Alt wie ein Baum
................möchte ich werden
genau wie der Dichter es beschreibt,
alt wie ein Baum, mit einer Krone die weit-weit-weit-weit
die weit über Felder zeigt.
Alt wie ein Baum möchte ich werden
mit Wurzeln die nie ein Sturm bezwingt
alt wie ein Baum, der all die Jahre so weit-weit-weit-weit-
Kühlende Schatten Schatten bringt.
Alle meine Träume . . . fang' ich damit ein
Alle meine Träume . . . yeh yeh yeh
zwischen Himmel und Erde zu sein
zwischen Himmel und Erde zu sein.Das bekannte die Lied von den Phudys sagt aus, was jede Seele sich wünscht.
Doch nicht jede
Seele ist so stark verwurzelt, dass kein Sturm sie entwurzeln kann. Und manchmal trifft es auch meine Familie.
Vor neun Monaten verlies meine
Schwester unsere Familie für immer. Und noch immer drückt meine Trauer um sie auf meine Seele.
Unerwartet überfällt mich die Trauer und mit ihr die Hilflosigkeit, die wir damals alle empfanden, als sich das Endliche anzeigte, doch niemand von uns wahr haben wollte.
Die Hoffnung stirbt zuletzt und so legten wir unsere verzweifelt Hoffung mit ins Grab meiner Schwester.
Noch heut - nach 15 Monaten - kehrt meine Schwester immer noch als kranke hoffnungslose Seele in meine nächtlichen Träume zurück. Dann fließen meine Tränen als endloser Bach, den ich damals aus lauter Angst vor der Endichkeit unter Verschluß hielt.
Noch immer warte ich auf dem erlösenden Traum, der mir meine Schwester wieder heil, gesund und glücklich zeigt. Ich weiß, dann wird der Verlustschmerz um meine Schwester endlich einen Frieden finden
LaWé
Lange-Weile - 9. Mai, 08:35

