Montag, 30. Oktober 2006

Wunderwerk Mensch

Gestern stand ich davor und wußte nicht was ich fühlen und denken sollte.



Viel zu früh und doch nicht zu spät kam das kleine Wesen vor einer Woche zur Welt. Es schaffte die Hürde in den Inkubator und wartet jetzt geduldig auf seine zweite Entbindung.

Ich stand vor dem Wunderwerk Mensch. Klein und zierlich. zerbrechlich und verletztlich, wie das kleine Wesen da so im kleinen Kasten liegt, der fast eine Stimmung von Weihnachten aufkommen läßt.

Wunderwerk Mensch - der es geschaffte hat, diese Technik so weit zu entwickeln, dass auch so einem kleinen Wesen die Überleitung in das Leben ermöglicht.

Wunderwerk Mensch - der erst mit dieser aufwendigen Technik mir bewußt macht, welch komplizierten Prozeß der menschliche Körper zu regen kann.

Ich steh davor und weiß nicht, was ich fühlen soll.

Soll ich die Technik bestaunen?

Soll ich auf Distanz gehen?

Soll ich Gefühle zeigen?

Soll ich ohnmächtig weinen?

Gefühlsstumm stehe ich vor dem kleinen Wesen, dessen kleinen flacher Bauch sich mit jeden Atemzug sich auf- und abbewegt. Die kleine Lunge ist auf diese Arbeit noch nicht vorbereitet und läßt sich beatmen. Doch den einen oder anderen Atemzug macht das kleine Wesen auch schon, versichern die Ärzte.

Ich stehe davor und staune über das kleine zarte Leben und weiß noch nicht, wohin mit den Gefühlen, die sich einen Weg nach außen bahnen wollen.

Doch bevor sie austreten, wollen sie von mir wissen. "Willst du eine Beziehung zu dem kleinen Wesen herstellen?" Ein aufgeregter Funkverkehr flimmert in meinem Inneren zwischen Bauch und Verstand.

Mein Verstand manipuliert mich "Wenn du eine Beziehung herstellst, dann muß du den schmerzlichen Veraluf der weiteren Entwicklung auch emotional in Kauf nehmen" und droht mit Ängsten, die sich in den nächsten Wochen auch dazugesellen können. Ängste, die das bangen um das Kleine mit sich bringen.

Meine Augen tasten das kleine Wesen ab, während der Funkverkehr weiter geht. Ich sehe die zarte dünne Haut, die an einen roten Pfirsich erinnert. Meine Augen tasten die Schläuche ab, die in Massen am Körper angebracht sind.

So, als hätte ich Watte im Ohr und es können die Schallwellen nur abgedämpft zur mir vordringen.
Meine Gefühle beiben taub.

Doch der Funkverkehr rast zwischen Bauch und Verstand weiter. Der Bauch holt das Herz zur Hilfe und es schaltet sich in due Auseinandersetzung mit ein. Mein Herz sagt "Nimm es an, nimm das kleine Wesen an. Es braucht jede Zuwendung. Sieh, es hat so kleine Hände und hält sie dem Leben entgegen, Nimm es an und in meine Herz auf"

Meinem Herzen ist mein Verstand nicht gewachsen und hält mir kleinlaut die möglichen Komplikationen noch einmal vor Augen. Doch da ist die Beziehung zu dem kleinen Wesen schon hergestellt, meine ersten Tränen drängen nach außen. Ich muß weinen und weiß nicht, wohin mit den Tränen.

Ein Arzt tritt ins Zimmer und strahlt über das ganze Gesicht. Ein freundlichen Mensch, denke ich. Sein Bericht an die Mutter klingt wie ein Überraschungsei. Er blättert im Hefter der nächtlichen Aufzeichnungen. "Alles verläuft normal. Ihre kleine Tochter hat die ersten Hürden allein geschafft. Wir können auf einen operativen Eingriff verzichten"

Jetzt fasse ich Mut und berühre mit desinfiziereten Finger die kleinen Füße, die nicht größer als mein halber Daumen sind und dann ein kleine filigrane Hand, die nicht größer als mein Daumennagel ist.

Auch den körperliche Kontakt hab ich jetzt zum kleinen Wesen aufgenommen.


LaWe

Sonntag, 29. Oktober 2006

fragende Augen und Futterneid




LaWe

Samstag, 28. Oktober 2006

Geschütz der Beschützerin

Im Vertrauen gesagt, sind alle meine Kanäle offen, will mir jemand etwas ins Ohr flüstern. Doch wurde das offene Vetrauen einmal mißbraucht, schließen sich alle Kanäle, die zu mir führen. Eine imaginäre Beschützerin prüft erneut die Vertrauenswürdigkeit, spürt jeden Hinterhalt auf, die im Flüsterton steckt.

