Mittwoch, 15. April 2009

Die Ewigkeit hebt sich auf..

Das ich etwas durch den Wind war, merkte ich erst gestern Abend, als ich meine Yogastunde gab. Ich vergaß die Anfangsrituale und in dem Moment der Meditation zog es meinen Körper stark nach links und dann wieder nach rechts. Ein leichtes Schwanken stellte sich ein und es dauerte etwas, bis es sich beide Seiten ausgleichen konnten.

Schon tagsüber plagten mich die Kopfschmerzen. Sie schleichen sich gern über Nacht gern in Folge von Stress ein. Auch die Sonnenhitze brannte auf den Weg in die Klinik gnadenlos auf meinen Kopf. Auf den Weg zu ihr, wußte ich nicht, was mich erwartet, denn Oma nahm ihr Telefon nicht ab, was ich am Abend zuvor in die Tasche gelegt und den Sanitätern mit in den Krankenwagen gegeben habe. Als letzter Eindruck war in meinem Kopf Oma´´s Gesicht gespeichert, das im Krankenwagen von der Abwesenheit ihrer Seele gekennzeichnet war.

Das sie auf das meinen Anruf nicht reagierte, war neu. Sie lag schon so oft auf der Nase, doch am nächsten Tag hatte sie den Kopf auch schon wieder hoch. Ich sah sie in meinem geistigen Auge in Koma liegen. Mit dieser inneren Spannung suchte ich ihr Krankenzimmer. Sie lag auf der selben Station, wie vor 4 Wochen. Ein Pfleger zeigte mir ihr Zimmer und mit klopfenden Herzen betrat ist den Raum. Wie würde ich sie vorfinden?

Ich erinnere mich an das Gefühl, als ich vor einem Jahr mit meinem Vater per Telefon sprach. Er lag in der Klinik und wusste nichts von seiner schlechten Prognose. "Seine Tage sind gezählt" sagten die Ärzte ohne Emotionen. Obwohl mein Vater zur Freude seiner Kinder ein hohes Alter erreichte, erschüttert dieses Satz bis in´s Mark. Jeder weiß, irgendwann wird der Tag für jeden kommen und wenn er dann da ist, dann zerschmettert er das Gefühl von Ewigkeit bis zur Unkenntlichkeit. Mein Vater war geistig immer fit und das suggerierte uns, dass er auch körperlich fit war.Doch damit er die körperlichen Leiden nicht mehr spürte, bekam er Morphium mit auf den letzten Weg und damit trat sein Geist zurück. Ich war erschüttert und brauchte Stunden, um mich von der Erschütterung wieder zu erholen.

Diese Situation lief als Film in meinem Kopf ab, als ich die Klinke von der Krankenzimmertür in der Hand hatte. Was erwartet mich? Ein geschundener Körper, eine verlorene Seele und versiechter Geist? Mit der Anspannung betrat ich das Krankenzimmer und Oma lag nah an der Tür, so stand ich unmittelbar an ihrem Bett. Ihr Gesicht war noch abgewand, doch als sie meine Schritte hörte, drehte sie ihr Gesicht zur Tür.

Gesichter sprechen ja Bände und man kann alles darin lesen, was Worte nicht ausdrücken können. Oma lächelte mich an. Ihre Augen waren wieder klar, sie erkannte mich. Sie lag weder in Koma noch in geistiger Umnachtung - ich war erleichtert. Wir unterhielten uns über den Tag zuvor, doch Oma konnte sich an nichts mehr erinnern - auch dass sie schon vor 4 Wochen auf der selben Station lag - und sie staunte nicht schlecht, was sich zugetragen hatte, bevor sie in die Klinik kam.

