auch die Übungsfolge bringt Entspannung wie der Musik, die im Hintergrund läuft.
Auffällig ist, dass die Gruppe aus zahlreichen Männern besteht.
Das ist auch mein Traum – damit meine ich nicht meine Traummann – sondern dass sich doch mehr Männer meine Yogagruppe anschließen würden. Zur Zeit hab ich einen Mann dabei und der fühlt sich zwischen den Frauen augenscheinlich wohl, auch wenn´s mit dem Biegen noch nicht so klappt.
Die Männerquote während meiner Ausbildung lag ähnlich, 2 Männer zu 24 Frauen. Dabei machen solch weltbekannte Sänger wie Sting auch Yoga
Seid Tagen geht mir der lyrische Text eines der bekanntestes deutschen Lieder der Rockgruppe Karat nicht aus dem Kopf, dessen Refrain so lautet.
Über sieben Brücken mußt Du gehen Sieben dunkle Jahre überstehen Sieben mal wirst Du die Asche sein Aber einmal auch der helle Schein
Texte dieser Art halfen mir in schweren Zeiten, die sicher jeder Mensch einmal durchleben muss. Ich erinnere mich, dass ich damals in einer Ecke kauernd saß und mich mit einen einzigen Gedanken an die Zukunft klammerte: “Wer weiß, warum ich das alles jetzt durchmachen muss. Vielleicht hat alles einen Grund. Und wenn ich dies überstanden hab, dann bin ich wieder frei” Aber es gab auch düstere Gedanken, die jeden Hoffnungsschimmer auf Besserung meiner Lage den gar aus machte: ”Ich werd nie wieder mein Leben zurück bekommen und aus der verzwickten Lage raus kommen. Besser, ich stürz mich in den Tod, dann hat alles Leid ein Ende”
Hoffnung und Resignation schlugen sich auf dem Schlachtfeld meines Lebens. Am Morgen hatte die Hoffnung das Zepter in der Hand und am Abend wieder die Resignation. Ich fühlte mich zwischen diesen Gewalten wie ein Grashalm im Wind und so sah mein Körper auch schon aus. Geschunden von den Kräften, die den Kopf in den Wahnsinn treiben könnten.
Ich erinnere mich an einem Moment, als ich an der Straßenbahnhaltestelle stand. Mein Gehirn war in jeder freien Minute mit dem Konflikt beschäftigt, der mich fast zu zerreißen drohte. Die inneren gegensätzlichen Kräfte bauten sich wieder auf und spitzten sich zu. Mein Kopf schwoll wieder mit widersprüchlichen Gedankengut an, als sie sich in rasend laufende Käfer verwandelten. So, als liefen sie kreuz und quer durch meinen Kopf, berührten sie wie zwei Tausendfüßler meine Kopfhaut von innen. Sie liefen kreuz und quer. Ich wollte sie mit meinen Händen zum Stillstand bringen, doch ich kam nicht in meinen Kopf, ich berührte lediglich die Kopfhaut. Darunter war das große Krabbeln und ich hatte Mühe nicht in Panik auszubrechen.
In dieser Situation fühlte ich mich entsetzlich allein.
Ich machte durch, was viele andere vor mir auch schon durchmachten. Nun war ich an der Reihe, es hatte mich getroffen. Die anderen zerbrachen nicht daran, doch ich drohte nun daran zu zerbrechen.
Ich fühlte mich schwach, weil ich von mir glaubte, nur ich litt darunter. Die anderen steckten Probleme dieser Art viel leichter weg.
Das große Krabbeln in meinen Kopf hielt noch an, da saß ich schon in der Straßenbahn. Die Bahn brachte mich nach Haus – ein Haus, in dem die Hölle Einzug genommen hatte.
Ich besann mich auf die Zeit, als ich noch glücklich war und es keine dunkle Wolke am Himmel gab, die mein Leben eindunkeln konnte. Ich erinnerte mich daran, dass ich in glücklichen Zeiten den Glauben hatte, das wird immer so bleiben.
Dann dachte ich an meine Eltern und Großeltern, die viel schlimmere miterleben mussten. Sie hatten die Kriegsjahre überlebt, doch einige von meinen Angehörigen kamen nicht wieder zurück. Ich verglich die harten Jahre meine Eltern und Großeltern mit der Krise, in der ich grad steckte und fand, dass ich in meinem Leben doch großes Glück hätte und muss die Gewalt des Krieges nicht erleben.
