in kalten Zeiten angeleint
Der Hund, des deutschen liebstes Kind?
Die Regale der Supermärken und Drogerien haben für mich schon eine statistische Aussage. Die Regale für die Haustiere werden länger und umfangreicher. Für jeden Geschmack der Lieben ein Leckerlie.
In schlechten Wirtschaftzeiten erkaltet die Gesellschaft, da haben die Hunde auf dem Markt Hochkonjunktur" so ein Abschlusssatz in einer Abschluss-Szene zweier gescheiterte Gauner in einem Film, die sich auf die Hundezüchtung werfen wollten.
Heut ich sehe abends die Hundehalter aus den umliegenden Häusern kommen. Sie müssen Gassi gehen. Nur mit gesenktem Blick kann ich über die Wiesen in der Nähe meiner Wohnung gehen, will ich nicht auf die Haufen treten, die der Hund vor mir hinterlassen hat.
Der Mensch, mit einem Hund an der Leine, er hält ihn fest in der Hand.
Die Leine gleitet ihm nicht aus der Hand, wie es oft im Leben scheint.
In den letzten Jahren ein vertrautes Bild auf den Straßen. Und der Hund sitzt oder geht brav an der Seite seines Herrchens und freut sich herzbewegend über jeden Blick oder Leckerlie seines Herrchens.
Der Hund hat alle Eigenschaften, die wir Menschen bei den Menschen suchen und oft nicht finden. Treue und Anhänglichkeit zeichnen den Hund aus, nie enttäuscht ein Hund seinen Halter.
Meinen Hund musste ich vor Jahren in eine andere Familie geben. Ich erinnere mich noch heut an den Seelenschmerz, den ich später litt, wenn ich nur an meinen Hund dachte.
Was ist denn das? fragte ich mich.
Warum leidest du wegen eines Hundes so sehr, dass dein Herz schmerzt?
Dann dämmerte es mir ganz langsam. Ich hatte mein Herz zu weit in ein Tier gehängt. Bald bedeutete der Hund mir mehr als die Menschen, die für mich nicht so berechenbar waren, wie mein Hund. Er war auf mich fixiert und himmelte mich bei jeder Gelegenheit an. Er war Ersatz für Emotionen, die ich im Umgang mit Menschen nicht fand.
Nicht, weil sie mir keine Emotionen geben wollten. Nein, weil ich mich den Menschen gegenüber verschloss. Meine Angst vor Verletzung war größer, als der Verlust starker Emotionen.
So verlagerte ich meine Zuwendung zum einen Tier, der ja schon seit Jahrtausenden der Begleiter der Menschen ist.
Erst, als ich mich von meinem Hund trennen musste, spürte ich den großen leeren Raum im Herzen, den zuvor der Hund einnahm.
Nach dem schmerzlichen Entzug entschied ich mich, meine Energie wieder auf die Menschen zu richten, die in meiner Nähe sind.
Die Umlenkung war ebenfalls ein schmerzlicher Prozess. Denn ich litt ab und zu unter Enttäuschungen. Später erkannte ich, daran war ich allein Schuld. Ich hatte Eigenschaften in die Personen projiziert, die mir zwar liebt und teuer waren, jedoch nur in meiner Fantasie existierte.
LaWe
Trackback URL:
https://langeweile.twoday.net/stories/2771170/modTrackback