Albtraum

Sonntag, 20. April 2008

Gnadenlos Herzlos ?

"Dann gibt es einen Aufschrei in der Nation und dann ist wieder Ruhe" sagte der Lehrer meines Sohnes schon vor Jahren zu mir. Damals machte er einen Hausbesuch, er wollte wissen, wie seine Schüler leben. Von welchem Spilezeug sie umgeben sind und wie sie sich ihr Zimmer gestaltet haben. Das war die Zeit, als die ersten tödlichen Übergriffe von Schüler auif Lehrer stattfanden. Auch die Compuperspiele und Spiele für Playstadion gaben ihm Auschluß darüber, in welcher Welt seine Schüler wähend der Freizeit lebten.

Und sein Lehrer hatte recht - diese Gewaltreignisse erschütterte unsere Nation, doch dann wurde es wieder still um diese Gewaltaten bis zur nächsten Gewalttat der jungen Menschen.

Nur aus meinem Bauch heraus sah ich einen Zusammenhang zu den Gewaltspielen, die sie Kinder und Jugendlichen damals wie heute spielten. Doch die Untersuchungen dazu - wenn sie veröffentlicht wurden - bestätigten mein Bauchgefühl nicht. Doch konnten sie meinen Zweifel an den Sinn dieser Spiele für heranwachsenede auch nicht auslöschen. Und immer dann, wenn es wieder zu einem Massensterben in den Schulen kam - durch einen Amoklauf eines Schülers ausgelöst - dann meldeten sich meine Zweifel an der Richtigkeit der Untersuchung wieder lautstrak an.

In einer anderen Feststellung zur Wirkung solcher stral realistisch wirkenden Eindrücken solcher Spiele wurde erkannt, dass die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft des Menschen sinkt. Die wurde mit der Ausbildung amerikanischer Militäs beweisen, die ihre eigene Hemmschwelle über solche Gewaltsimulationen heransetzen sollten.

Die wurden sozusagen über diese "Trockenübung" auf Gewalt getrimmt und kondiitioniert.

Heut finde ich bei GMX eine interessante Statistik über Jugendkriminalität. Sie ist in drei Rubriken eingeteilt und erfaßt den Diebstahl, Strabenraub und Gewaltkriminalität der Jugendlichen. Wie eine Fieberkurve zieht sich die rote Linie in dem Diagramm nach oben.

Auch der Totschlag in meinem Wohngebiet wurde nach Zeugenaussagen von zwei Tätern begangen, die zwischen 18 und 20 Jahre alt waren.

Samstag, 19. April 2008

Mord und Totschlag

"Soll ich dir mal was erzählen?"
Damit begrüßte mich gestern abend meine Bekannte, als wir uns zur Yogastunde trafen. Während wir gemeinsam in die Sporthalle gingen, sah sie auf den Boden und erzähle mir das, was sie grade erfahren hatte.

"Heut früh fragte mich mein Nachbar, ob ich wüßte, warum eine Absperrung auf dem Parkplatz vor unserem Haus wäre. Das wußte ich nicht und konnte mir auch nicht erklären, warum da über Nacht einen Absperrung aufgestellt wurde".
Das war für mich noch nicht so aufregend, doch sah ich ihrem Gesicht an, dass vor ihrem Haus etwas geschehen war, dass vom üblichen abweicht.

"Als ich heut von der Arbeit wieder in meine Wohnung zurück wollte, kam eine Frau auf mich zu. Sie sei Journalistin von der Ostseezeitung und wollte wissen, ob ich gestern abend etwas gesehen hätte, denn es sei gestern abend jemand hier auf dem Parkplatz umgebracht worden"

Mord und Totschlag im meiner Nähe kann ich gar nicht realisieren. Bestenfalls als Filmszene im "Tatort" oder "Polizieruf 110".