Krieg in privaten Leben gab es bei mir, doch mit Resignation mich aus dem Feld schlagen?
Meine Gedanken im Kopf nahmen wieder Struktur an und liefen ruhiger, gemäßigter und nach einander. Ich fand wieder zu mir zurück und stellte mich der Krise und damit meinen dunklen Jahren.
Meine krisenhafte Situation von damals kam noch mal in Erinnerung, als die Nachrichten über ein Amoklauf einer 41-jährigen Frau am letzten Sonntag berichtet wurde. Sie tötete ihr Kind und den Vater ihres Kindes und einen Pfleger im gegenüberliegenden Krankenhaus, in das sie bis an die Zähne bewaffnet, ihrer Aggressionen weiter freien Lauf gab. Die Nachrichten der Woche deckten ihre Vorplanung zum Amoklauf auf.
Ich frag mich, was in einem Menschen passieren muss, bis er an den Punkt kommt, wie die 41-jährige Rechtsanwältin, die ihre Familie mit wenigen geplanten Handgriffen einfach auslöscht?
Warum müssen Menschen sterben, weil eine Person sich damit nicht abfinden kann, weil das Leben seinen eigenen unaufhaltsamen Lauf nimmt.
Ich denke, Die Frau war eine knallharte Egoistin und zog anmaßend ihrem Sohn und Vater des Sohnes die Boden unter den Füßen weg. Sie sorgte dafür, dass sie ihre Selbsttötung nicht übernehmen musste. Das überlies sie der Polizei, die jetzt noch Schelte kriegt, weil sie die schießwütige Frau mit 17 Schüssen niederstreckte.
Vielleicht, hätte die Amokläuferin, als sie noch Mutter und Rechtsanwältin war, auf die lyrischen Texte von Karat hören sollen. Doch nun ist es zu spät und furchtbar traurig alle Betroffenen und Hinterbliebenden.
Sicher sind die Mädels hin- und hergerissen von dem jungen 14 jährigen, der heut sein erstes Debüt in der Castingshow das Supertalent gab. Welches Mädchen schmilzt nicht bei dem starken Gesang eines so hübschen Jungen.
Eigentlich wollte ich ja keine Castingshow mehr sehen, aber in der Rubrik Supertaletnt gibt es eine so starke Vielfalt von Talenten die Menschen haben können, dass ich mich dem doch nicht entziehen konnte.
sein und singen” - so heißt ein altes Lied aus meinen Kinderjahren. Ich glaub es ist ein altes Pionierlied aus DDR-Zeiten, dass wohl nur noch Insider kennen.
Doch wenn Menowin Fröhlich sang, hat das nichts mit Pionierlieder zu tun, sondern er sang Pop-Musik für die Jury, das Publikum im Saal und vor den Fernsehern zu Haus, damit sie anschließend voten konnten.
Anfang des Jahres und noch heut ist es so, nenne seinen Namen in Verbindung mit einer genialen Stimme, fliegen mir ständig verbale Steine an den Kopf. Wie kannst du einen ehemaligen Knacki lobend erwähnen ? Ich fühl mich verbal gesteinigt und bekomme kein Argument platziert, dass einen anderen Blick auf den jungen Sänger ermöglichen würde.
Stimmt, als Vorbild für die Jungend im Land wäre er ganz sicher nicht geeignet. Und wenn man den Medien glaubt, kriegt ein Ex-Knacki auch nicht wirklich was auf die Reihe, nicht mal seine Chance.
“Der ist ja schon größenwahnsinnig” heißt es oder “Der ist eingebildet und arrogant!”. Es gibt zahlreiche Argumente, die meinen lobenden Worten zu Menowin Fröhlich entgegen gebracht werden. Dabei hab ich das Gefühl, ich stehe vor einer Mauer, die zu hoch ist, damit jemand einen neutralen Blick darüber werfen kann oder dazu bereit ist.
Nun freuen sich alle seine Skeptiker, weil die Schlagzeilen über den ehemaligen Knacki in namhaften Blättern der Yello-Press bzw. Internetseiten wieder ein mal berichten, “Menowin muss wieder in den Knast”. Er hat gegen Bewährungsauflagen verstoßen und muss wieder hinter Gitter. Kurze triumphierende Kommentare lese ich als Antwort auf die neuen Schlagzeile. “Ab in den Knast”
Mal ganz ehrlich, ich bin nicht darüber erschüttert, dass Menowin wieder in den Knast muss. Nach einem sicher chaotischen Leben nun im Mittelpunkt vieler. Im Mittelpunkt zwischen seinen Fans und denen, die ihn skeptisch gegenüberstehen. Mit solch einem Hintergrund kommt ein junger Mensch aus der Bahn, in der vielleicht ja noch gar nicht ist und kann schon mal daneben liegen. Es wird sicher noch ne Weile dauern, bis er sich und damit sein Leben im Griff hat.
