Rätsel

Macht ein bisschen schwindlig das Bild – zumindest, wenn man zu lange drauf schaut.
Aber was ist darauf zu sehen ?
Schnee- oder Billardkugeln ?

Macht ein bisschen schwindlig das Bild – zumindest, wenn man zu lange drauf schaut.
Aber was ist darauf zu sehen ?
Schnee- oder Billardkugeln ?
hatte gestern meinen Kopf in die Zange genommen. Das geschieht bevorzugt in der Nacht, deshalb helfen Medikamente am Tag nicht mehr. Willkürlich wurde der zu enge Helm noch weiter gespannt und setzte meinen Kopf zusätzlich unter Druck. Auf diese Weise zog wellenartig eine Kopfschmerzwelle nach der anderen durch mein Hirn. Migräne überfallen mich bevorzugt, wenn sich in der Wetterküche ein Sturm zusammenbraucht und so war es dann ja auch.
Heut früh flog der Schnee in den Innenhof und erzeugte sogar eine kleine Schneewehe
Doch hat jedes Unwetter seinen eigenen Zauber und verwandelt sogar Innenhöft in einen märchenhaften Miniwald.
Sogar die Wäsche auf dem Balkon ist in Schnee eingehüllt.
Wäsche, Klammer, Leine und Brüstung hat der Schnee in seinen Verbund genommen.
Meine Spuren im Schnee
Die Kopfschmerzen haben sich zum Glück mit dem Sturm verzogen und ich kann entspannt ins verschneite Wochenende gehen
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen oder auch ein paar Bilder von unterwegs zeigen. Ich hab zwar keine Reise gemacht, doch war ich unterwegs. Mit Rucksack, Hand- und Yogatasche reise ich durch die Stadt und ziehe von Sporthalle zu Sporthalle. Ich bin zwar nicht im Schneckentempo unterwegs, doch rase ich auch nicht in Hochgeschwindigkeit durch die Stadt. So bleibt hier und da mal Zeit für ein kleines Bild oder auch Feuerlöscharbeiten, wie heut.
Meine Zeit zur nächsten Yogastunde war schon geschrumpft und ich hätte laufen müssen, wenn ich noch vor den Teilnehmern da sein wollte. Mein Umweg von der Sporthalle über einen Bäcker mit Milchkaffee und Franzbrötchen war weiter als geplant. Mit Stechschritt eile ich zielstrebig zum Mehrgenerationshaus des Stadtteils. Ich hab die Hoffnung, dass ich noch vor den Teilnehmern eintreffe nicht aufgegeben und wenn ich schnell gehe, dann schaffe ich es noch.
Kurz vor der letzten Kurve sehe ich vom Boden eine kleine Rauchfahne aufsteigen und ein stechender Geruch eilt der Rauchfahne sogar voraus. Wenig später sehe ich eine alte abgestellte Flimmerkiste, aus der kleinen züngelnden Flammen den Weg nach außen suchen. Der alte Fernseher sollte entsorgt werden, denn er stand am Platz, an dem die Bewohner den Sperrmüll zur Abholung bereit stellen.
So ein ausgedienter Fernseher auf dem Sperrmüll ist ja Strom los, es sei denn, er speichert während seiner Betriebszeit Spannung, die durch irgend einen Umstand den Strom noch einmal in den Fluss bringen kann.. Aus alten Zeiten kenne ich noch eine These, nach der sich ein Zeilentranformator auch nach dem Ausschalten noch entzünden und brennen kann und auf Grund dieser Fähigkeit so manch Wohnzimmer schon in Flammen aufgegangen ist. Aber ob das noch auf der Straße passiert, wenn so eine alte Kiste abgestellt und vielleicht schon ein paar Stunden in der Kälte gestanden hat, weiß ich nicht.
Als ich näher komme sehe ich, dass das Feuer aus dem Inneren kommt. Mit einer Kamera in der Tasche erkenne ich eine angespaltene Persönlichkeit in mir. Die eine will den Brand lösche, die andere zuvor aber noch schnell ein Foto schießen. Bevor die beiden Persönlichkeiten ernsthaft in einen Kraftakt einsteigen können, war das Foto schon gemacht, aber nicht ohne darüber nachzudenken, wie die andere den Brand löschen soll.. Für so ein klitze kleines Feuer sollte man keine Feuerwehr bemühen.