"Es soll gegen 23 Uhr passiert sein und ich bin schon um Halb elf zu Bett gegangen. Mein Schlafzimmer liegt auf den anderen Seite"

"Ein Mord bei uns?" frage ich noch einmal nach. Wir stehen nur 20 Meter vom Tatort entfernt und ein Schauer läuft mir über denRücken, wenn ich daran denke, dass vor weniger als 24 Stunden jemand überfallen und getötet wurde.

Meine Bekannte konnte der Journalistin nicht weiter helfen, denn sie schlief zu den Zeit schon. Vielleicht sogar zu ihrem Glück, sie mußte ihn nicht beim sterben zusehen. Denn wie aus den Nachrichten zu lesen ist, wurde zwar schnell die Polizie und der Notarzt gerufen, doch für den Mann kam jede Hilfe zu spät.

Erst vor einer Woche erzählte mir mein Sohn, dass in der Nacht vom Freitag zum Samstag sie von der Polizie hier in unserem Wohngebiet kontrolliert wurden. Es sei jemand ganz fürchterlich zusammengeschlagen worden.

Um am Wochenende zu Ostern wurde er überfallen und zum Glück nur um ein Handy erleichter worden.

Was läuft in unserem Wohngebiet zur Zeit?

Freitag, 28. März 2008

Her mit der Knete

Ich gebe es zu, ich hab´s auch schon mal probiert. Obwohl die Quizfrage nicht schwer war, das Flehen des Moderators

"Ruf an und sag mir die Lösung !!!!!!!!!" oder

"Will denn keiner den Gewinn von ..zigtausend haben ???`" oder

"Leute, gebt Gaaaas !!!!!!!!"

kaum noch auszuhalten war, ich gab dem Druck nach und rief an.

"Danke für ihren Anruf. Dieser Anruf kostet ihnen 50 Cent" sagte eine freundlich Tonbandstimme zu mir.

"Häääh?" hallt es in meinem Kopf. "Hääääh, es ruft doch keiner an und warum wurde ich abgewiesen?"

Währendessen feuert der Moderator weiter an:"Leute gebt Gaaas!!!!!. So schwer kann die Frage doch gar nicht sein? Warum ruft ihr denn nicht an?"

"Aber ich rufe doch an" schreit es in mir auf, aber das wars denn auch schon. Die Motivation meiner Spielleidenschaft ist auf den Nullpunkt geschnellt.

"Dann eben nicht". Ich lege den Spieleinsatz - 50 Cent - unter "sinnloser Verlust" ab und zappe mich aus dem Abzocksender aus, dessen Konzept jetzt täglich über viele andere Sender die Leute zum Zocken animiert.

Nur ab und zu zappe ich über diese Sender hinweg und wundere mich über gar nichts mehr.

Doch wenn es Nacht wird, dann stehen die Senoritas barbusig im Studio, setzen ihre blanken Busen zusätzliches Lockmittel zum zocken ein.

"Wenn ihr nicht bald anruft, dann ziehe ich mich gleich wieder an" droht die Moderatorin, weil das Schweigen im Walde nicht aufhören will.

"Auf diese plumpe Anmache zum Zocken wird doch hoffentlich kein Dummkopf reagieren?" denke ich mir und zappe weiter.

Doch wie der Artikel "Her mit der Knete" beschreibt, gibt es genügend Dummköpfe, die auf die Möpse der Hübschen hereinfallen und glauben, sie können übers Fernsehen einen leichten und erfrischenden Geldregen auslösen.

Oder ein anderes Beispeil. Ein Versprechen von Mark - auf der oberen Bildhälfte eingeblendet - soll das Vertrauen in den Moderator erwecken und verstärken. "Er meint es gut mit uns und stellt mehr freie Leitungen zur Verfügung.

"Da Geld geht garantiert bei Mark raus !" heißt die Garantie.

Von Fernsehen

Und sagt, wer kann so einen ehrlichen Blick mißtrauen und glauben, Mark säße auf dem Geld solange, bis der Zuschauer sich arm gezockt hat?

