Mittwoch, 30. September 2009

Zickenterror

In der Urnatur stecken in jedem Menschen auch animalische Eigenschaften, die sich ab und zu mal deutlich zeigen. So bettelt der eine wie ein Hund oder schlägt mit den Flügeln wie eine Henne, benimmt sich wie ein Schwein oder ist hinterlistig wie eine Schlange kann schnurrend um die Beine schleichen wie eine Katze oder drauf gehen wie ein Stier.

Gestern Abend hatte ich eine Begegnung mit einer Superzicke und zu meinen Unglück hatte sie mich auserkoren, ihre verkorkste Seele an mir zu reiben.

Sie ist aufgewachsen in einem Familienklima, in dem man sich mit derben verbalen Zuwendungen wie “Ich schlag dich tot” oder “Ich bring dich um” untereinander Aufmerksamkeit schenkte. Wegen dieses derben Umgangstons musste sie auch den Verein verlassen, niemand hatte wirklich Bock sich im Anfall von ihrer Hysterie derart beschimpfen zu lassen.

Ihr Freund hatte eine Narbe am Hals und die stammte vom ihr. Weil er sie im Höhepunkt ihrer Hysterie ansprach, nahm sie kurzerhand das Messer und setzte an und heute ziert sein Hals eine 10 cm Narbe von der Schnittwunde, die sie ihm verpasst hat. Als er sich darüber beklagen wollte, wurde er vor meinen Augen vor ihr verbal niedergemacht, denn schließlich hätte er sie gereizt.

Mit dieser inneren Unausgewogenheit entschloss sie sich, sich als Sozialpädagogin ausbilden zu lassen. Jetzt geht sie auf dem Pfad der Tugend und will sich läutern, meldet sich im bei uns im AIKIDO-Verein wieder. Mit ihren heiligen Versprechen "”Ich werde niemanden auf der Matte verbal angreifen” kehrte sie vor ein paar Wochen wieder zurück und löste so etwas wie Schmeichel bei meinem Trainer aus. Vielleicht weil er glaubt, er hätte den wieblichen Stier gezähmt und verliert damit seine Neutralität als Trainer auf der Matte.

Seid ihrer Rückkehr auf der Matte sieht sie mir nicht in die Augen und das, obwohl wir uns immer, wenn wir uns früher trafen – trotz ihrer Aggression – nett unterhalten haben. Heut verwendet sie im Gegensatz zu dem früheren offene und damit ehrlichen Aggressionsverhalten eine subtile Form, die sie ausschließlich auf mich lenkt. Es fallen laute Sätze wie “Du bist so grob.Ich bin doch kein rohes Stück Fleisch” Mit dieser Einstellung wird sie von meinem Trainer unterstützt. Das Mädel verwandelt mich vor den Augen der anderen in ein grobschlächtriges Wesen, dass ihr die  Knochen brechen will. Dann wendet sich von mir ab, zeigt mir eine Art weiblichen Stiernacken, auf dem die Haare abstehen.

Gestern kam sie beim Angriff – der ja zum Üben von Abwehrtechniken gehört - in meine Hand und dabei streifte ein Fingernagel ihr Gesicht. Mit einem lauten Aufschrei und dicken Tränen im Gesicht zeigte sie auf mich und mein Trainer las mir die Liviten nach allen Regeln der Kunst. Dabei bebte zwischen uns die Luft flimmernd und elektrisierend. Ein zwanghaftes Verlangen stieg in mir auf: “Ich gehe, sofort und stehenden Fußes. So einen Blödsinn muss ich mir nicht antun” Während ich auf der Matte verbal von meinem Trainer in ihren Auftrag niedergemacht wurde, konnte ich nur mit Mühe meinen Fluchtgedanken unterdrücken. Dann ging er mit ihr ruhig und separat auf die Bank um mit ihr über den Vorfall, der keiner war – sie hat einen Moment zum Vorfall gemacht – auszutauschen.

Anschließend kam sie wie ein scheues Reh auf die Matte zurück und holte sich mit Augenaufschlag die visuelle Bestätigung, dass sie immer noch auf dem heiligen Pfad der Tugend ist.

Von meinem Trainer erhalte ich keine Unterstützung um ihre subtil ausgefeilte Aggression gegen mich auszubremsen und statt dessen erhalte ich von ihm ein Feedback, dass mein Trainingsstil unter aller Sau ist und macht sich zu ihrem Helfer, mich auszuschalten. Es ist egal, was ich meinem Trainer sage, ich hab unsauber gearbeitet und sie hat mit ihrer Kritik in jedem Fall recht und das nach 8 Jahren Training im Verein im Vergleich zu ihrer 2. Gastrolle im Verein.