Jetzt ist Oma wieder auf den Weg der Besserung, jedoch hat der Infekt bleibende Spuren hinterlassen. Die Wortfindung macht Oma nun Probleme - sie weiß, was sie sagen will, findet aber nicht mehr die richtigen Worte und nimmt einfach Worte, die nicht wirklich zum gesagten passen. Sie ist darüber traurig, kann es sich nicht erklären "Ach, das ist ja alles so verworren und kompliziert geworden" sagt sie dann und streichelt dabei meinen Oberarm ganz liebevoll. Auf diese Weise hat sie sich noch nie bei mir bedankt. Bisher bekam ich immer eine Tüte Kaffee hübsch eingewickelt, doch der ging mir nie - obwohl ich ihn mir einverleibt hatte - so unter die Haut, die die zarte Hand von Oma auf meinen Oberarm.
LaWe

Montag, 13. April 2009

Jetzt werden sie geholfen...

Das Leben als Wandervogel ist ihm ja nicht unbekannt. Doch heut musste sein Frauchen wieder so unerwartet in die Klinik. Diesen Entschluss fasste ich, als ich in ihr kraftloses Gesicht sah. Darin war keine Lebenskraft mehr zu erkennen.



Heut morgen kam der Anruf von der Pflegeschwester, die jeden Morgen zur Oma kommt. Sie bat mich, nach ihr zu sehen. Diese Anrufe schießen mir immer etwas in den Magen, denn bei Oma kann es auch um Leben und Tod gehen. Bisher hat sie sich immer wieder berappelt, den Kopf nie wirklich hängen lassen. Doch heut bekam sie nicht mal die Augenlider hoch und sah Gegenstände, die nicht da waren.

Ich kam in Zwiespalt, denn Oma wollte keinen Arzt. "Nein, ich brauche keinen Arzt". In der Regel respektiere ich die Wünsche anderer, aber in diesem Fall entschloss ich mich, über Oma´s Kopf hinweg doch nach medizinischer Hilfe zu rufen.

Während der Wartezeit auf den Arzt dämmerte sie als klägliche Gestalt und zusammengekauert auf ihrem Sofa. Nur das Summen vom Sauerstoffgerät - es lieferte ihr die Luft zum atmen - sie ist Asthmatikerin - und ihr schwerer Atem waren zu hören. Ich bat sie, ihren Blutzuckerspiegel zu messen - sie ist auch Diabetikerin - doch sie wusste nicht mehr, wie sie es machen sollte. Alles was sie bis gestern wusste und konnte, war aus ihrem Kopf wie weggeblasen.

Endlich traf der Arzt ein. Netter Mann - so ein ländlicher Hausarzttyp. "Na, was ist denn los" fragte er Oma liebvoll, doch sie konnte ihm nicht mehr antworten. Ich zählte dem Arzt all ihres Leiden auf, doch grad diese medizinischen Werte waren ok. Also war es um Oma eigentlich doch bestens bestellt. Aber Oma schaute den Arzt nur hilflos an, sie wollte antworten, konnte es aber nicht. Es fehlten ihr die Worte. Der Arzt nannte es "unklar".

Zu guter letzt nahm er das Fieberthermometer. "Die Frau hat Fieber" sagt er hocherfreut, so als hätte etwas verlorenes wieder gefunden. "Da haben wir´s. Sie hat einen Infekt und muss in die Klinik". "Oh Mann" antwortet ich ihm "da überlege ich den ganzen Tag.. aber an Fieber hab ich nicht gedacht" "Na, was denken sie, wofür ich so viele Jahre studiert und 30 Jahre praktiziert habe? Um das raus zu finden" strahlte er mich an.

"Darauf wäre ich nie gekommen, dass das eine Infektion sein könnte. Aber ich hab ja auch keine medizinischen Kenntnisse" antworte ich ihn.

"Oh doch, haben sie. Das Wort Infektion können sie ja schon" ermuntert er mich und meinen Glauben an medizinische Kenntnisse.