“Ja..ja..machen sie mal ihr Foto” kommt eine vorwurfsvolle Stimme aus dem Hintergrund. Innerlich nehm ich den Sinn ihrer Worte so wahr. “Muss ich erst kommen und handeln und das Feuer löschen?” Entschlossen stürzt sich die junge Frau auf den Fernseher und kippt ihn auf die Seite. Die Ecke mit dem Feuer direkt ins abgelegte Holz. Super, da bekommt das Feuer erst richtig Nahrung. Die vorwurfsvolle Stimme hat mich kampflustig gemacht. “Das Feuer aus dem Inneren kommt? Da hilft ihre Aktion wenig”. Vielleicht hab ich auch von meiner Seite einen kleinen Vorwurf durchblicken lassen und ich lege noch etwas Kohle mach.
“Wenn das Feuer von Innen kommt, kann der Zeilentrafo sich von selbst entzündet haben. In seiner Nähe ist die Bildröhre und die könnte erst implodieren und dann doch auseinander fliegen” warne ich und erkenne den Schulmeister in mir. Der hat sich etwas mehr hervorgetan, als mit lieb war.
Obwohl die junge Frau meinen These eher anzweifelte, geht sie doch auf einen sicheren Abstand zur kleinen Feuerstelle. Sicher ist sicher. Aber so ganz sicher bin ich mir auch nicht und werf vorsichtshalber ein paar Hände voll mehr Schnee ins Feuer, bis es nur noch qualmt und vor sich im stinkt.
Als ich im Mehrgenerationshaus eintreffe, haben meine Frauen der Yogastunde hatten schon meine Yogamatte ausgerollt, erwarten mich und ihre Yogaprogramm.
Als ich gestern Abend aus der Sporthalle kam, nahm die karge Neubausiedlungs Landschaft durch den aufkommenden Böen artigen Schneesturm für ein paar Stunden seinen eigenen Charme an
liefen am Wochenende die Grimms Märchen als Hörspiel von der CD aus dem Radio. Die Kleinen waren wieder da und sind Märchenstunden immer angesagt.
Die CD´s sind da super praktisch, denn jeder der Familie kann seinen Dingen nachgehen und da gab es für ´ne Menge zu tun. Und so hörte ich im Vorbeigehen mit. Seid die Gebrüder Grimm die Märchen zusammengestellt haben, wächst sicher jedes Kind mit den Märchen auf.
Was ich selber als Kind nicht wahr nahm, heut fällt es mir besonders stark auf. Die Märchen stecken voller Gewalt. Wenn auch das Gute immer siegt, doch bevor es soweit ist, schlägt das Böse mitunter extrem brutal zu.
Da wird vergiftet, erstickt, erschlagen ertränkt und weiteren zahlreichen Varianten am laufenden Band Mensch und Tier getötet. Kaum zu glauben, als Kind hab ich dies nie so grausam wahr genommen, wie ich es heut empfinde.
Ein ganz normaler Tag ?
Heut fing der Tag harmlos an – ich dachte, er wird wie jeder Tag. Tun, was getan werden muss und dann Feierabend.
Sohnemann verlässt vor mir die Wohnung, die Schule wartet. Es ist noch dunkel, als er geht. Mein Tag beginnt viel später, ich kann mit dem Aufstehen warten bis es hell ist. Dann ziehe ich meine Kreise wie jeden Tag. Von Küche ins Bad und zurück und wieder in die Küche. Der Kaffee dampft schon in meiner Tasse, da bemerke ich den Anorak von Sohnemann. Er hängt an der Garderobe, als wäre er nicht zur Schule gegangen. Aber das ist nicht möglich denn er hatte in der Früh die Wohnung verlassen. Aber vielleicht hat er ja auch eine andere Jacke angezogen. Dieser Gedanke scheint mein Stutzen aufzulösen. Aber lange hält sich der Gedanke nicht in meinem Kopf und ich gehe ins Zimmer von Sohnemann.
Er liegt in seinem Bett – die Decke über die Ohren gezogen. Wie das? Er ist heut früh doch gegangen und vor 13 Uhr sollte er nicht zu Haus sein. Jetzt ist es aber erst 10 Uhr und er liegt im Bett?
“Was ist los?” ich tippe ihn an, will ihn wach machen. Es dauert, bis er antwortet.