Tja..da ist guter Rat teuer und ich gebe zu, solch eine subtilen Form der Aggression einer Zicke bin ich nicht gewachsen und deshalb gebe meinem Verlagen nach Rückzug nach.

Mit Zickenterror kann ich nicht umgehen, das ist für mich die unterste Schublade und mich ihm einfach so auszusetzen verdirbt mir für Tage die Freude am Leben wegen des würgenden Nachgeschmacks.

Ich kann´s nicht und ich kann zulassen, dass so ein Mädel auf diese Weise Energie von mir abzieht um selber vor selbst und meinem Trainer gut da zustehen.

LaWe

Montag, 28. September 2009

kein Traummann

Jedes demokratisches Land hat, so sagt der Volksmund, die Regierung, die es verdient, denn sie wurde ja vom Volk gewählt. Doch ob mein politischer Traummann es mit in die oberste Spitze schafft, steht vor den Wahlen immer in den Sternen. Auch die zahlreichen Prognosen und Hochrechnungen vor Abschluss der Wahl können das Ergebnis nicht voraussehen. Und ich hab nicht mal im Traum daran gedacht, dass sich Herr Westerwelle bis auf die Regierungsplätze schafft und damit Herrn Steinmeier in die Reihen der Opposition verweist.

Gehört er auch zu den verkannten Größen wie einst Angela Merkel ?

Wer hat sie damals schon erst genommen, als sie als “mein Mädchen” an die Seite von Kohl gezogen wurde ?

Auch Herrn Westerwelle hab ich irgendwie nicht ernst genommen und bei jedem seiner Auftritte ihn eher mitleidig belächelt als das ihn hätte ernst nehmen können. Ja, ich nahm an, er hätte seine politische Karriere an den Nagel gehängt und leitet einen Hasenverein als Vorstandsvorsitzender. Ja, so kann man sich irren.

Jetzt muss ich mich daran gewöhnen, dass auch ein Herr Westerwelle in den vordersten Reihen der Regierung mitmischt und mit Angela Hand in Hand unser Land weiter durch das bzw. aus dem Tal der Finanzkrise führt.

Wie hieß noch der Schlachtruf zur Wahl der FDP?

“Arbeit muss sich für jeden wieder lohnen”

Herr Westerwelle ich baue auf ihren Schlachtruf auf , oder besser noch, mein Sohn und damit stellvertretend für die Jugend , denn er hat sein arbeitsreiches Leben noch vor sich und er  hofft wie so viele “kleine und arme Würstchen” darauf, im Rad des Kapitalgetriebes nicht zerdrückt und zerrieben zu werden, sondern auf eine echte Perspektive für die Zukunft zu bekommen.

Auch ich werde nun umdenken müssen und den Reden von Herrn Westerwelle mit spitzen Ohren und ohne belächeln folgen zu müssen, auch wenn er nicht mein Traummann in der Regierungsspitze ist.

Zufällig fand ich im Internet eine nette Zusammenstellung der Kanzlerkandidaten seit 1949

LaWe

Sonntag, 27. September 2009

roter Faden

Es ist schon ein paar Tage her, als ich die erste Erfahrung mit einem Blindenparkour machte. Mit verbundenen Augen sollte ich viele Hindernisse überwinden. Und damit ich auf dem Weg bleibe, wurde an den Hindernissen entlang ein Seil gespannt, an dem ich mich selber durch den Parkour leiten konnte. Über dieses Seil erreichte ich alle Hindernisse und irrte nicht blind durch den Raum.

Auch wenn es mir nicht täglich bewusst ist, aber so ein Seil führt mich auch im Leben zu den Hindernissen, die ich überwinden muss, um weiter zu kommen. Ich nenne ihn den roten Faden und er zieht sich fast durch mein ganzes Leben. Er ist es, den ich heut nie mehr aus der Hand gebe, auch wenn es brenzlig wird oder jemand anders mir diesen Faden aus der Hand nehmen wollen. Ich verteidigte ihn schon mal mit dem Mut der Verzweiflung, wenn es Lebensumstände gab, ihn aus der Hand zu lassen, damit es leichter für mich wird. Ich hätte los lassen können um auf einen anderen – der mir gereicht wurde - umzugreifen. Der hätte mich zwar auch an Hindernissen vorbei geführt und vielleicht wären diese Hindernisse weniger schwierig gewesen.