“Ab in den Knast”, war der kürzeste Kommentar und machte auf mich einen herzlosen Eindruck. Ich bin darüber erschüttert, wie Menschen darauf reagieren. Ich würde fast sagen, ich las herz- und erbarmungslose Kommentare mit der Hintergrundbotschaft. Wie kann ein EX- Knacki es wagen, von unten nach oben zu kommen? Wer ganz unten angekommen ist, soll gefälligst auch dort unten bleiben.
Ich denke, diese Art von Kommentare stammen von Menschen, die selber unten sind und keine Chance sehen oder haben, auch nur eine Stufe weiter nach oben zu kommen. Kommt da ein singender Ex-Knacki zum drauf schlagen ganz recht ?. Sehen sie ihm vielleicht sogar noch eine Stufe unter ihnen ?
Vor ein paar Wochen habe ich beschlossen, keine Castingshows mehr zu verfolgen. Mir ging das runterputzen und hochloben sowie die geheuchelte Korrektheit der Juroren auf den Kranz. Ihre Selbstdarstellung während der Castingshows und auch die Vermarktung geht auf Kosten der Bewerber, die mit dem Glauben an den Start gehen, ihren Weg von den entsprechenden Sendern geebnet zu bekommen. Doch was bleibt, ist am Ende nicht viel. Nur Mark Metlock, der in Bohlen-Manier jeden Sommer ein Sommerlied auf den Markt bringt, der so klingt, wie das Sommerlied ein Jahr zuvor. Schade um seine schöne Stimme, die mich während der Live-Shows jedes Mal unter die Haut ging.
Ebenso die Stimme von Menowin Fröhlich. Ich fühlte mich in seinen Bann gezogen. Sein Gesang holte mich nicht nur aus dem Alltag sondern lies mich auch Zeit und Raum . Das passierte bei mir in letzter Zeit nur beim Leadsänger von der Gruppe Reamonn.
Ich hoffe, dass aus dem jungen wilden Mann Menowin Fröhlich bald eine ernst zu nehmende Person wird und er mit seiner begnadeten Stimme noch viele Menschen verzaubern kann.
Mit dem Telefon am Ohr kommt er aus dem Zimmer, in dem seine Freunde sitzen und geht im Wohnzimmer an mir vorbei. Mit einem Fingerzeit auf die Lippen, bittet er mich, ihn nicht anzusprechen und dann verschwindet er weiter telefonierend in die Küche. Im Vorgehen höre ich, Sohnemann spricht mir seiner Oma. Sie zog im letzten Sommer nach Berlin, damit sie die letzten Jahres ihres Lebens in der Nähe ihres Sohnes verbringen kann. Außer ihrem Enkelsohn und der Grabstelle ihres Sohnes hat sie in Rostock nichts zurück gelassen.
Mit “gute Nacht, beendet Sohnemann sein Gespräch mit Oma und fast den Inhalt mit nur ein paar Worten zusammen. “So, Papa ist jetzt weg” dabei sah er mich mit offenen Augen an. Das sein Vater vor fast 10 Jahren plötzlich verstarb, hat ihn ja schon einmal den Vater genommen. Was vom ihm blieb, waren ein paar Erinnerungen, Bilder und der Platz, an dem seine Urne bestattet wurde. Weil Oma die Grabstelle nun nicht mehr pflegen kann und sich finanziell verpflichtet fühlet, wenn Sohnemann die Pflege übernahm, beschloss sie vor ein paar Wochen, die Grabstelle einebnen zu lassen und was von ihr bleibt, sind wieder nur ein paar Bilder.
“Schmerzt es?” frag ich Sohnemann, weil ich denke, dass die Grabstelle für ihn ein Anlaufpunkt sein könnte. “Nein, mir reicht das Bild, was ich bei mir im Zimmer habe” antwortet er nüchtern, aber nicht ohne bebenden Unterton. “Oma hat das mit mir ja so abgesprochen”.
Stimmt, bevor Oma die Einebnung in Auftrag gab, hat sie ihren Enkelsohn darüber informiert.
