Schöne Ostertage

haben sich die funkgesteuerten Uhren von allein, die anderen brauchten meine Nachhilfe. Die mechanischen Uhren schaffen den Sprung in die Sommerzeit nicht von allein, wie dieser Oldtimer von Wecker.
So einfach am Zeiger drehen wie an meinem alten Wecker kann ich an mir nicht. Jetzt folgen erste Wochen, wenn nicht sogar Monate, an denen ich das Gefühl habe, dass ich permanent der Zeit hinter her laufe. “Waaas? Schon wieder so spät ?? “ Viele klagen über Schlafbeschwerden, ich klage über ein Gefühl von gehetzt sein. Erst im Oktober, wenn die Winterzeit die Stunde wieder rausrückt, dann gleicht sich alles wieder aus und es zieht wieder Ruhe ein in mein Zeitgefühl ein.
Die Jungs – Sohnemann und Freunde – räumen grad den Keller leer. Darin lagert, was ich seid Jahren nicht mehr nutzte und was ich seid Jahren nicht brauchte, kann getrost in den Sperrmüll. Damit sich mein Sammelherz nicht einmischt, halte ich mich zurück und schau nur aus der Ferne der Kellerentrümpelung zu.
Während die Kellerjungs fleißig arbeiten, fang ich den Frühling ein.
Der Schnee von gestern ist schon lange weg. Die warmen Sonnenstrahlen haben auf der Sonnenseite die letzten Eiskristalle aufgeschleckt und was bleibt, ist eine sichtbare Spur von einem anderen Niederschlag, der wahrscheinlich während der Schneezeit über die Balkonbrüstungen geflogen ist.
So sieht es nach den Schneemassen unter meiner Balkonbrüstung aus.
Naja…ein wenig grau in grau, denn die Wiese schläft noch. Nur ein paar helle Sprenkel zieren den Rasen.
Jetzt hab ich meinen Zoom mal tätig werden lassen und das hell gesprenkelte nimmt langsam Gestalt an.
Das sind doch nicht etwa……?
Da hat doch doch nicht etwa…….?
Also noch mehr Zoom drauf.
Was die Sonne an den Tag bringt und mein Zoom sichtbar macht.
Ja…es stimmt.
Ein Raucher über mir hat den verschneiten Rasen im Winter mit seinem Aschenbecher verwechselt.
Ja…es stimmt.
Es liegen hunderte von Kippen auf dem Rasen unter meinem Balkon und warten darauf von den Käfern zerlegt zu werden und im Boden zu verrotten.
Wie viele Jahre mag das dauern? Ich kenne die Verfallszeit von Zigarettenstummeln leider nicht.
Will man beschrieben, dass etwas sehr schön war und man sich auch vom Auge her sehr wohl gefühlt hat, wird es z. B. als Augenweide bezeichnet oder der Mensch hat sich an oder an etwas geweidet. Ein Ausdrucksform, die zwar geläufig aber schwer zu beschreiben ist.
“Sich an etwas weiden “
Vielleicht führt das auf eine Weide zurück und für diese “Weide” kenne ich schon wieder zwei Deutungen.
Als Kind hab ich sie wegen ihrer hängenden Äste bewundert, denn sie formten ein schützenden Dach gegen Sonnenstrahlen, ohne dass es unter der Weide gleich extrem kühl wurde. Und sie war leicht zu vermehren. Eine Weidengerte in die Erde und schon war der Grundstein für einen neuen wuchsfreudigen Baum gelegt.
Aber nicht nur im Sommer hat dieser Baum so seine Qualitäten auch im Winter – der laublosen Zeit – kann er eine Augenweide sein, so wie diese Weide, die ich gestern gegenüber einer S-Bahn- Haltestelle mit meiner Kamera aufnehmen konnte.
Seid Wochen schon schmettern die Medien es aus allen Rohren und was da rüber kommt, fühlt sich für mich wie ein Dammbruch an. Der Damm ist bis auf den Grund gebrochen und wir werden auch von dem Absatz des Grundes überschwemmt. Was im Tiefen liegt, ist zum Glück nicht für die Ewigkeit ins Dunkle verbannt. “Es reicht der Flügelschlag eines um auf der anderen Seite der Erde ein Chaos auszulösen” So banal der Anschub auch sein mag, was er in Gang setzt, kann eine Lawine auslösen und das unterste zum obersten kehren.
