Sonntag, 14. Februar 2010

Not macht erfinderisch

Weil die Schuhe mit Schnee- und Sandreste dem kleinen Flur versanden und mit auftauenden Schneematsch verdrecken, landen sie nun in der Badewanne.

Hier mal ei Einblick in die Besucherschuhreihe ab Schuhgröße 45 aufwärts. Die großen gehören Sohnemann und Freunde, die kleinen mickrigen Stiefel mit einer stolze Größe von 36 gehören mir.

Die Jungs halten sich dran und tragen ihre Schuhe brav ins Bad.

LaWe

Samstag, 13. Februar 2010

Whiteout

Parkplatz

So langsam verschwinden die abgestellten Autos unter den Schneemassen.

 

LaWe

Freitag, 12. Februar 2010

Mitten im Leben ?

Mit seinen 64 Jahren ist er fast schon ein Urgestein der deutschen Schlagerszene. Er tingelt am Ballermann und heizt den Urlaubern mit seinen Stimmungsliedern kräftig ein. So ganz ernst nehmen konnte ich ihn nicht. Ein Schlagerfutzie eben, der seine Kohle mit Stimmungslieder in seinen alten Tage verdient.

Von wen die Rede ist?

Von Jürgen Drews, der sich mit seinem Bett im Kornfeld  sich bis zum König von Mallorca hoch gesungen hat.

Vor kurzem sah ich ihn im Frühstücksfernsehen von ZDF. Ich blieb im Programm hängen, weil er so gemütlich mit der Moderatorin plauderte. Sie sprachen über Gott und die Welt und das Wetter, das jetzt mit seiner Kälte den Obdachlosen besonders zusetzt. Da kam die Überraschung für mich. Jürgen Drews erzählte von seiner Erfahrung und seinen Erlebnissen als Obdachloser. Für´s RTL-Magazin “Expolosiv” als Penner verkleidet zog er durch Hamburg. Dort schlagen die Obdachlosen in den Geschäftsnischen der bekannten  Mönkebeck Str. ihr Nachtlager auf. Hier in Rostock sieht man sie nicht. Sie verstecken sich, weil sie sich noch schämen. Jürgen Drews hat erfahren, wie die Obdachlosen angesehen und behandelt werden. Diese Erfahrung hat ihn demütig für seinen Erfolg als Sänger werden lassen. Mit seinem Ausflug in die obdachlosen Welt hat er Respekt vor den ärmsten Menschen unserer Gesellschaft gewonnen.

Solch eine Ausflug würde ich Herrn Westerwelle unbedingt an Herz legen.

Er sollte sich einreihen in die Reihe der Langzeitarbeitslosen und sich wie sie auf Arbeitssuche machen und dann wollen wir mal schauen, ob er nach der 200sten Bewerbung immer noch nicht mürbe geworden ist. Und wir wollen mal schauen, ob der den Glauben an sich und eine gerechte Welt noch fest im Griff hat. Oder vielleicht sollte er als Hochqualifizierter 8 Stunden am Tag mit einen Stock durch die Wohngebiete laufen um die Papierschnipsel aufzuspießen.

Auch diesen Mann konnte ich in der Vergangenheit nicht wirklich ernst nehmen und nach mehr als 100 Tage im Amt als Außenminister scheint er seinem Höhenflug nicht mehr unter Kontrolle zuhaben und er lässt seine Katze mit Hochgeschwindigkeit aus dem Sack springen.

Vollbildaufzeichnung 12.02.2010 190808

Aber im Gegensatz zu Jürgen Drews hat er sich meinen Respekt – den ich mir mühevoll erarbeitete, weil ich ihm eine ehrliche Chance als Politiker geben wollte – auf Ewig verspielt. Wer mit Begriffen wie “Deppen” als Politiker in seinen Formulierungen operiert, der findet bestimmt kein wirklich brauchbares Saatkorn in seinem Hirn.

Er scheint mir eher mit seinem Außenministerposten überfordert zu sein und nun ist die Luft nach 100 Tagen schon entwichen und diese Luft stinkt obendrein. Er will an falscher Stelle Härte zeigen und wie immer trifft es die armen der Ärmsten des Landes – die Hartz IV-Empfänger.

Zum Glück findet er keinen Anklang und steht allein auf weiter Flur.
LaWe

Donnerstag, 11. Februar 2010

schooooon wieder “Der Schnee”…..