Aber die nüchternen Worte gingen doch nicht so spurlos an mir vorbei und in der Nacht kamen viele Erinnerungen aus der Zeit von damals wieder zurück. Erst waren es die guten Zeiten und dann kamen die schlechten Zeiten. Der Kampf ums überleben gegen den verheerenden Alkoholismus, der seine sanfte Persönlichkeit schon zerfressen hatte. Nach der endgültigen Trennung treib ihn die Sehnsucht immer wieder zu mir zurück, doch ich musste an die Zukunft unseres gemeinsamen Sohnes denken und konnte mich von der Zerstörung seiner Alkoholkrankheit nicht noch weiter in die Tiefe ziehen lassen.
Es tat mir in den Seele weh, dass ich ihn immer wieder mit den flehenden Worten: “Geh zum Arzt und lass dir helfen”, vertreiben musste. Die Feindlichkeit in seinen Augen war nicht zu übersehen. Doch dann wandelte sich der Ausdruck in seinen Augen. Mit den Blicken eines treuen Hundes zog er sich wieder zurück. Die tiefe Traurigkeit in seinen Augen verfolgte mich noch für Stunden und es dauerte, bis ich mich davon distanzieren konnte.
Doch ich hielt mich an den Rat einer trockenen Alkoholikerin, die sagte: “Kümmern sie sich um ihr Kind, das ist das wichtigste.” Denn sie sah, dass ich am Ende meiner Kraft angekommen war.
Die schönen Zeiten liegen schon 20 Jahre zurück, die schlechten Zeiten 14 Jahre und dann kam das plötzliche Ende seines Lebens. Weil wir nicht verheiratet waren, wurde er von seiner Mutter allein und aller Stille und ohne Anzeige in der Tagespresse beigesetzt. Ich erfuhr erst nach der Beisetzung davon und so konnte ich mich auf traditionelle nicht von ihm verabschieden.
So wie er damals einfach weg war, so ist er heut auch einfach weg.
Ich hoffe, Sohnemann hat aus dem Leben seines Vaters gelernt und er macht aus seinem Leben das, was seine Träume ihm vorgeben. Noch scheut er sich davor, den steinigen Weg zu seinen Träumen zu gehen und ich muss ihn ab und zu wieder wachrütteln, aber dann nimmt er den Faden seines Lebens wieder auf…..
“Meine Freundin ist fremd gegangen!!” so lamentierte lauthals ein junger Mann heut am frühen Vormittag vorm Eingang des Nachbarhauses. In dem Eingang sind fast nur kostengünstige 1 Raum Wohnungen und deshalb für Alleinstehende gut geeignet.
Vielleicht spielen sich deshalb manchmal Dramen ab.
Vielleicht ist es aber auch nur ein Bewohner, der zum dramatisieren neigt.
Und nicht zum ersten mal rückten Polizeiwagen in Kombination mit Krankenwagen an, so wie heut früh.
Das war ja mal wieder ein großes Aufgebot.
Das letzte mal, als so ein Aufgebot vor der Tür stand, war die Kombination von zwei Polizeiwagen und ein Krankenwagen. Damals war der Wüterich vielleicht schwer zu bändigen. Einen Grund zum Wüten wird er sicher gefunden haben.
Heut war die Verletzung wohl stärker, weil der Rettungswagen noch einen Notarzt nach forderte.
Den Grund für die Ausschreitung hatte der junge Mann ja vorher lauthals allen verkündet und sich damit vielleicht im Recht gefühlt. “Sie ist fremd gegangen” Spekulieren kann ich nur, wer wen eine verpasst hat, denn ich sah weder den oder die Verletzten nicht in den Krankenwagen steigen. Auf jeden Fall hat jemand versucht, mit alles Gewalt einen Konflikt zu lösen und das Endszenario sah so aus, wie es mein Bild zeigt.
Aber ob das eine Lösung des Konflikts war oder ob das Herstellung einer verletzten Ehre war, weiß nur der, der dafür gesorgt hat, dass eine Wochenende auf dramatische Weise beginnt.
Als ich gestern abend noch spät zum Supermarkt rüber flitzte, fielen mir die ungewöhnlichen Wolkentürme auf, die am Himmel waren. Sie sahen anders aus, als sonst.
Erst wollte ich mit meine Kamera ein Bild davon schießen, doch ich hatte sie zu Haus gelassen und die ungewöhnlichen Wolkentürme zogen ungeknipst Richtung Nordost weiter.
Die Nachrichten heut in lokalen RadioSender brachten die Erinnerung an die Wokentürme von gestern wieder zurück.