Ich hielt und halte an meinem roten Faden fest, ich nenne ihn FREIHEIT.

Ich brauche Freiheit wie die Blume das Licht, d.h. jede Abhängigkeit würde mein Leben krank machen. 

Diese Lektion musste ich lernen, als ich das Gefühl hatte, dass sich mein Leben auflöst, wenn ich den aktuellen Faden weiter in der Hand halte. Der Faden nannte ich damals UNTERORDNUNG. Er gab mir finanzielle Sicherheit. Aber ein großer Einkaufswagen voller Kompromisse war nötig, damit der Faden mir nicht aus der Hand glitt. Aus Angst davor, ohne diesen Faden in den freien Fall des Lebens zu geraten, hielt ich an dem Faden, der aus zahlreichen Kompromissen geseilt wurde, fest.

Eines Tages stand ich vor dem Konflikt, den ich lösen musste und keine der Seiten bot mir gute Aussichten. Entweder mein Leben löst sich auf oder ich lasse mich auf den freien Fall ohne sanfte Landung ein. Daran brütete ich 2 Jahre und kam dann zu dem Entschluss, mich auf den freien Fall einzulassen.

Wie erwartet, schlug ich hart auf, verlor auf den Weg zahlreiche Freunde – sie waren wohl Pseudofreunde – und lag auf den Boden der Tatsachen mit blutiger Nase und leichter Gehirnerschütterung. Dann vertraue ich auf die Selbstheilung meiner Lebensgeister und ich hatte Glück, ich hatte die Verbindung zu ihnen noch nicht verloren. Wie kleine zarte  Keimlinge päppelte ich sie wieder auf und seit dem hab ich sie nie wieder auf Kosten einer Scheinstabilität aus meinen Augen verloren und durch das Leben lasse ich mich wieder an dem mir angeborenen roten Faden führen – meine persönliche Freiheit.

Das war jetzt ein Vorlauf für eine Geschichte, die zwar nicht meine ist, aber auf den roten Faden aufbaut, die ich in nächsten Beitrag unbedingt los werden muss. Noch fehlen mir die richtigen Worte und ich bin mir noch nicht darüber im Klaren, ob meine Gedanken von klaren Blick getragen werden oder mein klarer Blick von Selbstherrlichkeit getrübt ist.

LaWe

Freitag, 25. September 2009

die Mille teilen ?

Vollbildaufzeichnung 25.09.2009 131225.bmp

Gestern hab ich es schon im Videotext gelesen. Tipp24. hat seinen Gewinner bei der Lotteriegesellschaft angemeldet. Es soll ein Schweitzer sein.

Über Tipp24 hatte ich früher auch getippt. Ich fand das sehr praktisch, aber dann sagte man mir, dass Online-Spiele in Deutschland nicht anerkannt werden und dazu zählt auch das deutsche Lottospiel mit  6aus 49.

Seid dem trage ich in der Lottoannahmestelle brav meine Kreutzchen  ein und anschließend meinen Bon nach Haus. Den behüte ich wie ein Augapfel bis zur Ziehung.

Doch der Tipper von Tipp24 hat´s mit seinen Zahlen auch erreicht und nun bin ich gespannt, ob die Gewinner sich die Mille teilen müssen.

Mal sehen, wie das deutsche Recht entscheidet.

LaWe

Mittwoch, 23. September 2009

Querverbindungen

Ich merke es schon seit Tagen. Ein unterschwelliger Druck arbeitet sich an die Oberfläche und läuft hinter meiner Stirn als Laufband vorbei. Erst ganz schwach, dann als Bilder, die ungefragt in mein Bewusstsein dringen. In solchen Momenten sehe ich Patrick Swayze. Das das so geschieht, wie es geschieht, hat nicht nur damit zu tun, dass es mir unendliche leid tut, dass dieser warmherzige Mensch für immer das weltliche Leben verlassen musste, nein, er erinnert mich zeitgleich an die Trauer um meine Schwester, die ein ähnliches Schicksal ertragen musste, wie er.

Auch sie kämpfte mit allen Lebensgeistern, die ihre tödliche Krankheit noch ihr noch überließen gegen das herannahende Schicksal.

Auch sie verlor diesen Kampf. Auch sie musste die letzten Jahres ihres Lebens in den schwarzen Rachen des eigenen Todes schauen, hatte ihn täglich vor Augen.

Auch sie hoffte auf die Wunder der Medizin und manchmal schien es, sie wäre  dem Höllentrip für ein paar Wochen entronnen.

Auch sie holten die grausamen Flammen der Hölle wieder ein.

