht nicht wundern.

Als ich abends endlich wieder in meinem Bett lag, entfaltetet sich der Schur "Nie wieder Rumtopf nach einem Konzert" wie eine Losung über mein Stirnband.

Auf diese Weise hat das Konzert von Reamonn mir nicht nur gute Unterhaltung sondern auch ein trauriges Nachspiel beschert.

LaWe

Mittwoch, 4. Februar 2009

Trauerspiel mit Überwachungsattake

Nach nirgendwo )Lasse ich mir die täglichen Nachrichten einfach mal durch den Kopf gegen, dann weiß ich bald nicht mehr, wohin in Zukunft unsere Wirtschaftreise gehen wird.

Vor Jahren erzählte mir eine Schwester - sie war eine gute Beobachterin - von einem Ereignis in ihrem Unternehmen. Es war nur eine kleine Bau- und Landschaftsgarten Firma, doch sicherte sie vielen Lohn und Brot. Die Mitarbeiter kannten sich noch aus alten Zeiten, auch die Geschäftsführung.

Mit dem Aufstieg der kleinen Firma lebten die "hohen Herren" in Saus und Braus. Sie als Buchhalterin hatte einen guten Einblick in die Verschwendungssucht der Geschäftsführung. Doch wenn die Bosse sagen, so ist es, dann ist es so.

Auf eventuelle Einwände von Mitarbeitern in der mittleren Leitungsebene reagierten sie ungehalten und sogar mit "Vertreibung". Diese Mitarbeiter sahen eine große Gefahr in der leichtsinnigen Führung.

Es kam, wie es kommen musste, das Unternehmen schiffte mit Volldampf auf den Abgrund zu und meine Schwester erkannte eine Verhaltensänderung der Chefs.

Als erstes legte einer von ihnen - sie kannte ihn auch noch aus alter Zeit - fast täglich ihr eine geschönte Bilanz vor und das, um sich selber die Augen vor der bevorstehenden Misere zu verschleiern. Ihre damals 5 stelligen Gehälter blieben jedoch ungekürzt.

In der nächsten Stufe der Talfahrt - der Abgrund war schon in sichtbare Nähe gerückt - setzten sie eine Schnapsidee um. Damit starteten sie einen weiteren Versuch sich ihr eigenes Versagen zu verschleiern.

Kaum zu glauben, verdeckt krochen sie den eigenen Mitarbeitern hinterher. Sie legten sich sozusagen in die Büsche und wollten testen, ob ihre Bauarbeiter oder Landschaftsgärtner auch richtig arbeiteten. Vielleicht faulenzten sie ja auch oder bereicherten sich an dem Eigentum der Firma. Hmm..damit lies sich die Insolvenz der Firma auch nicht aufhalten und wenig später mussten alle ihre Jacke an den Nagel hängen.

Heut sah ich das erste mal eine Parallele zur damaligen Geschichte der Niedergangs eines Firma.

Lidl - die Bahn und wer weiß, was noch alles ans Tageslicht kommt, was das ausspionieren der Mitarbeiter betrifft.

Mehdorn sieht darin keine Verletzung gegen das Recht - aber er scheint gegenwärtig und zum Glück allein damit auf weiter Flur zu stehen.

Wohin wird die wirtschaftliche Reise uns in Zukunft führen?

Solange die Manager außer Kontrolle weiter machen, wie bisher, geht Otto Normalverbraucher sicher keiner rosigen Zeiten entgegen

Was ich mit mich mit diesen Gedankengang fragen will, sind wir schon in der Verkommenheit angelangt?

LaWe

Dienstag, 3. Februar 2009

Geist(er)geschichte

Also wenn ich jetzt ein paar Tage zurückblicke, könnte ich fast davon ausgehen, das sich ein Geist in meiner Wohnung die Zeit vertreibt.

Vor ein paar Tagen knallte lauthals eine kleine Birne in meinem Deckenfluter durch. Das ist ja nichts außergewöhnliches, doch die nächste knallte ebenfalls durch und nach dem dritten Wechsel blieb endlich das Licht, doch lässt sich sein dem der Lichtschalter weder dimmen noch an oder aus machen. Hmmmmmm

Kurz danach überlebte die Fernbedienung meines Fernsehgerätes die Nacht nicht. Die Batterien waren neu und hatten auch am letzten Abend kein Anzeichen von Schwäche. Jetzt muss ich zum Zappen jedes mal aufstehen - oh Gott, wie unbequem.