Die Führungskräfte des Landes werden nicht müde um immer wieder neue Worte oder undurchsichtige Formulierungen zu erfinden und das nur um das Kind nicht beim Namen zu nennen
Gehaltskürzung
Wenn das nicht so traurig wär, würde ich laut lachen.
LaWe
Lange-Weile - 7. Mai, 21:54
"Die Nase kann ich nicht leiden"
Meine "Nase" reagiert aber auch auf Menschen, die ich nicht riechen kann. Schon aus der Ferne kommt mir ein diffuser Schwall entgegen, der nicht nur meinen Blick auf die Person lenkt. Ohne hinzuschauen lenkt sich meine Aufmerksamkeit auf die Person, hab sie im Auge und als würde sie mich in jedem Moment attakieren.
Mit gestreubten Haaren warte ich auf das. was kommen wird. Flüchtig nehme ich die Nase der "verdächtigen" Person in Augenschein und stelle fest - die gefällt mir nicht. Irgend wie zu lang, zu spitz. Ich hab das Gefühl. das ist die Nase, die sich gern in fremde Angelegenheiten mischt. Das ist ein Instinkt, den ich sicher noch aus meiner Kinderjahren erhalten hat.
Als Küken unter Gleichaltrigen war ich darauf angewiesen, dass mein Instinkt mir den richtigen Tip gab und ich auch ohne logischen Verstand wußte, wen ich lieben oder besser meiden sollte. Vielleicht hab ich das an den Nasen der Leute fest gemacht - ich weiß es nicht. Doch reagiere ich noch heut auf das Erscheiningsbild der Nase.
In diesem Fall ist es meine Nase - manipuliert mit einem Spaßfilter meiner WebCam und ich bin froh, dass ich dieses Format nicht durch das reale Leben tragen muß.
Gestern jedoch begegnete ich wieder eine Nase, die in der Straßenbahn schräg mir gegenüber Platz nahm. Sie bestieg mit vielen anderen die Bahn, doch nur bei ihr blieb meine Aufmerksamkeit.
"Die Nase gefällt mir nicht"
läuft es wie eine laufende Leuchtschrift von links nach rechts hinter meiner Stirn.
Kritsich betrachte ich die zugespizte Nase der Person. Ich hab das Gefühl, dass sie sich gleich in meine Angelegenheit mischen wird.
Mir gegenüber mein Sohn, der sich im Flegelsitz präsentiert - sprich - er legt erst einmal salopp seine Füße auf dem Sitz ab. Ich kenne die Jungsmanier und seh das als Kraftmeierei an.
"Nimm die Füße vom Sitz" klar muß ich ihn ermahnen und er zieht brav die Füße vom Sitz, um sie dann wieder auf den Sitz zu legen. Wir spielen mit der Macht des einen über den anderen, die sich wie in einem Actionflim hin und her bewegt.
Schräg gegenüber sitz die Nase, die während des Machtspiels langsam die Flügel ausbreitet und nach 2 Minuten war sie soweit.
Und dann kam sie - die fremde Nase - und?
Sie steckte sich in meine Angelegenheit und mahnte uns "Nimm die Füße vom Sitz" fuchteln die Hände über unsere Sitzecke und mit der Einmischung kam ein Schwall von Unbehaglichkeit, die nach einem inneren Widerstand sucht.
Mein Sinn arbeitet eine Argumentation aus, die nie das weltliche erleben wird:
"Was mischen sie sich in meine Angelegenheit?"
oder
"Was bilden sie sich ein, wer sie sind? Ein selbsternannter Ordnungsapostel, oder so?"
Ich sehe, wie die fremde Nase sich erhaben über die Situation erhebt und zufrieden ins Leere schaut.
Mein Sinne betrachten die fremde Nase und sehen, wie sie in die Länge und nach oben wächst. Jetzt - jetzt steht sie über den Dingen und lehnt sich zufrieden zurück.Die fremde Nase macht schon durch ihre Anwesenheit Druck auf die frische Luft und wir sind erleichtert, das sie sich auf den Ausstieg an der nächsten Haltestelle vorbereitet.
"Endlich ist die alte Schachtel raus" sagt mein Sohn erleichtert, als sie die Bahn verlassen hat.
Ich belehre ich noch einmal über die Sitzordnung in der Staaßenbahn und erkläre ihm, dass seine Flegelei ihm solche fremde Nasen auf den Leib zieht.