Die lockeren Sätze entspannten mich wieder etwas. Ich hatte mich schon auf eine Nachtwache eingestellt, ohne Oma helfen zu können. Und wer weiß, ob Oma den Infekt diese Nacht noch überlebt hätte, denn ihre Kraft schwand schon am Nachmittag zusehends.
LaWe

Samstag, 11. April 2009

die besten Wünsche zum Fest



LaWe

Dienstag, 7. April 2009

nur das Totenhemd bleibt

Erweiterte Selbstmorde - wie sie ja immer wieder geschehen - sind das nicht Taten von Egoisten?

Was gibt ihnen das Recht auch andere mit in den Tod zu reißen?

Was gibt ihnen das Recht, in einen Akt der Selbstjustiz über andere zu richten?

Die Nachricht über den "Amok" im Zusammenhang in einem Erbschaftsstreit hämmern seit Stunden wieder durch die Nachrichten.

Manchmal verstehe ich die Menschen nicht mehr, kann nicht nachvollziehen, warum Menschen sich und andere das antun - die Waffe auf den nahen Angehörigen richten, nur weil man sich vom Leben benachteiligt fühlt.

Doch was kann der Mensch letztendlich auf seine "letzte Reise" in den Himmel oder die Hölle mitnehmen? Kein Gegenstand der Welt für den es sich lohnt zu sterben oder andere sterben zu lassen, lässt sich durch diese Schleuse in den Tod zerren - nichts aber auch nichts.

LaWe

Sonntag, 5. April 2009

Spaß pur

Die Abendnachrichten berichteten darüber, das weltweit die Menschen sich in vielen Städten trafen um sich auf bekannten Plätzen eine zünftige Kissenschlacht bieten. Ich hab heut das erste mal davon erfahren und doch soll Massenschlacht der Kissen schon im letzten Jahr gelaufen sein.

Dieses Video zeigt die Kissenschläger auf dem Hamburger Rathausplatz. Schade, da wäre ich liebend gern dabei gewesen ....aber vielleicht meine treue Leserin aus HH - Li.... :-D dabie



Die Schlachtenbummler brachten nicht nur die Kissen mit, sondern die hatten auch Besen und Müllsäcke dabei um all die Federn wieder einzufangen...das nenne ich Disziplin und super Kampfmoral.

LaWe

Samstag, 4. April 2009

diese kleine süße

Puppe hat schon mehr als 20 Jahre auf den Buckel. Sie stammt noch aus den Kinderjahren meiner Tochter. Ich fand sie gestern im Keller. Traurig, beschmutzt und schlecht gekleidet lag sie zwischen dem alten Gerümpel und fiel mir - ich wollte ja nur den Balkontisch aus dem Keller holen - buchstäblich in die Hände, so als hätte sie darauf gewartet, von mir nun endlich geborgen zu werden.

Also zog ich sie aus dem Gerümpel, hab ihr Haare gewaschen und ihren Körper geschruppt und erstmal in mein Tuch eingewickelt. Ihr Kleidchen liegt noch in der Waschmaschine

Jetzt wartet sie darauf, dass die kleinen Süßen - so nenne ich meine beiden Enkelkinder - sie wieder zum Leben erwecken, sie zu enddecken und mit ihr spielen, denn sie ist eine Pullerpuppe SmileyCentral.com



LaWe

Freitag, 3. April 2009

Kontrollflug

Dieser Brummer flog eben über meinem Wohnblock. Ach, was sag ich - er stand in der Luft und schien den Innenhof Zentimeter für Zentimeter abzuscannen. Er hielt sich so lange an einer Stelle in der Luft, dass ich in aller Ruhe meine Cam vorkramen konnte um den Brummer festzuhalten.



Also den fließenden Straßenverkehr konnte er hier auf keinen Fall unter die Lupe genommen haben, denn im Innenhof passiert ja verkehrstechnisch nicht. Da kann es sich nur um Falschparker handeln.

Ich hoffe, der Heli war nur zum Vermessen in der Luft und nicht auf Verbrecherjagt aus der Luft. Das würde bei mir Unbehagen auslösen, denn ich wohne im Erdgeschoss.

LaWe

In den Wind geschrieben

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abendGLUECK - 25. Apr, 11:03

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