Deshalb verzichtete ich gestern Abend ganz auf´s fernsehen. Das hat ja auch was für sich oder besser was für meinen Geist. Deshalb arbeitete er sich bis weit nach Mitternacht durch die spannenden Seiten eines Thrillers . Gleich 5 Frauenleichen wurden auf den ersten 30 Seiten gefunden und obduziert. Dabei fand man 5 kleine tote Körper. Nicht mal auf Seite 40 erfuhr ich, um was es sich bei den 3 kleinen toten Körper - sie lagen in der Pathologie verschlungen in einer Schüssel - auf sich hat. Doch bevor ich das erfahren konnte, fielen mir die Augen zu.

In der Nacht, mein Geist war grad mit den tiefsten Träumen beschäftigt - ich war irgend wie an einer ausweglosen Situation angekommen - holte ein lauter Knall, der aus dem Nebenraum kam - mich wieder in die Realität zurück.

Aus der Traum oder doch nicht?

Das Geräusch war so derbe laut, dass es sich auf keinen Fall um eine geräuschvolle Traumkulisse handeln konnte. Es hörte sich an, als wäre dickes Glas auf den Boden gefallen und scheppernd in tausend Stücke zersprungen. Wie ein Geschoss das aus der gezündeten Kanone kommt, sauste ich in den Nebenraum. Fest davon überzeugt, dass jemand das Fenster eingeschlagen hat und nun in meine Wohnung dringen will, machte ich mich bereit - mit dem verschlafenen Mut der Verzweiflung - für einen Kampf, wenn es sein muss, auf Leben und Tod.

Doch als ich im Nebenraum war, gab es nichts auffälliges zu sehen. Das angekippte Fenster schloss ich in Windeseile. Nur am Boden sah ich etwas dunkles liegen. Mit dem Herzschlag bis zum Hals legte ich fest "Das war ein Blumentopf, der ist von der Fensterbank gefallen" und mit dem Gedanken legte mich nach einem letzten Rundumblick wieder ins Bett, aber nicht ohne das unterschwellige Gefühl, es könnte jemand unsichtbar eingedrungen sein, der nicht in meine Wohnung gehört.

Damit die Schaurigkeit nachlässt, wollte ich mein Radio anmachen. Eine leise Musikkulisse kann nicht schaden um das nächtliche Unbehagen zu verjagen. Auch dafür hab ich eine Fernbedienung und ich hatte sie abends zuvor mit neuen Batterien bestückt. Doch mein Handgriff zur Fernbedienung ging ins Leere, obwohl ich sie mir abends ans Bett gelegt hatte?

Zum Glück kam ich trotz des meines Unbehagens in den Schlaf.

Als ich am Morgen den zerbrochenen Blumentopf zusammenfegen wollte, war gar keiner da. Alles sah so aus, wie am Abend zu vor. Nur das angekippte Fenster war geschlossen, ich hatte es ja in der Nacht eilig zugedrückt.

Aber was um Gottes willen hat denn den höllischen Lärm in der Nacht gemacht, dass mir fast das Herz aus der Brust gesprungen wäre? Die Geräusch von zerbrechenden Glasscherben kann doch kein Traum gewesen sein? Mit tausend Fragezeichen im Kopf verlasse ich den Raum ....hmmm .. was kann das nur gewesen sein?

Ich eile noch einmal zurück in den Raum und laufe fast über einen bunten Scherbenhaufen. Er lag nicht unter dem Fenster, wie ich vermutete, sondern in der Mitte. Vor mir auf den Boden lag die Wanduhr - ein Retro-Modell - das Ziffernblatt auch dickem Glas hing nicht mehr an der Wand und sondern lag als trauriger Scherbenhaufen auf dem Fußboden.



Endlich konnte ich den nächtlichen Geist enttarnen - meine Wanduhr und die jedenfalls war die von Geisterhand nachgeholfen, einfach von der Wand gefallen. Vielleicht hätte sie dich besser für ihren Fall doch besser einen anderen Zeitpunkt aussuchen sollen.

Die verschwundene Fernbedienung wurde von der Geisterhand meines Sohnes so im vorbeigehen mitgenommen. Er brauchte die Batterien für deine Spielkonsole. Naja....so nach und nach nehmen die Geister ihre realen Gesichter an...