Von Fernsehen
LaWe

Sonntag, 23. März 2008

Überraschungseier

Mein diesjähriges Osterfest steht ganz im Zeichen der Überraschungseier. Nein, dass sind nicht die, die man im Supermarkt für 59 Cent kaufen kann, obwohl sie, was den Inhalt betrifft, auf jeden Fall wie die bekannten Eier eine Überraschung bereit halten.

Aber der Reihe nach. Weil zur Zeit meine Telefonleitung wegen fehlerhafter Umstellung meines Anbieters schon seit fast 2 Wochen tot ist, reichen wir uns das Hany mit dem billigsten Tarif zu. Erst heut morgen verlangte ich das Telefon von Sohnimann wieder zurück, was ich ihm gestern abend gab. "Ich hab´s nicht, du mußt es haben!" antwortet er. "Das kann nicht sein, du hast es" entgegne ich.

Wir sind zum Osteressen eingeladen und können uns mit dem Handy nicht lange aufhalten. Obwohl - es rumort im meinem Magen, dass das Handy so plötzlich von der Bildfläche verschwindet. Auf dem Weg zum Osteressen lenke ich mich vom Thema Handy ab und mache ein krasses Foto vom Frühling und Winter.

Von Ostern

Schön, wie durch das zarte Grün die Sonne auf den schneebedeckten Boden vordringt. Ein Osterspaziergang im Schnee, ich fühle mich ein wenig besänftigt. Doch es rumort weiter, weil mein Handy so plötzlich von der Bildfläche verschwunden ist.

Wir kommen an, bei Oma, die uns zu einem Ostermittagessen eingeladen hat. Leider etwas spät, weil die Handysuche uns aufgehalten hat, doch nicht zu spät, Oma ist nicht böse.

Oma ist Asthmatikerin und hat heut mehr als sonst mit der Luft zu kämpfen. Die Atemnot macht ihr zu schaffen, doch sie kennt das schon, wir kennen das schon und jeder von uns weiß, dass wir nicht helfen können, wenn es schlimmer wird. Es geht, das sieht nicht gut aus, vielleicht geht es aber doch und ist nur eine vorübergehende Krise. Doch Oma wird unruhiger, versorgt sich mit Spray, beugt sich nach vorn, beugt sich nach hinten, läuft umher oder stellt sich lehnend an den Stuhl. Ich sehe skeptisch zu, kann nicht beurteilen, wie fortgeschritten des Asthmaanfall ist.

"Nein, es bringt nichts, ich muß den Notarzt rufen" sagt Oma zwischen Mittags- und Kaffeetisch und außer Atem entschlossen und drückt den Notknopf, den sie ständig bei sich hat. Ich bin erleichtert, dass sie diese Entscheidung gefällt hat, denn in der Vergangenheit hat sie viel zu lange damit gewartet.

Der Rettungsdienst kommt und versorgt Oma mit einer krampflösenden Spritze. Die Überlegung, ob in die Klinik, oder nicht, entscheidet Oma. "Nein, es geht schon wieder, ich möchte nicht in die Klinik" Als es Oma etwas besser geht und die Werte wieder stimmen, verabschiedet sich der Rettungsdienst noch mit den Hinweis: "Aber wenn es nicht geht, dann rufen sie noch mal den Rettungsdienst!"

Doch Oma erholt sich wieder und es reicht sogar noch für das geplante Kaffeekränzchen. Ich nutze die Zeit umd mache ein paar Fotos von Oma´s Osterdeko auf dem Balkon. Sie steht noch im Schnee und das Blumenwasser ist vereist.

Von Ostern

Nach dem gemeinsamen Kaffee geht es mit Oma zum Glück weiter aufwärts und wir - Sohnimann und ich - verabschieden uns.