Leise riesel der Schnee und dass schon seit Tagen

 

Die Fahrspuren zeichnen sich ab…

 

Die Sommerquartiere in den Hecken sind verlassen

 

Der Blick aus dem Fenster heut früh zeigt wie immer Schnee, Schnee, Schnee

Ich komme mir vor, wie Robinson im Film “Robinson Jr.” – der sich auf seiner Insel, auf die es ihn verschlagen hatte, einen offen Holzrahmen als Bildschirm für sein Privat-TV baute. Den Rahmen richtete er auf das Meer aus und setzte sich davor, so als säße er vor seinen Fernseher zu Hause. Nach ein paar Wochen war er von seinem TV-Programm entsetzlich gelangweilt. “Schooooon wieder – Das Meer – “ stöhnte er und lag gelangweilt vor seiner selbst gebauten Glotze. 

Hier eine köstliche Szene über den einsamen Kampf von Robinson jr. gegen eine Kokosnuss und einem Boomerang. Ich glaube, er hatte alle Kämpfe verloren, alle Punkte gingen immer an die Kokosnuss und den Boomerang. Und jedes Mal ernte er das Gelächter des Papagein….hahahahaha

Ich muss heut Abend wieder auf die andere Seite der Stadt und hoffe, dass die Straßenbahn nicht schlapp macht, wenn ich wieder den Rückweg antreten muss. Heut Abend fehlt nur noch Wind, Wind, Wind, Wind – dann haben wir wieder den Salat von Schneeschanzen.

LaWe

Dienstag, 9. Februar 2010

emotionale Saftpressen

Eigentlich wollte ich mir gestern abend Mundstuhl ansehen. Die beiden Hessen babbeln und babbeln und babbeln und immer gib´s was zu lachen.

Mundstuhl

So dumm, wie die beiden die Menschen darstellen, können sie doch nicht sein. Alles nur von Commedys auf die ulkigen Nudeln gespannt.

Aber weit gefehlt.

“Mundstuhl” verzögerte sich gestern bei RTL 2, denn eine andere Sendung kam noch nicht zum Abschluss. Der letzte Part der Sendung war der Rauswurf eines Bewohners, naja…sicher weiß jeder, in welche Sendung ich als Vorprogramm für Mundstuhl ich reinplatze.

Da lagen sich Menschen angespannt und mit Tränen überströmten Gesichtern in den Armen. Zwei von Ihnen standen auf der Abschussliste und diese Kandidaten hielten die beiden sich an den Händen fest.

Eine dunkel-düstere Stimme,  mit Hall untersetzt, aus der Schattenwelt dröhnte wiederholt den Verängstigen ins Gehirn: “Einer von euch muss heut das Haus verlassen” “Einer von euch muss heut gehen”.

Nach jeder Wiederholungsschleife der Stimme aus dem Hinterhalt mit Hall in der dunklen Stimme zuckten die verängstigen Teilnehmer zusammen. Die Kamera hielt auf die verweinten verängstigen Gesichter voll drauf. Man wollte sich sicher sein, dass dem Publikum keine Träne vorenthalten wird.

Die Schattenstimme hallte weiter: “Einer von euch wird gehen” Die Bewohner des Hauses rückten wie eine Herde Vieh zusammen, die von außen zusammengetrieben wird und das nach ihren geilen Erlebnissen, bei denen sie sich Tage zu vor aller Welt posierten.

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Auf den Bildern hier stecken sie noch in prallen Leben, rammeln hier und tatschen da. Klatschen hier und tratschen da. Aber die Schattenstimme schüchterne sogar die stärksten Männer ein. 

Nach Minuten von bumm bumm und Schattenstimme kam der erlösende Moment. Wahrscheinlich konnte die Regie keine Tränen mehr aus den Bewohnern des Haus raus pressen

Du mußt gehen”

Die Erlösung löste eine neue Tränenwelle von Weiblein und Männleinaus aus. Wieder fielen sie sich um den Hals, bis auf ein paar Außenseiter. Diese gingen auf Distanz gingen und ließen sich ins Tränenmeer Tränenmeer ziehen.

Jetzt reagiere ich mal mit einen Satz von Helga Hahnemann

 

“Mensch, wo sind wir bloß hinjeraten?”

