Mittwoch, 8. August 2012

Manner´s Nachlass

Kein aktuelles Bild, aber es zeigt die Sporthalle in seiner schönsten Kulisse. Sie ist ein Überbleibsel der Schulen, die vor Jahren abgerissen wurden. Seid Montag üben wir dort wieder Yoga bzw. trainieren Aikido.

Als ich am Montag die Halle als erste unseres Vereins betrat,  streifen mich in jeder offenstehende Tür Spinnenweben. Komisches Gefühl, wenn sich unsichtbare Fäden über das Gesicht ziehen. “Hat die  Stadt Geld gespart und auf die Reinigung während der Sommerferien verzichtet?” In der Regel werden die Hallen während der großen Ferien nicht gereinigt. Aber in unserer Halle war nichts davon zu merken. Sie war zwar nicht verdreckt, dafür aber versponnen.

Manner  übernimmt diese Arbeit. Er ist der Hausmeister. Wenn es was zu regeln oder zu reparieren gab,  Manner war zur Stelle. Für einen Plausch hatte er immer eine Minute Zeit. Vor den Ferien war er besonders gesprächig. Ich traf ich schon vormittags dort an. War nur im Vorbeigehen in die Halle gegangen. “Ich bin ja krank” erzählte er mir im Frühjahr. Dann folgte eine unglaubliche Geschichte, Er sei krebskrank, doch eine Therapie kann er nicht machen. Auf Arbeit hätte man ihm gesagt, dass man ihn dann entlassen würden. Mein Gerechtigkeitssinn schlug die Hände nicht nur einmal über den Kopf zusammen. “Manner, die Gesundheit geht aber vor” mahnte ich ein. “Die dürfen dich deshalb doch nicht entlassen” pochte ich auf sein Recht. Aber Manner blieb dabei. Wenn er eine Therapie mache, würde man ihn entlassen und dann hätte er kein Geld mehr.

Später fragte ich andere Trainer, die Manner auch kannten, was an der Sache dran wäre. Denn es bewegte mich doch sehr. “Och..Manner erzählt viel - er spinnt gern"  wurde abgewinkt. Sollte Manner jetzt am vertüteln sein und viel dummes Zeug erzählen?

Als ich Manner das nächste kurz vor den großen Sommerferien mal wieder antraf, gab es keine Klagen mehr über seine Krankheit. Er klagte eher über Gott und die Welt. Nebenbei erklärte er mir das neue Panikschloss der Sporthalle. “Wenn es hier z.B: brennt und die Halle ist abgeschlossen, kann man sie trotzdem von innen öffnen.”  “Tolle Sache” bestaune ich die neuste Technik. Aber wie immer hatte ich es eilig und verabschiedete ich mich auch bald. “Tschüss Manner, bis zum nächsten mal”

Gestern erfuhr ich, dass es ein nächsten mal nicht geben wird. Manner kam in die Klinik und entließ sich auf eigenen Wunsch selber. Machte seinen Job weiter, brach zusammen und verstarb am nächsten Tag. Ich bin traurig, er gehörte für mich schon zum Inventar. Ich werde ihn vermissen.

Als letzten Gruß an uns Trainer hinterließ Manner Spinnenweben.

Wie makaber – denke ich.

LaWe

Dienstag, 7. August 2012

meine persönliche Bestzeit

Wer heut auf die Google-Seite eine Suchanfrage macht, kann erst seine Fingerfertigkeit testen. Ein Hürdensprinter ist am Start der per Tastatur gesteuert werden kann. Am Ende steht die Zeit des persönlichen Einsatzes da. 

Ich hörte eben im Radio davon.Dem Moderator werden die besten Ergebnisse gemeldet. Die lagen so zwischen 11 und 12 Sekunden.

Nach dem mein Läufer abgeschlafft am Ziel eintraf, konnte ich eine Zeit von 45, 9 Sekunden als meine persönliche Bestzeit verbuchen

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus Zeitgründen kann ich meinen Lauf nicht wiederholen und scheide damit zu weiteren Qualifikationen im olympischen Soielkram aus

LaWe

Montag, 6. August 2012

verlassen in der Wegwerfgesellschaft

 

Zurück gelassen und verweist sieht der Papierkorb aus. Er ist das Letzte. Vom letzten Mieter vergessen oder symbolisch zurück gelassen. Verloren steht es im leeren Raum, in dem vorher ein Fleischer war.