Kaum sind wir vor der Tür und ein paar Meter von Omas Wohnung entfernt, leitet mein Sohn ein Gespräch mit großen Worten ein. Mir schwant nichts gutes. "Ja, ich wollte dir das vorhin nicht sagen, sonst hättest du dich aufgeregt" beginnt er mit dem Gespräch. Und mit "Aber reg dich jetzt nicht auf" setzt der das eingeleitete Gespräch fort und erzählt mir, dass er gestern Nacht wenige Meter vor unsere Haustür von zwei Besoffenen überfallen und zusammengeschlagen wurde. Bei der Gelegenheit haben sie ihm das Handy abgenommen. "Ich wollte noch weglaufen, hab es aber nicht mehr geschafft. Zum Glück hatte ich ein paar Bier getrunken und bin gleich hingefallen. Sie haben noch einmal nach meinem Kopf getreten, doch mich zum Glück nicht verletzt."

Von Ostern

Ich bin sprachlos und entsetzt, dass es meinen Sohn so getroffen hab. Erst letzten Sonntag mußte ich einen Notarzt für ihn rufen, weil er einen Epileptischen Anfall im Bad hatte, und mit fast 1,90 m Körpergröße zwischen Waschbecken und Klo, voller Blut und zuckend vor mir lag. Mit diesem Schreck noch in den Knochen kommt heut der Bericht von Überfall und gestohlendem Handy dazu.

Ich reagiere wie unter Schock und sage nur: "Das Handy, das Handy, das Handy", verstehe mich selber nicht, warum ich nur ans Handy und nicht an den verletzten - zum Glück nicht körperlich - Sohn denke. Ich mache Vorwürfe: "Was wolltest du so spät noch auf den Straße" oder "Warum kommst du nicht mit zum Kampfsport!" meine Vorwürfe wollen kein Ende nehmen. Ich treibe meine Sohn fast an die Tränen. Zum Glück kriege ich mich wieder ein und finde wieder zu mir zurück. "Jo.. ich bin verletzt, weil Fremde dich zusammengeschlagen und bestohlen haben. Ich möchte die Typen selber kurz und klein schlagen und reagiere mich nur übers gestohlende Handy ab" . Wir finden wieder zusammen und Sohnimann verspricht mir, ab nächste Woche wieder mit mir zum Kampfsport - Aikido - zu gehen.

Nachdem ich mich wieder entspannt habe, sehe ich, dass meine Schwester mich mehrmals auf mein anderes Handy erreichen wollte. Dann muß es dringend sein. "Kannst du nicht einmal meine Sohn anrufen ?" bittet sie mich. "Warum, was ist denn passiert?" frage ich zurück. "Seine Freundin ist heut ausgezogen. Gestern war noch alles Friede Feuer Eierkuchen, heut ist alles zu Ende". Ich weiß, dass mein Neffe an diesem Mädel mit ganzen Herzen hing und nun sehe ich ihn in ein großes Loch stürzen.

Damit haben sich für mich heut mehr als genug Überraschungseier geöffnet und doch muß ich jedes Ei mir einverleiben und verdauen.

Freitag, 14. März 2008

Die Hetze hört nie auf....

Manchmal frage ich mich, aus welcher Entferung die Paparazzi ihre Bilder schießen. Schaut man sich bei Freenet das Bild von Patrick Swayze an, dann kann ich nur zu dem Schluß kommen, dass es aus 100 km Entfernung gemacht wurde.

Schlimm, dass Bilder von totkranken Prominenten, wie es zur Zeit bei Patrick Swayze der Fall ist, so um die Welt gehen dürfen.
Es ist für seine Fans schon schlimm genug, von seinem Leiden zu wissen, aber diese Bilder, die ihm die Paparazzi zurZeit abjagen, hat er nicht verdiehnt. Für die Welt ist und bleibt er immer ein schöner Mann - auch im Alter

Bildquelle=Multimedia/Archiv

Ich finde es so unwürdig, dass er sich in seinem Leid wie ein Tier verstecken muß, nur damit nicht Bilder, auf denen er von der Krankheit schon gezeichnet ist, um die Welt gehen.