“Ich hab heut früh auf den Schulweg einen Anfall bekommen und bin dann wieder nach Hause gefahren”. Bei dem Wort “Anfall” spannen sich gleich meine Herzkammern an. “Ich bin aus dem Bus gestiegen und als ich wieder zu mir kam, saß ich schon wieder an der Straßenbahnhaltestelle. Was dazwischen war, weiß ich nicht” Noch mal ein Druck auf meine Herzkammern, so als würden sie enger und enger.
“Hat dich denn niemand gesehen?” will ich wissen. “Anscheinend nicht, sonst hätte ich nicht an der Straßenbahnhaltestelle gesessen”. “Vielleicht war es doch kein Anfall und du hattest ein Blackout oder so”. “Nein, ich hab mir auf die Zuge gebissen, das war bestimmt ein Anfall".” Ich weiß gar nicht, wie eng meine Herzkammern schon zusammen gerückt sind und wundere mich das überhaupt noch Blut durchfließen kann. Aber mein Herz schlägt weiter, wie immer, wenn ich denke, es bleibt mir stehen, aber es schlägt und schlägt und schlägt. Heut wieder mal voll Sorge und das macht das schlagen schwerer als sonst. Ich darf den Gedanken, dass Sohnemann allein im Schnee gelegen und gekrampft hat, gar nicht zu Ende denken, sonst verkrampft sich mein Mutterherz auch noch. Sohnemann ist vom Anfall erschöpft und schläft tief und fest.
Ich muss los. In der Sporthalle warten 20 Kinder auf mich und wollen ihren Sportspaß haben. Auf meinen Co-Trainer und Sohnemann muss ich heut verzichten, er kann das Haus heut nicht verlassen.
Die Straßenbahnfahrt nutze ich, um mich mit der Tochter zu unterhalten. Sie steht kurz vor der Geburt ihres dritten Kindes. Das ist ein erfreuliches Ereignis. Weniger erfreulich ist, dass sie seit ein paar Tagen eine Thrombose im Bein hat und diese Tatsache hatte in den letzten Nächten an meinen Ängsten genagt. Ich lass ihr Haustelefon klingeln und niemand geht ran – ich lass ihr Handy klingeln und niemand geht ran. “Wo steckt das Kind?” frag ich mich und in Kombination mit dem Anfall von Sohnemann heut früh, werden meine Nerven etwas schwächer und lassen die Gedanken in düstere Gefilde abdriften. “Sie wird doch nicht etwa in der Klinik liegen, weil Gefahr für Mutter und Kind in Verzug ist?”
Jetzt werden meine Knie weich. Ich merke, wie sich die Kniesehnen in Gummibändern wandeln und mein Körpergewicht sich nach untern zieht. Tränen wollen sich ihren Weg bahnen, doch meine Ratio sagt, bleibt auf dem Teppich.
Doch es ist zu spät – die Gedanken kreisen bereits auf Hochtouren über düstere Gefilde und senden Flüche an die Väter der Kinder. Der eine hat sich verpisst und sich aus der Verantwortung gezogen und der andere ist weggestorben. Sie haben mich allein gelassen, mit all den Sorgen, die Kinder auch mit sich bringen. Der Jüngste erholt sich von seinem Anfall. die Älteste hat eine Thrombose im Bein und der Mittlere hat der gesamten Familie den Rücken gekehrt. Er ist wie ein totes Kind das nicht tot ist. Es gibt kein Grab an dem ich seinen Verlust betrauern kann.
Mitten in diesen wirren Gedanken meldet sich meine Tochter “Mutti, mach dir keine Sorgen. Es ist alles ok” Sie beruhigt mich und das gibt zumindest meinen Knien wieder die Festigkeit zurück. Sohnemann schläft und erholt sich und ich betrete die Sporthalle, in der 20 Kinder auf ihr Training im Breitensport warten. Von 20 Kindern haben mindestens 5 ihren Ohren vergessen, weitere 5 haben ihrer Augen in der Umkleide liegen lassen und 2 von den kleinen Rabauken haben sogar ihren Kopf zu Hause gelassen. Ich schlage mich durch die Trainingsstunde und vergesse die Sorgen, die mich vor der Tür noch quälten.