Von Missbrauch an Kindern in der Kirche ist die Rede und diese düsteren Stränge reichen Jahrzehnte in die Vergangenheit hinein. Wer sich an den Kindern vergangen hat, ist vielleicht schon im Greisenalter oder erlebt den Skandal seiner hochgelobten Kirche im Himmel oder vielleicht in der Hölle? Laut der Lehre der Kirche muss durch Fegefeuer um für´s nächte Leben geläutert zu sein. Zur Zeit dürfte am Tor zur Hölle eine Schlange stehen und täglich wächst Reihe der Wartenden an.
Wer das Zölibat zelebriert, hat die Rechnung ohne die eigenen Treibe gemacht. Treibe stecken in jedem Menschen und diese lassen sich weder durch ein Gelübde zum Zölibat noch mit Gebeten vertreiben. Eher gelingt es, den Teufel aus der Hölle zu vertreiben, aber nicht die teuflischen Triebe des Menschen, mit dem Gott bei seiner Schöpfung vielleicht den Menschen ausgestattet hat, damit die Menschheit seinen Fortbestand sichert. Und dies tat er immer – wenn man sich in der irdischen Natur umschaut – im Übermaß. Und ein weiterer Trieb steckt im Menschen, mehr oder weniger ausgeprägt, die Macht. So können die vielschichtigen Triebe sich verbinden zu Machtgelüsten mutieren, die sich über Machtlose her macht.
Die Offenbarung zahlreicher Missbrauchter aus der Vergangenheit scheint sich wie ein Lawine über die Kirche zu wälzen und er fehlt ihr an brachbaren Mitteln, diese Lawine aufzuhalten. Die Kirch scheint in den Grundfesten erschüttert und macht sogar vor dem Papst nicht halt, denn auch in seine Zeit reichen die Vorwürfe der Schutzbefohlenen der Kirchen mit ihren Eliteschulen. Oh mein Gott, wie müssen die Kinder damals gelitten haben, wie ohnmächtig müssen sie sich gefühlt haben. Eine “unbescholtene” Person und Autorität nähert sich ihnen unsittlich. Ich kann´s gar nicht nachvollziehen und doch kann ich mir vorstellen, wie erleichternd es für die Betroffenen sein muss, das sich endlich der gärige Absatz vom Boden gelöst hat und mit dem Dammbruch ans Tageslicht befördert wird.
In den Eliteschulen herrscht Aufregung und das nicht nur vom Lehrpersonal. Nein, auch die Eltern der Kinder dieser Schule sind erschüttert, wollen am liebsten die unangenehme Diskussion unter den Teppich kehren. “Das war damals ! Was haben wir damit zu tun?” sagte ein aufgeregter Vater ins Mikro. Ich sah ihm an, der Boden unter seinen Füßen schwankte und schien zu versinken. Er hätte auch sagen können “Woran sollen wir denn noch glauben, wenn nicht an die Reinheit der Kirche?” In seinen Augen wird die Kirche beschmutzt durch tägliche Veröffentlichung neuer Offenbarungen, er möchte sie zur Abwedenden der leidigen Diskussion abwenden
Und auch das kann ich nachvollziehen, denn wenn der Glaube erschüttert wird, gerät scheinbar die ganze Welt ins Wanken, doch in Wirklichkeit setzt sich nur eine grausame Realität durch und wächst wie ein spitzer Hügel unter den eigenen Füßen Richtung Himmel. Bevor die DDR zusammenbrach glaubte ich auch an die Reinheit des sozialistischen Gedanken, doch rechnete ich nicht mit den Machtgelüsten der Macher dieser Zeit.
Zum Glück ist die Gesellschaft jetzt offen für diese Offenbarungen und die Betroffenen erfahren endlich auch eine gerechte Welt und diese finden sie zum Schaden der Kirche erst mal nur außerhalb der Kirche.

Der Universitätsplatz mit seinen bizarren Bäumen
Werbeträger
Nachlass- Sucher
Futtersucher
na…da schau´n wir mal genauer nach
riecht irgendwie naaaach Käse ?
mal untersuchen
vielleicht gib´s einen anderen Zugang zum Käse
Ok…der Hund geht vor
Ok..dann suche ich mir eben was anderes
ein kleines Bad kann nicht schaden
Und jetzt Lufttrocknen
Und alles am Rand vom Brunnen der Lebensfreude, der noch verschlafen auf den Frühling wartet
Ein alter Text tauchte auf, als ich heut vom alten PC alle Textdateien auf den neuen PC übertrug. Niedergeschrieben hatte ich in unter dem Eindruck einer starken Erschütterung, die mich zu dem Zeitpunkt bewegten.
Die Ebenen des Lebens sind vielschichtig, undurchsichtig und gleichen einer schiefen Ebene.