LaWe

Montag, 2. Februar 2009

Nix für Warmduscher

ist die momentane Wassertemperatur aus meinem Wasserhahn. Seit Tagen kommt leicht unterkühltes statt warmes Wasser. Der erste Wasserstrahl auf der nackten Haut sorgt für eine kräftige Tiefenatmung - das hat ja auch was :-D



Zum Glück hab ich mir das Warmduschen schon vor Jahren abgewöhnt und deshalb trifft mich der kalte Wasserstrahl aus dem Wasserhahn kaum noch.

LaWe

Sonntag, 1. Februar 2009

Er kam sang und siegte

Seine Stimme passt nicht in die Geräuschkulisse, die uns täglich umsprudelt. In den Medien wird viel gesungen von Stimmen die klingen oder auch nicht klingen, ja sogar furchtbar klingen oder gar brüllen.

Doch als ich seine Stimme das erste mal hörte - er sag bei "Wetten das" bei Gottschalk "All right" - trat alles um mich herum in den Hintergrund. Nicht nur der Song lies mich aufhorchen, auch die Stimme und der Mann, dem die Stimme mit Gefühl ohne Schmalz gehörte , dem Frontman von Reamonn - Rea Garvey

Schon bei den ersten Klängen des rückte die unübersichtliche Geräuschkulisse in den Hintergrund und dann zog mich die Stimme in seinen Bann.

Es war, als würde er die urige Natur von Irland und mit ihr meine eigene ländliche Jugend in die heutige Zeit wieder zurück holen. All die Emotionen aus der Zeit ..vom Schwärmerei bis zum Liebeskummer ...kamen wieder an die Oberfläche. Dieser Eindruck und die Wirkung seiner Stimme auf mein Gemüt verblasste sie und hat heut noch immer Oberwasser, wenn ich die Stimme des irischen Sängers höre, der mit 7 Schwestern groß wurde und schon mit 17 Jahren in die große weite Welt zog, um sein Glück zu machen und das, wie sich heut zeigt, zu meinem Glück.

Am Mittwoch war es dann soweit. Meine Tochter, die schon lange meine Schwärmerei für die Gruppe und seinem Sänger verfolgte und bescherte mir zu Weihnachten die Karten für das Konzert von Reamonn am 29.1.09 in Hamburg.



Ich machte mich auf den Weg um die Band endlich mal in Live erleben zu können. Über Kiel reiste ich mit meiner jüngeren Schwester nach Hamburg um mir in der Konzerthalle von Color - Line den vordersten Standplatz zu sichern. Dafür nehme ich auch längere Wartezeiten in Kauf.



Damit ich auch alles von seiner Stimme und ihrer Musik aufnehmen kann, baute ich mich direkt vor den Boxen auf, die auch je nach Lautstärke meine Lungenflügel im Rhythmus der Musik vibrieren ließen.



Pünktlich um 21 Uhr war der Moment da. Der Vorhang fiel und das Konzert begann, auf den ich mich nun schon seit mehr als 4 Wochen vorbereiten und freuen konnte. Nein...ich Ohnmacht bin ich nicht gefallen, aber in eine Art Trancezustand.

Er kam, sang und siegte
Wieder war ich in seinen Bann gezogen und mit ihm entführte er mich in meine längst vergessene Welt der träumerischen Jugend. Noch einmal spürte ich die Herzklopfen wie damals, wenn ich Jungen dachte, der grade mein Herz gewann. Oft haben die Jung es gar nicht mitbekommen, so sehr hab ich mein schwärmendes Herz vor ihnen versteckt. Doch immer dann, wenn ein Blick von ihnen mich traf, schien mein Herz vor Raserei aus der Brust zu springen. Ich glaube, an meinem Pulli war das Pochen zu erkennen. Bis heut fühle ich mich im bodenlosen Ausnahmezustand, gelingt es jemand mein Herz zu gewinnen. Ein gepaartes Gefühl von Hilflosigkeit und Herrlichkeit.

Den Liedern folgte ich im ersten Teil ihres Konzerts und der Stimme von Rea wie gefesselt. Ich war unfähig zu klatschen, nur ab und an konnte ich mit einem kleinen Pfeifkonzert mit zwei Fingern im Mund meiner Begeisterung Ausdruck verleihen.