LaWe

Montag, 8. Februar 2010

Platz da….

Der Schneesturm liegt ja schon mehr als eine Woche zurück und das Tauwetter hielt sich auch in Grenzen. Deshalb haben heut noch die Autofahrer für ihren Parkplatz vorn den Schneeswall um ihren Wagen.

 

Hier unten ein verlassener Parkplatz. Der Fahrer hat sich vor ein paar Tagen sein Auto freigeschaufelt. Weil die Parkplätze direkt vor Haus von den Bewohnern gegen ein Entgelt zu mieten sind, stehen sie zu meiner Freude fast immer leer. Zu meine Freude deshalb, weil die morgendlichen Abgase in meinem Schlafzimmer landeten. Das Fenster halt ich über Nacht angekippt, so kommt frische Luft rein. Aber in den Morgenstunden vermischt sie sich mit Abgasen.

Jetzt kommt die nächste Kältewelle, da werden die Parkplätze sicher weiter von Schnee umgeben sein.

LaWe

Freitag, 5. Februar 2010

Nicht mehr und nicht weniger

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Die Zeit zwischen der Trainings- und Yogastunde am Donnerstag schlag ich mir gern mit einem Kaffee und Franzbrötchen um die Ohren. Bäckereien auf dem Weg von einem Ort zum anderen gib´s ja genug und ich kann fast an allen Ecken meinen Zwischenstopp machen. Die Cafe´s der Bäckereien sind immer gut besucht und so bleibt es nicht aus, dass ich hier und da mal ein paar Gesprächsbrocken aufschnappe.

Als ich das Foto machte, war der Platz gegenüber auf der gestreiften Sitzbank leer, aber vor einer Woche schoben sich dort 2 Gäste auf die Plätze. Sie setzte sich mit dem Rücken zu mir und sah wie eine einfach Frau aus, fast wie eine graue Maus. Vielleicht wirkte sie auch nur so schlicht, weil ihr Begleiter super akkurat gekleidet war. Er sah aus wie ein mobiler Geschäftsmann. Dunkler Anzug und dunkelblauer Wintermantel ließen sein super gepflegtes Gesicht eher zart und zerbrechlich erscheinen. Er war noch jung an Jahren und sie war schon mitten drin. Als junger Mann wirkte er im düsteren Dress wie verkleidet und konserviert..

Sie setzten sich gegenüber und bei eine Tischbreite von 60 cm war er ihr nah. Vielleicht hielt sie deshalb die Tasse Kaffee, die sie mit an den Tisch brachte, während des Gespräches vor ihren Mund.

Er sah sie permanent an während er mit ihr sprach und sie nippte permanent an ihrem Kaffee. Sie stütze sich mit den Ellenbogen auf den Tisch und hielt so ihre Kaffeetasse auf Mund höhe. Seine Ellenbogen lagen auch auf dem Tisch, doch er stütze damit seinen Brustkorb, den er weit über den Tisch lehnte. Damit verringerte sich der Abstand zwischen ihm und ihr um gute 20 cm und sein Augenblick wären ihren Augen noch näher, als die Tischdistanz.

Fast könnte man glauben, sie wären verliebt und stünden sich besonders nahe oder ein unsichtbaren Band hält die beide zusammen. Und es gab etwas, was die beiden verband.

“Ich erwarte im nächsten Monat von Ihnen nicht mehr als 1 000 Punkte und das sie nur 10 Stück verkaufen” sprach er laut und deutlich. Diese Worte sprach er so laut und deutlich, dass ich es einen Tisch weiter gut hören konnte. So wie den Satz aussprach, hörte es sich an, als ob das die unterste Stufe der Erfüllung wäre, also nicht mehr aber auch nicht weniger.

Während er weiter auf die einredete, nickte sie eifrig und hielt weiter ihre Kaffeetasse an den Mund.  Es sah fast so aus, als hielt sie sich während der Unterhaltung an der Kaffeetasse fest. Er rede weiter auf sie ein, sah dabei abwechseln auf sie oder aus dem Fenster, jedoch waren die nachfolgenden Sätze leiser, ich hörte nichts mehr.

Aber ich hatte auch keine Zeit mehr und stellte meine leer Tasse in die Ablage um mich auf den Weg zu den Yogafrauen zu machen.

LaWe

In den Wind geschrieben

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