Niemand wollte das Fleisch und die  Wurst dort mehr kaufen. Ein großer Supermarkt nahm dem Fleischer die Kundschaft.

 

 

 

Ebenso verlassen, das schöne Restaurant. Liebevoll mit altem und zusammengesuchtem Mobiliar eingerichtet. Doch niemand wollte dort mehr essen gehen. Plötzlich blieben die Gäste weg. Auch ein weiterer Versuch endete in eine Geschäftsaufgabe.

 

 

Ein ehemaliger Frisiersalon hinterlässt Spuren, die sogar noch gut anzuschauen sind. Die Wandmalerei ist sein 10 Jahren nur noch durch ein die Schaufester zu bewundern.

 

 

Das Einkaufszentrum verweist und nur noch ein trauriger Platz und von Leben kann hier keine Rede mehr sein.

Doch ein Geschäft hat die zahlreichen Krisen, die über dieses kleine Einkaufszentrum hinweg gegangen sind, überlebt.

 

 

Die Spieler halten die kleine Spielhölle am laufen. Eine Bekannte von mir arbeitete dort, sogar in Schichten. “Morgens kommt da doch keiner zum Zocken” behauptete ich einfach mal. “Das glaubst du” antwortete sie. “Die ersten Kunden stehen schon vor der Tür, wenn ich das Casino öffne”

Doch ich bin keine Spielernatur. Ertrage es nicht mal. im Mau-Mau zu verlieren, wie schlimm wäre es, wenn ich mein Bares verzocken würde.

So…nun habe ich dem Einkaufszentrum auch in meinem Blog einen Platz eingeräumt und ihm auch eine Träne nachgeweint. So ist eben das Leben heute. Was nicht mehr gebraucht wird, wird weggeworfen.

LaWe

Sonntag, 5. August 2012

nicht im Trend

Die Sonne lacht heute nicht, der Regen hat sich schon einmal übers Land verteilt, die feuchte Luft strömt in meinen Nase und belebt mich mit Frische. DAS Wetter nach meinem Geschmack. Ich weiß, damit liege ich nicht im Trend und die Sonnenanbeter werden nur mit dem Kopf schüttelt. Was das Wetter betrifft, liege ich bestimmt neben der Spur, auf der der Rest des Landes unterwegs ist.

Und auch so, fällt es mich schwer all die Trends mitzumachen, die sich wie Winde übers Land ausbreiten. Von irgendwo her kommt eine “Welle”, dann die Trendsetter und plötzlich legen sich alle in die selbe Kurve, sie wollen zeitgemäß und auch im Trend sein.

Tief gebeugt übers Onlinefähiges Handy beginnt Sohnemann schon seinen Tag, manchmal schon im Bett liegend. Er organisiert seine Freizeit fürs Wochenende nur noch über Facebook. “Mal sehen, was die andere so machen” sagt er dann. “Du kannst da was sehen?” fragt ich ihn. “Ich sehe nie was bewegendes” runde ich meine Frage ab. Sohnemann lächelt mich mitleidig an und kann nicht verstehen, das ich so blind bin.

Ja..sogar die Polizei hat jetzt einen Facebook Account. Sie muss auch im Trend sein, den Onlineort für Fahndungen nutzen. Eine peinliche Panne ist auch schon passiert. Wie unangenehm.

Um im Trend zu sein. meldete ich mich schon vor ein paar Jahren bei Facebook an, weil ein Promi davon im TV erzählte. Ich hatte mir Unterhaltung wie in anderen Communitys versprochen. Jetzt dümpelt mein Account vor sich hin.