Auch sie wurde nur 57 Jahre alt, war gezwungen, ihr Leben vorzeitig zu beenden.

Heut, so ganz spontan, als ich wieder an Patrick Swayze denken musste, brach die Trauer um meine Schwester durch und ich in Tränen aus.

Heut, ganz spontan stellte ich fest, wie sehr ich sie noch vermisse. Auch wenn Trauer schmerzvolle Gefühle sind, doch halten sie mich in meinem Leben für einen kurzen Moment inne und verbinden mich wieder für kurze Zeit mit meine geliebte Schwester.

LaWe

Sonntag, 20. September 2009

verkommen

Endlich, endlich, endlich – ein kleiner Lichtblick am Himmel. Ich hab´s nur so im Vorbeigehen im Radio gehört. Es soll nun untersucht werden, warum unsere Jungendlichen derart ausrasten, dass es schon zahlreichen Menschen schon das Leben gekostet hat.

“Viele Jugendlichen leben in der aussichtslosen Perspektivlosigkeit. Wir dürfen nicht zulassen, dass viele Jungendlichen derart verkommen”

Endlich, endlich sagt jemand die Wahrheit und setzt den Hebel an der richtigen Stelle an. Die Jungend verkommt und wir – die Gesellschaft – lässt das zu. Und nun haben wir den Salat. Wie haben zahlreiche gewaltbereite Jugendliche, die sich so monsterhaft entwickelt haben, dass sie derart ausrasten, dass es auch Menschenleben kostet. Der Aufschrei in der Nation ist nicht zu überhören und ich hoffe, dass er nicht verstummt und man endlich begreift, dass wir alle daran Schuld sind, dass so viele junge Menschen verkommen, dass sie in dem luftleeren Raum ihrer Perspektivlosigkeit zu Monstern mutierten.

Ich habe genug von der künstlichen Intelligenz, die rational versucht die Jungendkriminalität mit erhöhter Alarmbereitschaft und härteren Strafen begegnen will.

Gebt den jungen Menschen eine Lebensperspektive in der es sich gut Leben lässt und sie werden wieder zu Menschen, die nach höheren Zielen streben.

Fast jeder Vorfall von Jugendgewalt in der Gesellschaft ist ein Hilfeschrei, der laut in die Nation brüllt:

 “Wie sind auch noch da! “

“ Nehmt uns auch wahr! “

“Und verdammt noch mal, kümmert Euch endlich auch um uns!!!!”

P1040520

LaWe

Samstag, 19. September 2009

ins Trockene

Gestern hab ich wieder mal einen Lottoschein ausgefüllt. Der prall gefüllte Jackpot hat seine Wirkung auch auf mich hinterlassen. Ich kam gestern an der Lottoannahmestelle nicht vorbei. Vielleicht gelingt es mir auf diesem Weg, mein Schäfchen für die nächsten Jahre ins Trockne zu bringen. Meine Wunsch nach einem Gewinn hab ich schon mal ans Universum geschickt und bis heut hatte es Zeit, an die Erfüllung zu arbeiten und wenn es heut nicht klappt und der Jackpot ist noch da, werde ich meinen Wunsch nach finanzieller Sicherheit erneuern und noch mal einen Lotto-Stelle schleichen. 

Irgendwie muss es ja bis zur Rente ja gelingen, mein Schäfchen ins Trockne zu bringen.

Die Natur kommt ohne Wünsche aus. In ihr läuft alles in einen sich stets wiederholenden Zyklus ab und bevor sie sich vor kommenden Winterkälte zurück zieht, bringt sie erst ihre Saat ins Trockne.

Blüte und Trockenstand

Auf der gemeinen Wiese vor unserem Haus schwindet täglich die Farbenpracht und wandelt sich in beige/braunen und erdige Töne

Eicheln

Die Eicheln nehmen schon mal den Hut und warten darauf, dass die Eiche sie fallen lässt

Roter Mohn

Auch der Mohn zieht sich in seine Kapseln zurück

Flugsamen

Die kleinen Fallschirme bereiten sich auf die stürmische Zeit vor

Trockenstand

Sie hat sich wohl schon ganz in die Erde zurück gezogen und ihre Hülle als beige-silber Kleid zurück gelassen.

meine Füße

Auch ich stehe im Trocknen und hoffe darauf ……..

 

das ich dieses Wochenende mein Schäfchen – einen kapitalen Bock - auch ins Trockne bringen kann.

LaWe

In den Wind geschrieben

hat Tränen aus dem Haus getrieben

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Lange-Weile - 16. Aug, 14:56
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