Meine Beschützerin ist stark, denn jede Verletzung hat sie wachsen und wachsamer werden lassen. Jetzt spürt ihre Nase er nach jeder verborgenen Absicht, die im Flüsterton steckt. Sehr oft findet sie hinter einem Sch-Wall von Worten andere Ziele als der Wortlaut mir glauben lassen will.

Voll Mißtrauen hält meine Beschützerin die Ohren auf und verschließ meinen Mund, der schon nach den ersten zwiespältigen Worten zum Schweigen verdammt ist.

Meine Reaktion und mein Einlenken sind leicht ansprechbar, wenn unterschwellig mein Mitgefühl mit angesprochen wird.

Ach mein Mitgefühl, das ist so nachgiebig und möchte sich gern zum Liebling der Nation machen. Es muß nur ein paar mal angestippt werden und schon steht es auf der Matte und öffnet Tür und Tor zum Einlaß in meine Vertrauensseeligkeit. Doch dann, wenn eine Enge im Raum den Katzenjammer auslöst, ja dann, dann kann mir nicht einmal mehr mein eigenes Mitgefühl weiter helfen.

Jetzt agiert die Beschützerin schon bevor mein Mitgefühl reagieren kann. Sie verschließt meinen Mund und was ich nicht sage, muß ich nicht tun und ich fühle mich an keins meiner Worte gebunden.

Sie hält mich frei von der Enge einer Eindringlichkeit, die nicht meine ist.



LaWe

Donnerstag, 26. Oktober 2006

Weich gekocht....

Was gesagt ist, ist noch lange nicht getan.

Für so machen ist die Schere zwischen beiden Polen so groß, dass die Enden nie zueinander finden. Diese Erfahrung machte ich mehr als einmal bei meinem Sohn.

Seine aktive Ausrichtung ist zur Zeit einseitig ausgeprägt. "Ich brauch Geld" ist der Hauptsatz, den er täglich variantenreich an mein Ohr trägt. Wenn ich mein Ohr einziehe, dann trägt er mir seinen Hauptsatz von morgens bis abends hinterher. Irgendwann muß der Satz ja durchdringen, irgendwann bin ich ja weich gekocht.

Heut dreh ich den Spieß einmal um und sage "Du bekommst das Geld"

"Super" und schon schwingt die Hand meines Sohnes tellerweit geöffnet vor meiner Nase. Doch auch meine Nase ist noch eingezogen, denn die hielt ich wenige Momente zuvor durch einen Türspalt in sein Zimmer. Zum Glück war kein Platz mehr auf dem Fußboden, sonst hätte es mich auf der Stelle umgehauen.

Zum GLückl hab ich einen tiefen Schlaf, sonst hätte ich über Nacht den Kometen gehört, der ungebremst in sein Zimmer eingeschlagen sein mußte. Zumindest sah das Zimmer danach auch. Mein Sohn hatte ja noch Glück, dass der Komet nicht gleich sein Bett mit in den Doden gestampft hat. Denn darin schlummerte er noch wie ein Prinz und schlief den Schlaf der Gerechten.

Die Gerechtigkeit sollte heut mein Helfer werden.

"Wenn du das Geld haben willst, was ich für dich gereit halte, dann weißt du, was du jetzt zu tun hast"

Naklar weiß mein Sohn das, das Thema Zimmer ist ein Dauerbrenner zwischen uns und antwortet "Ich fang gleich an. Ich muß nur nochmal kurz auf´s ...."

Naja, was sein muß, muß sein. Aber dann.... und ich beobchte die Aktionsgeräusche aus meinem Ohren, die mir schon am Hinterkopf gewachsen sind. Es bleibt still in der Wohnung.

"Was ist jetzt?" frag ich mal neugierig nach

"Jetzt warte ich die volle Stunde ab. Ich will wissen, wie lange ich noch fürs aufräumen brauche"

Naja - abwarten und Tee trinken, denke ich mir und schließe schon mal die Wohnung von innen ab. Die Schlüssel liegen versteckt im Schrank. Niemand kann flüchten.

Ein paar hörbare Regungen kommen dann doch aus dem Jungendzimme und urplötzlich fällt meinem Sohn noch eine wichtige Frage ein. Die kann auf keinen Fall bis später warten.

"Was ist überhaupt mit den Konzertkarten?"

"Welche Konzertkarten?" ich falle aus allen Wolken.

"Du hast mir Konzertkarten versprochen"

"Ja, habe ich das?" ich staune über meine nachwandlerischen Versprechungen.

"Ja, hast du."

"Wann ist das Konzert"? frage ich und bin amüsiert über die Vorarbeit für den nächsten Geldsegen.

"Hab ich doch gesagt, im Dezember"

"Aha, aber das interessiert mich jetzt noch gar nicht" und weise ich meinen Soh mit einem Fingerzeig in sein unaufgeräumtes Zimmer zurück. "Mach erst deine Arbeit, dann können wir weiter reden"

"Jaaaaaaahhhh" die Anwort kommt gequält.