Es gibt wohl kein Künstler oder Möchte-gerne-Künstler, der keinen Account bei Facebook hat. Die “Lik´s” als Beliebtsgrad schmeichelt jedes Ego. Deshalb wird damit gehandelt. Jetzt kann man sogar den “Onlineapplaus” kaufen und den Trent potenzieren. Wer so beleibt ist, da muss ja was dran sein.. Dito für die  Follower bei Twitter.  Man kann sich die Lik´s und Follower kaufen d.h. die Beliebtheit lässt sich jetzt kaufen.  Mein Gott, wo sind wir nur hingeraten.

Mir geht es so wie Karl Dall, der in einem Interview sagt. “Ich bin froh, dass ich da raus bin” er meinte damit das Showgeschäft heute. 

Ist heut alles nur noch Show?

LaWe

Samstag, 4. August 2012

Stadtbilder in Sepia

Passend zum Sepia-Layout habe ich heut eine paar knallbunte Bilder aus Warnemünde umgearbeitet.

 

Gruppenrollen auf der Promenade


 

Zimmer mit Ausblick auf die Promenade


Glasmusikkünstler auf der Brücke zum alten Strom


 

Fahrräder im Massen


 

Alter Mann im Park


LaWe

kleiner Hinweis

Für die alten Besucher meines Blog..
Es kann sein, dass mein Blog über den Browser eher chaotisch im Layout rüber kommt. Weil die Browser nur wenige Daten einer Internetseite austauschen, wird das alte Layout gemischt mit dem neuen sichtbar sein.
Bei einigen Browsern kann man die Browserdaten der letzten Stunde löschen. Danach sieht alles wieder ok aus

LaWe

Donnerstag, 2. August 2012

nur mal so

..damit ich den Ablauf der Aufwärmübung nicht vergesse, bis ich sie selber intus habe

LaWe

Montag, 30. Juli 2012

Bratwurst - Folter ?

Um an Informationen zu kommen, soll er gefoltert werden. "Die Indianer kennen keinen Schmerz. Dazu fehlen ihnen die Enzyme" sagt Abahachi im Schuh des Manitus und er stellt sich der Folter. Als die Folterer die Schere ansetzen, sie wollen Haare vom Kopf scheren, ist das Geschrei schon groß und Abahachi erzählt am laufenden Band, was seine Peiniger hören wollen.

Zum Glück geht es so grausam in meinem Leben nicht zu. Ich werde auch von niemanden gefoltert, außer von bestimmten Essen, was ich so aus den Supermärkten mit nach Hause bringe. Zumindest steht seid heute ein Lebensmittel bei mir auf der schwarzen Liste der Verdächtigen, mich nach ihrem Verzehr nachts,wenn ich schlafen will, ganz subtil zu foltern. Die gemeine Bratwurst steht dabei ganz oben.

Ich verzichte abends auf Kohlenhydrate und halte mich mit Eiweißnahrung über Wasser. Die Bratwurst ist schnell gemacht, warm und deftig im Geschmack. In meinem Einkaufsumfeld sind nur Aldi und Penny, ich hatte im Kühlschrank einige Packungen gebunkert.

Diese Nacht hab ich wieder nicht geschlafen, wie am letzen Donnerstag.. Wieder düstere bedrückende Gedanken, das Werfen von einer Seite auf die andere. Dicke Bettdecke gegen dünne ausgetauscht. Gegen düstere Gedanken den Fernseher zum ablenken. Erst den kleinen Fernseher, dann den Großen. Warum kann man sich nachts so schwer gegen düstere Gedanken wehren ? Die Sonne geht auf, ich stehe wieder am Fenster. Mein Füße sind kochend heiß und die Hitze steigt an den Waden bis auf Kniehöhe. Ich fühle mich wie in einer Isolationszelle.

Gegen 7 Uhr schlafe ich den endlich doch noch ein. Zum Glück muss ich nicht früh raus.

Ich frage mich warum ich mir schon wieder die Nacht um die Ohren schlagen musste. Fehlen mir die Enzyme um die zusätzlichen Zutaten der industriellen Lebensmittel zu verstoffwechseln?

Mit dem Supermarktbrot und Rotwein - mit ähnlichen nächtlichen Folterfolgen - werde ich wohl auch auf die gemeine Bratwurst verzichten müssen.

LaWe

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