Wieder einmal vertraue ich darauf, dass die Dinge sich wieder richten und wieder auf die normale Umlaufbahn kommen, wie schon so oft, als ich dachte, die geraten für immer aus den Fugen.
Um mich weiter abzulenken, hab ich mal eben kurz und im vorbei gehen den Lichtenhagener Bahnhof fotografiert.

Ein schöner Blick auf den verschneiten Bahnhof in Richtung Warnemünde
Hier der Auf- und Abgang zum Bahnhof für Rollstuhl- und Radfahrer. Das leicht verschneite Geäst an der rechten Seite gab dem metallische Weg einen besonderen Charme.

Und zu guter Letzt ein Blick auf das berühmt und berüchtigte Sonnenblumenhaus. Im August 1992 brach dort die Hölle aus. Heut steht es ganz harmlos da, wie auch das Stadtteil Lichtenhagen vor sich hindämmert. Es steht einfach da, zeigt seine Sonnenblumenfront Richtung Schnellstraße zwischen Rostock und Warnemünde. Doch immer, wenn mich mein Weg an dem Hochhaus vorbei führt, denke ich an die Ausschreitungen von damals.
Nach dem kleine Fotoshooting setze ich mich in die Bahn und fahre wieder zurück. Auf der anderen Seit von Rostock warten noch 7 Frauen auf ihre Yogastunde. Heut drehen wir uns in den Drehsitz. Als ich wieder zu Hause eintreffe, ist Sohnemann wieder über den Berg und wartet darauf, das ich ihm heut mal die Schnitten mit Mutterliebe zubereite :-). Ja…wozu eine Mutter doch alles gut ist. Ich bin sicher, morgen hat er alles wieder vergessen und stürzt sich wieder ins pralle Leben.
ist immer dran “ so ein altes Sprichwort. Und das trifft für die Hartz IV Empfänger auf jeden Fall zu. Nachdem er vor Bezug von Hartz IV abzüglich Schonvermögens, d.h. seine Ersparnisse für schlechte Zeiten, seine Rücklagen – darin eingeschlossen Lebensversicherungen - verleben muss, ist er nicht nur arm, sondern auch arm dran. Wer über 50 Jahre ist, hat wenig Aussicht auf einen neuen Arbeitsplatz und daher auch kaum eine Möglichkeit, sich ein kleines Vermögen für die Altersvorsorge aufzubauen.
Doch für so manchen Bürger ist er ein Schmarotzer oder auch ein Faulenzer. Bei der Wertung des Hartz IV Empfänger wird einfach vergessen, warum er ein Hatz IV Empfänger geworden ist.
Wer hat denn das riesen Arbeitslosenheer produziert?
Etwa der kleine Mann – weil ein keinen Bock auf Arbeit hat?
Wenn es nach den Gedankengängen von einem Politiker geht, komme ich zu keinem anderen Schluss – mit Hartz IV macht der Arbeitslose ein bequemes Leben und so zeigt er nach Darstellung der Medien mit dem Finger auf den Langzeitarbeitslosen.

Das nenne ich Politik an den Schwachen austoben. Die Bosse der Wirtschaft und Banken machen weiter wie bisher und verschleudern Geld im Massen, produzieren damit Massenarbeitslosigkeit und am Ende ist der kleine Mann wieder dran.
Wenn Herr Koch Arbeit für den Hartz IV Empfänger sieht, warum macht er daraus keine staatlichen Arbeitsplätze? Wenn der Geldfluss nicht mehr über die Jobcenter der ARGE auf die Umlaufbahn gebracht wird, sondern als Gehalt in die Lohntüte des kleinen Mannes landet, dann hätte der Langzeitarbeitslose wieder einen Job und bekäme mit der Lohntüte gleichzeitig seine Würde zurück.
Schaue ich mir die “heraus ragenden” Aktivitäten maßgeblicher Leute in Politik und Wirtschaft an, dann kommen immer wieder die selben Ergebnisse raus.
Vielleicht sollten die maßgeblichen Führungskräfte ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und nach dem Motto von einen bekannten Autohersteller, der sinngemäß gesagt hat: “Wen nützt es, wenn wir teure Autos herstellen, wenn niemand mehr da ist, der die kaufen kann?”
Ich denke, fällt ein Politiker auf die armen der Ärmsten im Land her, dann ist er am Ende der Fahnenstange seines politischen Lateins angekommen.