Nur das Schicksal weiß, um wie viel Grad die Ebenen sich im Laufe des Lebens neigen werden. Nur eins ist sicher, der Neigungsgrad nah unten nimmt stetig zu. Und so hängen wir mitunter in schiefer Ebenen händeringend nach Halt suchend fest und finden den Halt an hilfreichen Händen. Familie und Freunde reichen die Hände und erhalten auf diese Weise die verflochtenen Ebenen in einem haltbaren Neigungswinkel für alle.
Das Leben aber folgt seinen eigenen Gesetzen und baut versteckte Rutschbahnen mit Schlaglöcher mit 90° Gefälle ein und öffnet diese überraschend wie Fallgruben und zieht in die Tiefe, was sich nicht mehr halten kann.
Der überraschende Absturz in die Tiefe ist die Zwischenstation zwischen Leben und Tod und als Einzelschicksal unaufhaltsam und ohne Umkehrmöglichkeit.
Bisher nahm ich an, dass es zwischen Leben, Krankheit und Tod für den Menschen keinen Raum mehr gibt, doch Zwischenstationen werden als Plateau erst sichtbar, solange die haltenden Hände noch in Verbindung stehen.
Das Plateau lässt Atmung und Herz im Lebensraum zurück und das Seelenleben wurde wie eine Graderobe noch im Fall abgelegt und entfernt. Die Sanftmut, das Lächeln, die lebendigen Augen, alles was ein beseeltes Leben ausmacht bleibt zurück, wird konserviert auf Fotos und auf den Speichern der Erinnerung abgelegt.
Nur ein unheimlicher Mantel, gewebt aus den Fäden der Totenstille, umhüllt das seelenlose Wesen, schützt es vor der Nacktheit in der Kälte, die der Untergrund der Zwischenstation abstrahltWas bleibt ist eine wortlose Körperhülle, die irrend auf dem Plateau nach einem Ausgang sucht.
Das Plateau, die Zwischenstufe, eine glatte lichtlose Fläche, der Untergrund gleicht einer undurchsichtigen Verglasung in einer meergrünen Farbe. Im lichtlosen Raum gibt es weder Lichtstrahlen noch Schatten, das macht die Orientierung für alle schwer.
Der Stillstand ist trügerisch, denn der Untergrund gleitet aus der Mitte heraus wie ein Fließband zum Abgrund und das Gesetz der Zeit ist noch nicht aufgehoben, wirkt wie im Lebensraum weiter - Sekunde für Sekunde - Minute für Minute – dem Abgrund entgegen..
Für manchen Menschen ist das der einzigen Möglichkeit, seinen eigenen Weg zu gehen. Bevor es aber soweit war, muss er einen Weg durch die Hölle passieren, denn an ihr führt kein Weg vorbei.
In der Hölle tanzen freudig schwarze Schatten über einem Feuer und verändern dabei ihre nicht fassbare Gestalt von Minute zu Minute. Die Flammen lodern hoch und strahlen Kälte ab, das jedes Herz, das sie schwarzen Schatten in ihrer Gefangenschaft halten, bis zur Starre unterkühlen lässt.
Keine Macht der Welt kann die Macht der schwarzen Schatten aufhalten.
Sie lassen sich nichts entreißen, was sie erst einmal in ihren Fingern halten und sie spielen ein bösartiges Spiel. Denn aus ihrer scheinbaren Freigabe schöpft sich eine sinnlose Hoffnung auf eine Flucht aus ihrem Hexenkessel, die in eine unendliche Enttäuschung mündet. Doch die schattenhaften Gestalten haften weiter mit ihren undurchsichtigen feinfädigen Verbindungsleitungen im und am Menschen, halten ihn auf diese Wese gefangen.
Und nur so zum Spaß lassen sie eine, wie bei einer Handleine, lange Verbindungsleitung, geben mehr Spielraum im Lebensraum. Und immer dann, wenn ihr Gefangener ein Gefühl der Freiheit entwickelt, dann wird die Verbindungsleitungen wieder gestrafft und kurz gehalten. Sie ziehen den Menschen ganz nah an das kalte Feuer, das nach Nahrung aus ihrer frischen Enttäuschung giert.
Ein böses Spiel, ein sträfliches Spiel, das keinem menschlichen Gesetz unterliegt. Kein Strafrecht der Welt kann die schwarzen Gestalten verfolgen, kein Gesetz der Welt kann sie in die Verbannung schicken.
Sie halten das kalte Feuer aus der Hoffnung am lodern und übergießen es mit der Angst und der Enttäuschung ihrer Gefangenen...