Ich selbst war sehr erschüttert, als ich die schlimme Nachricht über Patrick Swayze las und kann nur erahnen, in welchem tiefen Leid er steckt. Nachdem ich meine - vor 2 Jahren verstorbene Schwester - 3 Jahre während ihrer und unserer Hoffnung auf Heilung begleitete, weiß ich, welch Höllenweg er und auch seine Familie jetzt gehen muß.
LaWe

Montag, 25. Februar 2008

Mann in Not

Nachdem ich mich in den vorangegangen Einträgen mit Männern befaßt habe, folgt heut un noch ein Eintrag mit dem selben Thema. Nach dem Mann auf der Flucht und Mann als Schwein folgt nun der Mann in Not.

BIldquelle:Netzeitung.deEher zufällig sah ich eben einen Bericht bei RTL, der einen Beitrag austrahlte, der sich mit dem Absturz des Lindenstraßenstars Willi Herren befaßte. Während er in der Lindenstraße den Bösewicht spielt, durchlebt er zur Zeit die Hölle. Die Hölle des Entzugs von Drogen, die er kreuz und quer konsumierte, bis der Absturz nicht mehr auszuhalten war. Er selbst ließ Aufzeichenungen von seinem Absturz machen und übergab sie RTL zur Ausstrahlung. Für jemanden, der noch nie einen Menschen auf brutalen Entzug gesehen hat, war sicher von den Bildern schockiert.

Die Netzzeitung bezweifelete die Sinnhaftigkeit dieses Experiments, das die Hölle eines Menschen zu zeigt, der zwischen Tür und Angel des Entzugs steht. Er kann nicht mehr mit Droge und er kann nicht mehr ohne Droge und was von Wille Herren bleibt, ist ein Hilfeschrei der puren Verzweiflung.

Im Lindenstraßenblog findet man einen Hinweis auf die heutige Sendung, die morgen um 18 Uhr eine Fortsetzung ausstrahlen wird und einen Hinweis auf einen Artikel der Bild.de

Bleibt die Frage, ob diese Bilder jemanden nützen?

Er will es so, weil er - so hat er es RTL mitgeteilt - den öffentlichen Druck brauche, um sich von der Sucht zu befreien.

Nützen die Bilder den Betroffenen etwas?

Ich weiß aus Erahrung in meinem Bekanntenkreis, wer im Sumpf der Sucht steckt, sieht sich diese Bilder nicht an.

Soeben finde ich einen rührenden Eintrag ins Gästebuch der Internetseit von Wille Herren - Zitat
"Willi du schaffst das alles. ICH glaube an dich !!! Kopf hoch..Ich liebe dich....."

Ich liebe ihn zwar nicht, doch wünsche ich ihm von Herzen, das er sich von der ältesten und grausamsten Geißel des Menschen - der Sucht - befreien kann, auch wenn der Weg in die Freiheit jetzt mit Feuersteinen gepflastert ist.

PS: Bildquelle: Netzeitung. de
LaWe

Mittwoch, 20. Februar 2008

Bei Anruf "Gewonnen...

"gewonnen, gewonnen, gewonnen" tönt mir schwungvoll eine geschulte Stimme wie ein Mantra entgegen. "Bitte nicht auflegen, sie haben gewonnen, gewonnen, gewonnen". Doch ich weiß, wenn ich jetzt nicht gleich auflege, habe ich eher Arschkarte gewonnen und auf die gut verzichten. Aber der Anruf galt nicht mir, sondern meinem Vater, der leider zu dem Zeitpunkt nicht mehr lebte. Er hatte bei einem Glücksspiel Telefonnummer angeben und auf diese Weise landete er im großen Pool der Datenstämme, die für die zahlreichen Call-Center in Deutschland Bares bedeuten.