LaWe
Lange-Weile - 6. Mai, 12:26
Noch bevor ich in der Sporthalle in Aktion komme, werde ich schon mal in den ewig langen Gang der Halle gerufen. Die Hallenwartsfrau ruft nach mir, denn den Konflikt, der sich vor ihren Augen abspielt. kann sie mit Ordnungsrufen nicht mehr in den Griff gekommen.
Also eile ich schnell aus dem Trainerzimmer und sause um die Ecke, direkt auf den Lärm zu.
Zwei Jungs haben sich in der Wolle, dass es nur so raucht. Einer von ihnen schreit, als hätte man seinen Kopf auf einen Hackblock gelegt. Doch als ich seine Gestalt sehe - assoziiere ich einen Stier mit geschwollener Brust. Sein Brustkorb hat er vorgeschoben und die Arme sind explosiv in der Zurückhalte, als würden sie sich in jedem Moment in 2 Baseballschläger verwandeln.
"Gib mir meine Brille wieder" kreischt der Junge, während seine geschwollene Brust seinem Rivalen zugewand ist. Doch der denkt nicht daran, die Brille wieder rauszurücken und das Geschreie des anderen nimmt kein Ende.
"Gib mir meine Brille zurück"
Der Schrei gleicht einer Verzweiflung. Ich muß reagieren und Ruhe in den Konflikt bringen, wenn ich die Trainingsstunde beginnen will.
Die Lage ist klar - einer hat dem anderen die Brille weggenommen und damit hat der Brillenstehler die schlechtesten Karten überhaupt. Doch weigert er sich, die Brille rauszurücken. Besteht darauf, als wäre es sein Recht, die Brille in seinen Besitz zu nehmen.
Während ich den brustgeschwollenen Stier in seine Schranken weise, nehme ich mir den anderen zur Brust.
"Rück die Brille wieder raus"
"Nein" widersricht er meiner Aufforderung.
Doch er kommt aus Kasachstan und ich weiß nicht, ob er das Wort "Rück" richtig deuten kann.
"Gib A.... die Brille wieder zurück" fordere ich den Jungen auf, dessen Gesicht mehr als durchsichtig aussieht. Seine zerbrechliches Aussehen läßt Mitleid in mir aufsteigen, doch dafür ist der nicht der richtige Zeitpunkt und ich bestehe auf meine Aufforderung "Gib die Brille wieder zurück"
Nach dem verbalen Kraftakt und der Übermacht des Trainers in meiner Person rückt der Zerberchliche die gestohlene Brille mit pumpenden Atem wieder raus. Dabei fließen die Tränen, als hätte er den Kampf seines Lebens verloren.
Doch damit ich die Jungs voreinander schützen kann, muß ich einen von ihnen aus der Halle verweisen. Es liegt nahe, dass der Brillenstehler die Halle verlassen muss.
"Geh jetzt nach Haus und überlege was du gemacht hast" fordere ich ihn auf.
"Nein, ich gehe nicht" widersetzt er sich wieder meiner Aufforderung. Standhaft krallt der Zerbrechliche sich an der Tür fest, während der Stier seine Brille erst einmal in Sicherheit bringt. Er verstaut sie in seine Tasche, die in der Umkleidekabine steht. Ich weiß, dass er immer sehr aufgelöst reagiert, wenn jemand an seine Brille kommt.
Ich beginne das Training mit dem Rest der Gruppe, während der Zerbrechliche auf den Gang in den Sitzstreik geht und sich nicht mehr von der Stelle rührt. Die Hallenwardsfrau hat ein Auge auf ihn und ich kann das Training ohne den Streit zwischen dem Stier - er kommt aus der Ukraine - und dem Zerbrechlichen zu Ende führen.
Nach dem Training verlassen alle die Halle, nur der Zerberchliche will nicht gehen. Er steht an der Tür und sieht mich verstohlen an. Einen Blick von ihm bekommen ist so selten wie Regen in die Wüste. Doch heut sieht er mich an und ich sehe das als eine Bitte - er möchte mit mir sprechen.
Ohne etwas dagegen einzuwenden läßt er sich von mir in den Umkleideraum führen und wir unterhalten uns in Ruhe.
Er - erst 9 Jahre alt - bricht wieder in Tränen aus, obwohl ich noch gar nichts gesagt habe.
Nach vorsichtigen vortasten in die Beweggründe eines 9 jährigen wird die Ursache für den lautstarken Konflikt sichtbar.
"Ja, wenn er meine Eltern beleidigt?" der Zerbrechliche zeigt verbal auf den anderen mit der geschwollenen Brust.
"Tut dir das weh, wenn jemand deine Eltern beleidigt?"
"Ja" bricht er wieder in Tränen aus.
Dann wird mir klar, was sich zwischen den Jungs abgespielt. Jeder kennt den wunden Punkt des anderen und setzt den Daumen zielsicher auf den Punkt. Wähend der eine in die Luft geht, weil seine Eltern ihm heilig sind - "Vick deine Mutter" ist er Treffersatz - wird der andere hilflos, wenn er seine Brille nicht mehr hat.
Sie provozieren sich bis zur Weißglut und wer zuerst die Nerven verliert ist am dransten.
Vom Brillenträger perfekt eingefädelt und das Ziel - seinen Erzfeind aus der Sporthalle zu vertreiben - wurde erreicht. Was die beiden wirklich miteinander auszufechten haben, kann ich nur ahnen
LaWe
Lange-Weile - 5. Mai, 09:27
Von meinem Tagesausfug komme ich selten ohne Bilder zurück. Das fotografieren läßt mich aufmerksamer meine Umgebung betrachten.
Ab und zu liege ich schon auf den Knien, damit Froschperspektive einen anderen Eindruck von den Dingen mir verleiht, die ich sonst von oben betrachte.

