was zum Schwelgen
Wenn ich noch mal auf die Welt kommen und ich wählen kann, als was, dann komme ich als Rocksänger auf die Welt.
LaWe
Und wieder trifft eine morgendliche Nachricht in meine Aufwachphase wie ein Schlag. Lange hab ich nicht mehr an ihn gedacht, an den schwer erkranken Schauspieler Patrick Swayze, er ist übernacht verstorben. Seid den 80iger Jahren begleitet mich der Film “Dirty Dancing” mit ihm als Hautdarsteller, dem Tanzlehrer. Ein Klischeefilm und vielleicht macht es genau das den Film unsterblich. Das sind die Klischees, aus dem Filme gemacht werden und das funktioniert immer wieder.
Es tut mir für Patrick Swayze leid, dass er gehen musste und nun im Prominentenhimmel eingetroffen ist, in dem schon so viele Promis in diesem Jahre aufsteigen mussten.
Hier auf Erden wird er bei seinen Fans als Tanzlehrer und Romantiker weiterleben.
Das Duell zwischen Merkel und Steinmeier hab ich mir gestern nicht angesehen – ich stehe nicht auf Duelle und meine politische Meinung hab ich mir auch ohne Duell gebildet.
Quotenkönig war das Duell im TV nicht, denn der Schlagabtausch der politischen Kontrahenten hatten noch einen Rivalen – Homer Simsons.
Vielleicht sollte ich über meine Wahl noch einmal nachdenken?
Ich erinnere mich öfter daran, als zum alljährlichen Gedenktag, am 11. September.
Vor 8 Jahren war mir am Tag des Geschehens noch gar nicht klar, wie einschneidend sich das Ereignis auch bei mir auswirken würde.
Täglich werde ich von zahlreichen Nachrichten überschüttet, Nachrichten die Tragisches von Menschenleben berichten. Wie ein Gaffer oder Voyeur zieht mich die Schlagzeile an und ich lese nach, was geschehen ist. Manche Ereignisse sind so erschütternd, dass ich mich tagelang damit beschäftigt und auseinander gesetzt hab, wie z.B. die Amokläufe der Jugendlichen. Der Austausch mit anderen macht das verarbeiten erschreckender Eindrücke einfacher. Doch das nächste erschütternde Ereignis überlagert den alten Schrecken und erzeugt einen neuen Schrecken.
Doch egal was es war, das tragische Geschehen war örtlich stets weit weg von mir und so konnte es mich nicht bis ins Mark erschüttern, ich bleib immer der Voyeur, der die Bilder der Nachrichten mit einer gewissen Distanz aufnehmen und mich weiter meinem Leben widmen konnte.
Das Ereignis am 11.September 2001 hinterließ mehr als nur ein Eindruck des kurzen Schreckens und die Auswirkungen plagten mich erst am nächsten Tag. Es war, als wäre zwar weit weg von mir eine große Bombe eingeschlagen, doch die Bodenwellen haben sich auch unter meinen sicheren Grund geschoben und ihn erschüttert. Das erste mal in meinem Leben empfand ich mein Leben auch hier in Deutschland als unsicher. Ich hatte Angst um mein Leben.
Was wird die USA nach dem Terroranschlag machen? Der damalige Präsident Busch präsentierte sich der Welt in Armeeuniform. Sollte nun eine neuer Krieg beginnen, dessen Gewalt sich weltweit auf uns Unschuldige ausbreitet?
Ich sah mich und meine Familie im Bombenhagel, saß uns als Flüchtling vor den tödlichen Waffen und Auseinandersetzungen verloren und mittellos auf der Straße. Ich stellte mir Fragen, ob ich überhaupt weiter leben wollte, falls ein Krieg ausbrechen würde. Oder würde ich mir gleich das Leben nehmen, weil ich die Todesangst nicht ertragen kann? Tausend Gedanken umkreisten meinen Kopf und eine Urangst durchzog nächtelange meine Träume. Mein Herz fühlte ich bedrückend an, als wäre ich nächste, die es unerwartet treffen wird. Eine diffuse Mischung aus Angst und Ohnmacht, die ihren Fluss in die Panik führen kann.
Damals erwachte ich wie ein Kind aus einer traumhaften und beschützen Welt und sah mich einer grausamen Welt ausgesetzt, in der Menschenleben täglich an Wert verlieren.
Der alte Strom aus der Vogelperspektive.
Keine Sorge, ich bin nicht in die Luft gegangen und schwebte auch nicht auf der Wolke 7 um dieses Bild zu machen. Ich hab über Maps von Bing – auf Warnemünde sehen können
Ich find´s einfach traurig, dass sein Leben so einfach endete – einfach so, ohne wenn und aber.