Die geschulte Stimme mit "Gewonnen, gewonnen, .."hat etwas von einer Konserve und das ist neu. Jetzt werden die Anlaufgespräche nicht durch den Callcenter-Agent persönlich gemacht, sondern man schickt als Vorhut eine Konservenstimme.

In der Zeit, als Günter Wallraff sich als Undercover in die Call-Center einschlich um sich die Mechanismen genauer anzusehen, gab es die automatisiertn Anrufer sicher noch nicht.

Gestern abend bei Phönix gab es den Bericht darüber noch einmal "Bei Anruf Abzocke" und was er da zu berichten hatte, konnte ich bei jedem Wort unterschreiben.

Auch ich sah mir für ein paar Monate als Callcenter-Agent die Masche der Lottoscheinverkaufskunst an.Vorgefertige Texte und der Auftrag, wenn der Kunde nicht sofort auflegt, ihn von oben bis unten zuzuquatschen und das ganze nur mit einem einzigen Ziel - die Kontodaten des Angerufenen zu erhalten.

Es war schon ein schwerer Kampf, den Angefufenen an das Auflegen zu hindern, noch schwieriger war es, an seine Bankdaten zu kommen. War ich an den Punkt angekommen, stieg augenblicklich eine düstere knisterne Wolke über das Gespräch, das bis dahin vielleicht noch ganz unbelastet war. Da halfen auch die vielen Versprechen mit Aussichten auf hohe Gewinnschancen nicht. Sehr häufig stiegen die Angerufenen an diesem Punkt aus.

Das kostete nicht nur Kraft und schlauchte an meine Energie, das nagte auch an mein Skrupel, die sich mit keinem der eigens dafür zusammengezimmerten Gegenargumente "Wenn ich das Geschäft nicht mache, machen es andere" nicht.

Und nicht nur mein Gegenargument hielt dem Verkaufsdruck nicht stand. Ich warf das Handtuch, als der Chef des Callcenters mir fast ins Genick sprang, weil ich auf den Rückweg von meinem Toilettengang mit einer Mitarbeiterin ein paar Worte wechselte.

Ich beschloß, lieber zu verhungern, als mich dafür noch einmal mit dem Telefon in der Hand dem Menschen das Geld aus den Taschen zu locken.

PS: 14 Tage später - ich war wieder in der Wohnung, tönte mir ein ähnlicher automatischer Anrufe in meine Ohr "Legen sie bitte nicht auf, sie haben gewonnen"

Günter Wallraff nannte die Call-Center
Bergwerke der Neuzeit

Ein Call-Centeragent führte für die Zeit seiner Tätigkeit einen Blog, den man hier nachlesen kann.
LaWe

Sonntag, 3. Februar 2008

Rauchen, fressen, saufen aus Angst ?

ANNE WILL diskutiert über den Lebenswandel der Deutschen. Wir rauchen, saufen und fressen zu viel und der Staat verbietet wo er kann, damit seine Bürger nicht an ihrer schwarzen Lunge kaputt gehen, oder sich gar zu Tode saufen und von ihren eigenen Fettbergen erdrückt werden.

Kein Rauchen in den Kneipen mehr, kein Alkoholverkauf auf den Straßen mehr und in den Schulen kostenlose Schulspeisung, damit wenigsten die Kinder in der Schulen nicht mit süßen Softdrinks eine Diabetes vorprogrammieren.

Da ist guter Rat teuer. Entwickelt sich der Staat zu einer Verbotsgesellschaft und schränkt er das Selbstbestimmungsrecht seines Bürgers ein?

Die Kneiper haben Angst vor Umsatzeinbußen, die Diskotheken wissen nicht mehr, womit sie die Jugendlichen noch in die Diskothel locken können. Und die Lebensmittelindustrie wird ihre überuckerten Produkte nicht mehr los.

Rauchen soll ja ein Nuckelersatz sein - die Fettleibigkeit ein Rettungsring; und der Alkohol ein Fluchtmittel. Wenn ich mir die Symbolik betrachte, dann sehe dahinter unbewußte Ängste, die an unseren Bürgern nagen.