"Mach dein Zimmer so, dass ich damit zufrieden bin"

"Wieso, dass ist mein Zimmer"

Ich kenne den Wortwechseln und fiel schon mehr als einmal auf die Besitzverhältnisse herein. Der Satz beschleunigte die Aufräumungsarbeiten meines Sohnes um ein vielfaches. Wofür ich einen halben Tag brauche, erledigte mein Sohn dann in 3 Minuten.

Meine Kontrollblicke hinter und unter das Bett kan ich mir sparen. Sie würden mich um meine Illusion bringen, dass mein Sohn die schnellste Maus von Mexiko ist.

Doch die Maus hätte es sich unter dem Bett zumindest für ein paar Wochen gemütlich machen könne, ohne an Hunger und Kälte zu leiden. Ja, sie hätte sich sogar um Nachwuchs kümmern können, ohne sich Sorgen um Nahrung zu machen.

"Du machst dein Zimmer so, dass ich damit zufrieden bin. ICH bin der Geldgeber für deine neuen Skateboard´s."

Am nächsten Wochenende wird mein Sohn 17 Jahre und er wünschte sich wieder einmal neue Skateboards.

Jetzt bin ich neugierig ob der Reifegrad meines Sohnes mit den Kalenderjahr zusammenfinden.

Naja, jetzt macht er erst einmal seine gewerkschftaliche Pause. "Die wird doch genehmigt sein, oder?"

Naklar, wie kann ich meinem Sohn eine Pause verwehren :-)))


LaWe

Mittwoch, 25. Oktober 2006

kein Schongang

Heut Nacht passierte es doch. Das, wovor uns allen bangte. Mit Hoffnungen und Vertrauen auf das ungeborene Leben.

Das Kleine, es sollte erst im Februar kommen. Doch eine Untersuchung offenbarte die bedrohliche Situation für das Ungeborene.

"Richten sie sich in den nächsten 2 Tagen auf eine Fehlgeburt ein" sagten die Ärzte zu meiner Tochter und wiesen sie damit vor drei Wochen in die Klinik ein.

Doch solange wollte das kleine Ungeborene nicht warten - auch nicht im Schongang und kam gestern nacht als Winzling zur Welt.

Nun drücke in dem kleinenn Wesen die Daumen, dass es sich auch weiter wacker durch die schwierige Zeit bis zu ihrem wahren Geburtstermin schlägt.


LaWe

Dienstag, 24. Oktober 2006

Gewitterspaziergang

Gewitterwolke über´m Haus

Die Wolke rollt an
Kind kennt keine dunklen  Wolken

und wälzt sich über den Kopf
Kind kennt keine dunkle Wolke

wir lassen uns nicht stören
Unwetter steigt auf

nu nix wie weg hier
Unwetter steigt auf

ein Blick zurück
LaWe

Aus der Ferne betrachtet..

sind die kleinen Augen, die hinter den Bällen vorschauen, zu sehen

versteckter Blick

Kleine Maus
belebt mein Haus
belebt mein Herz
bringt Leben vorwärts

Das Essen schmeckt
damit sie sich reckt
das Spiel gefällt
der Tag ist erhellt


LaWe

Montag, 23. Oktober 2006

Madonna´s Ego ?


Der Nachrichtenagentur AFP sagte er am Telefon, er sei über den Adoptionsprozess in die Irre geführt worden: "Ich habe es nicht so verstanden, dass Madonna das Kind für immer behalten würde." "Mir wurde nie gesagt, dass die Adoption bedeutet, dass David nicht mehr mein Sohn sein wird", fügte er hinzu.Jetzt beginnt das Zerren an den kleinen Ärmchen von David. Die Vatergefühle sind wieder erwacht und Vater will seinen Sohn wieder in seiner Nähe wissen.

Aber ich habe mich schon gefragt "Warum macht Madonna das? Warum holt sie sich ein Kind aus der armen Welt?"

Warum machen Promi´s das überhaupt, wenn ihnen der eigene Kindersegen doch nicht versagt wurde?

Warum stecken sie nicht das viele Geld, was ihnen das Adoptivkind im Laufe des Lebens kosten wird, nicht gleich und vor Ort des Kindes in seine Lebensperspektive? Warum müssen sich die Promi´s die Kinder sie von ihren elterlichen Wurzel auf ewig trennen und zu sich nach Haus holen?

Sie wollen mit ihren vielen geld Gutes tun und sie wollen sicher gehen, das es dem Kind ihrer Wahl auch zu Gute kommt und nicht in fremde gierige Hände verschwindet.

Doch spielt das Ego dabei nicht eine große Rolle? Ein Ego, dass sich mit einem wohltätigen Herzen
vor aller Welt schmücken kann ?
LaWe

In den Wind geschrieben

hat Tränen aus dem Haus getrieben

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