Sonntag, 25. Januar 2009

Erwachen am Morgen

Noch im Bett und mit einem kleinen Tastendruck auf die Fernbedienung für mein Radio bin ich schon vor dem Aufstehen am Nabel der Welt, denn die Nachrichten sind ja alle 30 Minuten garantiert. Zwischen den Nachrichten dann wieder Werbung und Musik und diese lässt mich noch ein paar Minuten nachschlummern.

Und dann wieder die Nachrichten - nicht selten werden sie mit Toten eröffnet. Ein grausames Familiendrama und die Unwetter-Opfer leiten schon seit den Morgenstunden die Nachrichten an.

Ach, es ist alles so traurig und wie hart es Menschen treffen kann. Mal trifft sie die höhere Gewalt, wie beim schlimmsten Sturm über Südeuropa über´s Wochenende. Was bin ich froh,dass ich hier oben im Norden lebe, denn meine Oma sagte uns Enkelkindern immer: "Wir leben in einem gelobten Land" und meinte damit, dass sich die Unwetter schon woanders ausgetobt haben.

Und ein andermal ist es häusliche Gewalt. Ein volltrunkener Mann zerstört bis auf ein 3-Jähriges Kind die gesamte Familie, Frau und zwei Kinder tot, nur er und das 3-jährige leben noch.

Das erinnerte mich an die schlimmste Zeit im Zusammenleben mit einen Alkoholiker, der verzweifelt um sein Entrinnen vor der Flasche kämpfte. Weil er die Trunksucht vor mir verbergen wollte, trank er in der Toilette oder noch vor der Wohnungstür große Mengen Alkohol und wenig später verwandelte sich ein liebevolles Wesen in ein Monster. Sogar seine Stimme veränderte sich, hatte eine schärfere Stimmlage und seine Worte waren zynisch und herablassend mir gegenüber. Wenig später sauste er durch die Wohnung und fühlte sich von imaginären Figuren bedroht. Alles was schwarz war - so auch Schatten - bedrohte sein Leben. Die Panik in ihm und damit auch in mir lief in Hochform auf. Als mir klar war, dass er in einem Stadium von Wahnvorstellung war, bangte ich sogar um mein nacktes Leben und damit verbunden, dass unser gemeinsamer Sohn eines Tages an unser beiden Gräber stehen muss. Wann würde ich mich in seinem Wahnvorstellungen in ein Monster verwandeln und er aus Angst vor diesem Monster auf mich einschlagen?

Später konnte er sich an diese ausgeprägten Ängste nur noch dunkel erinnern, wenn überhaupt. Ich flehte ihn an, sich deshalb ärztlich behandeln zu lassen, doch mein Flehen verhallte ohne Echo ich seinem Kopf, denn täglich nahm der Rausch mehr von seinem Geist besitzt. Sein Selbsthass wegen der Unfähigkeit vom Alkohol wegzukommen fraß seine Persönlichkeit täglich ein bisschen mehr auf.

Er zwang mich, ihm beim sterben seiner Persönlichkeit zuzusehen und das tat ich nicht und verließ ihn - auf Rat einer trockenen Alkoholikerin - konsequent und ohne Widerruf und 3 Jahre nach unserer Trennung starb er so einfach weg. Eine wirkliche Entziehungskur machte er nie, obwohl er sich einem Arzt vorstellte. Ich fand es unverantwortlich, dass er in dem Stadium nur 1 Gespräch pro Woche - das sagte er mir - beim einem Arzt hatte.

Leider wird die Bedrohung das Alkoholismus noch nicht im vollen Umfang erkannt, denn sie tötet nicht nur den Betroffenen selbst, sondern mitunter auch die ganze Familie.

Ich hoffe, dass die Leitnachrichten am Montag etwas besser ausfallen, als die heutigen

LaWe

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