LaWe

Freitag, 25. Januar 2008

Das Testament

Wenn der eine sich nach dem anderen sehte, dann half ein Telefont über diesen kleinen Schmerz hinweg. Meistens rief ich an und erkundigte mich nach seiner Meinung zu den neusten politischen Ereignissen oder ich erkundigte mich nach einer genauen Schilderung einer Begebenheit aus der Vergangenheit oder ich frage nur nach seinem Befinden. Auf alle meine Fragen bekam ich eine Antwort, die mir ein neues Wissen oder einen besseren Einblick oder mich einfach nur wie ein KInd beruhigte. So plauderten wir oft mehr als 60 Minuten. Ich weiß es deshalbso genau, weil er gern am Gesprächsende mir die Zeit durchsagte. "Weißt du, wie lange wir wieder gesprochen haben?" "Nein" antwortete ich ihm. Nach einer kurzen Moment gab er mir die Daten durch "Das waren wieder 63 Minuten".

Wenn er mich anrief, dann immer mit den Worten: "Ach Mädchen, ich wollte mal wieder deine Stimme hören" und dann plauderten wir wieder über die große und die kleine Welt. Doch drehten sich unsere Gespräche in den letzten Monaten immer häufiger um seine Frau und meine Mutter. Er erzählte von ihr, von ihrem Wesen, von ihrem gemeinsamen Leben und wie sehr er sie immer liebte. Mit jedem Gespräch spürte ich, wie die Sehnsucht nach seiner Frau und großen Liebe, wuchs.

Seit Montag werden wir keine Gespräche mehr führen können. Er, der letzte Mohikaner, mein Vater ist für immer gegangen. Sein handschriftliches Testament für uns 3 Kinder endete er mit den Worten:

"Ich habe ein langes und erfülltes Leben gehabt....... doch auch das Leben verlangt nach seinem Recht ....und es wird weiter gehen"

Leider konnte er die neu erbaute Rügendammbrücke in diesem Leben nicht mehr sehen und so nahm er seinen letzten Wunsch mit auf seine letzte Reise.

LaWe

Dienstag, 8. Januar 2008

Uri Geller

Von Januar

und seine Gäste lassen mir grade einen Schauer über den Rücken laufen.

Doch leider hat sich Dank Uri Gellers Fähigkeiten weder meine kaputte Uhr wieder eingekriegt, noch hat sich der auf den Fernseher abgelegte Löffel verbogen oder bewegt, noch hat sich mein DVD-Player von allein repariert. Vielleicht weil die Energie meiner Stimmung nicht die bester war ? SmileyCentral.com

Aber egal, Uri Geller und seine Nachfolger sind immer einen Fernsehabend wert.

Jetzt ist die Werbepause vorbei und ich werde mir weiter meinen Rücken mit einem Schauer übersäen lassen.
LaWe

in den Wind geschrieben

hat die Tränen aus dem Haus getrieben

Da bin ich


Wo bin ICH ?

Du bist nicht angemeldet.

alles muss raus

Du hast immer so tolle...
Du hast immer so tolle Fotos, mag mich gar nicht satt...
greenblueeyes - 7. Mai, 09:28
sehr schön, besonders...
sehr schön, besonders das löwenzahnbild sieht...
punctum - 5. Mai, 14:52
Schönheiten am Straßenrand
LaWe
Lange-Weile - 3. Mai, 22:08
Durchgedreht
Hallo Stör, toll geschrieben, die Erlebnisse...
Lange-Weile - 3. Mai, 21:46
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Das habe ich vor einigen Wochen auch durchstehen müssen....
Störgröße - 2. Mai, 13:04
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Lange-Weile - 26. Apr, 22:19
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Lange-Weile - 20. Apr, 20:14
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Hallo Creature, ja..da fällt mir auch nichts...
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LangeWeile - 19. Apr, 12:58

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