Es ist so, als hätte er als Mensch an einer Klippe gestanden, sie aber nicht gesehen und ist von einer Minute zur anderen dann in eine unhaltbare Tiefe gestürzt. Niemand hatte eine Chance, den Absturz aufzuhalten.
Ist das nicht vielleicht ein Tod, wie ich ihn mir auch für mein Ende wünschen würde?
Ohne Siechtum mit körperlichen Gebrechen oder gar Qualen die Welt mit klarem Geist und plötzlichen Filmriss ohne Abschied das Leben beenden und in den Himmel ziehen?
Aber vielleicht ist es auch nicht gut, zu später Stunde über den eigenen Tod zu philosophieren.
Ich wünsche Michale Jackson eine gute Reise in den Himmel und einen Frieden, den er im Leben niemals finden konnte.

… war ich damals und mit den Jahren gewachsen und das nicht nur körperlich.
Auf dem Bild bin ich 4 oder5 Jahre alt und mache mit meiner Mutter einen Spaziergang. Das war einer der wenigen gemeinsamen Spaziergänge, an ich mich erinnern kann. Ein nahe gelegener kleiner Wald war das Naherholungsgebiet des kleinen Dorfes, in dem meine Eltern für uns alle eine Existenz aufbauten. Das Elternhaus war grade gebaut, als ich in diese Welt hineingeboren wurde.
Das Leben war karg und wir hatten uns nur selbst. Die Spielsachen waren zum Teil selbst hergestellt und manche von ihnen lagen zu Weihnachten repariert oder restauriert wieder auf den Gabentisch. Das tat meiner Freude darüber kein Abbruch.
Das war die Zeit, als ich noch durch die Lüftungslöcher der Radiorückwand schaute und immer in der Hoffnung, dass ich die Musikanten dort als Miniaturausführung sehen konnte. Aber ich sah sie nie, obwohl ich jedes mal fest daran glaubte, dass ich sie dieses mal bestimmt sehen würde. Doch jedes mal waren sie verschwunden, bevor ich sie mit meinem Blick erhaschen konnte. Aber in meinem Kopf bildete sich eine Musikkapelle im Kleinformat aus, die zwischen den Radioröhren saßen und ihre Musik machten, die ich über die Lautsprecher hören konnte.
Das Radio war das einzige an Unterhaltungselektronik und die Tageszeitung – die war mir als 4hährige Schnurrz egal – das einzige Medium das uns damals berieseln konnte. Fernsehen stand nur in sehr wenigen Wohnzimmer, meist bei gut betuchten Dorfbewohnern. Das heißt, so karg wie damals unser Leben war, war auch die Medienlandschaft und das kurbelte unsere Fantasie an, wir spielten immer im Freien mit allen, was wir fanden und immer gemeinsam.
Damals kannte man keine Kindesentführung, denn fast jedes Dorf war ein kleines Universum für sich und jeder kannte jeden und jeder jeden Pappenheimer.
Damals war das Dorfleben eine beschütze Welt in der wir uns frei bewegten. Wir wuchsen ohne Existenzängste auf. Die Bevölkerung war noch in der Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit und schaute deshalb immer zuversichtlich in die Zukunft. Zu Dorffesten wie Kindertag, 1. Mai oder Erntefest kamen die Dorfbewohner zusammen und feierten gemeinsam. Dafür wurden die Kleider selber geschneidert oder alte umgearbeitet. Wer sich im Schneidern und Stricken verstand, war immer gut gekleidet.
Das Kino kam einmal die Woche zu uns ins Dorf und stellte ihren Filmvorführapparat im Tanzsaal des Dorfes auf. Das war neben den Dorffesten, großen Familienfesten das kulturelle Ereignis und immer eine Höhepunkt im Dorfleben.
War ich mal mit meiner Mutter unterwegs, hielt sie mich an ihrer Hand. Das fand ich damals sehr angenehm und so plapperte ich entspannt meiner Mutter die Ohren voll. Was für mich damals so wichtig war, dass ich mich unentwegt mitteilen musste, weiß ich nicht mehr, aber wichtig musste es gewesen sein, so wie meine Kindheit wichtig für mich war, wie sie war, denn ich erinnere mich nur an glückliche Kinderjahre und ich sehe weit und breit keinen dunklen Schimmer, der sie hätte verdüstern können. Sicher lag das an meiner Fantasie und meiner Fähigkeit, mir die Welt schöner zu malen, wenn sie mal grau und grau aussieht.
Mit diesem kleinen Geschichtchen folge ich einem Aufruf vom Blog Gesichtet und vielleicht schließt sich der eine oder andere Blogger dem Aufruf
“Damals, als ich noch jung war….” an
Wenn ich ihn veröffentlich habe, trage ich mich in die Kommentarliste der Blogger ein, die dem Aufruf gefolgt sind – bis jetzt sind es 118 Rückmeldungen.