Die graue Frühlingswiese läßt die Schlagzeilen der letzten Monate wieder in den Sinn kommen - die heranrückende Klimakatastrophe. Die Wiese sieht nach Dürre aus, doch ich lebe ja noch in der Sicherheit meiner erlebeten Vergangenheit - und was nicht sein kann wird auch nicht sein.
Während ich die Bilder auf meinem Rechner lade und das eine oder andere bearbeite, läuft in meinem Rücken noch der Fernseher. Eine Sendung mit Harald Schmidt läuft - er spießt wieder auf, was er finden kann, er greift auf, was verstärkt durch die Medien rollt - die heranrollende Klimakatastrophe.
Unter diesem Eindruck entsteht das veränderte Bild.

Unvollstellbar, dass die Welt eines Tages ihre vertraute Natürlichkeit verlieren sollte.
LaWe
Lange-Weile - 3. Mai, 23:25
Das die weiblichen Kurven seit Ewigkeiten die Geschäfte ankurbeln können, machen sich jetzt auch die
Glückspiel - Vermarkter nutzbar.
Beim zappen durchlaufe ich immer wieder einen Sender, der seine Zuschauer raten läßt, bis sie schwarz bzw. arm werden. Die langen Gewinnzahlen eingeblendet, sollen den Spielreiz noch erhöhen. Ein Rateanruf kostet 59 cent - ohja - ich dummes Schaf hab auch schon mal angerufen "Danke für ihren Anruf, er kostet 59 Cent" und das wars dann. Wenn die
Leerlaufanrufer dann die eingeblendete Summe eingebracht haben werden sie an die hübschen Moderatoren weitergeleitet und dürfen ihren Tip abgeben.

Diese wundert sich dann über gar nichts mehr - denn ihr Publikum ist dumm und dümmer. Nichts paßt, nichts ist richtig und alles ist offen, für den nächsten Dummen.
Doch wenn die Anrufraten der Leerlaufnarufer nicht mehr den Ertrag bringen, dann wird eben auch mal scharf geschossen - und zwar mit den Möpsen der Hübschen....

Naja - Mann gönnt sich ja sonst nichts und gibt schnell einen Tip ab.
Mein Tip ist - die Verdummung durch die Medien treibt weiter platte und fragwürdige Blüten....
LaWe
Lange-Weile - 3. Mai, 12:02
Als Kumpels kennen sie sich schon ein paar Jahre. Gemeinsam skaten, gemeinsam feiern und gemeinsam abhängen. Die Jungs beschulen sich aus Vatermagel gegenseitig in ihrer Männlichkeit und einige Aktionen sahen in der Vergangenheit auch so aus.
Aber man ist nur einmal jung und ich hab meine Jungend als schwer kontrollierbare Achterbahn in Erinnerung. Alles braucht eben seine Zeit - auch das heranreifen einer Männlichkeit, die Mutter sie sich vorstellt
Jetzt haben die beiden Kumpel einen neuen Status erreicht, sie sind
Pseudobrüder. Als Einzelkinder aufgewachsen kann das für beide eine neue Erfahrung sein und wenn es gut läuft. dann vielleicht auch positive?
Ab heut ist
die Mutter im Süden. Der Job verlangt, dass sie ihren Arbeitsplatz vom Norden in den Süden verlegt. Zurück bleibt ihr 16-Jähriger, der die laufende Wochen allein meistern muß.
Ihr Sohn und mein Sohn sind die Kumpels, die für 6 Monate Pseudogeschwister sein werden.
Und ich hab mich bereit erklärt jetzt zwei große Jungs - jeder von ihnen ist mehr als 1 Kopf größer als ich - unter meine FIttiche zu nehmen.
Das zweite Abenteuer, dass neben der Selbstständigkeit einher geht.
Alle Zeichen stehen auf Umbruch und Veränderung.

LaWe
Lange-Weile - 2. Mai, 20:47