Er sang wirklich aus vollen Herzen, öffnete nicht nur seine Arme weit und seinem Publikum entgegen, auch sein Herz öffnete er mit jedem Titel, den er sang. Das ist es wohl, was mir unter die Haut geht - die Ehrlichkeit in alles was getan wird.



Auch die Bandmitglieder gaben alles und jeder für sich ein musikalischer Poet.



Hier der Klavierspieler in Licht eingetaucht und mit einem Blick "wie von einer anderen Welt" susgestattet.



Nur schweren Herzens wollte ich die Band wieder ziehen lassen, doch auch andere Fans wollen sie ja aus nächster Nähe sehen.



Aber das ist auch in Ordnung so...



LaWe

Sonntag, 25. Januar 2009

Erwachen am Morgen

Noch im Bett und mit einem kleinen Tastendruck auf die Fernbedienung für mein Radio bin ich schon vor dem Aufstehen am Nabel der Welt, denn die Nachrichten sind ja alle 30 Minuten garantiert. Zwischen den Nachrichten dann wieder Werbung und Musik und diese lässt mich noch ein paar Minuten nachschlummern.

Und dann wieder die Nachrichten - nicht selten werden sie mit Toten eröffnet. Ein grausames Familiendrama und die Unwetter-Opfer leiten schon seit den Morgenstunden die Nachrichten an.

Ach, es ist alles so traurig und wie hart es Menschen treffen kann. Mal trifft sie die höhere Gewalt, wie beim schlimmsten Sturm über Südeuropa über´s Wochenende. Was bin ich froh,dass ich hier oben im Norden lebe, denn meine Oma sagte uns Enkelkindern immer: "Wir leben in einem gelobten Land" und meinte damit, dass sich die Unwetter schon woanders ausgetobt haben.

Und ein andermal ist es häusliche Gewalt. Ein volltrunkener Mann zerstört bis auf ein 3-Jähriges Kind die gesamte Familie, Frau und zwei Kinder tot, nur er und das 3-jährige leben noch.

Das erinnerte mich an die schlimmste Zeit im Zusammenleben mit einen Alkoholiker, der verzweifelt um sein Entrinnen vor der Flasche kämpfte. Weil er die Trunksucht vor mir verbergen wollte, trank er in der Toilette oder noch vor der Wohnungstür große Mengen Alkohol und wenig später verwandelte sich ein liebevolles Wesen in ein Monster. Sogar seine Stimme veränderte sich, hatte eine schärfere Stimmlage und seine Worte waren zynisch und herablassend mir gegenüber. Wenig später sauste er durch die Wohnung und fühlte sich von imaginären Figuren bedroht. Alles was schwarz war - so auch Schatten - bedrohte sein Leben. Die Panik in ihm und damit auch in mir lief in Hochform auf. Als mir klar war, dass er in einem Stadium von Wahnvorstellung war, bangte ich sogar um mein nacktes Leben und damit verbunden, dass unser gemeinsamer Sohn eines Tages an unser beiden Gräber stehen muss. Wann würde ich mich in seinem Wahnvorstellungen in ein Monster verwandeln und er aus Angst vor diesem Monster auf mich einschlagen?

Später konnte er sich an diese ausgeprägten Ängste nur noch dunkel erinnern, wenn überhaupt. Ich flehte ihn an, sich deshalb ärztlich behandeln zu lassen, doch mein Flehen verhallte ohne Echo ich seinem Kopf, denn täglich nahm der Rausch mehr von seinem Geist besitzt. Sein Selbsthass wegen der Unfähigkeit vom Alkohol wegzukommen fraß seine Persönlichkeit täglich ein bisschen mehr auf.

Er zwang mich, ihm beim sterben seiner Persönlichkeit zuzusehen und das tat ich nicht und verließ ihn - auf Rat einer trockenen Alkoholikerin - konsequent und ohne Widerruf und 3 Jahre nach unserer Trennung starb er so einfach weg. Eine wirkliche Entziehungskur machte er nie, obwohl er sich einem Arzt vorstellte. Ich fand es unverantwortlich, dass er in dem Stadium nur 1 Gespräch pro Woche - das sagte er mir - beim einem Arzt hatte.

Leider wird die Bedrohung das Alkoholismus noch nicht im vollen Umfang erkannt, denn sie tötet nicht nur den Betroffenen selbst, sondern mitunter auch die ganze Familie.

Ich hoffe, dass die Leitnachrichten am Montag etwas besser ausfallen, als die heutigen

LaWe

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